No. 69
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 04. September
1874
vierundvierzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1874 Nr. 69 Seite 1]

Zwecks möglichster Vermeidung von Flurbeschädigungen werden sämmtliche Commünen des hiesigen Fürstenthums, in welchen an verschiedenen Stellen in nächster Zeit größere Truppenmanöver stattfinden werden, hierdurch angewiesen, diejenigen Felder, Saaten oder Kleestücke, ebenso Schonungen, welche sie speciell geschont wissen wollen, durch Strohwiepen deutlich zu kennzeichen.
Schönberg, den 26. August 1874.

Großherzogl. Mecklenb. Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
F. Graf Eyben.      H. Wohlfahrt.      F. von Dewitz.


- Schönberg. Am 2. September 1870, also vor 4 Jahren brach vor Sedan das französische Kaiserreich zusammen und der Mann, der 20 Jahre hindurch die Geschicke unseres Ertheils mehr oder weniger geleitet hatte, wurde der Gefangene Deutschlands. Dem Tage von Sedan folgte der Tag von Versailles, welcher Deutschland seinen Kaiser gab. Jeder Patriot, dem es vergönnt ist, diese wunderbare Wendung der deutschen Geschichte zu erleben, feiert daher den Tag von Sedan, er nicht auf höheren Befehl, sondern von dem Volke selbst zum Festtage erhoben wurde, freudig und dankbar mit den besten Wünschen für den deutschen Kaiser, seine verbündeten Fürsten und das ganze deutsche Reich. So auch die Stadt Schönberg. Ein zusammengetretenes Comite aus allen Ständen nahm die Leitung dieses Festtages in die Hand, entwarf, nachdem die Erlaubniß zum Abhalten desselben erwirkt, das Programm und leitete mit größter Umsicht den Gang desselben.
Die um 9 Uhr Morgens die Straßen durchziehende Reveille fand die Stadt bereits im höchsten Festschmuck; fast jedes Haus, selbst die der entlegenen Straßen, war geschmückt mit Fahnen oder Guirlanden. Kurz vor 10 Uhr zogen die Schüler der Realschule auf ihren Turnplatz, wo sich bereits ein zahlreiches Publikum, der Einladung des Lehrercollegs folgend, eingefunden hatte, das mit sichtlichem Interesse den Freiübungen und den dann folgenden Uebungen an den Geräthen zusah. Wir wollen bei dieser Gelegenheit nicht unerwähnt lassen, daß der hinter dem Schulhause gelegene Turnplatz, welcher durch die Freigebigkeit unseres Allergnädigsten Landesherrn erst neuerdings splendid angelegt und mit den vorzüglichsten Geräthen ausgerüstet ist, einen besonders hübschen Eindruck macht. Die Knaben leisteten an den Geräthen das Möglichste; auch hier sah man, daß ein guter Geist die Schule belebt, der nur durch ein hingebendes einmütiges Zusammenwirken der Lehrer geschaffen werden kann. Dem Schauturnen folgte der Gottesdienst in der Kirche, in dem Herr Pastor Kämpffer in weihevoller Predigt die Bedeutung des Tages der Gemeinde ans Herz legte. Der Gesang "Nun danket Alle Gott" schloß den Gottesdienst.
