No. 29
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 13. April
1888
achtundfünfzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1888 Nr. 29 Seite 1]

Im allgemeinen wird das Befinden des Kaisers als relativ günstig bezeichnet, wenngleich mitunter weniger befriedigende Zwischenfälle folgen. Von Ausfahrten und Spaziergängen bei besserem Frühlingswetter hofft man eine weitere Hebung der Körperkräfte.
Wenn's einmal zum Krieg kommt, dann wird König Albert von Sachsen bei Behinderung des Kaisers den Oberbefehl übernehmen.
Auf Wunsch des Kaisers, der selbst verhindert ist, sich in das Ueberschwemmungsgebiet zu begeben, reiste am Montag Kaiserin Viktoria mittelst Extrazug über Küstrin, Landsberg, Krenz nach Posen zum Besuch der überschwemmten Gebiete und traf dort Mittags vor 1 Uhr ein. Nach vierstündigem Aufenthalt erfolgte die Rückreise nach Berlin.
Früher wurde schon mehrfach behauptet, Herr v. Roggenbach sei vom Kaiser zu einer hohen politischen Stellung ausersehen. Diese Behauptungen wurden freilich von anderer Seite ebenso bestimmt für unrichtig erklärt. Auch der Kronprinz Wilhelm hat Herrn v. Roggenbach in längerer Audienz empfangen.
Ein Stempel für die neuen Münzen mit der Büste des Kaisers Friedrich ist von dem Modelleur Weigand angefertigt und dem Kaiser vorgelegt worden. Da er die volle Billigung gefunden haben soll, so dürfte die Ausprägung der neuen Münzen schon in nächster Zeit ihren Anfang nehmen
Eine hochgestellte Persönlichkeit in Berlin, die seit Jahren Gelegenheit hat, das Verhältnis der früheren Kronprinzessin und jetzige Kaiserin Victoria zum Reichskanzler zu beobachten, soll dieser Tage von beiden noch gesagt haben: "Sie haben sich immer gegen einander benommen, wie zwei sehr kluge Menschen, die ganz genau wissen, daß sie später einmal mit einander auskommen müssen." Der Reichskanzler hat übrigens, wie im Anschluß hieran bemerkt werden mag, am Dienstag Nachmittag eine Unterredung mit dem Kaiser und auch eine längere Besprechung mit der Kaiserin gehabt.
Ernennung des Grafen Rantzau zum Gesandten. Der Kaiser hat zum preußischen Gesandten in München als Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Grafen Werthern den Geh. Legationsrath Grafen Kuno Rantzau, Schwiegersohn des Fürsten Bismarck, ernannt. Derselbe ist seit langem vortragender Rath im Auswärtigen Amt, als solcher der zweitälteste Rath der politischen Abtheilung und hatte in den letzten Jahren stets den Dienst des Reichskanzlers, wenn derselbe sich außerhalb Berlins befand.
Wie aus zuverlässiger Quelle gemeldet wird, beabsichtigt der Kaiser in der Bekleidung der Offiziere insofern eine Aenderung eintreten zu lassen, als in Zukunft statt der Epauletts nur noch Achselstücke getragen werden sollen. Das Kriegsministerium soll mit Vorschlägen über Form und Ausstattung neuer Achselstücke bereits allerhöchsten Orts beauftragt sein.
Der Kaiser hat dem Berliner Chemiker Professor Dr. Hoffmann zu seinem Geburtstag am 8.. April wegen seiner Verdienste um die Wissenschaft das Adelsprädikat verliehen.
Spende des Kaisers für die Ueberschwemmten. Der Kaiser und König hat dem Central=Comitee zu Berlin für die Ueberschwemmten aller deutschen Landestheile die Summe von Fünfzigtausend Mark überwiesen.
Der kaiserliche Gnadenerlaß für den Bereich des Reichslandes Elsaß Lothringen steht der "Straßburger Post" zufolge unmittelbar bevor. Dem Vernehmen des genannten Blattes zufolge wird derselbe sich an das preußische Muster anschließen. Die Begnadigung der Hoch= und Landesverräther erscheint ausgeschlossen, dagegen dürfen die wegen hochverrätherischer Redensarten Verurtheilten auf Amnestie rechnen.
Der Gnadenerlaß Kaiser Friedrichs hat Tausenden und namentlich den unschuldig mitleidenden Familien die schönste Festfreude gebracht. Die Entlassungen aus den Strafanstalten erfolgen nach den Feiertagen. Vorher wurden nur noch die Verpflegungskosten berechnet, die Kleidungsstücke ausgewechselt und der etwaige Arbeitslohn ausgezahlt. Am besten sind natürlich diejenigen daran, welche hohe Strafen überhaupt noch nicht angetreten hatten. Vielfach herrscht die Meinung, die Ueberschreitungen des Sozialistengesetzes würden von dem Gnadenerlaß nicht berührt. Das ist ein Irrthum. Auch die Sozialisten genießen dessen Wohlthat, so weit die ihnen auferlegten Strafen die Grenze von 6 Wochen nicht überschreiten; ob sie davon Gebrauch machen, ist Sache jedes Einzelnen, denn "Wohlthaten werden nicht aufgedrängt".
Am 24. Mai vollendet die Königin Victoria von England ihr 70. Lebensjahr. Sie beabsichtigt, nach der Rückkehr aus Italien ihren Geburtstag am deutschen Kaiserhofe zu verleben und somit auch persönlich der Hochzeit ihrer beiden Enkelkinder beizuwohnen. Dieser Besuch würde der erste sein, den dieselbe nach ihrer Thronbesteigung 1840 am preußischen Hofe macht. Königin Victoria ist nur einmal auf deutschem Boden, 1845 zu Köln, mit dem Könige Friedrich Wilhelm IV. zusammengetroffen.
- Dr. Mackenzie bleibt in Berlin, um die Ankunft der Königin von England zu erwarten.
Die Londoner Zeitung "Dawly News" fordert den Reichskanzler auf, seine Zustimmung zu der Hochzeit des Battenbergers mit der Prinzeß Victoria zu geben. Wenn der Zar dies in Wahrheit übel nehmen sollte, hätte der Friede zwischen Deutschland und Rußland so wie so zum längsten gedauert. Des Kanzlers Rücktritt, meint das Blatt, würde aber sofort den Krieg herbeiführen.
Der englische Spezialist Dr. Wolfenden ist nach Berlin gereist, um sein Gutachten über die in der Krankheit des Kaisers mit großer Regelmäßigkeit (in Zeiträumen von 8 Wochen) erscheinenden Anschwellungen, die sich seit einigen Tagen abermals eingestellt haben, abzugeben.

