No. 74
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 22. September
1874
vierundvierzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1874 Nr. 74 Seite 1]

Die Arbeiten zum Aus= und Durchbau des hiesigen Seuchenhauses und zum Neubau eines Stallgebäudes bei demselben sollen an den Mindestfordernden vergeben werden. Die bezüglichen Risse und Bauanschläge, sowie die näheren Bedingungen liegen in der Registratur zur Einsicht bereit, und wollen Bauunternehmer ihre Angebote bis zum 1. October c. schriftlich hierher einreichen.
Schönberg, den 17. September 1874.

Großherzogl. Mecklenb. Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
F. Graf Eyben.


- Schönberg. Herr Fr. Gloede aus Hamburg wird am Sonnabend, d. 26. im Spehrschen Saale eine Vorlesung aus Fritz Reuters Dichtungen hatten. Herr Gloede ist einer der besten Reuter=Vorleser und ein persönlicher Freund des verstorbenen Dichters. Auch hat Reuter ihn mit einer neuen Ausgabe seiner Werke beauftragt, von denen schon 4 Bände erschienen sind. Herr Gloede hat in diesem Sommer mit großem Erfolge in mehreren größeren Städten Deutschland gelesen, und hört man nur günstige Urtheile über seine Leistungen: Wir machen daher das hiesige Publikum aufmerksam auf diese Vorlesung und glauben einen recht genußreichen Abend versprechen zu können.
- Schönberg. Das in Samkow dienende schwedische Dienstmädchen, welches schon seit mehreren Tagen über Schmerzen im Kreuz geklagt, trotzdem aber ihre Arbeit verrichtet hatte, wurde gestern Morgen todt im Bette gefunden und soll ihr Tod während des Beginnes einer Frühgeburt eingetreten sein, wahrscheinlich durch eine innere Verblutung.
- Schönberg. Ein von hier gebürtiges Dienstmädchen, dessen ältestes außereheliches Kind lebt, hat in vergangener Nacht unfern Lüdersdorf, wo sie diente, auf dem Felde, wohin sie sich bei eintretenden Geburtswehen Nachts begeben hatte, wiederum außerehelich ein Kind geboren und dasselbe mit ihren Händen eingescharrt. Das Kind soll, dem Vernehmen nach, gelebt haben und ist die Mutter gefänglich eingezogen.
- Schönberg. Der Dragoner=Unteroffizier Fiedler, gebürtig aus Gadebusch, verunglückte am Donnerstag Abend, indem er bei einem Tanzvergnügen im Boye'schen Gasthause so unglücklich aus einem Fenster des Saales sprang, daß er besinnungslos liegen blieb. Die alsbald herbeigeschaffte ärztliche Hülfe gab wenig Hoffnung zu seiner Wiederherstellung Raum, da Kopf und Brust zu arg verletzt und große Blutverluste aus Mund und Ohren erfolgten. Da das hier während des Manövers eingerichtete Contennements=Lazareth bereits aufgehoben, ein Transport des Verunglückten in das nächste Militär=Lazareth aber nicht zulässig war, so erklärte sich die Frau Gastwirthin Boye in ihrer bekannten Uneigennützigkeit sofort bereit, denselben in ihrem Hause zu beherbergen. Nach mehrtägiger völliger Besinnungslosigkeit ist in dem Befinden des Kranken eine kleine Besserung eingetreten, welche sogar Hoffnung zu seiner Wiederherstellung giebt. Der Verunglückte hat den Feldzug nach Frankreich mitgemacht und wird von seinen Vorgesetzten als einer der besten Unteroffiziere seiner Schwadron genannt.
- Aus Rostock geht uns folgende Mittheilung zu: Für die in Rostock zu errichtende Augenheilanstalt sind unter der Hand bis jetzt schon mehr als 2000 Thlr. zugesichert worden. Darunter ist ein Beitrag von 600 Thlr., zwei von je 300 Thlr., einer von 200 Thlr., zwei von je 100 Thlr. und mehrere von 50 Thlr., 30 Thlr. und 25 Thlr. Da die Erlaubniß zur Veranstaltung einer Geldsammlung noch nicht eingeholt ist, so konnten die Subscriptionslisten bis jetzt nicht in Circulation gesetzt werden. Es steht jedoch zu erwarten, daß die Allerhöchste Genehmigung bald erfolgen wird.
- Auf der Heerschau über das 11. Armeecorps zu Friedberg sprach Kaiser Wilhelm "seine volle Zufriedenheit mit den Leistungen der Truppen aus und freute sich, daß er sie nach dem Kriege, in welchem sie so heldenmüthig gefochten, in einem so trefflichen Zustande wieder gesehen, der es möglich mache, daß das Vaterland zu jeder Zeit auf sie zählen kann. Das waren des Kaisers eigene Worte. Von Friedberg eilte der Kaiser zu der Heerschau über das 10. Armeecorps nach Hannover, und von da gehts nach Kiel. Bei den Manövern ist der Kaiser trotz seines hohen Alters ganz in seinem Element, er ist zu Pferde bei jedem Wetter, immer frisch und unermüdlich. In Hannover wurde die glänzende Heerschau zum großen Volksfeste und bereitete bei allen Sehenden den Welfenhoffnungen ein Ende. Das lebende Geschlecht kann nicht mehr verkennen, was Deutschland der Neigung des Kaisers zum Militär, seinem seltenen Verständniß und seiner unermüdlichen persönlichen Thätigkeit für Gegenwart und die bedrohliche Zukunft verdankt; im Heere weiß man es vom General bis zum Trainsoldat, daß sein kundiges Auge auf alle gerichtet ist. Bürger und Soldat erkennen, daß die furchtbar schwere und kostspielige Rüstung Deutschlands wenigstens immer blank und in jedem Augenblick zum Schutz und Trutz des deutschen Reiches bereit und fertig ist.
- Bazaine schließt seine Vertheidigungsschrift mit den Worten: "Ich betrachte meine militärische Laufbahn noch nicht geschlossen. Auch mir wird das Glück jenes letzte Lächeln zuwenden, das es so oft alten Soldaten spendet." Da Bazaine ein hoher Sechziger ist, so muß er also fest daran glauben, daß Lulu bald den französischen Kaiserthron besteigt, und mit ihm glauben die meisten Bonapartisten daran. - Der russische Großfürst Constantin dagegen wirkt in Paris für die Orleans. Er sprach sein Bedauern, daß an der Spitze Frankreichs kein Mann von Kopf wie der Herzog von Aumale stehe, offen aus. Auch den alten Thiers suchte er für die Orleans zu gewinnen, dieser aber antworte ihm, die Orleans seien als Könige nicht mehr möglich, und wenn sie an die Spitze Frankreichs kommen sollten, so würden sie sich kein halbes Jahr halten.