Gegen 1 Uhr drängte sich Alles zum Siemzerthore, wo die Aufstellung des Festzuges angeordnet war und von wo aus derselbe in schönster Ordnung und mit 2 Musikcorps unter dem Geläute der Glocken seinen Weg zum Marktplatze nahm, wo die Aufstellung des Zuges um die dort errichtete Tribüne in zweckmäßigem Arrangement leicht ausgeführt wurde. Nachdem die Fahnen der verschiedenen Corporationen auf der Tribüne ihren Platz gefunden und von den Musikern ein Choral geblasen war, betrat Herr Dr. Juling die Tribüne und führte in längerer Rede den Versammelten die Bedeutung des Tages vor, die derselbe mit dreimaligem Hoch auf den Kaiser und unsern Großherzog, in welches die Versammelten kräftig einstimmten, schloß. Nun nahm der Festzug, nachdem die auf dem Markte versammelten Beamten sich demselben eingereiht hatten, seinen Weg durch die Marien= und Sabowerstraße zum Festplatze auf dem Baubrink.
Hier begann die Freude der Kleinen. Für Mädchen und Knaben und zwar für jede Klasse gesondert, waren für erstere Scheiben zum Werfen und Vorrichtungen zum Topfschlagen, für letztere solche zum Vogel= und Scheibenschießen mit der Armbrust hergerichtet. Jeder, der ein Herz für die Jugend hat, wird mit Wohlgefallen diesen Spielen zugesehen und im Stillen den Lehrern und der Lehrerin für ihre Aufopferung den Dank nicht versagt haben.
In der Stadt begannen um 6 Uhr die Musiken auf den Sälen bis mit einbrechender Dunkelheit die Illumination der Häuser begann und der Fackelzug vom Amtsplatze aus nach dem Voßberge sich in Bewegung setzte, wo das Freudenfeuer der Zielpunkt war. Den Mittelpunkt dieser Schlußfeier bildete, eingeleitet durch das Lied "Flamme empor" (dessen Text, wir unseren Lesern in voriger Nummer mittheilten und dem noch 4 Strophen in Beziehung auf die Jetztzeit von einem Comite=Mitgliede hinzugefügt waren), eine Rede des Herrn Dr. Marung.
Ein inzwischen heraufgezogenes Gewitter störte diesen Theil des Programmes; der Himmel, der sich der Feier bisher so sehr günstig gezeigt, öffnete seine Schleusen, ein heftiger Regen beschleunigte den Aufbruch nach Hause. Der im Köster'schen Saale arrangirte Festball bildete den Schluß der diesjährigen Sedanfeier.
Nur Eines trübte die Festfreude, die viel besprochene für den Kriegerverein bestimmte Fahne war nicht eingetroffen, indem die mit der Ausführung betraute Fabrik zu Aller Verdruß mit der Ablieferung nicht Wort gehalten hatte. Wie wir heute hören, ist die Fahne endlich am 3. September Morgens mit dem ersten Zuge hier eingetroffen, jedoch in nur halbfertigem Zustande.
- Schönberg. In dem benachbarten Dorfe Kl. Bünsdorf ereignete sich vor Kurzem auf dem Gehöfte des Schulzen Grevsmühl ein eigenthümlicher und gewiß seltener Fall mit einem Hunde. Derselbe wurde seit längerer Zeit vermißt. Niemand wußte, wohin das Thier gekommen. Bei ihren Arbeiten auf der Scheunendiele vernahmen die Leute vor einigen Tagen ein dumpfes Wimmern und Kratzen hinter der Seitenwand, welche Tenne und