[ => Original lesen: 1888 Nr. 29 Seite 2]

Der König von Dänemark hat anläßlich seines 70. Geburtstages die wegen politischer Vergehen Verurtheilten begnadigt und die Einstellung der schwebenden politischen Prozesse angeordnet.
Der neue französische Kriegsminister in Civil, Herr de Freycinet, hat schon wieder ein Zirkular an die Korpskommandeure erlassen. In demselben erklärt er, daß er sich bemühen werde, die durch seine Ernennung bewirkte Neuerung durch unbegrenzte Hingebung und wachsame Sorge für die Interessen der Armee zu rechtfertigen. Das größte dieser Interessen sei das, fern von der Politik und Parteifragen zu stehen! Weiter ermahnt er die Generale in strengster Disciplin, aber auch zur Fürsorge und Gerechtigkeit gegen die Untergebenen.
Was jetzt in Paris vorgeht, sagt Boulanger selbst, ist ein Duell zwischen mir und dem Parlamentarismus und in diesem Duell habe ich das Land auf meiner Seite. Man hat in Berlin geglaubt, daß ich todt, ganz mausetodt bin; sehen Sie mich an, ob ich lebe und gesund bin! Ja, man wird in Berlin erfahren, daß ich noch lebe! So hat er sich einem Korrespondenten des wiener "Tageblatts" gegenüber geäußert. Was den Parlamentarismus anlangt, so hat er nicht ganz unrecht, wenn er sagt, die Franzosen hätten ihn satt. In Hautmon, Dünkirchen, Valenciennes u. a. O. haben Versammlungen seiner Partei stattgefunden, die sämmtlich sehr stürmisch, aber günstig für ihn verlaufen sind. Im Norddepartement ist er gewählt.
Rußland soll Rumänien ein Bündniß angeboten und ihm im Fall eines erfolgreichen Krieges Siebenbürgen als Belohnung versprochen haben. Das Bündniß würde zugleich eine Konvention für den Durchmarsch russischer Truppen in sich schließen. In Wien dagegen sollen von der französischen Regierung die bestimmtesten Zusicherungen gegeben worden sein, daß deren auswärtige Politik unverändert bleiben werde.
- Schönberg. Wir machen hierdurch darauf aufmerksam, daß in der nächsten Zeit eine Revision der Maaße, Gewichte und Waagen vorgenommen werden wird. Dieselbe wird sich namentlich auf die Zulässigkeit der Sachen erstrecken. Es liegt nun im eigenen Interesse der Gewerbetreibenden, sich vor Strafe und Confiscation zu schützen, und Maaße und Gewichte etc. vorher durch den Aichmeister einer Prüfung unterwerfen zu lassen. Die Bekanntmachung Hoher Landes=Regierung vom 15. Nov. 1888 (Off. Anz. von 1887 No. 27) giebt für diese Revisionen nähere Anweisungen.


