No. 69
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 02. September
1884
vierundfünfzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1884 Nr. 69 Seite 1]

Wir lesen in einer Reihe von Blättern, daß die Reichstagswahlen nicht, wie man bisher erwartete, in der zweiten Hälfte des October, sondern schon am Anfange des genannten Monats stattfinden sollen. Geht die Regierung wirklich mit diesem Plane um, so kann man der Auflösungsordre in allernächster Zeit entgegensehen. Im Jahre 1881 fanden die Wahlen am 27. October statt und das neugewählte Parlament trat am 17. November zusammen. Von welchem Termine ab man also auch den Beginn der dreijährigen Legislaturperiode datiren mag; vor dem 27. October kann ohne Auflösung des Reichstages eine Neuwahl unter keinen Umständen stattfinden. Vorausgesetzt, daß sie auf Anfang October anberaumt werden soll, ist nicht viel Zeit zu versäumen, weil nach dem Gesetze die Wählerlisten vier Wochen lang zu Jedermanns Einsicht offen liegen müssen.
Aus Berlin wird mit "aller Bestimmtheit gemeldet, daß eine Vorlage betreffend die Verstaatlichung des Versicherungswesens den Reichstag bereits in seiner nächsten Session beschäftigen wird. Herr von Bötticher habe darüber eine umfassende Denkschrift ausarbeiten lassen, welche demnächst gedruckt und den Motiven beigelegt werden dürfte.
Augenblicklich soll diese Denkschrift dem Reichskanzler zur letzten Revision vorliegen.
Wie es heißt, wird im Auswärtigen Amte eine ausführliche Denkschrift über die von der Reichsregierung angebahnte Colonialpolitik für den Bundesrath und Reichstag vorbereitet, die wahrscheinlich als Anlage zu dem in der Session zu erwartenden Postdampfergesetz erscheinen wird.
Wegen des streitigen Kongolandes soll eine Conferenz in Berlin stattfinden. Das allgemeine Verlangen geht offenbar dahin, sich von den Engländern nicht bevormunden zu lassen.
Die Engländer scheinen dahinter zu kommen, daß die deutsche Colonialpolitik kein Kinderspiel, sondern eine ganz ernsthafte Unternehmung ist, die man den Deutschen gar nicht verdenken kann. Außer Angra Pequena am Südwestzipfel von Afrika hat Deutschland nun noch Kamerun, einen 13 Meilen langen Landstrich, ein wenig nördlich vom Aequator, durch den Bevollmächtigten Dr. Nachtigall unter seinen Schutz gestellt. Um diesem Schritte gehörigen Nachdruck zu verleihen, begiebt sich "Bismarck" selbst nach Westafrika, zwar nicht in Person, aber doch in Gestalt der nach ihm benannten Corvette.
Nach den neuesten Nachrichten liegt jetzt auch die amtliche Meldung vor, daß der Corvettenkapitän Schering von S. Maj. Schiff "Leipzig" am 7. August Angra Pequena unter deutschen Schutz gestellt hat; ebenso die amtliche Nachricht vom Generalconsul Nachtigal, daß ein Schutzvertrag mit Bevollmächtigten des Königs von Tagon und mit Häuptlingen dieses Gebietes abgeschlossen ist. In Lome im Tongogebiete ist Heinrich Randad als Consul eingesetzt und der englische Posten Quittah davon benachrichtigt worden. Das Tongogebiet liegt zwischen der englischen Ostgrenze und Little Popoe. Nach Hamburg wurde telegraphisch gemeldet, daß sich auch die Küstenstrecke südlich des Camerungebietes bis Batanga in deutschen Händen befindet. Nachtigal hißte die deutsche Flagge in Malimba, Kleinbatanga und Großbatanga auf. (Malimba ist nur etwa 15 geographische Meilen nördlich von der Mündung des Congo.)
