[ => Original lesen: 1861 Nr. 5 Seite 1] - Zu der Deputation der Stadtverordneten und des Magistrats von Potsdam sagte der König Wilhelm I. unter Bezugnahme auf die Regierungsgrundsätze, welche er bei Uebernahme der Regentschaft ausgesprochen: "leider bin ich mehrfach mißverstanden worden!" Worin er mißverstanden worden sei, deuten die darauf folgenden Worte an: "Niemals werde ich Umsturzbestrebungen meine Unterstützung gewähren!" Wer also seine damaligen Aeußerungen so verstanden hat, daß er zu einer gewaltsamen Veränderung der Bundesverfassung Deutschlands die Hand bieten, den Rechten der Krone etwas vergeben oder auch nur Einrichtungen, die sein königlicher Bruder ins Leben gerufen, beseitigen werde, der hat ihn mißverstanden. Es war auch Thorheit, solche und ähnliche Dinge von ihm zu erwarten.
König Wilhelm I. von Preußen ist in strengmonarchischen Grundsätzen erzogen und eine durch und durch conservative Natur. Gerechtigkeit, Wahrheit und Beharrlichkeit sind die Grundzüge seines Charakters. So will er, daß jeder im Staate sein Recht finde, aber auch, daß jeder sich in den Grenzen seines Rechts halte und die Rechte Anderer unangetastet lasse. Den Gelüsten, die Rechte des Königthums zu beeinträchtigen, woher sie auch kommen mögen, wird er energisch entgegentreten. Er verlangt, daß Jeder im Staate das Gesetz achte und sich demselben willig unterwerfe. Und nach denselben Grundsätzen des Rechts und der Ehrlichkeit wird er in Ansehung der Bundesverfassung handeln. Er wird im Interesse des großen deutschen Vaterlandes von den Fürsten desselben ein williges Entgegenkommen zur Einigung der Wehrmacht nach Außen erwarten, aber ihre Herrscherrechte anzutasten, kommt ihm nicht in den Sinn. Nimmermehr wird der König auf Kosten anderer deutscher Fürsten seine Macht erweitern; allein er wird auch darauf halten, daß nicht durch Mißachtung oder Verletzung des öffentlichen Rechtes die Ruhe und Sicherheit des Gesammtvaterlandes irgendwo gefährdet werde. - So stellt sich der König in allem, was er seit seiner Thronbesteigung gesagt hat, dar; ein Regent aber, der wie er Gerechtigkeit, Redlichkeit und Kraft in sich vereint, verdient das volle Vertrauen der Nation. (Dz.)
- Vor Gaeta setzen die Piemontesen das Bombardement zu Lande und zu Wasser mit großer Heftigkeit fort; das Feuer hatte der Festung keinen erheblichen Schaden gethan. Die Flotte mußte sich zurückziehen, um die entstandenen Schäden auszubessern; sie hatte bei dem Versuche, sich dem Platze zu nähern, bedeutenden Schaden gelitten, obgleich ihre Schiffe sich in großer Entfernung von der Festung hielten. Diese soll im Stande sein, einem Doppelangriff von der See= und Landseite erfolgreichen Widerstand zu leisten und könnte nur durch Aushungern endlich zur Uebergabe gezwungen werden. Mit Lebensmitteln ist Gaeta noch für 18 Monate versehen.
- Der großh. meckl. strelitzische Premierlieutenant Scheel ist in Berlin eingetroffen, um hier gezogene Geschütze für die großh. Artillerie in Empfang zu nehmen.
- Die nächste Kriegsgefahr droht in Deutschland selbst. Der Bundestag wird Dänemark demnächst auffordern, den Beschwerden Holsteins in vollem Maße gerecht zu werden und binnen 6 Wochen darüber Erklärung abzugeben. Wenn diese Frist fruchtlos verstrichen ist, wird die Bundes=Execution unfehlbar erfolgen. - Dänemark rüstet zu Wasser und zu Land.