[ => Original lesen: 1874 Nr. 74 Seite 2]

- Auf der Pariser Sternwarte ist am Sonntag v. W. ein riesiger Komet entdeckt.
- Der Bischof Martin in Paderborn hat am 14. Sept. vom Oberpräsidenten die Aufforderung erhalten, binnen 10 Tagen sein bischöfliches Amt niederzulegen, widrigenfalls beim Gerichtshofe für kirchliche Angelegenheiten in Berlin Anklage auf Absetzung gegen ihn erhoben werden würde.
- Dem in Deutschland so fühlbar gewordenen Mangel an Arbeitskräften, besonders an solchen, welche Schwielen an den Händen nicht scheuen, hat selbst durch eine erhebliche Steigerung der Löhne nicht abgeholfen werden können, wie fortwährend Aufrufe und Gesuche in öffentlichen Blättern beweisen. Der Grund davon mag wohl weniger in der Auswanderung als in der Neigung und günstigen Gelegenheit liegen, gleich hohen oder noch höheren Verdienst auf leichterem Wege, durch Gewerbsbetrieb, in Fabriken oder in vielen anderen lohnenden Stellungen zu finden, welche erst die Neuzeit geschaffen hat. Da schickt sich ein neues und fremdes Element an, die verlassenen Arbeiterposten zu besetzen, die italienischen Arbeiter, welche in der Fremde suchen, was ihnen die Heimath versagt und sich schon zu Tausenden von Süddeutschland immer weiter nach Norden gezogen haben. Ihre braunen Gesichter, die fremdartige Sprache, Tracht und Lebensart machen sie nicht gerade zu Lieblingen der Bevölkerung; auch sind schon da und dort in Folge ihrer nationalen Reizbarkeit einzelne Ausschreitungen vorgekommen, im großen Ganzen hat man sie aber als fleißige und nüchterne Leute kennen lernen, denen es darauf ankommt, in ausdauernder redlicher Arbeit ein Stück Geld zu verdienen und das Verdiente zusammen zu halten. Da sie eigentlich nur das Brod aufheben, was Andere als zu hart auf der Straße liegen lassen, so läßt sich nicht sagen, daß sie den Einheimischen die Nahrung entziehen oder die Lebensbedürfnisse vertheuern, von denen sie einen gießen Theil gar nicht kennen und beanspruchen. Bei ihrer Genügsamkeit reichen die zugestandenen Arbeitslöhne auch noch zu Ersparnissen aus, wodurch sich von selbst für die unersättliche Lohnsteigerung von anderer Seite eine Schranke bildet. Aber gerade dieser natürliche Ausgleich zwischen Nachfrage und Angebot ist den Socialdemocraten ein Dorn im Auge, weil ihnen dadurch Material für ihre Agitationen entzogen wird. Versuche, den unbequemen Fremdlingen ihren Aufenthalt in Deutschland möglichst zu verleiden, sind schon wiederholt gemacht worden und jetzt thut man in Sachsen sogar Schritte, sich ihrer auf gesetzlichem Wege zu entledigen. Eine Petition der sächsischen Arbeiter an das Gesammt=Ministerium gesteht offen zu, daß die Italiener wegen ihrer Bedürfnislosigkeit weit billiger arbeiten können, behauptet, daß sie dadurch den Ruin aller Geschäfte (in Bier= und Schnapsläden?) herbeiführen, und verlangt als Schutzwehr ein Gesetz gegen die Einfuhr der Italiener, "dieser neuen Art von Kulis". Die internationale Berechtigung der Arbeit wird also in diesem Concurrenzfalle vollständig verleugnet und der sächsischen Regierung zugemuthet, einen Vortheil von der Hand zu weisen, wofür sich kein ausreichender Ersatz darbietet. Es kann kaum zweifelhaft sein, welche Entscheidung sie zu treffen hat.
- Ein Berliner Berichterstatter schließt seinen Bericht über die Sektion eines zu Markau im Havellande erschlagenen Mannes mit den Worten: "Wie sich bei der Obduction ergab, fehlte dem Erschlagenen die Uhr." Eine solche Abnormität wird nicht verfehlen, in wissenschaftlichen Kreisen großes Aufsehen zu erregen.