In Camerun stand es um die Deutschen sehr bedenklich. Ein englisches Kriegsschiff war angekommen und der englische Capitän hetzte die Schwarzen und ihre Könige, das heißt Häuptlinge, mit allen Mitteln gegen die Deutschen auf. Die Deutschen durften sich Tage lang nicht sehen lassen, weil sie ihres Lebens nicht sicher waren. Da traf heiß ersehnt das deutsche Kanonenboot "Möve" mit Dr. Nachtigal ein, der sofort die deutsche Flagge entfaltete. Die deutschen Kaufleute traten ihre von den Häuptlingen erworbenen Rechte auf das Land an das Deutsche Reich ab und stehen nun unter dem Schutze des Reichs. Ein zweites Kriegsschiff, die Corvette "Bismarck" unter dem Kapitän zur See Valois geht nächstens nach Westafrika ab. Bismarck selber hat diese Entsendung beim Kaiser angeregt. Man sieht, wie ernst er es mit der Vertretung Deutschlands nimmt und es kommen andere Anzeichen hinzu, daß sehr bald neben den deutschen Farben am Lande noch andere Wahrzeichen des Ansehens des deutschen Reiches sich erheben werden.
Der Reiseverkehr am Rhein auf und ab ist gewaltig, die Eisenbahnen rechts und links, die Dampfschiffe und die Gasthöfe halten goldene Erndten. Viele Dinge tragen dazu bei - die große Reiselust, das gute Wetter, die alte Anziehungskraft des schönsten und interessantesten deutschen Stromes die neue Anziehungskraft des Nationaldenkmals auf dem Niederwalde und die Cholera in Italien, die Viele fern hält. Eine dreifache Erndte hält das bekannte Gast= und Weinhaus Jung 1) in seinem Stammhaus Aßmannshausen 2) u. 3,) in seinen Gasthöfen auf dem Niederwalde und Rüdesheim. Niemand kann ihnen entgehen.
Man schreibt aus Rom vom 28. August Die offiziellen Telegramme, welche alltäglich über die Verheerungen der Cholera in Oberitalien veröffentlicht werden, sind schlimm genug, allein die dort angegebenen Ziffern bleiben weit hinter der Wahrheit zurück. Davon überzeugt man sich, wenn man einen Blick in die hier einlangenden Provinz=Journale wirft. In Betreff des Ausbruchs der Cholera in Spezia liest man in dem genuesischen Journal "Caffaro", daß die ersten Todesfälle am 21. d. bekannt geworden sind, aber es sei kein Zweifel, daß die Krankheit, schon mehrere Tage vorher in der Stadt ausgebrochen war. Der beklagenswerthe Aberglaube der unteren Klassen ist die Ursache, daß den Behörden keine Anmeldung gemacht wurde. Das ist so wahr, fährt das citirte Journal fort, daß man in den engeren Straßen der Stadt die Leichname von Personen liegen fand, die zweifellos an der Cholera gestorben sind. - Auch in Busca, einem Städtchen von 10,000 Einwohnern, wurde mehrere Tage lang der Ausbruch der Cholera verheimlicht. Unter solchen Umständen kann den offiziellen Bulletins kein Glauben beigemessen werden. Dieselben mögen die Zahl der den Behörden bekannt gewordenen Erkrankungen und Todesfälle richtig angeben, aber wer kann wissen, wie viel Hunderte verheimlicht