- Der preußische Kriegsschoner "Frauenlob" der im Jahr 1849 von den Beiträgen patriotischer Frauen und Jungfrauen gebaut wurde und einen Theil der Expeditionsflotte bildete, welche die preußische Regierung nach Japan gesandt hat, um dort Handelsverbindungen zu gründen, ist in den dortigen Gewässern aller Wahrscheinlichkeit mit der gesammten Mannschaft zu Grunde gegangen.
- Das Glockenspiel auf dem Garnisonthurme Zu Potsdam spielt die Melodieen: "Lobe den Herrn" und "Ueb' immer Treu und Redlichkeit". Für die Zeit der Landestrauer ist die Spielwalze geändert, so daß sie die vollen Stunden mit der Melodie: "Was Gott thut, das ist", und die halben mit der Melodie: "Ach bleib mit deiner Gnade" ankündigt.
- Als eine sehr erfreuliche Thatsache wird aus Preußen mitgetheilt, daß nach zuverlässigen Zusammenstellungen in den Sparkassen des preußischen Staates 40 Millionen Thaler als Ersparnisse von kleinen Handwerkern, Arbeitern und Dienstboten niedergelegt sind. Bemerkenswerth ist die Thatsache, daß wenn in einer Gegend das Branntweintrinken abnimmt, die Einlagen bei der Sparkasse zunehmen und umgekehrt.
- Die Bestrafung der im vorigen Herbst in einem Dorfe zwischen Lübeck und Travemünde ertappten Hazardspieler ist dieser Tage erfolgt. Die größten Strafen wurden einem Bankhalter, einem Hamburger, und dem Wirth, welcher das verbotene Spiel in seinem Locale duldete, zuerkannt; jeder von ihnen ist zu 150 Mark Geldstrafe verurtheilt worden und außerdem haben beide gemeinsam sämmtliche Kosten, zum Betrage von 46 Mk. 12 ßl., zu zahlen. Zu kleineren Geldstrafen sind die Spieler, der als Croupier fungirende Lohndiener und ein Lübecker Bürger verurtheilt.
[ => Original lesen: 1861 Nr. 5 Seite 2]- In Fontainebleau ließ Napoleon einen berühmten Karpfenteich leeren und die zahlreichen Karpfen in einen andern Teich setzen; es waren Bursche darunter, die ihre 200 Jahre zählten und die Ehre hatten, von König Ludwig den Vierzehnten (1650) gefüttert worden zu sein.
- Ein alter Invalide in Berlin, der mit seinem Leierkasten regelmäßig zwischen dem Krollschen Etablissement und dem Brandenburger Thore steht, darf der Landestrauer wegen keine Musik machen. Derselbe hat nun an dem schweigenden Leierkasten zwei schwarze Fahnen befestigt. Diese ebenso hübsche als originelle Idee zieht die Aufmerksamkeit vieler Vorübergehenden auf sich, und die Gaben werden ihm reichlicher gespendet denn je.
- Aus Petersburg. Die Kälte wird nachgrade auch für eine russische Haut zu aufdringlich, sie variirt fortwährend dicht unter und über 20 Grad. Die Pferde sind mit einer Eiskruste bedeckt, die Bärte aller Kutscher zu consistenten Eiszapfen geworden, jeder Tritt knarrt und pfeift, das Gas brennt nicht, die Butter kommt gefroren auf den Tisch, und ehe man es sich versieht, fährt uns ein menschenfreundlicher Vorübergehender mit einer Hand voll Schnee in's Gesicht, um der eben weiß werdenden Nase eine Friction angedeihen zu lassen. - Ein General hatte auf seiner letzten Courierreise durch Sibirien nicht weniger als 40 Grad Kälte, und solche Kälte soll fast beständig im Januar und Februar in Ostsibirien herrschen.
Der Spieler.
[Erzählung.]
(Schluß.)
Wo die Schwalben im Winter bleiben?