- Das der französischen Armee aufgesetzte Pfropfreis der "Einjährig-Freiwilligen" will nicht gedeihen und droht sogar zu verkümmern, weil der damit beabsichtigte Zweck, am Ende des Jahres brauchbare Unterofficiere und Officiere für die Reserve zu erhalten, nicht erreicht wird. Alle, die sich zum einjährigen Dienste melden, ohne das Zeugniß der Reife von einer Bildungs=Anstalt zu besitzen, haben beim Regiment über Handel, Industrie und Ackerbau eine so leichte Prüfung zu bestehen, daß nicht einmal die gewöhnlichen Elementarkenntnisse dadurch erschöpft werden. Nachsicht von Seiten der Examinatoren und persönliche Begünstigungen drücken oft das Ziel der Prüfungen noch weiter herab. Ein französisches Militärblatt klagt deshalb darüber, daß von den ins Heer eintretenden Freiwilligen 55 Procent kaum lesen und Schreiben können, 38 Procent nicht soviel Kenntnisse mitbringen, als man von einem Unterofficier verlangt, und daß endlich nur 7 Procent im Besitze einer höheren Bildung sind. Die größere Zahl der Freiwilligen erlernt den Dienst eben nicht schneller wie gewöhnliche Rekruten und hat um so weniger Gelegenheit einen moralischen Einfluß auf Ungebildetere auszuüben, da die Freiwilligen in den Regimentern völlig von den übrigen Soldaten getrennt sind, also keine Vermischung der Stände und Classen unter derselben Fahne und Disciplin stattfindet. Das ganze Institut bringt in seiner jetzigen Einrichtung der Armee keinen Vortheil, sondern verschafft nur dem Einjährig-Freiwilligen die Annehmlichkeit, für 1500 Franks, welche die Regierung für seine Ausrüstung und Unterhaltung verlangt, die gesetzliche Dienstzeit verkürzen und seine Militärpflicht auf leichtere Weise erfüllen zu können. Damit ist aber die Absicht dieser militärischen Einrichtung ganz verfehlt und in der That nur für Geld eine Stellvertretung in anderer Form geschaffen.
- Der deutsche Kronprinz hat auch auf seiner Inspectionsreise in der Pfalz wieder die glückliche Gabe gezeigt, durch leutseliges Benehmen die Herzen des Volks im Sturm zu erobern. Als er sich auf dem Bahnhofe Landstuhl mit den Umstehenden unterhielt, drängte sich ein Bäuerlein herbei, welches ihn mit den Worten: "Guten Tag, Herr Kronprinz" begrüßte und hinzusetzte, daß es sieben Stunden von Lauterecken bis hierher gelaufen sei, um ihn zu sehen. Der Kronprinz dankte freundlich und bemerkte ihm, warum er denn nicht lieber mit der Eisenbahn gefahren sei. "Das ist es eben", erwiederte unser Landmann treuherzig "warum ich Ihne bitte möcht; es hat uns bis jetzt alles nichts geholf', und da hab' ich denkt, mer wende uns emol an Sie, daß mer endlich e Eisenbahn kriege." Der Kronprinz hörte lachend zu und sagte zu dem in der Nähe stehenden Bezirksamtmann: "Haben Sie's nun gehört, jetzt sorgen Sie dafür, daß der Mann eine Bahn nach Lauterecken bekommt." -
- Auf dem Bahnhof zu Kaiserslautern besichtigte der Kronprinz den dort aufgestellten 500 Mann starken Kriegerverein. Für jeden der Kampfgenossen hatte er ein freundliches Wort; viele fragte er nach ihren Schicksalen, und wo sie ihre Decorationen verdient hätten. Auf den Dank des Vereinsvorstandes für die große Rücksicht, die der Kronprinz dem Kampfgenossenverein erzeigt, antwortete derselbe: "Ein Vater muß doch nach seinen Kindern sehen."
- Am 19. October beginnt beim Bezirksgericht zu Würzburg die Schwurgerichtsperiode, in welcher auch der Kullmann'sche Fall verhandelt werden wird. Gegenwärtig sitzt Kullmann noch im Gefängniß zu Schweinfurt und zeigt statt Reue über seine That eine philosophische Ruhe, die einer besseren Sache würdig wäre. Als er die Hoffnung aussprach, mit einigen Monaten davonzukommen und ihm erwidert wurde, daß sich die paar Monate leicht in Jahre verwandeln könnten, soll derselbe geäußert haben: "Na gut, so mögen es Jahre sein, die werden ja auch vergehen; es vergeht ja Alles auf dieser Welt!"
- In Tripolitza in Griechenland wurde der Gymnasiast Paturi, der seinen Direktor ermordet hatte, weil er nicht in eine höhere Classe versetzt worden war, zum Tode verurtheilt und hingerichtet.
- Geschwindigkeit. Ein gewöhnlicher Fußgänger geht in 2 Stunden 1 Meile, mithin in einer Secunde 3 1/2 Fuß. Er würde, wenn er Tag und Nacht marschirte, in 450 Tagen die Erde umwandeln. Die Schnecke macht in 1 Stunde 1 Fuß. Ein gewöhnlicher Postwagen fährt in 1 Stunde 1 Meile, in der Secunde 6 1/2 Fuß. Ein Courier reitet in 1 Secunde 13 1/3 Fuß, in der Stunde 2 Meilen. Ein guter Schlittschuhläufer läuft in 1 Stunde 4 Meilen, in der Secunde 26 Fuß. Ebenso schnell läuft das Rennthier. Der Windhund ist 3mal schneller, er läuft in der Stunde 12 Meilen, in der Secunde 78 Fuß. Könnte er diese Schnelligkeit beibehalten, so würde er die Erde in 16 Ta=