[ => Original lesen: 1884 Nr. 69 Seite 2]

werden? Nach der "Nassegan" sind in einem von Spezia nach Genua verkehrenden Eisenbahnzuge vier Personen von der Cholera ergriffen worden und während der Fahrt gestorben. Die betreffenden Waggons wurden verbrannt. In Folge dieses Vorfalles wurde die Passagierbeförderung von Spezia nach Genua sowohl, wie nach Pisa mit heutigem Tage eingestellt. Mehr als 6000 Personen haben Spezia in den letzten Tagen verlassen. Die Zurückgebliebenen müssen nun bleiben bis der um die Stadt gezogene Kordon wieder aufgehoben wird. Hier in Rom müssen sich alle aus Oberitalien kommenden Reisenden sammt ihrem Gepäck einer Durchräucherung unterziehen.
- Als neuester Beweis der Rüstigkeit des Kaiser Wilhelm wird berichtet, daß er am 11. August im Wildhege bei Potsdam auf Rehwild gepirscht und einen rothen Zehnender erlegt hat, einen weißen Hirsch fehlte er. Den noch bevorstehenden Truppenübungen aber wird der Kaiser nicht zu Pferde, sondern zu Wagen beiwohnen.
- Der König von Bayern hat die Pathenschaft bei dem jüngsten Sohn des Prinzen Wilhelm von Preußen übernommen.
- Der Anweisung des Papstes getreu hat der Bischof von Regensburg einen Hirtenbrief wider die Freimaurer erlassen. Die Freimaurer werden zum Austritt ermahnt und den Geistlichen die Mittel zur Bekämpfung des Bundes an's Herz gelegt.
- Die von den Franzosen bombardirte Stadt Futschun ist einer der 17 chinesischen Vertragshäfen und zwar der drittwichtigste derselben. Sein Außenhandel beziffert sich in Ein= und Ausfuhr auf etwa 66 Millionen M. jährlich.
- Die Schweiz ist ein Hauptnest der Anarchisten, das heißt der gewaltthätigsten und vor nichts zurückschreckenden Revolutionäre. Aus ihren Reihen ist der brutale Mörder Stellmacher, in Wien hingerichtet, hervorgegangen. Ihre Mord= und Brandschriften fliegen aus der Schweiz überall hin. Sechs Anarchisten hat die Geheimpolizei in Basel und Liestal verhaftet und wichtige Funde bei ihnen gemacht.
- Im Bad Ragaz in der Schweiz weilt der alte Moltke als Kurgast. Der Pariser Figaro schildert ihn so: Er promenirt allein, ohne Stock, ist ein mäßiger Esser, hat aber durchaus keine Hülfe bei der Tafel nöthig. Man sieht keinen Diener in seiner Nähe und niemals hat es einen einfacher lebenden Menschen gegeben. Er ist sehr schweigsam und redet Niemand an, zeigt aber nie schlechte Laune. Abends verweilt er eine Stunde im Salon des Quellenhofes, um den Gesellschaftsspielen der jungen Leute zuzuschauen. Dies Schauspiel scheint den Grafen zu amüsiren. Nie erschien mir ein Feldherr so friedlich . . . . . stilles Wasser! Ich sprach von der Einfachheit des Marschalls. - Er kommt stets ohne vorhergegangene Anmeldung nach Ragaz und begnügt sich mit dem ersten besten Zimmer. In diesem Jahre erhielt er ein Zimmer neben dem Speisesaal für die Dienerschaft. Diese Herren und Damen machten einen Höllenlärm. Moltke bat um Ruhe und klopfte wiederholt gegen die Thüre, aber ohne Erfolg. Einer der Schreier (ein Franzose) schrie: "Moltke kann wohl Schlachten gewinnen, aber uns den Mund verbieten - niemals!" Der Marschall mußte um ein anderes Zimmer bitten. - Mehr Ansprüche macht ein französischer Gast, der Dichter Victor Hugo, der in Ragaz eingetroffen ist.
- Sub rosa. Der Kronprinz ist ein Stammgast der Militär=Schwimmanstalt in Potsdam, und er opfert jeden Morgen einige Münzen, nach denen sich dann ein lustiges Wetttauchen entspinnt. Als der Kronprinz das letzte Mal vor seiner Reise erschien und das übliche Tauchen nach seinen Silberstücken begann, kam einer der Schwimmmeister mit einem prachtvollen Rosenbouquet mit der Inschrift: "Auf Wiedersehen!" aus der Tiefe empor. Man hatte das Bouquet kurz zuvor versenkt. Diese Ueberraschung machte dem Kronprinzen so viel Freude, daß er noch extra 17 blanke Thaler in den Fluthen verschwinden ließ, die natürlich prompt geholt wurden.
- Aus Thüringen. Der bekannte Georginenzüchter Max Deegen in Köstritz ladet durch Postkarten, die er nach allen Seiten hinversendet, zum Besuche seines Gartens mit den Worten ein: "Mein Garten ist ein Blumenmeer, - Lockt Viele aus der Ferne her, - Zu schau'n der Blumen selt'ne Pracht - Die ihnen da entgegenlacht."
- Ein Dienstmädchen in Altona hatte ihrer Herrschaft binnen 6 Wochen 91 Flaschen Wein und 6 Flaschen Kaisersect ausgetrunken. Die böse Welt sagt, es hätten Leute der Garnison mitgetrunken, was das Gericht ermitteln soll.
- Altdeutsche Strafe der Nahrungsmittelverfälschung. In des Rathsschreibers Balthasar Müllner Annalen der Reichsstadt Nürnberg finden sich einige Notizen über die Bestrafung von Nahrungsmittelverfälschern, deren drakonische Grausamkeit die Härte der blutigen peinlichen Halsgerichtsordnung Kaiser Karl V. weit übersteigt. Die gedachten Annalen verzeichnen: 1456 Hans Kölbel, Bürger zu Nürnberg, und Lienhard Frey v. Thalmessing wegen Fälscherei des Saffrans und anderen Gewürzes, mitsammt ihrer gefälschten Waare Freitags nach Miserikordias lebendig verbrannt, Montags nach Bonifacii. - 1458. Ulrich Heydenheimer, Bürger zu Nürnberg der den Wein (ungegypsten?), so er zu Kauf hielt, mit Wasser vertäufelt, aus besonderen Gnaden beide Ohren abgeschnitten. - 1464. Margareth Weßnerin, Pfragnerin zu Nürnberg, die falsche Gewichte geführet, lebendig neben dem Galgen begraben.