Freilich interessant ist diese Frage, das ist nicht zu leugnen. Von allen den befiederten Frühlingsboten, die uns gar lieb und freundlich das Morgenlied des erwachenden Frühlings singen: keiner ist Jung und Alt, dem Städter und Landmanne bekannter und vertrauter, als die Schwalbe. Ist sie doch oft genug des letzteren gehegte und geschätzte Stubengenossin, überall da in seiner unmittelbaren Nähe sich ansiedelnd, wo der Mensch sie nicht ausweist und die Duldung durch gar fleißigen und nützlichen Dienst dankbar vergeltend. Dann hat man auch Jahrhunderte lang recht absonderliche Antworten auf unsere Frage gegeben - und endlich ist sie noch vor zwei Jahren einem der größten Naturforscher und Gelehrten vorgelegt worden, und seine Antwort darauf giebt denn allerdings so mancherlei zu denken und hat gewiß nicht wenig dazu geholfen, daß die Frage jetzt wieder viel besprochen worden und interessant ist.
Alexander v. Humboldt erhielt vor zwei Jahren einen Brief aus Nebraska milder Bitte, dem Briefschreiber zu sagen, wo im Winter die Schwalben bleiben. Nun muß man wissen, daß der in allen Welttheilen hochberühmte Gelehrte in seinen letzten Lebensjahren anfing, auch in seinem Vaterlande, und zwar allgemein berühmt zu werden: zu seinem großen Aerger und Verdruß! - Der hochbetagte Gelehrte, der gern seine letzten Lebensjahre zur Vollendung eines großartigen Werkes benutzen wollte, das die Erfahrungen und Kenntnisse seines ganzen langen Forschens und Studirens umfaßte, wurde in dieser Arbeit durch nichts so sehr, als durch seinen eigenen Ruhm gestört. Alle Zudringlichen wollten den großen Mann sehen und sprechen, oder wollten ein paar geschriebene Worte von ihm haben, oder hielten sich wenigstens verpflichtet, ihre Verehrung ihm schriftlich auszudrücken. So arg wurde diese Zudringlichkeit, daß der arme berühmte Mann in den Zeitungen die Leute bitten mußte, seine letz=
[ => Original lesen: 1861 Nr. 5 Seite 3]ten Tage und Kräfte nicht durch Briefschreiben und Brieflesen in Anspruch zu nehmen. Zumal zu seinem Geburtstage erhielt Humboldt eine große Menge Gratulationsbriefe, Zuschriften, Packete, so daß er sich ordentlich vor diesem "langweiligen Tage," wie er ihn selbst nennt, fürchtete. Kein Wunder! - schreibt er doch, daß er im Jahre 1857 "seinem Geburtstage nahe" in 5 Wochen über 300 Briefe und Packete erhalten hat!
Zu den Neugierigen und Wißbegierigen, jedenfalls zu denen, die da meinten, Humboldt müsse Alles wissen, gehörte auch der Unbekannte aus Nebraska. Humboldt erzählt davon einem seiner Freunde.. Dieser fragte: ob dies nicht fortwährend eine schwebende Untersuchung sei? Und Humboldt antwortet: "Freilich, ich weiß es so wenig, wie ein Anderer; aber, setzte er mit scherzender Wichtigkeit hinzu, das habe ich den Leuten in Nebraska nicht geschrieben, weil man dergleichen nie eingehen darf."
Das ist also Humboldts Antwort auf die Frage: wo die Schwalben im Winter bleiben. Außer manchem Andern, was diese Antwort zu bedenken giebt, zeigt sich uns auch einmal wieder recht klar und deutlich, daß Alles menschliche Wissen, selbst das reichste und ausgebreitetste, Stückwerk ist. Denn diese Antwort des großen Naturforschers auf eine vielbesprochene Frage der Naturkunde ist falsch! Man weiß längst, wo die Schwalben im Winter bleiben, d. h. die Naturforscher wissen es, und wo ein Naturforscher von "Wissen" spricht, da verläßt er sich nicht auf die Vermuthungen und Schlüsse, wie es wohl sein könnte, sondern da hat er seine Kenntniß aus Beobachtungen und Erfahrungen.
