No. 91
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 24. November
1885
fünfundfünfzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1885 Nr. 91 Seite 1]

Die zweite Session der sechsten Legislaturperiode des Reichstags ist am Donnerstag Nachmittag kurz nach 2 Uhr im Sitzungssaal des Reichstags=Gebäudes in Berlin feierlich eröffnet worden. Unter den ersten Abgeordneten, die pünktlich auf dem Platz erschienen waren, befand sich der Generalfeldmarschall Graf Moltke. Auch die Mitglieder des Bundesrathes waren fast vollzählig an Ort und Stelle, Staatsminister v. Bötticher führte dieselben in den Saal und verlas alsbald die Thronrede in welcher die Nothwendigkeit der in den Etat eingestellten Mehrforderungen für das Heer und die Marine hervorgehoben wird. An Vorlagen werden angekündigt: die Reform der Zuckersteuer; eine Reform der Branntweinsteuer ist in Vorbereitung. Ferner wird der Reichstag über die Erweiterung der Unfallversicherung und über den Bau des Nord=Ostsee=Kanals zu beschließen haben. Auf die äußere Politik übergehend, betont die Thronrede, daß Deutschland mit allen anderen Mächten freundschaftliche Beziehungen unterhalte und daß eine Beilegung der Differenzen mit Spanien durch die Vermittelung des Papstes baldigst zu erwarten sei. Der Kaiser hoffe zuversichtlich, daß der Kampf auf der Balkanhalbinsel den europäischen Frieden nicht stören werde. Es werde den Mächten, die den Berliner Vertrag unterzeichnet haben, gelingen, die Volksstämme der Balkanhalbinsel zur Achtung des Berliner Vertrages zu zwingen.
Der Präsident der letzten Reichstags=Session, Herr v. Wedell=Piesdorf ist wiederum zum Präsidenten der nun begonnenen Session erwählt worden.
Man sagt, daß die Könige von Preußen zur rechten Zeit noch stets den rechten Mann gefunden hätten. Hoffen wir, daß sich diese Gabe auch auf die deutschen Kaiser übertrage. Einmal scheint es in neuester Zeit thatsächlich der Fall gewesen zu sein, und zwar als man den Fürsten Hohenlohe zum Nachfolger des Generals v. Manteuffel machte. Fürst Hohenlohe weilte dieser Tage in Metz und sprach bei dem Banket, das man ihm dort gab, folgende treffende Worte:
"Mein Amtsvorgänger, der verstorbene Feldmarschall v. Manteuffel, hat einmal gesagt, er begreife, daß man in Elsaß=Lothringen die Zusammengehörigkeit mit Frankreich noch nicht vergessen habe; man kann die Gefühle nicht wechseln wie den Rock. Das war ein gerechtes, humanes Wort. Ich gehe noch Weiter und sage: Ich begreife, daß die Bewohner des Landes, als sie vor zwei Jahrhunderten von Deutschland getrennt und mit Frankreich vereinigt wurden, die Aenderung nicht allzu schwer empfanden; Deutschland war damals ein zerrissenes Land, das weder seine Angehörigen schützen, noch ihre Wohlfahrt fördern konnte, während Frankreich nahezu auf der Höhe seiner geistigen und materiellen Entwickelung stand; da konnte die Trennung von Deutschland leicht verschmerzt werden. Wenn ich aber so den historischen Thatsachen gerecht werde, darf ich nun auch auf die Gegenwart verweisen. Aus dem machtlosen, zerrissenen Deutschland ist ein mächtiges Reich geworden; wie die Einigung zur Wiedergewinnung der verlorenen Landestheile geführt hat, so hat sie uns auch die Macht gegeben, das Wiedergewonnene festzuhalten, die Angehörigen zu schützen, ihnen die Bedingungen geistigen und materiellen Gedeihens zu bieten. Damit schwindet mehr und mehr das Motiv, das die Bewohner dieses Landes auf Frankreich blicken läßt. Und so gebe ich mich der Erwartung hin, dal Elsaß=Lothringen mehr und mehr erkennen werde, daß die Trennung von Frankreich kein Unglück und die Wiedervereinigung mit Deutschland die Gewähr einer glücklichen Zukunft ist. In dieser Hoffnung trinke ich auf das Wohl des Landes und der Stadt Metz."
Ein Lob für den Fürsten Bismarck aus Rom, das ist eine Seltenheit! Doch ertheilt es der "Moniteur de Rome", das offizielle päpstliche Organ, und zwar spricht dasselbe sich anerkennend über "das sehr versöhnliche Vergeben" unseres Reichskanzlers in der Karolinenfrage aus. Die Sache soll jetzt soweit gediehen sein, daß nur noch erübrigt, der Vermittelungsakte eine endgültige Form zu geben. Der Text der Akte wird etwa diesen Gedankengang haben: Spanien hat seit Jahrhunderten fast gar keinen Souveränetäts=Akt auf den Karolinen vollzogen; es kann aber nicht geleugnet werden, daß sowohl die Wissenschaft als die allgemeine politische Anschauung Spaniens ein moralisches Besitzrecht auf die Karolinen zusprechen. Anderseits steht fest, daß Deutschland ohne jedwedes Zuthun seitens Spaniens durch Begründung von Faktoreien auf den Karolinen dieselben der Kultur gewonnen und ein Interesse hatte, sein Werk vor den wilden Stämmen zu schützen. Was es daher gethan, ist unzweifelhaft in redlicher Absicht geschehen. Nach Klarstellung dieses Punktes bittet der Papst die Parteien, sich auf den Standpunkt der Billigkeit zu stellen und schlägt ihnen den bekannten Ausgleich vor, nämlich die Anerkennung der spanischen Souveränetät seitens Deutschlands, die Gewährung des Rechtes an Deutschland, Kohlenstationen zu errichten, und der vollsten Handelsfreiheit mit der gesammten Karolinen=Gruppe.
Die Württemberger sind nicht wenig stolz. Oberst Dettinger ist zum Chef des Generalstabs des zweiten Armeecorps in Stettin ernannt worden. Das ist nun schon der dritte Württemberger, der seiner Tüchtigkeit wegen in eine solche hohe militairische Stellung gelangt.