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das mit Korn bis oben hinauf fest gefüllte Fach trennte. Man erbrach die Lehmwand und zu Aller Erstaunen kroch der bis zum Scelett abgemagerte lange vermißte Hund aus der Oeffnung hervor. Das treue Thier war beim Einfahren des Getreides in dem damals leeren Fach, wo es wahrscheinlich nach Mäusen gesucht, mit Garben bedeckt und hatte volle 15 Tage ohne jede Nahrung in seinem unfreiwilligen Gefängnisse zugebracht. Es dankte seinem Retter, indem es sich wedelnd mit Mühe an ihm emporrichtete schwankte dann zu der Kuhtränke auf dem Hofe und labte sich am Wasser. Man gab ihm nach und nach zu fressen und heute ist das Thier wieder ganz munter.
- Die Legitimisten in Frankreich haben eine Medaille prägen lassen, welche die Form des Kreuzes mit einem Mittelschild und den Buchstaben X trägt; die Flügel des Kreuzes tragen die Silben Re, Pa, Lu, Le, das soll heißen Rex, pax, lux, lex. Der König ist Heinrich V. der den Frieden, das Licht und das Gesetz bringt. In der Kirche zu Auray wäre benahe Mac Mahon mit dieser Medaille decorirt worden.
- Auf dem Steinfelde bei Wiener Neustadt finden interessante Schießversuche statt. Es handelt sich um ein Wettschießen zwischen einer Batterie von Gußstahlkanonen aus der Krupp'schen Gießerei in Essen und einer gleichen Batterie österreichischer Fabrikation. Die Entscheidung wiegt für Oesterreich schwer, da es sich bei der beschlossenen Einführung der Gußstahlkanonen für die ganze Armee um Lieferungsarbeiten in der Höhe von 40 Millionen handelt. Die Krupp'schen Geschütze haben alle Erwartungen übertreffen und gesiegt.
- Der König von Bayern ist nach schloß Berg zurückgekehrt. In Paris hat er 4000 Franks für die Armen zurückgelassen und auch in den großen Waarenlagern der Industrie und der Kunsthandlungen eine sehr offene Hand gezeigt. Dennoch fangen jetzt die Pariser an, das M - aufzuthun.
- Eine Amerikanerin bat brieflich den Fürsten Bismarck um eine Haarlocke. Er sandte sofort der überseeischen Schönen den Brief zurück mit der eigenhändigen Randbemerkung: Platterdings unmöglich!
- Dem Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen hat nicht der Hofprediger Hagen den Vorbereitungsunterricht zur Confirmation ertheilt, sondern sein Lehrer Persius. Da der Hofprediger Hagen in der Friedenskirche zu Potsdam die Confirmation vornimmt, so hat derselbe in den letzten drei Wochen eine Repetition mit dem Prinzen vorgenommen, woraus man sieht, daß es sehr ernstlich genommen wird.
- Ein Engländer in Kissingen hat den rothen Sessel, in welchem sich Fürst Bismarck sich wiegen ließ für 150 Gulden gekauft. Was werden die Engländer für Bismarck selber geben?
- Stieber, das Haupt der preußischen Geheim=Polizei, liegt tödtlich erkrankt in Bad Aachen da nieder.
- Der italienische General La Marmora, Bismarcks guter Freund, macht militärische Reisen in der Krim. Die Leute fragen, was sich da anhandelt.
- In Gmunden (Oesterreich) ist eine reiche und schöne Juwelierstochter ins Kloster getreten.
- In Berlin soll ein Fruchtsaftgeschäft in diesem Sommer für 20,000 Thaler Himbeeren eingekauft haben, um den beliebten Himbeerensaft daraus zu fabriciren.
- In Stettin wollte ein Cavallerieoffizier durch die enge Papenstraße reiten, die zufällig von einem Bierwagen gesperrt war. Der Reiter hatte wohl Eile, denn er kehrte nicht um, sondern gab seiner Schimmelstute die Sporen und das edle Thier setzte mit Grazie und Eleganz über das Hinderniß und fort ging's, als ob nichts geschehen war.
- Die Stadt Frankfurt ist um eine neu eingefürte Industrie, nämlich die Bereitung der sogenannten "Spar=Butter" reicher. Zur Sparbutter wird das ausgesuchteste Nierenfett mit Milch verwendet, und soll das Produkt im Wohlgeschmack der besten Butter gleichkommen. Diese Butter, welche zum Kochen, Braten und Backen bereits in Vielen Frankfurter Haushaltungen und Hotels verwendet wird, empfiehlt sich durch ihren geringen Wasserhalt und größeren Fettbestand, wodurch man bei Benutzung derselben nur etwa zwei Drittel gegen frische Butter zu verwenden braucht, ganz abgesehen von dem Vortheile, daß sich dieselbe an einem kühlen trockenen Orte Monate lang aufbewahren läßt. Die Unternehmer haben in Betracht der Ersparniß, welche sie dem konsumirenden Publikum bieten, ein mehrjähriges Patent in allen deutschen Staaten erhalten.