Nun und wo bleiben sie? die Schwalben nämlich. Ueberwintern sie wirklich im Schlamme der Teiche und Seen? fragt wohl einer der Leser. Welche Frage! denkt der andere. Wie können wohl Vögel, - Thiere, welche warmes Blut und Lungen haben - im Schlamme und Wasser, auch nur zehn Minuten lang liegen, ohne zu ersticken? Und doch, mein Lieber, ist diese Meinung Jahrhunderte lang allgemein verbreitet gewesen, und Du kannst sie heute noch mit der größten Bestimmtheit aussprechen hören, und wenn Du Glück hast, findest Du wohl gar einen Augenzeugen, der selber "bei der Fischerei im Herbste ganze Klumpen von Schwalben im Teichschlamm gefunden hat," die mausetodt waren, aber in der warmen Stube wieder auflebten - und munter davonflogen und - o nein, gleich wieder starben und nun wirklich todt waren. Schreiber dieses hat das Glück gehabt, auf eine öffentliche Anfrage solche Zeugnisse zu erhalten, aber leider nicht das Glück gehabt, einen Zeugen zu finden, der seine Aussage zu beschwören geneigt gewesen wäre. Wenn's Ernst wurde, ja da zogen sie sich zurück, aber ihre Behauptung gaben die Meisten darum doch noch immer nicht auf.
Etwas Wahres ist freilich auch daran. Es ist gewiß öfters vorgekommen, daß so ein ganzer Trupp Schwalben ins Wasser geworfen worden ist. Wenn im Herbste so ein recht heftiger Sturm den Rohrwald, in dem die armen kleinen Dinger so gerne übernachten, durch einander wirrt und bis auf's Wasser niederbeugt, was Wunder, daß sie zu Hunderten elend ertrinken müssen? Und wenn man sie dann beim Rohrschneiden oder beim Schlämmen und Fischen der Seen und Teiche klumpenweise findet, so geht das auch ganz natürlich zu. Aber daß die Ertrunkenen, Erstickten wieder aufleben - nein, das geht nicht mit rechten Dingen zu; das ist gegen ein ganz bestimmtes Naturgesetz, von dem man keine Ausnahme kennt. Und gerade die Schwalben, unsere Schwalben sollten eine Ausnahme machen? Die Vogel, die von allen am meisten auf das Element der Luft angewiesen sind, die eigentlichen Luftvögel, sie, deren kleine aber kräftige Lunge so heißblütig ist, durch deren Knochenbau sogar die Luft strömt, sie sollten ihres Elementes Monate lang ungefährdet entbehren können? Sie, deren Magen immer hungrig ist, die ein kalter Regentag schon zu tödten vermag, sie sollten fast ein halbes Jahr ohne Nahrung am Leben bleiben können?
(Schluß folgt.)
Anzeigen.
Verkaufsanzeigen.
Das alte Müller=Wohnhaus hieselbst soll, mit Ausschluß der Fundamente, auf Abbruch öffentlich meistbietend, jedoch mit Vorbehalt der höheren Genehmigung des Zuschlags verkauft werden, und ist dazu Termin auf Sonnabend,
den 9. Februar, Mittags 11 Uhr,
auf hiesiger Amtsstube angesetzt, wozu Kaufliebhaber sich einfinden wollen.
Die Bedingungen werden im Termine bekannt gemacht werden.
Schönberg den 11. Januar 1861.
Großherzoglich Meckl. Domainen=Amt.
F. Graf Eyben.
Holzverkauf.
Unter den bekannten Bedingungen sollen gegen baare Zahlung meistbietend verkauft werden:
1) am Mittwoch den 6. Februar,
Morgens 10 Uhr,
in dem Zuschlag Möörken bei Thandorf:
5 1/4 Faden buchen Kluftholz,
2 1/4 Faden buchen Olm.
Versammlungsort der Käufer am Schlagbaum des Zuschlages.
2) am Donnerstag den 7. Februar,
Morgens 10 Uhr,
im Sülsdorf=Kleinfeldter Zuschlage:
12 Faden buchen Kluftholz.
9 Faden buchen Knüppelholz.
Versammlungsort der Käufer am Schlagbaum der Schönberger Eichen auf dem Wege von Schönberg nach Zarnewenz.
3) am Freitag den 8. Februar,
Morgens 10 Uhr,
im Baalen:
40 Faden buchen Olm und Knüppelholz,
20 Faden buchen Tannenholz.
Versammlungsort der Käufer am Schlagbaum des Baalen am Ziethener Felde auf der alten Ratzeburg=Schweriner Landstraße.
Schönberg den 31. Jan. 1861.