Zur Volkszählung werden Ende dieses Monats die für die Haushaltung erforderlichen Zählkarten und ein Haushaltungs=Verzeichniß versandt werden. Für jede Person muß eine besondere Zählkarte ausgefüllt werden, in welcher alle darauf befindlichen Rubriken mit den entsprechenden Angaben auszufüllen sind. In dem Haushaltungs=Verzeichnisse müssen außer dem Namen das Verwandtschafts=Verhältniß oder die sonstige Stellung zum Haushaltungsvorstande, der Wohnsitz, die An= oder Abwesenheit zur Zeit der Zählung und das Religionsbekenntniß angegeben werden. Eine Anleitung zur Ausfüllung der Zählpapiere wird den Zählbriefen beigelegt werden. Die Ausfüllung geschieht am 1. December vormittags durch die Haushaltungs=Vorstände; die Wiedereinsammlung beginnt am 1. December Mittags. Einer Haushaltung gleichgeachtet

[ => Original lesen: 1885 Nr. 91 Seite 2]

werden die einzeln lebenden selbständigen Personen, welche eine besondere Wohnung haben und eine eigene Hauswirthschaft führen. In die Zählkarten sind einzutragen, alle anwesenden und nur vorübergehend abwesenden Personen. Als Anwesende sind alle Personen ohne Ausnahme einzutragen, welche vom 30. November auf den 1. December in der Wohnung des Haushaltungsvorstandes und den zugehörigen Räumlichkeiten übernachtet haben, ohne Unterschied, ob dieselben dauernd oder vorübergehend anwesend, Inländer oder Ausländer, Militär= oder Civilpersonen sind. Für Personen, welche sich in der Nacht vom 30. November bis 1. December in verschiedenen Wohnungen aufgehalten haben, gilt die eigene Wohnung, oder diejenige fremde Wohnung, in welcher sie sich zuletzt aufgehalten haben, als Nachtquartier. Personen, welche in der qu. Nacht in einer Wohnung übernachtet haben (Reisende etc.), werden in derjenigen Haushaltung gezählt, bei welcher sie am Vormittage des 1. December anlangen. - In Betreff der Verzeichnung der in der qu. Nacht Geborenen und Gestorbenen ist die Mitternachtsstunde entscheidend, so daß die erst nach zwölf Uhr Geborenen nicht mit eingetragen werden, wohl aber die erst nach zwölf Uhr Gestorbenen.
- Um de Bäume vor Raupen zu schützen legte ein Grundbesitzer bei Berlin um jeden Stamm einen Meter vom Boden entfernt einen drei Finger breiten Streifen gewöhnlicher Watte, und zwar, nachdem solche gespalten war, die rauhe Seite nach Außen. Es ist durchaus unmöglich, daß eine Raupe diesen Streifen überschreiten kann. Die Watte hält Monate lang und mit einer einzigen Tafel kann man einen ganzen Garten unbedingt schützen. Der beste Leim trocknet, dieses Mittel soll dagegen nie versagen.
- Von einem Bahnbeamten sind als deutscher Gruß aus den Bergen bei Rosenheim dem Kaiser Wilhelm frische Kornblumen zugesandt worden.
- Der Gouverneur von Kamerun, Herr von Soden, sucht einen "militairfreien Gärtner." In allen Berliner Blättern ist es angezeigt, dabei aber gleichzeitig bemerkt, daß es erwünscht sei, wenn der Betreffende "einiges Vermögen" besitzen würde, um sich in Kamerun eine "aussichtsvolle Zukunft" zu gründen. Wer also daheim keinen Platz und Geld in der Tasche hat, der kann sich melden.