Lunch.

Cincinnati. Wer hätte eine nordamerikanische Stadt besucht, dem nicht überall, wo der liebe Herrgott einen Arm herausstreckt, ein Schild mit der Aufschrift: "Warmer Lunch jeden Vormittag" aufgefallen wäre? Eine Schenkwirthschaft ohne Lunch (sprich Lunsch) ist hier im Lande fast undenkbar, wenn der Lunch auch oft nur aus Brod, Käse, Schinken, Rauchfleisch u. s. w. besteht; ohne diese Artikel würde jeder Wirth Gefahr laufen. Seine Kundschaft zu verlieren. Es ist wohl weniger der Freigebigkeit dei Wirthe, als vielmehr der colossalen Concurrenz zuzuschreiben, (denn die Schenkstuben sind in den Vereinigten Staaten zahlreich wie der Sand am Meer) daß man hier zu einem Glas Bier oder Wein als "Gratiszugabe" eine Portion Käse, Braten oder ein belegtes Butterbrödchen erhält. Früher erhielt der Gast zu jedem Glas Bier eine Cigarre geschenkt, allein die hohen Tabakspreise zwangen die Wirthe in neuester Zeit das Traktiren mit Cigarren aufzugeben und den "Freien Lunch" an die Stelle zu setzen. Heutzutage fällt es Niemandem mehr ein, in einem Wirthshause zu verkehren, in welchem man auf den landesüblichen Lunch verzichten muß. Man ist vielmehr daran gewöhnt, daß der Kellner, wenn er sich beim Gast erkundigt, mit welchem Getränk er dienen kann, zu gleicher Zeit die Frage stellt, ob er heute mit Schildkröten= oder Austern=Suppe, mit Rinds=, Kalbs=, Schöps= oder Schweins=Braten, mit gebratenem Huhn oder Truthahn, mit Brunnenkresse=, Kartoffel= oder Gurken=Salat, mit Sardellen= oder Schinken=Brödchen dienen kann. Dem Gast ist die Auswahl der Speisen nach Güte und Menge ganz frei gelassen. Die Getränke müssen selbstverständlich bezahlt werden, dagegen wird für das Essen in keinem Fall irgend welche Vergütung beansprucht. Deshalb fragt der Gast niemals den Kellner: "Was haben Sie heute zu essen?" sondern er erkundigt sich einfach, aus welchen Speisen heute der Lunch besteht. Alles, was unter die Rubrik Lunch fällt, wird unentgeltlich geboten während man im andern Fall die Speisen, - wenn man nämlich eine Speisekarte fordert - portionsweise bezahlen muß. Kein Wunder, daß Niemand mehr Speisen, sondern bloß "lunchen" will. "Ja, aber wird denn diese nette Einrichtung nicht von gewissen Leuten mißbraucht ?" werden Sie fragen. Allerdings! Es giebt in jeder Großstadt eine Masse sogenannter Lunch=Vertilger (Lunchfinischer), welche sich gänzlich auf diese Weise ernähren. Allein mit der Zeit wird ihnen dennoch das Handwerk gelegt. Gewöhnlich gelingt es einem solchen Menschen sichs mehrere Male auf allgemeine Unkosten schmecken zu lassen und nachdem der Hunger gestillt, das Trinken zu vergessen; allein schließlich wird er von irgend einem dienstbaren Geist unsanft an die Luft befördert, wobei in der Regel ein blaues Auge oder ein sonstiges Merkmal dem Betreffenden von Seiten des geprellten Wirthes mit auf die Weiterreise gegeben wird, welches anderen Wirthen zur Warnung dient. Arbeitern, welche aus irgend welchen Gründen nicht nach Hause gehen können, kommt der Lunch am erwünschtesten. Sie können eine warme Mahlzeit einnehmen, ohne dabei besonders große Ausgaben machen zu müssen. Ein Arbeitsmann kann zu seinem 1 oder 2 Glas Bier (das Glas zu 7 1/2 kr.) je nach Appetit speisen und erhält auf diese Weise umsonst oft mehr und Besseres, als wenn er in einer Restauration gegen Bezahlung essen wollte. Wollen's die Wirthe in Deutschland nicht auch einmal mit "Freiem Lunch" probiren?