Der Kellner.
(Novelle von O. M.)
[Fortsetzung.]

[ => Original lesen: 1884 Nr. 69 Seite 3]

Der Kellner.
(Novelle von O. M.)
[Fortsetzung.]


Anzeigen.

- Am 13. August d. J. Mittags zwischen 12 1/2 und 1 1/2 Uhr sind aus einem Hause zu Raddingsdorf mittelst Einbruchs ein grauer Sommerrock und ein schwarzer Buckskinrock gestohlen worden.
Es wird um Vigilanz und Benachrichtigung gebeten.
Neustrelitz, den 23. August 1884.

Der Erste Staatsanwalt
H. Götze.

R. Funck.       


Zur Ausloosung der Geschworenen, welche für die am 25. September d. J. bei dem hiesigen Landgerichte beginnenden ordentlichen Sitzungen des Schwurgerichts in die Spruchliste aufzunehmen sind, habe ich auf

Mittwoch, den 3. September 1884,
Mittags 12 1/2 Uhr

eine öffentliche Sitzung des Großherzoglichen Landgerichts in dem Sitzungszimmer der Civilkammer I. anberaumt.
Güstrow, den 29. August 1884.

Der Präsident des Großherzoglich Mecklenburg=Schwerinschen Landgerichts.
von Amsberg.


Oeffentl. Zwangsversteigerung.

Mittwoch, den 10. d. Mts. Vormittags 11 Uhr sollen in Herrnberg

drei Schweine

öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden.
Sammelplatz der Käufer beim Gastwirth Lohse in Herrnberg.

Staffeldt, Gerichtsvollzieher.       


Holz=Auction in Lübeck.

Am Dienstag, den 9. September cr., Vormittags 10 1/2 Uhr anfangend, sollen durch den Unterzeichneten in der Wirthschaft der Wittwe Bannow (Dammanns Thurm)

ca. 2500 Zw. ebenk. und Wahlbretter und Planken

in öffentlicher Auction meistbietend verkauft werden.
Verzeichnisse sind beim Unterzeichneten kostenfrei zu erhalten.
Lübeck, den 30. August 1884.

G. Olrogge,         
beeid. Auctionator.       


Heute Morgen 10 Uhr wurde uns ein kräftiger Knabe geboren.
Schönberg, den 1. September 1881.

                                                    Heinr. Koth und Frau
                                                    geb. Heitmann.


Wohnungsveränderung.

Zeige hierdurch ergebenst an, daß ich meine Barbierstube am heutigen Tage nach dem Hause des Herrn Licht, Siemzerstraße Nr. 103 verlegt habe. Gleichzeitig empfehle ich:

Parfümerien, Toilettseifen etc.

und bitte um fernere Erhaltung des bisherigen Wohlwollens.

Hochachtungsvoll       
W. Maack.        

Schönberg, den 28. August 1884.


333      Definitive Ziehung in München           
Montag 15, September 1884.
Auf 10 Loose 1 Treffer!
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22 500 Geldgewinne 165 000 Mark
ohne jeden Abzug.
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[ => Original lesen: 1884 Nr. 69 Seite 4]

Programm
zur
Sedanfeier in Schönberg 1884.
1. Montag, den 1. September:

Abends 6 1/2 Uhr: Bekränzung der Gräber der verstorbenen Kameraden.
Abends 7 Uhr: Beginn des Fackelzuges vom Siemzer Thore aus.
Abends 7 3/4 Uhr: Bekränzung des Krieger=Denkmals. Gesang der "Teutonia".
Abends 8 Uhr: Freudenfeuer, Festrede, patriotische Gesänge.
Abends 8 3/4 Uhr: Kommers und Konzert im Schützenhause. Entree 30 Pfennig.