- Eine höchst romantische Affaire, die aber durchaus nicht undenkbar erscheint und das Leben der Großstadt wieder einmal beleuchtet, weiß der Reichsbote aus Berlin zu erzählen: An einem Abend der vorigen Woche saß ein kleines, etwa sechsjähriges Mädchen auf den Steinstufen eines Hauses am Monbijouplatz, den Passanten Schäfchen und Knarren mit zitternder Stimme zum Kauf anbietend. Die dünne, ärmliche Kleidung bedeckte kaum das kleine, vom Frost arg leidende Wesen, um das sich Niemand kümmerte, denn Alles eilte theilnahmslos vorüber, so schnell wie möglich die behagliche Wärme der häuslichen Wohnung zu erreichen. Da plötzlich steht eine ältere, wohlgekleidete Dame still und betrachtet mit sichtlichem Interesse das zitternde Kind. Die Dame tritt heran und fragt nach den Namen des Kindes; ein unterdrückter Schrei ertönt auf die Antwort und zu sich empor reißt die Dame die überraschte Kleine, drückt sie stürmisch an sich und sucht sie unter Thränen zu liebkosen Die Mutter hatte ihr eigenes Kind wiedergefunden. Vor länger als Jahresfrist wurde sie gerichtlich von dem Gatten getrennt, das Kind aber, da die Mutter für den allein schuldigen Theil erklärt wurde, dem Mann zugesprochen, und nun fand sie dieses in so schrecklicher, hülfsbedürftiger Lage wieder. Der Gatte und Vater des Kindes verspekulirte nach der Trennung der Ehe bald sein Vermögen, kam schließlich zu Fall und sank tiefer und immer tiefer, bis er sich dem Trunk ergab und jetzt zu dem verzweifelten Mittel griff, durch sein Kind sich Geld erbetteln zu lassen. Die getrennte Gattin und Mutter, in guten Verhältnissen lebend, wird sich beider annehmen und für den Unterhalt, namentlich ihres Töchterchens, ausreichend sorgen.
- Aus einem Bierbrauer=Prozeß in Kaiserslautern erfährt man, wie in der Brauerei des Herrn v. Gienanth Bockbier hergestellt wird. Man nahm einfach gewöhnliches Bier, setzte Couleur hinzu und der Bock war fertig und kostete so und so viel Pfennige mehr. Der Staatsanwalt war mit dieser Braumethode nicht einverstanden und beantragte 500 M. Geldstrafe für den Eigenthümer und 3 Wochen Gefängniß für den Braumeister.
- Auf der Ebernburg bei Kreuznach wird dem Ritter Franz von Sickingen und seinem Genossen und Schützling Ulrich von Hutten, beide aus der Reformationszeit bekannt, ein Denkmal errichtet.
- Der Hutmodeverein in Wien gibt den Männerhüten des nächsten Jahres musikalische Namen. Millöcker bezeichnet einen braunen, steifen, spitzen Rundkopf; Strauß einen schwarzen Flachhut, Genèe einen steifen, vollen Rundkopf, und Suppè einen kantigen, grauen, weichen Filzhut.