- Schönberg. Am 10. dies. Mts. fand die monatliche Generalversammlung des Vereins für Geflügelzucht hierselbst statt, zu welcher die Mitglieder sich sehr zahlreich eingefunden hatten. Beschlossen wurde, zu der in den Tagen vom 15. bis 18. Juni in Stavenhagen stattfindenden Verbandsausstellung einen Delegirten abzuordnen, der vornehmlich an den dann gleichzeitig abzuhaltenden Berathungen über Verbandsangelegenheiten Theil zu nehmen hat; auch wurde ein Preis von 10 Mk. gestiftet, der dem Preisrichtercomite zur freiesten Verfügung gestellt werden soll. Nach diesen Beschlüssen wurden zur Anmeldung gekommene Personen als Mitglieder in den Verein, dessen Mitgliederzahl sich auf 34 beläuft, aufgenommen, sodann gab der Cassierer einen kurzen Ueberblick über den Cassenbestand, wonach ein solcher von 80 Mk. vorhanden ist. - Bereits früher war von mehreren Seiten der Wunsch ausgesprochen, es möchten Mitglieder von dem in ihrem Besitze befindlichen Geflügel besonders gute Exemplare während der Versammlungen in dem Vereinslokale ausstellen, damit auch die weniger erfahrenen Mitglieder oder etwaige Gäste die Eigenthümlichkeiten der einzelnen Racen aus eigener Anschauung kennen lernen möchten; diesem Wunsche war Seitens einiger Mitglieder entsprochen und waren 4 Stamm Hühner ausgestellt und zwar: "Silberlack, Wyandott, dunkelblaue Andalusier, schwarze Minorca", welche sich als ganz vorzügliche Vertreter ihrer Rassen darstellten und wodurch den Anwesenden viel des Anregenden geboten wurde. Gäste sind stets willkommen.
- Schönberg. Aller Orten im deutschen Vaterlande und auch außerhalb desselben bewegen die Schrecknisse, welche über einen Theil der Bewohner an den Niederungen der deutschen Ströme durch die Ueberschwemmungen hereingebrochen sind, die Herzen der Menschen und wecken die Mildthätigkeit zur Entfaltung ihrer höchsten Blüthen. Von allen Seiten fließen milde Gaben in Form von Lebensmitteln, Kleidungsstücken etc. sowie in baarem Gelde zusammen und werden zur Vertheilung unter die Bewohner der Unglücksstellen gebracht. Auch die uns benachbarten Landestheile sammeln eifrig, ebenso hat unser engeres Heimathsland, das kleine Fürstenthum Ratzeburg, bereits ganz ansehnliche Summen zusammengebracht und nehmen die Sammlungen noch eifrigen Fortgang, welche ein ferneres gutes Resultat versprechen. Wie eifrig dieses gute Werk hier betrieben wird, dürfte die Thatsache beweisen, daß allein die kleine Ortschaft Walksfelde in der Vogtei Mannhagen die Summe von 181 Mk. zur Linderung der Noth beigesteuert hat, ohne hierzu behördlich aufgefordert zu sein. Wie bedeutend die obige Summe aber ist, geht daraus hervor, daß Walksfelde nur eine Einwohnerzahl von 124 Seelen zählt und daß in demselben nur 5 Vollhufner= und 5 Büdnerstellen liegen. Möge dieses Beispiel möglichst viele Nachahmung finden.
- Schönberg. Die Krankenkasse der Maurer, Zimmerleute und Maschinenbauer für Schönberg u. Umgegend, eingeschriebene Hülfskasse No. 3, zählte Anfangs 1887 198 Mitglieder, im Laufe des Jahres traten 8 ein, 12 schieden dagegen aus und bezifferte die Anzahl der Mitglieder am Jahresschluß daher sich auf 194. Während des Geschäftsjahres ereigneten sich 66 Erkrankungsfälle, von denen 12 durch Betriebsunfälle herbeigeführt waren. Im Ganzen stellte sich die Anzahl der Krankheitstage auf 1433, von denen 457 auf Betriebsunfälle entfielen. Vom Vorjahre war ein Kassenbestand von 48,50 Mk. vorhanden, die Zinseneinnahme des Jahres betrug 2830 Mk., die Einnahme an Eintrittsgeldern 16 Mk., an Beiträgen 1553,55 Mk. und an Strafgeldern etc. 28,20 Mk. Zur Auszahlung kamen Krankengelder in Höhe von 1703,05 Mk., Zinsen und dergl. 8,75 Mk., die Verwaltungskosten betrugen 120,55 Mk. und überstieg somit die Ausgabe die Einnahme um 157,80 Mk. Der Reservefond der Kasse beträgt 800 Mk.
Dritte Sammelliste über die für die Nothleidenden in den Elbniederungen eingegangenen Gaben und zwar von:
Großherzl. Amtsgerichte hier 17,50 Mk. Stellmacher Niehus=Grieben 2 Mk. Sattler Baer 3 Mk. N. 1 Mk. Kfm. Burmeister 5 Mk. Commissionär Maaß 1 Mk. Gastwirth Nehls 1 Mk. Conditor Jähning 1 Mk. Viehhändler Koth 2 Mk. Ungenannt 10 Mk. Töpfer Weinrebe 1 Mk. Rentier Freitag 3 Mk. Hauswirth Kleinfeld=Mahlzow 3 Mk. Kaufmwe. Schrep 2 Mk. Frl. Wilken=Toriesdorf 2 Mk. Holländer Dammann das. 3 Mk. B. in R. 3 Mk. L. 3 Mk. Bodenmeister Passow 2 Mk. Pfarrpächter Pumplün=Carlow 3 Mk. Hsw. Lohse=Gr. Siemz 3 Mk. Hsw. Kols=Grieben 3 Mk. Holld. Dücker das. 1 Mk. Bürstenfabr. Licht 3 Mk. Kfm. Kleinfeld=Herrnburg 3 Mk N. N. 5 Mk. Hsw. Bade=Olndorf 3 Mk. Hsw. H. Wigger=Gr. Bünsdorf 3 Mk. Bäcker Groth 1 Mk. Hsw. H. Bruhn=Grieben 3 Mk. Realschullehrer Steinführer 1 Mk. Schulze Lenschow=Petersberg 3 Mk. Haw. Lenschow 3 Mk. Krüger 2 Mk. Maschinenarb. Wulf 1 Mk. Wittwe Behrens 1 Mk. Wittwe Koch 1 Mk. Altentheiler Wiencke=Sülsdorf 3 Mk. H. und M. Freitag 2 Mk. H. Oldenburg 2 Mk. Schulze Ollrogge=Niendorf 5 Mk. Ungen. 1 Mk. 50 Pfg. E. L. in C. 5 Mk. Altenth. Siebenmark=Zarnevenz 3 Mk. Hsw. Oldenburg das. 3 Mk. Ungen. 1 Mk. Ungen. 20 Mk. Amtsverwalter Spieckermann 5 Mk. Registrator Köppen 2 Mk. Hsw. Dunkelgoth=Rupensdorf 2 Mk. Musikus Böckmann 1 Mk.
        Von den Dorfschaften:
Walksfelde: Schulze Brügmann 10 Mk. Hufner Siemers 100 Mk. Willhoeft 10 Mk. Hufner Schmidt 10 Mk. Käthner Eickhoff 1 Mk. Altenth. W. Schmidt 5 Mk. Käthner Kähler 2 Mk. Käth. Timmich 1 Mk. 50 Pfg. Arb. Tesch 50 Pfg. Arb. Joh. Möller 50 Pfg. J. Möller 50 Pfg. J. Hoppe 50 Pfg. C. Külls 50 Pfg. J. Buck 50 Pfg. Arfs 50 Pfg. Flindt 50 Pfg. Musikus Bäckte 50 Pfg. Bäckte II 50 Pfg. Arb. Bahns 50 Pfg. Fedder 50 Pfg. Meier H. Stuth 1 Mk. Knecht Joh. Buck 50 Pfg. Lehrer Stuth 1 Mk. Käthner Morgenstern 1 Mk. Wittwe Morgenstern 50 Pfg. Altenth. Siemers 5 Mk. Hufner Groth 10 Mk. Dienstmädch. Hüttmann 30 Pfg. Frl. M. Schmidt 1 Mk. Frl. E. Schmidt 1 Mk. Hans Schmidt 1 Mk. Dienstmädchen Renn 50 Pfg. Dienstm. Bäckte 50 Pfg. Knecht J. Buck 50 Pfg. F. Oskar 1 Mk. H. Schütt 50 Pfg. H. Flindt 50 Pfg. Dienstm. M. Flindt 1 Mk. D. Brugmann 1 Mk. Dienstm. W. Siemers 50 Pfg. Frl. Mg. Willhöft 1 Mk. Frl. M. Willhöft 1 Mk. D. Willhöft 1 Mk. Aug. Willhöft 1 Mk. Arb. Niemann

