No. 85
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 03. November
1882
zweiundfünfzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1882 Nr. 85 Seite 1]

Politische Rundschau.

In das neue Abgeordnetenhaus in Preußen sind gewählt 140 Deutschconservative (+ 19), 46 Freiconservative (gleicher Stand), 65 Nationalliberale (- 22), 23 Sezessionisten (+ 4), 37 Fortschrittler (gleich), 92 Centrumsleute (- 2), 17 Polen (- 2), 2 Dänen, 3 Wilde (lib.); außerdem die Minister Maybach, v. Kameke, v. Bötticher, Dr. Lucius und v. Puttkamer. Die Deutschkonservativen gewannen 26 Sitze und verloren 7; die Freiconservativen gewannen 10 Sitze und verloren 10; die Nationalliberalen gewannen 8 Sitze und verloren 30; die Fortschrittler gewannen und verloren je 10 Sitze; die Sezessionisten gewannen 11 Sitze und verloren 6; das Centrum verlor 3 Sitze.
Die Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika aus dem Generalconsulat Berlin weist in dem am 30. September abschließenden Jahre gegen das Vorjahr ein Mehr von 33 Millionen M. auf. Für ganz Deutschland beträgt in dem am 30. Juni abschließenden Rechnungsjahre die Ausfuhr 226 Millionen M. gegen 212 im Vorjahre, dagegen ist die Einfuhr von dort von 276 auf 211 Millionen zurückgegangen. Alles sehr charakteristische Ziffern.
Frankreich. In Frankreich steht es sehr trübe aus. Es heißt, über Paris, Lyon und Chalon solle der Belagerungszustand verhängt werden. Hie und da spricht man schon von der bevorstehenden Dictatur Gambettas.
Aus der Umgebung von Marseille wird von einer furchtbaren Ueberschwemmung berichtet. Ganze Ortschaften stehen unter Wasser, die Bahn bei Cannes ist weggerissen, der Bahnhof überfluthet.
England. Wie sich die Dinge doch ändern können! Anfangs hieß es, Arabi Pascha müsse zum Tode verurtheilt werden, jetzt spricht man schon davon, daß sein Prozeß ganz niedergeschlagen oder doch so geführt werden solle, daß ihm kein Haar gekrümmt werde. Uebrigens droht von Oberegypten her ein kleines Nachspiel zu Arabis Aufstand durch einen "Propheten" Mahdi, der bereits ein egyptisches Corps von 6000 Mann vernichtet hat, Chartum bedroht und die Absicht hat, direct auf Kairo (von dort in gerader Linie 1600 Kilometer entfernt) zu marschiren.
Amerika. Am 30. October Nachmittags 5 Uhr brach in dem Park=Theater zu New=York ein Feuer aus, durch welches das Gebäude in kurzer Zeit vollständig in Asche gelegt wurde.