2. Dienstag, den 2. September:

Morgens 6 Uhr: Reveille.
Morgens 10 1/2 Uhr: Festgottesdienst (vorbehaltlich der regiminellen Genehmigung).
Nachmittags 1 Uhr: Festzug durch die Stadt vom Siemzer Thore bis zum Schützenhaus.
Nachmittags 2 Uhr: Beginn des Schießens nach Silber= und Alfenide=Gewinnen und der Kinderbelustigungen auf dem Baubrink.
Nachmittags 3 Uhr: Konzert im Schützenhause. Entree 30 Pfennig.
Abends 7 bis 8 Uhr: Beginn der Festbälle im Schützenhause und in Kösters Hotel. Entree für Herren 1 M., für Damen 50 Pfennig.

Bemerkungen: 1) Mitglieder der Schützenzunft, welche in Uniform am Festzuge theilnehmen, haben zum Konzert im Schützenhause und den Festbällen für ihre Person nur ein Entree von 50 Pfennig zu entrichten. Die betreffenden Herren werden gebeten, die bezüglichen Karten nach dem Festzuge im Schützenhause in Empfang zu nehmen. 2) Die Plätze für Buden etc. auf dem Baubrink werden am Freitag, den 29. August, Nachmittags 4 Uhr an Ort und Stelle angewiesen.
Um zahlreiche Betheiligung an dieser nationalen Feier bittet

Das Fest-Komittee des vereinigten Kampfgenossen- und Krieger-Vereins.


Ziehung I. Classe am 16. September dieses Jahres
Erste Lotterie der Großherzogl. Kreishauptstadt Baden
Hauptgew. i. W. 50000, 20000, 15000 Mk.
10 000, 5000, 3000, 2000 Mark u. s. w.

Loose I. Classe à 2 Mk. 10 Pf. sowie Original-Voll-Loose gültig für alle Classen à 6 Mk. 30 Pf. sind durch die an allen Plätzen befindlichen Collectionen sowie durch mich zu beziehen. A. Molling, Hannover.


Grabkreuze
und
Grabgitter
empfehlen in großartiger Auswahl                          
zu Fabrikpreisen
Jürgensen & Robschuld,
Lübeck, Breitestraße 959 b. d. Wache.


Zahnarzt L. Schmidt,
Mengstraße 3 I.,
von der Reise zurück.


Ein tüchtig. Hausmädchen,

welches melken kann, wird zu Michaelis d. Js. gesucht. Mädchen vom Lande haben den Vorzug. - Näheres in der Expedition dieses Blattes.


Ein gut erhaltener Feder=Wagen,

1 und 2 spännig, hat billig zu verkaufen

J. Teege. Schmiedemeister.       
Lockwisch.              


Zu dem am 7. und 8. September bei mir stattfindenden

Scheibenschießen

lade ich meine Freunde und Gönner so freundlichst als ergebenst ein.

Am Montag Ball.
Duvennest.                                                     H. Wittfoht.


Scheibenschießen.

Zu dem am Donnerstag u. Freitag, den 4. und 5. September bei mir stattfindenden Scheibenschießen nach guten Gewinnen lade alle Freunde und Gönner ergebenst ein.
Schießbedarf wird gehalten. Auf einen Satz von 3 Schüssen fällt nur ein Gewinn

Menzenberg.                                                     J. P. Kohs.


Scheibenschießen   Scheibenschießen.

Zu dem am Sonntag den 14. und Montag den 15. September bei mir stattfindenden Scheibenschießen nach guten Gewinnen lade alle Freunde und Gönner ergebenst ein.
Büchsen und Schießbedarf wird von mir gehalten.
Auf einen Satz von 3 Schüssen, der 1 Mark kostet, fällt nur ein Gewinn.

Gastwirth Oldenburg in Lockwisch.


Getreide=Preise in Lübeck.
[Tabelle siehe im Abbild der Originalseite]


Markt=Preise in Lübeck.
[Tabelle siehe im Abbild der Originalseite]


Redigirt, gedruckt und verlegt von L. Bicker in Schönberg.


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ZVDD