[ => Original lesen: 1888 Nr. 29 Seite 3]

5 Pfg. Dienstmädch. D. Hardekopf 50 Pfg. M. Hennings 50 Pfg. B. Gessat 50 Pfg. Knecht J. Dohrendorf 1 Mk. J. Koop 50 Pfg. Arb. J. Koop 50 Pfg. A. Deucker 50 Pfg. A. Koop 50 Pfg. Meiereiverwlt. Dabelstein 2 Mk.

Zusammen 184 Mk 80 Pfg.        

Mannhagen: Hufner Thorn 10 Mk. Förster Solvie 6 Mk. Wwe Nehls 3 Mk. Schuster Schlünzen 1 Mk. Tischler Hillers 1 Mk. Hufner Meyer 6 Mk. Halbhufner Benn 2 Mk. Altenth. Frost und M. Kähler 2 Mk. Hufn. G. Brügmann 6 Mk. Schmied Pohls 6 Mk. Huf. Groht 6 Mk. Halbhufner Stehr 3 Mk. Lehrer Dunker mit Familie 5 Mk. Holländer Siemers 3 Mk. Müller Stube 6 Mk. Huf. Greßmann 5 Mk. H. Nehls 6 Mk. Bauervogt Chr. Brügmann 6 Mk. Tischler Oldenburg 1 Mk.

Zusam. 84 Mk.        

Hammer: Wittwe Steinfatt 1 Mk. Musik. Batke 1 Mk. Erbp. Dohrendorf 2 Mk. Erbp. F. Naths 1 Mk. Ziegeleibesitzer Vest 6 Mk. Ww. Ohst 1 Mk. Büdner Willms 1 Mk. Schröder 1 Mk. Rademacher Brüggemann 1 Mk. Erbp. Hannemanu 3 Mk. Ortsvorst. Eckmann 3 Mk.