Anzeigen.

Antragsmäßig soll über die zu Schlagsdorf belegene Büdnerstelle c. p. des Büdners und Arbeitsmanns Asmus Möller daselbst ein Hypothekenbuch niedergelegt werden, und werden daher alle Dieje=

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nigen, welche Realrechte an dem bezeichneten Grundstücke zu haben vermeinen, und deren Eintragung in das niederzulegende Hypothekenbuch verlangen, zu deren Anmeldung auf Dienstag, den 8. September d. Js., Vormittags 11 Uhr, peremtorisch und unter dem Nachtheile hiermit aufgefordert, daß alle nicht angemeldeten und von der Anmeldungspflicht nicht ausgenommenen Realrechte an dem proclamirten Grundstücke sowohl gegen den jetzigen als die künftigen Besitzer desselben erloschen sein sollen.
Ausgenommen von der Anmeldungspflicht sind jedoch diejenigen Gläubiger, welche ihre Forderungen auf einem mit dem Siegel des Gerichts versehenen, vor dem Liquidations=Termine ihnen vorzulegenden und von ihnen zu unterzeichnenden Postenzettel vollständig und richtig aufgeführt gefunden haben.
Schönberg, den 20. Juni 1874.

Großherzogliches Justizamt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
H. Wohlfahrt.
(L. S.)               A. Dufft.


In Sachen betreffend den Concurs des Kaufmannes August Groth zu Schönberg steht zur Publication des abgesetzten Distributionsbescheides ein Termin auf Dienstag, den 22. September d. Js., Vormittag 11 Uhr, an, zu welchem die nicht präcludirten interessirenden Concursgläubiger mit dem Bemerken hiermit geladen werden, daß auch ohne ihr Erscheinen mit der Publication wird verfahren werden.
Schönberg, den 25. August 1874.

Großherzogl. Justizamt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
H. Wohlfahrt.
(L. S.)               A. Dufft.


Auctions=Anzeige.

Es sollen

am Sonnabend den 5. September

um 11 Uhr in dem Dorfe Sülsdorf ein Füllen, einige Bau= und Stuhlwagen,
Nachmittags um 1 Uhr in dem Dorfe Schwanbeck einige Stuhlwagen,
um 3 Uhr in dem Dorfe Mahlzow ein Pferd, einige Wagen, eine Säemaschine und zwei Dreschmaschinen mit Roßwerk;
um 5 Uhr in dem Dorfe Kleinfeld einige Füllen, 2 Stuhl= u. 1 Bauwagen;

ferner am Montag den 7. September,

Vormittags um 8 Uhr in dem Dorfe Kl. Bünsdorf ein Füllen und ein Stuhlwagen,
um 9 Uhr in dem Dorfe Gr. Bünsdorf ein Pferd, ein Füllen, einige Stuhl= und Bauwagen,
um 11 Uhr in dem Dorfe Blüssen einige Pferde und ein Stuhlwagen,
Nachmittags um 2 Uhr in dem Dorfe Rodenberg eine Drehmaschine mit Roßwerk und einige Stuhlwagen,
um 3 1/2 Uhr in dem Dorfe Rüschenbeck eine Halbchaise, einige Stuhl= und Reisewagen,
um 5 Uhr in dem Dorfe Papenhusen ein Füllen und ein Stuhlwagen;

ferner am Dienstag den 8. September

um 3 Uhr in dem Dorfe Grieben ein Pferd, ein Füllen, zwei Kühe und einige Stuhlwagen,