- Aus Wladiwostock in Ostsibirien wird der Now. Wremja geschrieben. Im Hafen Possjet ereignete sich folgender Vorfall: Die Minen im Hafeneingang, welche aus Besorgniß vor einem Krieg mit England gelegt wurden, waren noch nicht entfernt, als der deutsche Dampfer China, dessen Kapitän nicht wußte, daß das Fahrwasser durch selbstzündende Minen abgesperrt war, sich Possjet näherte und in das gefahrdrohende, nur an beiden Seiten durch Flaggen abgesteckte Fahrwasser hineinsteuerte. Das Fahrwasser geht zwischen der Insel Tscherkawki und dem Felsenriff Tschurchado hindurch und an dieser Stelle befanden sich die Minen. Schon bei der Legung derselben war die äußerste Mine bei Eiland Tscherkawki losgerissen und später nicht wieder an ihren Platz gelegt worden, indem man beschloß, sie dann zu legen, wenn der erwartete Krieg erklärt sein werde. Die Bewohner von Possjet sahen nun, wie der Dampfer mit voller Kraft in das Fahrwasser, wo sicheres Verderben auf ihn wartete, hineinsteuert. Man sucht dem Schiff mit Flaggenschwenken ein Zeichen zu geben, doch vergeblich, die Zeichen werden nicht verstanden und der Dampfer hält direkt in die Minenbarrikade hinein. Da, als er nur eine Kabellänge davon entfernt ist, erreichen ihn die verzweifelten Rufe: "Minen! Minen!" Die Bemannung drohte den Kopf zu verlieren, nur der Kapitän behielt seine Geistesgegenwart. Anhalten konnte man den Dampfer jedoch nicht mehr. Dazu war die Entfernung zu kurz. Kurz entschlossen, gab der Kapitän seine Befehle und vor den Augen der Menge, welche mit starrem Entsetzen jeden Augenblick das nun unvermeidliche Ereigniß erwartete, schoß der Dampfer mit unverminderter Fahrgeschwindigkeit in scharfem Bogen an der Linie der Minen entlang direkt auf die Insel Tscherkawki zu und dann, dicht am Ufer nach links wendend, in den Hafen hinein. Alle athmeten auf. Das Schiff war wie durch ein Wunder gerettet. Der Kapitän hatte die Lage mit raschem Blick erkannt und seine Hoffnung darauf gesetzt, daß dicht unterm Ufer keine Minen vorhanden sein würden. Das kühne Manöver war gelungen, Dank dem zufälligen Umstand, daß jene oben erwähnte eine Mine bei der Legung abgetrieben und dann nicht wieder auf ihre Stelle gelegt worden war.
- Feuerschiffe auf dem Ocean. Ein Herr F. A. Cloudmann in New=York hat dem Marineminister der Union die Einzelheiten eines Planes über Errichtung von Signal=Lebensrettungs=Stationen auf dem atlantischen Ocean zwischen Amerika und Europa unterbreitet. Diesem Plan zufolge sollen in gewissen Zwischenräumen zwischen den beiden Erdtheilen eigens construirte Feuerschiffe stationirt werden, welche durch ein Kabel mit einander und den resp. Küsten verbunden sein sollen. Die Zwecke, deren Errichtung durch dieses Project angestrebt wird, sind verschiedene. Bei Nebel oder trüben Wetter könnten Fahrzeuge welche diese Feuerschiffe passiren, stets genau feststellen, auf welchem Längen= und Breitengrad sie sich befinden; da die Stationen leicht mehr als 200 Meilen von einander entfernt sein würden, könnten Fahrzeuge, im Fall dieselben von einem Unfall betroffen werden, mittelst des die Stationen mit der Küste verbindenden Telegraphen=Kabels leicht Hilfe herbeirufen oder im Nothfall Passagiere und Mannschaft auf den Feuerschiffen selbst unterbringen; ferner könnte die Geschäftswelt täglich genau über die Bewegungen