Zusam. 21 Mk.        

Panten: 1/8 Hufn. Siemers 2 Mk. Hufn. H. Koch 3 Mk. F. Groht 3 Mk. Hufn. J. Näveke 6 Mk. Bauernvogt Ehlers 3 Mk. Altenth. Joh. Stamer 20 Mk. Hufn. Stamer 6 Mk. Altenth. Joh. Stamer 20 Mk. Altenth. Lubbers 1 Mk. Hufn. H. Lubbers 3 Mk.

Zusam. 53 Mk.        

Hausw. Hamann=Raddingsdorf 3 Mk. Hausw. Lohse sen.=Kleinfeld 3 Mk.

Im Ganzen 512 Mk. 80 Pfg.        
hierzu Liste 1 und 2 351 Mk. 50 Pfg.        
------------------------------------        
Bisher im Ganzen 864 Mk. 30 Pfg.        

Außerdem sind Kleidungsstücke eingegangen v. R. hier und aus S., auch ist eine Parthie Stroh in Aussicht gestellt. - Weitere Gaben werden gerne besorgt.

J. H. Böckmann.            


Seidene Fahnenstoffe 125 Cm breit - luft= und wasserächt -versendet in einzelnen Metern direct an Private zu Fabrikpreisen porto= und zollfrei das Fabrik=Dépôt G. Henneberg (K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto.


Anzeigen.

Eichen=Loh=Auction.

Am Sonnabend, den 21. April, Morgens 11 Uhr, sollen beim Gastwirth Freitag zu Schönberg die Lohrinden von nachstehend aufgeführten Eichen zur Selbstgewinnung meistbietend bei freier Concurrenz verkauft werden.

1. Aus dem Pellmoor:
Die Rinden von 63 Stück 80 bis 100jähr. Eichen.
2. Aus der Brandkuhle, Röggeliner Holz:
Die Rinden von 33 Stück 120 bis 150jähr. Eichen.
Schönberg, den 11. April 1888.                                                    
                                                    Der Oberförster:
                                                    C. Hottelet.


Oeffentl. Zwangsversteigerung.

Am Donnerstag, den 19. April cr., Vormittags 10 Uhr, sollen in Schönberg
           2 Kühe
öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden. Versammlung der Käufer beim Gastwirth Boye in Schönberg.
                                                    Staffeldt. Gerichtsvollzieher.


Von sämmtlichen Hauswirthen der Dorfschaft Palingen wird bekannt gemacht, daß das Holz= u. Mooskarren, sowie das Durchscheiden in den Knicken u. s. w. bei gerichtlicher Strafe verboten wird.

Palingen, d. 11. April 1888.                                                    Dorfschaft.


Heute Morgen 9 Uhr entschlief sanft unsere liebe Mutter, die

Ww. J. Hülsemann

im fast vollendeten 80. Lebensjahre.
Schönberg, den 11. April 1888.

Die Hinterbliebenen.        

Die Beerdigung findet Sonnabend, Nachmittags 3 Uhr, statt.


Hierdurch mache ich bekannt, daß die Mühlen=Brücke von Palingen nach Herrnburg vom Montag ab auf 6 Tage abgesperrt ist.

Hauswirth Menz.        


Hagelschaden=Versicherungs=Verein für Mecklenburg=Schwerin und Strelitz
zu Grevesmühlen.

Die Districte des Vereins werden von den nachstehenden Herren vertreten.

I. District: Grevesmühlen=Ratzeburg.

Vorsteher: Herr Ehlers=Kalkhorst,
Substitut: Herr Revierförster Wiegandt=Vitense.

II. District: Gadebusch=Hagenow.

Vorsteher: Herr Revierförster Rochow=Zachun,
Substitut: Herr Drenckhan=Bakendorf.

III. District: Parchim=Malchow.

Vorsteher: Herr Baumann=Dütschow,
Substitut: Herr Wachenhusen=Bauhof=Lübz.

IV. District: Güstrow=Sternberg.

Vorsteher: Herr Lübbe=Thurow,
Substitut: Herr Fratzscher=Witzin.

V. District: Neubukow Bützow.

Vorsteher: Herr Uhthoff=Kl. Warin,
Substitut: Herr Köster=Kleekamp.

VI. District: Rostock Tessin.

Vorsteher: Herr Heucke=Cammin,
Substitut: Herr Bruhn=Bookhorst.

VII. District: Malchin =Laage.

Vorsteher: Herr Behm=Dehmen,
Substitut: Herr Busch=Lüningsdorf.

VIII. District: Waren=Strelitz.

Vorsteher: Herr Martens=Christinenhof.
Substitut: Herr von Hobe=Lansen.

Statuten und Formulare zu den Antrags=Listen, welche letztere den sämmtlichen Mitgliedern bereits unter Kreuzband zugegangen, sind von dem Unterschriebenen zu beziehen.
Für neu eintretende Mitglieder, deren Früchte in den letzten Jahren nicht von ersatzfähigem Hagelschaden betroffen sind, wird bemerkt, daß dieselben auf ihren Beitrag den im § 35 der revidirten Statuten vorgeschriebenen Rabatt erhalten und solcher nach der Zahl der Jahre, welche ohne Entschädigung verlaufen, bis auf 50 % steigt.
Grevesmühlen, den 1. April 1888.