Danckwarth.
Bekanntmachung.
Da sich bereits zu den vor dem Sabower Thore belegenen Gärten Käufer gefunden und auch schon ein Angebot geschehen ist, so fordern wir zwecks Ueberbots Kaufliebhaber hierdurch auf, sich am
12. Februar d. J.,
Morgens 10 Uhr, beim Hrn. Gastwirth Fick einfinden zu wollen.
Schönberg den 31. Januar 1861.
J. Friederichs. C. L. Creutzfeldt.
Vermischte Anzeigen.
Vom 7. Februar ab werden die Großherzoglichen Landbeschäler
1) Allarm, br. Hengst v. Fright, Mutter v. Malcolm.
2) Attila, br. Hengst v. Y. Moses, M. v. Morisco,
3) Arthus, Sch. Hgst. v. Quinze, M. v. Zany.
4) Marbod, hbr. Hgst.
auf der Station Schönberg zur Benutzung des pferdezüchtenden Publicums aufgestellt sein.
Verlobungsanzeige.
Adolph Dreyer.
Louise Bohn.
Rehna. Demern.
Ausverkauf
der zurückgesetzten Manufactur=Waaren, worunter auch Mäntel und Mantillen, zu sehr niedrigen Preisen.
U. Beermann & Co.
in Lübeck.
Landwirthschaftlicher Club
am Mittwoch den 6. Febr. 1861.
bei Aug. Spehr.
[ => Original lesen: 1861 Nr. 5 Seite 4]Verloosung des Friedrichsbades bei Altona.
Mit allerhöchster Genehmigung soll in der 1. Classe der Königl. Dänischen Lotterie, deren Ziehung am 25. März 1861 stattfindet, das vor drei Jahren neu errichtete Etablissement, genannt
Friedrichsbad,
in der Stadt Altona belegen, ausgespielt werden.
Inhaber des Looses, wofür derselbe 4 R.-M. oder 3 Preuss. Crt, entrichtet, erhält, wenn auf dieses Loos in genannter Ziehung der grösste Gewinn fällt, das Friedrichsbad mit sämmtlichen Gebäuden und dem Bade-Inventar schulden- und kostenfrei ausgeliefert.
In dem schön angelegten Garten enthält das Friedrichsbad auf dem Flächenraum von 188,000 []Fuss;
1) Ein zweistöckiges Wohnhaus, zur Restauration und zum Logiren geeignet;
2) Ein einstöckiges Gebäude, enthaltend sechs Sommerwohnungen jede mit 4 Zimmern;
3) Ein mit Veranda umgebenes Conversationshaus von 84 Fuss Fronte;
4) Ein zweistöckiges Badehaus von 150 Fuss Länge mit Maschinenhaus, Dampfleistung und Wasserleitung vermittelst kupferner Röhren. Eingerichtet zu medicinischen und einfachen Bädern, enthaltend 3 Dampfbäder, 46 Bade-Cabinette und 5 Wartezimmer;
5) Ein grosses Badebassin im Freien mit Wärterhaus und 20 Cabinetten. Dasselbe kann jederzeit mit frischem Elbwasser gespeist werden;
6) Drei grosse Fontainen und
7) Eine grosse Marmorstatue.
Der Garten und sämmtliche Localitäten sind mit Gasleitung versehen, und die Einrichtung des Ganzen in jeder Beziehung solide, elegant und bequem.
Das Friedrichsbad hat seinen Erbauer mehr als 108,000 R.-M. oder 81,000 Preuss. Crt. gekostet.
Die Ausgabe der Loose wird amtlich controllirt.
Wiederverkäufer, welche einen bedeutenden Rabatt erhalten, wollen sich franco wenden an
M. Cahn, gr. Elbstrasse in Altona,
oder Haasenstein & Vogler, Blücherstrasse in Altona.
Schöne Brecherbsen
sind zu haben bei C. H. Vock.
Maskenball
am Freitag den 15. Februar 1861
im Boye'schen Lokale.
Eine elegante Garderobe ist vom 13. Febr. an ausgestellt.
Billette, sowohl zu Sperrsitzen als zum Salon sind - so lange der beschränkte Vorrath reicht - zu haben bei
Wilh. Heincke.