[ => Original lesen: 1874 Nr. 74 Seite 3]

gen umlaufen. Die Fliege fliegt in der Secunde 5 Fuß, die Schwalbe 75 Fuß, der Adler 96 Fuß, die Brieftaube 144 Fuß. Der Haifisch schwimmt in der Secunde 40 Fuß in einer Stunde 6 Meilen. Der Sturm durcheilt in der Secunde 60 Fuß, der Orkan 120 Fuß, der Schall 15000 Fuß. Eine Locomotive ohne Last macht in der Secunde 80 Fuß, in 1 Stunde 12 Meilen, in 19 Tagen umkreist sie die Erde, die belastete Locomotive fährt mit der Hälfte dieser Schnelligkeit. Eine Jagdflinte schleudert das Schrotkorn in der Secunde 300 Fuß, eine Kanonenkugel fliegt in der Secunde 600 Fuß. Könnte sie diese Geschwindigkeit behalten, so würde sie in 1 Tage die Erde umkreisen, welche der Schall (15,000 Fuß) in 1/2 Tag umläuft. Das Licht geht in 1 Secunde 42,000 Meilen, die Electrizität fast das Doppelte, also 8mal um die Erde. Wie schnell die Liebe (Licht und Electrizität zugleich) Feuer fängt, haben die Geschwindigkeitsstatistiker noch nicht festgestellt.