Der Secretair des Vereins:
Senator Ed. Freytag.


Indem ich mir erlaube, einem geehrten Publikum mein Putzgeschäft, versehen mit allen Neuheiten der Saison und Alles zu den billigsten Preisen berechne in gütige Erinnerung zu bringen, erlaube mir zugleich die Mittheilung, daß ich neben demselben auch ein Wäschegeschäft verbunden mit Damenschneiderei errichtet habe und empfehle mich mit allen darin vorkommenden Arbeiten bestens, in dem ich gutsitzende Arbeit und billige Preise verspreche. Auch werden alle Arten Mäntel und Jackets nach Maaß angefertigt.

Schönberg.                                                    Hochachtungsvoll
                                                         H. Bohnhoffs Wwe.


Stets vorräthig:

einfache und doppelte Bruchbänder in verschiedenen Sorten, Suspensor oder Tragbeutel, Gummi=Luftkissen für Kranke, Eisbeutel, Clysopomp, und doppelte Clystirspritzen zum selbstklystiren. Wundspritzen zu jeglichem Gebrauch, Irrigator u. Mutterrohre, Mutterkränze, Krankenleder, Gummileinen zum Schutz des Durchnässen für Betten in Wiegen, Milchpumpen, Brusthütchen, Brustgläser, electro=motorische Zahnhalsbänder, Kindern das leicht und schmerzlos zu befördern, sehr empfehlenswerth, Zahnkitt für hohle Zahnringe, starke Schlauchgarnitur mit Bürste und Flasche, sowie giftfreie Gummisauger ohne Naht sind stets zu haben in Schönberg bei

Emil Jannicke,     
Bandagist.         


[ => Original lesen: 1888 Nr. 29 Seite 4]

Mit Genehmigung Großherzoglicher Landvogtei wird der Landwirthschaftliche Verein für das Fürstenthum Ratzeburg am 5. Juni d. J. eine

Thierschau

nebst Gewerbeausstellung, Tombola und Wettrennen veranstalten. Alles Nähere hierüber wird demnächst bekannt gemacht.
Schönberg, den 12. April 1888.

Namens des Vorstandes des Vereins.
                                                    Der Secretair:
                                                    Wilh. Heincke.


Möbel-Versicherungs-Verein im
Fürstenthum Ratzeburg.
Versammlung am Sonntag, den 6. Mai, Nachmittags 2 Uhr, beim Gastwirth Jabs in Schlag=Resdorf.
Tagesordnung: Verlesung der von Hoher Landesregierung genehmigten Statuten. Um recht zahlreiche Betheiligung bittet
                                                    der Vorstand.


Gewerbe=Verein.

Haupt=Versammlung: Sonntag, den 15. ds. M., Abends 7 Uhr.
Vortrag des Herrn Dr. Pohlmeier, Berlin, "Das neuzeitliche Handwerk".
NB. Nichtmitglieder haben freien Zutritt und werden höflichst eingeladen.


Stadt Lübeck.
Am Sonntag, den 15. d. Mts.
Tanzmusik,
wozu ergebenst einladet                          
                                                    J. H. Freitag.


Meine zu Klocksdorf bei Carlow belegene
Büdnerei
beabsichtige ich, unter der Hand zu verkaufen.
Ollndorf bei Schönberg.                          
                                                    H. Kleinfeldt.


Brut=Eier
von schwarzen Minorka und blauen Italienern
das St. 10 Pfennig verkauft                          
                                                    D. Hempel.


Klee= und Grassämereien, Knaulgras,

unter Controle der landwirthschaftlichen Versuchsstation in Rostock empfiehlt

Aug. Spehr.        


Runkelsaamen!
kurze, gelbe Oberndorfer= und lange rothe Riesen=
hat billig abzugeben                                                    
                                                    H. Ratzeburg, Lohndiener,
                                                    Hinterstraße 76.


Einige Fuder Dung
hat noch abzugeben                                                    
                                                    J. H. Freitag.


Runkelrübensaamen,
Oberdorfer, Eckendorfer und große, rothe Riesen
empfiehlt                                                    H. Upahl. Handelsgärtner.


Durchgewinterte                                                    
Sommerkohlpflanzen
empfiehlt                                                    H. Upahl. Handelsgärtner.


Aug. Stapelfeldt's
Warm-Bade-Anstalt,
Wannen=, Sitz=, Douche= und medizinische Bäder,
ist vom 1. März ab geöffnet.

An Werktagen: von 7 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends.
An Sonn= u. Festtagen: von 6 bis 10 Uhr Morgens.

Ratzeburg, gr. Wallstr. 215a.


Spaten
mit und ohne Stiel, sowie Sandschaufeln u. s. w.
empfiehlt                                                    W. Wieschendorf.


Das Wunder-Buch.

(6. und 7. Buch Mosis.) Enth.: die Geheimnisse früherer Zeiten, sowie das vollst. siebenmal versiegelte Buch, versendet für 5 M.