Gesucht wird zu Ostern: Ein Mädchen, das in der Küche erfahren ist und waschen und plätten kann. Wo? zu erfahren in der Expedition dieser Blätter.
Einem hochgeehrten Publicum hiesiger Stadt und Umgegend erlaube ich mir hiermit die ergebene Anzeige zu machen, daß ich mich hieselbst als Sattler und Tapezier etablirt habe, und empfehle mich in allen in mein Fach einschlagenden Arbeiten. Meine Wohnung ist bei dem Conditor Matthias Greif.
Schönberg, Januar 1861.
Tewes, Sattlermeister.
Am Mittwoch den 23. Jan. ist mein Hühnerhund, braun mit weißer Brust und etwas weiß an den Spitzen der Vorderläufe, abhanden gekommen. Er hört auf den Namen "Chasseur". Wer denselben wiederbringt, erhält 2 Thaler Belohnung, oder wer sichere Nachricht über denselben ertheilen kann, dem wird eine Belohnung von 1 zugesagt. Näheres in der Exped. d. Blätter.
Mein hellbrauner dreijähriger Hengst deckt fremde Stuten für 2 und 16 an den Knecht. Stuten, die nicht abschlagen, können von 9 zu 9 Tagen wieder beigebracht werden.
Hauswirth Blomberg in Sülsdorf.
Theater=Anzeige.
Freitag, den 1. Febr., zum Erstenmale: Einer von uns're Leut'! Posse mit Gesang in 3 Akten und 7 Bildern von O. F. Berg und D. Kalisch Musik von Stolz und Conradi.
Sonntag, d. 3. Febr., zum Erstenmale: Eulenspiegel, oder: Schabernack über Schabernack, Posse mit Gesang in 4 Akten von Johann Nestroy, Musik von Müller.
Montag den 4. Febr., zum Erstenmale: Der Maler, oder: Frauenwerth, Schauspiel in 3 Akten nach Seribe von B. A. Herrmann. - Hierauf: Hans und Hanne, Genrebild mit Gesang in 1 Akt von Friedrich, Musik von Stiegmann.
Bestimmte Theatertage in jeder Woche sind:
Sonntag, Montag, Mittwoch, Freitag.
Das Nähere durch die Zettel.
H. Wollrabe.
Kirchliche Nachrichten.
Schönberger Gemeinde.
In der Woche vom 25.-31. Jan.
Geboren: D. 27. ein unehel. Sohn zu Rabensdorf. - D. 29. Dem Arbm. Joh. Bade hies. ein Sohn.
Gestorben: D. 24. Anne Lise Badstein, Hausw.=Wittwe zu Petersberg, 34 J. 3 1/2 M. alt, Wochenbett. - D. 29. Cath. Sophia Christiane Emma Licht, Bürstenmachertochter hies., 14 Tage alt, Krämpfe. - D. 30. Cathinka Maria Catharina Wiencke, Arbm.tochter hies., 4 1/2 J. alt, Masern.
Druckfehler: In der vorigen Nummer dieser Anzeigen muß das unter "Proclamirt" aufgeführte Paar heißen: J. J. H. Busch, Schmiedemeister in Torriesdorf, und Soph. M. D. Hoffmeister in Roggenstorf.
Getreide und Markt=Preise in Lübeck
am 30. Januar 1861.
Weizen |
1 |
 |
22-28 |
, |
|
Wicken |
1 |
 |
2-16 |
, |
Roggen |
1 |
 |
2- 6 |
, |
|
Buchweizen |
|
|
50-54 |
, |
Gerste |
1 |
 |
1- 2 |
, |
|
Winter=Rapsaat |
|
|
22-23 |
 |
Hafer |
- |
 |
36-40 |
, |
|
Rübsen |
|
|
21-22 |
 |
Erbsen |
1 |
 |
4-12 |
 |
|
Schlagleinsaat |
|
|
17-18 |
 |
Butter 11 pr. . Kartoffeln, pr. Faß 6 u. 7 . |
(Hiezu: Officieller Anzeiger No. 2.)
Redaction, Druck und Verlag von L. Bicker.
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