ferner am Mittwoch den 9. September

Vormittags um 8 Uhr in dem Dorfe Raddingsdorf ein Stuhl= und ein Bauwagen;
um 9 Uhr in dem Dorfe Neschow ein Pferd und einige Stuhlwagen;
um 10 1/2 Uhr in dem Dorfe Rieps mehrere Stuhlwagen, ein Bauwagen und ein Pferdesielen;
um 12 Uhr in dem Dorfe Wenndorf einige Stuhl= und Bauwagen;
Nachmittags um 1 Uhr in dem Dorfe Sülsdorf einige Stuhlwagen;
um 3 Uhr in dem Dorfe Gr. Mist einige und Stuhl= und Bauwagen;
um 4 Uhr in dem Dorfe Kl. Mist einige Pferde und Wagen;
um 5 Uhr in dem Dorfe Petersberg einige Stuhlwagen und ein Bauwagen;

ferner am Donnerstag den 10. Septemb.

um 4 Uhr in dem Dorfe Ollndorf einige Pferde;
um 5 Uhr in dem Dorfe Niendorf einige Fohlen;

ferner am Freitag den 11. September

Vormittags um 9 Uhr in dem Dorfe Sahmkow einige Pferde;
um 10 Uhr in dem Dorfe Carlow einige Pferde, Kühe, Starken, ein Fohlen, ein Wagen und ein Sopha;
Nachmittags um 1 Uhr in dem Dorfe Demern ein Pferd und zwei Kühe;
um 2 Uhr in dem Dorfe Schaddingsdorf ein Pferd und eine Kuh;
um 3 Uhr in dem Dorfe Klocksdorf einige Pferde und eine Kuh;
um 4 Uhr in dem Dorfe Kuhlrade ein Pferd;

ferner am Sonnabend den 12. Septemb.

Vormittags um 8 Uhr in dem Dorfe Wahlsdorf einige Bauwagen und ein Stuhlwagen;
um 12 Uhr in dem Dorfe Schlagsdorf einige Pferde, Kühe und Wagen;
Nachmittags um 2 Uhr in dem Dorfe Campow ein Stuhl= und ein Bauwagen;

ferner am Montag den 14. September

Vormittags um 9 Uhr in dem Dorfe Lockwisch einige Pferde und ein Stuhlwagen;
um 11 Uhr in dem Dorfe Palingen einige Pferde, eine Kuh und ein Stuhlwagen;
Nachmittags um 1 Uhr in dem Dorfe Herrnburg einige Pferde;
um 2 Uhr in dem Dorfe Lüdersdorf einige Pferde, Kühe und ein Stuhlwagen;
um 4 Uhr in dem Dorfe Rupensdorf einige Pferde
gegen sofortige baare Bezahlung meistbietend verkauft werden.

Staack.             
Cammer=Executor.     


Die von mir in der Dörfern

Bardowick,
Selmsdorf,
Sabow,
Falkenhagen,
Menzendorf,
Kl. Mist,
Gr. Siemz,
Törpt,
Lindow,
Cronscamp,
Demern,
Klocksdorf,
Bechelsdorf,
Kl. Siemz,
Teschow
angekündigten Auctionen finden nicht statt.

Staack,          
Cammer=Executor.     


[ => Original lesen: 1874 Nr. 69 Seite 4]

Der L. W. Egers'sche Fenchelhonig*) hat schon Tausenden von Hals= und Brustkranken geholfen!

Herrn Fenchelhonigfabrikanten L. W. Egers in Breslau.

Brandenburg, den 17. März 1874.     

Da ich bereits schon Alles versucht und wenig Linderung gefunden, (meine Krankheit: Magen=Catarrh, Brustbeschwerden mit Husten und starkem Auswurf) hörte ich von einem Herrn, daß Ihr Fenchelhonig schon tausenden von Menschen geholfen hat und wende mich deshalb an Sie (folgt Auftrag).