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eines unterwegs befindlichen Fahrzeugs unterrichtet werden. Die Etablirung schwimmender telegraphischer Stationen zwischen Amerika und Europa ist von Ingenieuren und Meteorologen schon lang discutirt worden, da dieselbe von ungeheurem Werth für den Handelsstand sein würde. Herr Charles W. Harding, ein englischer Ingenieur, erfand im Jahr 1883 ein Fahrzeug, welches nach Ansicht von Fachmännern geeignet sein würde, als Feuerschiff resp. Telegraphen=Station auf dem Ocean zu dienen. Das Harding'sche Fahrzeug stimmt in manchen Punkten mit dem Cloudmann'schen überein, doch kann augenblicklich noch nicht festgestellt werden, welches von beiden den Vorzug verdient, da die näheren Einzelheiten noch nicht bekannt sind. Sollte das Unternehmen in's Leben treten, so müßte es nach allgemeinem Dafürhalten ein internationales sein. Für unausführbar wird dasselbe Seitens hervorragender Ingenieure durchaus nicht gehalten.


Anzeigen.

Auf den Antrag des Vormundes, Ortsvorstehers Eckmann zu Hammer, soll über die daselbst sub Nr. I belegene Erbpachtstelle der Geschwister Hammann, Vornamens Rudolf, Johann und Heinrich, ein Hypothekenbuch niedergelegt werden, und werden daher alle Diejenigen, welche Realrechte an diesem Grundstück zu haben vermeinen und deren Eintragung in das niederzulegende Hypothekenbuch verlangen, zu deren Anmeldung auf

Montag, den 15. Februar 1886,
Vormittags 10 Uhr,

peremtorisch und unter dem Nachtheil hiermit aufgefordert, daß alle nicht angemeldeten und von der Anmeldungspflicht nicht ausgenommenen Realrechte an dem proclamirten Grundstück sowohl gegen den jetzigen als auch die künftigen Besitzer desselben erloschen sein sollen.
Ausgenommen von der Anmeldungspflicht sind jedoch diejenigen Gläubiger, welche ihre Forderungen auf einem, mit dem Siegel des Gerichts versehenen, vor dem Liquidationstermin ihnen vorzulegenden und von ihnen zu unterzeichnenden Postenzettel vollständig und richtig aufgeführt gefunden haben.
Schönberg, den 18. November 1885.

Großherzogliches Amtsgericht.
G. Horn.

A. Dufft.       


Holz=Auction Nr. 2.