- Berlin, 26. Februar. Das Hervorragende industrieller Leistungen jeden Gebietes erregt immer das Gefühl der Hochachtung, und man ist gerne bereit, den Fortschritt in solchen Erzeugnissen nicht allein anzuerkennen, sondern auch zur Verbreitung verdienter Anerkennung beizutragen. Nachdem die Jury der Wiener Weltausstellung den Dampf=Chocoladen und Desserts des Hauses Gebrüder Stollwerk in Köln a. Rh., den ersten Preis zuerkannte, wurden demselben die Lieferungen für die Festlichkeiten im Kaiserpavillon der Ausstellung zu Theil und seitdem haben diese vorzüglichen Erzeugnisse fast an allen deutschen und vielen fremden Höfen Eingang gefunden. Se. Kaiserl. und Königl. Hoheit der Kronprinz des deutschen Reichs und von Preußen. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin von Oesterreich, der König von Italien, der König von Bayern, der König der Niederlande, Ihre königl. Hoheiten die Großherzoge von Baden, Hessen, Mecklenburg und Sachsen, Se. Hoheit der Kronprinz von England, der Kronprinz Humbert, der Fürst Carl von Rumänien haben dem Hause die Hoflieferanten=Patente zustellen lassen, und jüngst ist ihm durch Se. kaiserliche Majestät den Sultan, laut Cabinetsschreinen d. d. Konstantinopel 22. Januar, die gleiche hohe Auszeichnung geworden. Auch die französischen Nachbarn haben den Gebrüdern Stollwerk ihre Anerkennung nicht versagt, die Akademie für Handel und Industrie in Paris ernannte sie zu Ehrenmitgliedern und ertheilte ihnen die goldene Medaille. Unstreitig können die Erzeugnisse der Firma als die gesuchtesten ihrer Art in Deutschland bezeichnet werden; ohne theurer zu sein als jedes andere reelle Fabrikat, stehen dieselben in ihrer Güte unerreicht da! Wir nehmen um so lieber Akt hiervon, als es eine Branche betrifft, in welcher seither die französischen Producte eine gewisse Priorität in Deutschland behaupteten.

Nordd. Allg. Ztg.     


Anzeigen.

Torfverkauf.

Bei freier Concurrenz sollen am

Sonnabend, den 26. September,

auf dem Rünzer Moor gegen baare Zahlung

400 Mille Ruthentorf

meistbietend verkauft werden und wollen sich Käufer Morgens 10 Uhr auf dem genannten Moore einfinden.

Danckwarth.       

Schönberg, den 21. September 1874.


Holzverkauf.
Am Freitage, den 25. September,
Morgens 10 Uhr,

sollen im Saale des Gastwirths Köster in Schönberg unter den bekannten Bedingungen aus dem Rupensdorfer Zuschlage

34 Raummeter trockenes buchen Kluft= und Olmholz,
4 do. tannen Kluft=
1 do. birken Kluft und
1 Fuder weiden und espen Holz
gegen baare Zahlung meistbietend verkauft werden.
Kaufliebhabern kann das Holz auf Verlangen vor der Auction nachgewiesen werden.
Schönberg, den 21. September 1874.

Danckwarth.       


Bekanntmachung.

Die nochmalige Hebung einer Armensteuer zum halben Beitrag ist erforderlich, es werden demnach alle Zahlungspflichtigen des Schönberger Armendistricts hiermit aufgefordert, ihre Beiträge fördersamst an die Armenvorsteher:

Ackerbürgereipächter Heitmann,
Zimmermeister Westphal sen.,
Pfarrackerpächter Bielfeld.
Hauswirth Will in Retelsdorf,
Hauswirth Maaß in Lindow,
Hauswirth Wigger in Grieben,
Hauswirth Pet. Meyer in Mahlzow
einzuzahlen.
Schönberg, den 7. September 1874.