R. Witte, Invalid.     

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*) Verkaufsstelle nur allein bei Buchbinder C. Sievers in Schönberg.


Programm
für den
Zuchtmarkt zu Wismar
am 11. September 1874 in Verbindung mit einer
Zuchtvieh-Auction über Füllen und Bollen.
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1. Der Zuchtmarkt findet am 11. September d. J. von Vormittags 8 Uhr bis Nachmittags 2 Uhr im Schützengarten statt, und haben sich die Besucher desselben den Anordnungen der Zuchtmarkt=Comitte daselbst, deren Mitglieder an einer weißen Schleife zu erkennen sind, zu unterwerfen.

2. Herr Gutspächter Kindler zu Hof Mecklenburg und Herr Kaufmann Teßmann zu Wismar nehmen die Anmeldungen zur Beschickung des Zuchtmarktes entgegen, und wird für die Thiere, welche bis zum 9. September, Abends, angemeldet sind, kein Standgeld erhoben. Für später angemeldete Thiere ist ein Standgeld von 1 Rmk. pro Haupt zu entrichten, und wird für Ricke und anderweitige Aufstellung des Viehes thunlichst gesorgt werden.

3. Bollen über 2 Jahre alt werden nur mit einem Nasenring versehen zum Markte zugelassen.

4. Von 10 bis 12 Uhr Vormittags Musik im Schützengarten.

5. Um 12 Uhr Beginn der Zuchtvieh=Auction, zu der gestellt werden

a. von dem Wismar'schen District des patriotischen Vereins ca. 40 Stück größtenteils 1 1/2 jährige Stut= und Hengstfüllen, die in Oldenburg und Holstein angekauft sind,
b. von den landwirthschaftlichen Localvereinen zu Wismar, Neubuckow, Warin und Neukloster ca. 10 Stück Breitenburger Bollen, die von einer Comitte direct in Breitenburg angekauft worden sind.
Die Auctions=Bedingungen werden vor Beginn der Auction bekannt gemacht werden.

6. Um 3 Uhr Nachmittags ein gemeinschaftliches Mittagsessen des Vereins kleiner Landwirthe zu Wismar im Haker'schen Gasthofe "Stadt Altona." Karten zu demselben sind im Bureau der Markt=Comite im Schützenhause bis 12 Uhr Mittags, sowie im Haker'schen Gasthofe zu 2 Rmk. pro Stück zu beziehen.

7. Concert im Schützengarten von Nachmittags 6 Uhr an.

Wismar, im August 1874.

Die Zuchtmarkt=Comitte.
Gutspächter Kindler-Hof Mecklenburg,
Senator Kraack-Wismar,
Kaufmann Tessmann-Wismar,
Gutsbesitzer Lembke-Luttersdorf,
Amtmann zur Nedden-Wismar,
Erbpächter Oldorf-Beckerwitz,
Rentier Becker-Wismar,
Schulze Schönfeldt-Lübow,
Erb=Pächter Wandschneider-Pölitz,
Erbpächter J. Gratopp-Wodorf.


Nachdem die eine Hälfte der Manöver=Karten, (von Mecklenburg Schwerin) schon seit 8 Tagen für 100 Pf. zum Verkauf bereit lag, ist auch jetzt die andere Hälfte (von Fürstenthum Ratzeburg) erschienen und bis auf Weiteres bei mir pro Blatt für 90 Pf. zu haben.

C. Sievers.     


Porcellanwaaren,
als:
Teller, Tassen, Kümme, Waschgeschirre etc.

halte ich zu billigen Preisen bestens empfohlen.

J. F. Eckmann.     


W. Kolls,
Juwelen-, Gold- u. Silber-Waaren-Handlung Lübeck, Sandstrasse 1006.
Bestellungen werden billig und prompt ausgeführt.


Gesucht wird zu sogleich ein

Kindermädchen

nach Schwerin bei einem Kinde Näheres in der Exped. d. Bl.