Am Sonnabend, den 28. November Morgens 10 Uhr sollen in den Hohemeiler=Tannen, an Ort und Stelle
           62 Stück tannen Kiepenhölzer
meistbietend verkauft werden
Versammlung der Käufer beim Forstgehöft.
Schönberg, den 19. November 1885.

                                                    Der Oberförster:
                                                    C. Hottelet.


Diejenigen Tischler im hiesigen Fürstenthume, welche das Meisterrecht der unterzeichneten Zunft erwerben wollen, werden hierdurch eingeladen, sich am

Montag, den 30. d. M.,
Nachmittags 3 Uhr,

im Locale des Gastwirths J. Boye hieselbst einzufinden.
Gleichzeitig werden alle Amtsmeister um ihr Erscheinen gebeten.
Schönberg, den 22. November 1885.

Die Aelterleute der Tischlerzunft.         


Am Montag, den 30. d. M., Nachmittags 1 Uhr, Zusammenkunft der

Schuhmacherzunft

Besprechung wegen der neuen Innung.

Die Aelterleute.         


Engl. Salz,
grobe Gerstgrütze, ganze und gemahlene Gewürze
empfiehlt                                                    A. Zander.


Antwerpen: Silberne Medaille; Zürich: Diplom.
Goldene Medaillen: Nizza 1884, Krems 1884.
Spielwerke

4 - 200 Stücke spielend; mit oder ohne Expression, Mandoline, Trommel, Glocken, Himmelsstimmen, Castagnetten, Harfenspiel etc.

Spieldosen

2 - 16 Stücke spielend; ferner Necessaires, Cigarrenständer, Schweizerhäuschen, Photographiealbums, Schreibzeuge, Handschuhkasten, Briefbeschwerer, Blumenvasen, Cigarren=Etuis; Tabaksdosen, Arbeitstische, Flaschen, Biergläser, Stühle etc. Alles mit Musik. Stets das Neueste und Vorzüglichste, besonders geeignet zu Weihnachtsgeschenken, empfiehlt

J. H. Heller, Bern (Schweiz.)

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empfiehlt                                                     C. Schwedt.


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empfiehlt                                                     Johs. Kummerow.


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                                                    Dorothea Mussfeld.


[ => Original lesen: 1885 Nr. 91 Seite 4]
Kampf=
genossen-
     Ehrenkreuz      Verein
1870/71.

Am Mittwoch, den 2. December,

als am Jahrestage des Sieges von Loigny findet im neuen Saale des Herrn Boye hierselbst die Aufführung des plattdeutschen Volks= und Soldaten=Schauspiels

Freud und Leid aus schwerer Zeit

statt. Nach der Vorstellung Ball.
Entrée: Nummerirter Platz 1 M. Erster Platz 80 Pfennig (Mecklenburg). Zweiter Platz 60 Pfennig (Mecklenburg). Gallerie 40 Pfennig (Mecklenburg).
              Am Tanze theilnehmende Herrn zahlen für die Tanzschleife 1 M.
Anfang: 7 Uhr. Kassenöffnung 6 1/4 Uhr. Billetvorverkauf vom 29. d. Mts. an beim Kameraden Diersen.

Der Vorstand.         


Allen Denen, welche unserm Vater, Schwieger= und Großvater dem Zimmermann

A. Schreep,

die letzte Ehre erwiesen und ihn zu seiner Ruhestätte begleitet, unsern innigsten Dank.

Die Hinterbliebenen.         


Vorzüglich geeignetes Weihnachtsgeschenk

Im Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig erschien und ist in jeder Buchhandlung zu haben:

Geographisches Lotto.
Ein Gesellschaftsspiel für 2-8 Personen.
4. Auflage 1883.
In eleg. Kasten. Preis 4 M.