Die Armenbehörde.


- Zur Deckung der stattgehabten Brandschäden den Verwaltungskosten, den Reparaturen etc. ist ein Beitrag von 8 Schilling (Mecklenburg) pro 100 Rthl. der Versicherungssummen von der unterzeichneten Direction angesetzt, was den Interessenten der Societät hiermit angezeigt wird.
Die Zahlungstage werden den einzelnen Ortschaften besonders angesagt werden.

Schönberg, den 21. Septb. 1874
Die Direction der Feuerassecuranz-Societät im Fürstenthum Ratzeburg.
F. Fick. F. Stüve.


"Wer't mag, de kümmt, un wer nich kümmt, de mag't je woll nich mägen."
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Vorlesungen aus Fritz Reuter's Dichtungen
Sonnabend den 26. September,
Abends 8 Uhr,
im Saale des Herrn Senator Spehr
von Fr. Gloede aus Hamburg.
-----------
Programm.

1. Ut de Franzosentid: Mamsell Westphalen up de Flucht.
2. Läuschen.
3. Hanne Nüte.
4. Ut mine Stromtid.
5. Läuschen.

Billets à 7 1/2 Sgr. und Familienbillets zu 3 Personen à 5 Sgr. sind bei Herrn Senator Spehr zu haben.


Stallaternen zu Oel und Petroleum,
Sturmlaterne ohne Glas recht hell brennend und vom stärksten Wind nicht auszulöschen empfiehlt

W. Wieschendorf,
Klempner.


Eine Wohnung,

bestehend in 2 Stuben, 2 Kammern, Küche, Keller, Stall und Garten an ruhige Leute, ist sogleich preiswürdig zu vermiethen. Näheres bei

J. H. Boye
am Kaltendamm 2.


[ => Original lesen: 1874 Nr. 74 Seite 4]

Aufruf für Mölln i. L.

Gestern wurde unsere Stadt durch ein schweres Brandunglück heimgesucht. An 32 Wohnhäuser sind in Flammen aufgegangen und dadurch über 70 Familien obdachlos geworden, welche theilweise ihre gesammte Habe eingebüßt haben. Schnelle Hülfe ist dringend erwünscht und bittet das Hülfskomitee für die Nothleidenden in Mölln, Beiträge an einen der Unterzeichneten gelangen zu lassen.
Mölln, den 16. September 1874.

Das Hülfskomitee.

Bürgermeister Rauch. Senator Michelsen. Senator Vollrath. Senator Burmester. Senator Schwaarcke. Stadtrath Dahm. Pastor Morath. Pastor Burmester Schuldirektor Thiele. Stadtverordneten= Vorsteher Greßmann. Kaufmann L. Schröder. Carl Rubenow. Tischlermeister Hubel.


Spiegel und Photographie-Rähmen in allen Größen empfiehlt H. E. Peters, Glasmacher.


Nord-Amerika.
Schnellste und billigste Passagier=Beförderung
via Liverpool mittelst der Königl. engl. Postdampfschiffe
der "Inman" Linie
nach New=York.

Abfahrt von Hamburg: jeden Freitag und Sonnabend. Nähere Auskunft ertheilen Wm. Inman, 50 Quai du Rhin, Antwerpen und die obrigkeitlich befugten General=Agenten

Falck & Co in Hamburg,
Admiralitätsstraße No. 38.

P. S. Respectable und cautionsfähige Leute werden zur Uebernahme der Agentur gesucht.


Künstliche Zähne, schön und billig, empfiehlt Ludwig Vogel.


Prima Petroleum
in Parthien pr. Pf. 13 pf.
einzelne Pfunde 15 pf.
                H. Duwe.


Feinste Silberseife,
zur Wäsche empfiehlt
                     H. Duwe.


Zu Michaelis wird auf Hof=Selmsdorf ein ordentlicher, tüchtiger Pferdeknecht gegen guten Lohn gesucht.


Sehr schönen Saat-Roggen empfehlen preiswürdig Wilh. Heincke u. Greiff.


Weizen= und Roggen=Stroh kaufen Wilh. Heincke u. Greiff.


Auf dem Gute Neuenhagen bei Dassow können zum 24. Oktober d. J. 4 tüchtige Tagelöhner=Familien gegen jährliche Miethe Wohnung erhalten.