Am Montag den 7. und Dienstag den 8. September

findet bei mir ein

Scheibenschießen
nach Gewinnen

statt, wozu ich Freunde und Gönner hierdurch ergebenst einlade.
Jeder Satz von 3 Schüssen, worauf aber nur ein Gewinn fallen kann, kostet 1 Reichsmark.
Büchsen werden von mir gehalten.

G. Oldenburg,   
Gastwirth in Lockwisch.


Zu Michaelis wird auf Hof=Selmsdorf ein ordentlicher, tüchtiger Pferdeknecht gegen guten Lohn gesucht.


Kirchliche Nachrichten.

Geboren: D. 25. Aug. dem Maschinenarbeiter Stier in Schönberg ein Sohn. - D. 24. dem Töpfermeister Weinrebe hieselbst eine Tochter. - D. 26. dem Arbtsm. Blomberg hieselbst ein Sohn. - D. 26. dem Pächter Utermöhl zu Rupensdorf eine Tochter. - D. 27. eine uneheliche Tochter in Schönberg. - Den 29. dem Arbtsm. Maaß zu Retelsdorf ein Sohn. - D. 29. dem Arbtsm. Krellenberg zu Kleinfeld ein Sohn. - D. 1. Sept. dem Zimmergesellen Will vor Schönberg eine Tochter.

Gestorben: D. 23. Aug. Hans Joachim Heinrich Friedrich Wilms, Arbtsm.=Tochter zu B. Resdorf, fast 4 M. alt. - D. 29/30. des Lehrers Wilhelm hieselbst Töchterlein 3 W. alt. - D. 2. Sept. Elisabet Catharina Margareta Rickhoff, Arbtsm.=Tochter zu Torriesdorf, 1 J. 6 M. alt. - D. 2. Heinrich Sager, Hauswirth zu Törpt 59 J. 2 M. alt.

Proclamirt: Georg Christian Friedrich Westphal von hier, Schornsteinfeger zu Berlitt bei Kyritz, und Maria Dorothea Buchholz zu Berlitt.

Sonntag, den 6. September.
Früh=Kirche: Pastor Kämpffer.
Vormittags=Kirche: Pastor Fischer.
Amtswoche: Pastor Fischer.


Getreide=Preise in Lübeck.
Weizen15 - 16Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Roggen13 - 14Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Gerste14 - 14Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Hafer14 - 15 Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Erbsen13 - 16Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Wicken-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Buchweizen-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Winter=Raps20 - 20 Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Winter=Rübs.19 3/4 - 20 Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Schlagleins.18 - 19Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)


Markt=Preise in Lübeck.
Butter, Meckl. pr. 500 Gr.17 - 18 Schilling (Mecklenburg),
Enten d. St.24 Schilling (Mecklenburg),
Hühner d. St.18 - 20 Schilling (Mecklenburg),
Kücken d. St.8 - 12 Schilling (Mecklenburg),
Tauben d. St.4 - 5 Schilling (Mecklenburg),
Eier 5 - 6 St.4 Schilling (Mecklenburg),
Kartoffeln pr. 10 Lit.6 - 8 Schilling (Mecklenburg),
Blumenkohl d. Kopf4 - 12 Schilling (Mecklenburg).


(Hiezu eine Beilage.)


Redigirt, gedruckt und verlegt von L. Bicker in Schönberg.


[ => Original lesen: 1874 Nr. 69 Seite 5]

Beilage
zu Nr. 68 [eigentlich Nr. 69] der Wöchentlichen Anzeigen für das Fürstentum Ratzeburg.
Schönberg, den 4. September 1874.


Des Müllers Sohn.
Eine Geschichte aus dem schwäbischen Volksleben.
(Fortsetzung.)

[ => Original lesen: 1874 Nr. 69 Seite 6]

Des Müllers Sohn.
Eine Geschichte aus dem schwäbischen Volksleben.
[Fortsetzung.]


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