R. Jacob's Buchhandlung, Magdeburg.


Vaselin-Theerseife.
von Carl John u. Co. Köln a. Rh.

erweicht durch ihre Milde alle unter der Haut entstehenden Ablagerungen, entfernt Hautausschläge und selbst veraltete Gesichtsflecken, à Stück 50 Pfg.

Emil Hempel.         


Blumen- und Gemüse-Sämereien
empfiehlt                                                    
                                                    H. Upahl. Handelsgärtner.


Künstlichen Dünger

der Tremser Fabrik für Acker und Garten empfiehlt in jeglichen Quantitäten

                                                    F. Becker.


Gesucht wird zu Ostern oder zum 1. Mai ein
junges Mädchen,
welches Lust hat die Meierei zu erlernen.                          
                                                                            H. Husen,
Menzendorf.                                                    Holländer=Pächter.


Gesucht zum 1. Mai ein

zuverlässiger Knecht,

nur solche wollen sich melden, die gute Zeugniße aufweisen können.

                                                    Joh. Boy, Fischräucherer,
                                                    Lübeck, Mauer b. d. Krähenstr. 84.


Ein verheir. Tagelöhner

findet Wohnung und Arbeit in Hof=Menzendorf; auch kann daselbst ein Pferdeknecht Unterkommen finden.


Zu vermiethen
zu Michaelis d. J. eine geräumige Wohnung                          
                                                    Marienstrasse 49.


Kirchliche Nachrichten.
Sonntag, den 15. April.

        Vormittagskirche: Pastor Kaempffer.
        Abendkirche (6 Uhr:) Pastor Langbein.
        Amtswoche: Pastor Kaempffer.


Getreide=Preise in Lübeck.
[Tabelle siehe im Abbild der Originalseite]


Markt=Preise in Lübeck.
[Tabelle siehe im Abbild der Originalseite]


Hierzu eine Beilage
und Illustrirtes Beiblatt Nr. 2.


Redigirt, gedruckt und verlegt von L. Bicker in Schönberg.


[ => Original lesen: 1888 Nr. 29 Seite 5]

Beilage
zu Nr. 29 der Wöchentlichen Anzeigen für das Fürstentum Ratzeburg.
(Schönberger Anzeigen.)
Schönberg, den 13. April 1888.