Von diesem überall bekannten und beliebten Spiele liegt bereits die 4. Auflage in eleganter Ausstattung vor.
Dieses unterhaltende Spiel, welches acht sorgfältig in Farbendruck ausgeführte Land=Karten enthält, ist zugleich das beste Lehrmittel, um sich in kürzester Zeit eingehende Kenntniß der hervorragendsten Hauptstädte, Länder, Flüsse, Gebirge, Meere, Inseln etc. zu verschaffen. Jeder Spieler erhält eine Karte mit roth ausgezeichneten geographischen Punkten (Bayern, Ostsee, Alpen, Wien u. s. w.) Einer der Mitspielenden ruft die Namenskärtchen aus und die Spielenden besetzen mit kleinen Blättchen die ausgerufen Punkte. Wer zuerst eine ausgemachte Anzahl von Punkten besetzt hat, ist König. Als äußerst amüsante und zugleich in hohem Maaße instruktive Unterhaltung für die Winterabende kann es Alt und Jung nicht warm genug empfohlen werden und sollte in keiner Familie fehlen.


Eiserne Stuhlschlitten,
elegant gebaut, empfiehlt                                                    
J. Ludw. D. Petersen.


Ofenvorsätze und Feuergeräthschaftständer empfiehlt                          
                                                    J. Ludw. D. Petersen.


Jagd= und feine Taschenmesser, sowie auch Scheeren aller Art empfiehlt billigst

J. Ludw. D. Petersen.


Engl. Salz,
sowie sämmtliche Gewürze in bester Qualität offerirt
                                                    Gustav Mohr.


Vorzüglichen Zuckersirup,
dieselbe Qualität wie im vorigen Jahr, offerirt                          
                                                    Gustav Mohr.


Seine stets frisch gebrannten wie rohen

Caffee's

sowie sämmtliche Colonialwaaren empfiehlt in feinster Waare zu billigen Preisen

                                                    Gustav Mohr.


Empfehle
Böhmische Braunkohlen
und
Schottische Steinkohlen
diese ganze Woche ab Bahnhof empfiehlt billigst
                                                    C. Schwedt.


Ascheimer u. Kohlenträger
empfiehlt zu billigen Preisen                                                    
                                                    J. Ludw. D. Petersen.


Schlittschuhe
in großer Auswahl hält billig empfohlen                                                    
                                                    J. Ludw. D. Petersen.


Gelbe Brecherbsen, Victoriaerbsen,
geschälte gelbe Victoriaerbsen

in vorzüglicher Qualität empfiehlt billigstens                                                    
                                                    Aug. Spehr.


Zahnschmerzen aller Art werden, selbst wenn die Zähne angestockt sind, augenblicklich durch den berühmten Indischen Extract beseitigt. Dieses Mittel hat sich seiner Unübertrefflichkeit wegen einen Weltruf erworben und sollte daher in keiner Familie fehlen. Echt in Fl. à 5 Sgr. im Alleindepot für Schönberg bei

Emil Jannicke, Bandagist.       


1500 Mark à 4%

werden zu Antoni 1886 gegen sichere Hypothek in einer Vollstelle von 5 Last unmittelbar noch 10,000 M. gesucht.
Offerten an die Expedition der hies. Anzeigen.


Am 19. d. Mts. ist von Schönberg bis Petersberg eine

graue Pferdedecke

verloren. Der ehrliche Finder wird gebeten, selbige gegen Belohnung abzugeben bei

                                                    W. Maack,
                                                    Barbier.
Schönberg, den 23. November 1885.


Ein Knabe,

der Lust hat das Schneiderhandwerk zu erlernen, kann Ostern in die Lehre treten bei

Schneidermeister JH. Bruhn, Carlow.         


Getreide=Preise in Lübeck.
[Tabelle siehe im Abbild der Originalseite]


Markt=Preise in Lübeck.
[Tabelle siehe im Abbild der Originalseite]


Redigirt, gedruckt und verlegt von L. Bicker in Schönberg.


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