Zum Anfertigen
aller Nähmaschinenarbeiten

empfiehlt sich

Schönberg,                      Bertha Tralow.


In meinem neuen Hause habe ich zu Ostern noch 2 bis 3 Wohnungen mit Keller und Stallplatz zu vermiethen.

J. Voss,              
Tuchmachermeister.       


Zu Michaelis d. J. wird in der Holländerei zu Kl. Rünz noch eine Lehrmeierin gesucht mit einer jährlichen Lohnzulage von 20 Thlr. auf zwei Jahre.


Aufgeschlossenes Knochenmehl,
Leopoldshaller Kainit,
Steinerne Tröge
bei                      F. Heitmann.


Arco

Entlaufen: Am 14. d. Mts. ist mir in der Gegend von Grevismühlen ein schwarzer glatthaariger Pinscher mit braunen Beinen entlaufen. Derselbe trägt ein ledernes Halsband gez. Seip Dragoner Regiment Nr. 17. Nachrichten über diesen Hund bitte ich eventl. nach Ludwigslust unter meiner Adresse zu senden. Alle entstehenden Unkosten werden bezahlt

Seip
Premier Lieutenant.


Gesucht wird zu Michaelis in Schönberg ein junger Hausknecht, der auch zwei Kühe zu füttern hat. Reflectanten wollen sich melden in der Exped. d. Bl.


Eine Hamburger Getreide Export Firma, welche die ausgebreitesten Verbindungen über ganz England etc. besitzt, wünscht den ausschließlichen Verkauf von Weizenmehl für eine bedeutende Mühle zu übernehmen und deren Marke einzuführen.
Gefl. Adressen sub H. 04323 durch die Annoncen=Expedition von Haasenstein u. Vogler in Hamburg.


Am Donnerstag den 24. September

findet das

Letzte Abonnement-Concert.

in Schwiesow's Garten statt.

Nach dem Concert Ball.
Entree für Nicht=Abonnenten 50 Mark (Lübeck).
Hierzu ladet freundlichst und ergebenst ein
A. Schwiesow.


W. Kolls,
Juwelen-, Gold- u. Silber-Waaren-Handlung Lübeck, Sandstrasse 1006.
Bestellungen werden billig und prompt ausgeführt.


Gefunden wurde vor einiger Zeit ein Portemonnaie mit Geld auf der Ratzeburger Chaussee. Abzufordern in der Exped. d. Bl.


Feinster Honig
a Pfd. 75 Pf.
bei                               D. Hempel, Cantor.        


Kirchliche Nachrichten.

Bußtag.
Mittwoch, den 23. September.
Vormittags=Kirche: Pastor Kämpffer.
Nachmittags=Kirche: Pastor Fischer.


Getreide=Preise in Lübeck.
Weizen15 - 16 Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Roggen13 - 14 Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Gerste13 1/4 - 14 Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Hafer13 - 13 Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Erbsen14 - 16 Mark (Lübeck)4Schilling (Mecklenburg)
Wicken-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Buchweizen12 - 12 Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Winter=Raps20 - 20 Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Winter=Rübs.19 3/4 - 20 Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Schlagleins.18 - 19Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)


Markt=Preise in Lübeck.
Butter, Meckl. pr. 500 Gr.17 - 18 Schilling (Mecklenburg),
Enten d. St.20 - 24 Schilling (Mecklenburg),
Hühner d. St.18 - 20 Schilling (Mecklenburg),
Kücken d. St.8 - 10 Schilling (Mecklenburg),
Tauben d. St.4 - 5 Schilling (Mecklenburg),
Eier 5 - 6 St.4 Schilling (Mecklenburg),
Kartoffeln pr. 10 Lit.6 - 7 Schilling (Mecklenburg).


(Hiezu eine Beilage.)


Redigirt, gedruckt und verlegt von L. Bicker in Schönberg.


[ => Original lesen: 1874 Nr. 74 Seite 5]

Beilage
zu Nr. 74 der Wöchentlichen Anzeigen für das Fürstentum Ratzeburg.
Schönberg, den 22. September 1874.


Schuster Gilz.
Eine Erzählung aus der Chronik der Stadt Bacharach am Rhein.

[ => Original lesen: 1874 Nr. 74 Seite 6]

Schuster Gilz.
Eine Erzählung aus der Chronik der Stadt Bacharach am Rhein.
[Fortsetzung.]


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