- Dr. Morell Mackenzie feierte am 11. d. den Tag der silbernen Hochzeit. Die Kaiserin Victoria widmete ihm aus diesem Anlaß einen kostbaren Blumenkorb, der mit einer blau=gelb=rothen Schleife geziert war. Auf dem blauen Baude sah man das Bild der Kaiserin, darüber die aus Gold gestickte und mit kleinen Perlen besetzte Krone, und darunter das gleichfalls in Gold ausgeführte Monogramm. Das gelbe Band zeigte grüne, silberne und goldene Myrthenzweige. Die beiden letzteren umschlossen den Namenszug Mackenzie's, darunter stand, zugleich ein Hinweis auf die einst zu erwünschende goldene Hochzeit: "11/4 1888 - 11/4 1913. Auf dem rothen Bande prangte das Bild des Kaisers mit Krone und Monogramm.
- Als kritische Tage im April hat Dr. Rudolf Falb den 11. und 26. bezeichnet.
- Das Oberlandesgericht in Darmstadt verurtheilte den Militärfiskus, dem Invalide Burkhard, welcher durch fortgesetzte Mißhandlungen zweier Unteroffiziere dienstuntauglich geworden war, eine jährliche Pension von 1260 Mk. zu zahlen.
- Ein Norweger, der Grundbesitzer Rasmus Thorsen Malö im Kirchspiel Hedrum ist an denselben Tagen geboren, gestorben und begraben, wie Kaiser Wilhelm. Der Pfarrer gedachte in der Grabrede dieses merkwürdigen Zusammentreffens.
- Aus Posen, Breslau und anderen Städten und Ortschaften der östlichen Provinzen wird vom Sonnabend und Sonntag über neuen starken Schneefall gemeldet. Man fürchtet, daß dadurch die Hochwassersgefahr sich noch erhöhen werde. Aus Görlitz wird gemeldet, daß am Sonnabend sämmtliche Gebirgszüge in Folge der Schneewehen ausgeblieben sind. Auch dort neuer anhaltender Schneefall.
- Die überseeische Auswanderung Deutscher über deutsche, holländische und belgische Häfen hat im Monat Februar d. J. 4514 Personen gegen 4694 Personen in demselben Monat des vorigen Jahres betragen und 7080 Personen in den beiden ersten Monaten 1888 gegen 7364 in demselben Zeitraum des Jahres 1887.
- Zu den deutschen Städten, die einen starken Wachsknoten haben, gehört Köln. Es ist in den letzten Jahren um 80 000 Köpfe gewachsen, zählt jetzt 255 000 Einwohner und wird nur noch von Berlin, Hamburg und Breslau übertroffen und steht auf gleicher Stufe mit Dresden und München.
- Beim Ausgraben eines Teiches hatte ein Landmann in Brinjahn an der Rendsburger Chaussee die Freude, einen größeren Fund alter silberner Münzsorten, ca. 270 Stück, zu machen. Dieselben befanden sich in der Nähe eines großen Steines und waren von einem, allerdings jetzt vermoderten Holzkasten umschlossen gewesen. Die Münzen stammen aus den Jahren 1613-1624, einige jedoch sollen ein viel höheres Alter aufweisen.
- In Madrid hatte es die ganze Sonnabends=Nacht und den ganzen Sonntag ununterbrochen geschneit. Der Schnee ist zwar rasch wieder geschmolzen, aber in der Umgegend liegt er noch fußtief. Solch ein Wetter im April ist in Spanien unerhört. Auch in Nordspanien ist wieder viel Schnee gefallen, so daß an manchen Orten die Eisenbahnverbindungen gänzlich unterbrochen sind.
- Pferde mit Kanülen. Wie die in Weimar erscheinende Zeitung "Deutschland" mittheilt, befindet sich in der Nähe von Weimar ein Pferd, dem eine Kanüle eingesetzt worden ist. Thierarzt Ebert, früher in Udestedt, jetzt Schlachthaus=Inspektor in Weimar, vollzog die Operation an einem schwer leidenden Pferd des Bürgermeisters Kalmring in Kersplellen. Das Pferd trägt die Kanüle nunmehr seit mehreren Jahren heute noch, befindet sich wohl und kann alle ihm angesonnenen Arbeiten verrichten. Aus Burg bei Magdeburg wird ein gleicher Fall berichtet.
- Ein schändlicher Kirchenscandal fand in der Kirche der heiligen Julia zu Tours statt. Eine Bande drang in die gefüllte Kirche unterbrach den Gesang des Stabat mater durch den Boulanger=Marsch und brachte fortwährend Hochs auf Boulanger aus. Mehrere Personen wurden bei der entstandenen Verwirrung verletzt; andere von den Skandalmachern verwundet.
- Der schönen Königin von Serbien, die sich gegenwärtig in Florenz aufhält, soll daselbst ein seltsames Abenteuer passirt sein. In etwas auffallender, übereleganter Toilette, mit aufgelöst über die Schultern fallendem schwarzen Haar promenirte die schöne Natalie in der Via Cerratani, als sich ihr zwei junge Dandies näherten und der interressanten Unbekannten ihre Komplimente aufdrängten. In der Angst eilte die Königin ohne Rücksicht auf die gaffende Menge davon, bis sie eine Miethsdroschke fand, die sie in Sicherheit brachte. Die beiden Herren wurden von einem Polizisten verhaftet, schwuren aber, die serbische Majestät nicht gekannt zu haben und mußten in Folge dessen wieder entlassen werden.
- Zu einem Frankfurter Rechtsanwalt kam dieser Tage ein zerlumpter Kerl, sagte "Guten Tag", gab dem Rechtsanwalt eine Ohrfeige und enteilte mit den Worten: Das ist dafür, daß Sie mich so schlecht vertheidigt haben und ich 8 Monat Gefängniß bekommen habe. Seit gestern hab' ich sie abgesessen! Fort war er.
- In Wien hat sich dieser Tage ein Advokat Dr. N. erschossen, ohne daß man einen Grund zu dieser verzweifelten That angeben konnte. Er hinterließ folgendes in seiner Kürze doppelt ergreifendes schriftliches Testament an seine Kinder: 1) Nehmet nie eine Karte in die Hand! 2) Hütet Euch vor Schulden! Hungert und friert lieber, bevor Ihr Euch einen Kreuzer borgt. Auch sollt Ihr nie auf Rechnung einer Einnahme, die Ihr morgen erwartet, einen Kreuzer entlehnen. 3) Wenn Ihr eine Frau nehmt, so wählt nur ein Mädchen, das von gesunden Eltern stammt.
- Thomasschlacke ist nach dem "Prak. Rathgeber" ein vorzüglicher und billiger, an Phosphorsäure reicher Dünger für das Gemüseland. Man muß ihn aber stets im Herbst ausstreuen und untergraben, weil er sich etwas schwer zersetzt und erst unter der langen Einwirkung der winterlichen Feuchtigkeit für die Pflanzenwurzeln aufnehmbar wird. Wo das Ausstreuen im Herbste nicht möglich ist, z. B. auf sehr feuchtem Boden, welcher durch Ueberschwemmung leidet, da kann man sich die Thomasschlacke trotzdem noch nutzbar machen, wenn man sie im Herbste mit großen Mengen Erde mischt und in Haufen setzt. Diese Haufen werden wie Komposthaufen behandelt. Die Thomasschlacke zersetzt sich in denselben ebenso gut, als im umgegrabenen Gartenlande. Sie ist im Frühjahre ein schnell wirkender Dünger geworden und kann als solcher mit der Erde aufs Land gefahren werden.


Marion.
Originalroman von Marie Romany.
(Fortsetzung.)

[ => Original lesen: 1888 Nr. 29 Seite 6]

Marion.
Originalroman von Marie Romany.
[Fortsetzung.]


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