Schönberg. Die am Dienstag dieser Woche zusammengetretene Strafkammer beim hiesigen Amtsgerichte verhandelte über folgende Strafsachen.
1) Der Knecht G. aus Schwanbeck hatte sich während seines Dienstes in Papenhusen mehrerer Diebstähle schuldig gemacht. Im Herbst v. J. hatte er dem bei seinem Herrn dienenden Mädchen den Kofferschlüssel in der Absicht, demnächst den Koffer damit zu öffnen, entwendet. Diese seine Absicht führte er gegen Weihnacht aus und nahm dem Mädchen 2,20 M. aus ihrem Koffer. Am 20. Februar benutzte er diesen selben Schlüssel zur Oeffnung des Koffers seines Mitknechts und nahm aus demselben 72 M. Diesen Diebstahl führte er in der Weise aus, daß er sich von dem Tanzvergnügen zu Roxin, wohin er mit seinen Mitdienstboten gegangen war, heimlich auf kurze Zeit nach Papenhusen zurück begab und nach Ausführung des Diebstahls wieder auf dem Tanzvergnügen erschien. Er wurde deshalb wegen eines schweren Diebstahls und zweier einfacher zu 1 Jahr 3 Tagen Zuchthaus 2 Jahre Ehrverlust und Tragung der Kosten verurtheilt.
2) Die zweite Sache betraf eine Berufung gegen ein Schöffengerichtliches Urtheil. Am 13. August d. J. wurde beim Gastwirth Michaelsen zu Selmsdorf ein Tanzvergnügen abgehalten. In Folge eines während desselben vorgekommenen Streites der Tanzenden hatte der Husar auf Aufforderung des Gastwirths bereits Ruhe gestiftet und war genau um 11 Uhr Feierabend geboten worden. Trotzdem hatten sich noch wieder mehrere Leute im sogen. kleinen Zimmer zusammengesetzt und als der Husar auch diese Leute zum Verlassen des Lokals aufgefordert, hatte der Schmiedgeselle L. sich in die Unterredung eingemischt. Auf die Frage des Husaren nach seinem Namen, verweigerte er anfänglich die Nennung desselben, sprach dann aber seinen Namen doch so undeutlich aus, daß der Husar, als er die im Zimmer anwesenden Personen aufschreiben wollte, ihn nochmals nach seinen Namen fragen mußte. Jetzt schlug der L. mit der Faust auf den Tisch und sagte, er brauche seinen Namen nicht 10mal zu sagen. Der Husar packte nunmehr den L. in die Kehle, dieser setzte sich zur Wehre und faßte seinerseits den Husaren in die Uniform. Erst durch die Hülfe des Wirthes gelang es, den L. aus dem Zimmer zu entfernen. Das Schöffengericht hatte diesetwegen gegen den L. unter Annahme mildernder Umstände eine Gefängnißstrafe von 3 Tagen erkannt. Auf die hiergegen seitens der Staatsanwaltschaft und des Angeklagten eingelegte Berufung sprach die Strafkammer den Angeklagten frei, weil der Angeklagte sich zwar im höchsten Grade ungebührlich betragen, aber der Husar nicht zu erkennen gegeben hatte, daß er den Angeklagten aus dem Zimmer habe entfernen wollen. Hätte der Husar dem Angeklagten gesagt, er solle aus dem Zimmer gehen, und hätte er im Falle der Verweigerung des Gehorsams Gewalt geübt, so wäre dem Angeklagten nur das geschehen, was ihm von Rechtswegen zukam, und würde er, wenn er sich dem widersetzt hätte, nachdrückliche Strafe erfahren haben.
- Der alte Moltke hat am 29. October einen hohen Ehrentag, sein 25jähriges Jubiläum als Chef des großen Generalstabes, gefeiert. Als solcher hat er die großen Kriege von 1864, 1866 und 1870 geleitet und gewonnen und sich den Ruhm eines der größten Feldherren aller Zeiten errungen. Denken wir Deutschen einmal nach, was wir ihm verdanken. Moltkes Zeit fiel in die Umgestaltung des ganzen Heer= und Kriegswesens, die Stärke der Armeen wuchs ins Riesenhafte, die Feuerwaffen erfuhren die größten Vervollkommnungen, die Eisenbahnen und Telegraphen spielten zum ersten Mal ihre ungeheure Rolle für die Bewegung der Heere. "Getrennt marschiren, vereint schlagen" war der Grundsatz Moltkes; er machte es möglich, daß die Heere in weiter Entfernung von einander marschiren und dennoch zur entscheidenden Stunde zusam=

[ => Original lesen: 1882 Nr. 85 Seite 2]

treffen und siegen konnten. Dem Generalstabe waren durch alle diese neuen Umstände Riesenaufgaben, wie zu keiner anderen Zeit gestellt, aber er hat ihn und das ganze Heer dazu herangebildet. Höchste Wissenschaftlichkeit, sorgfältigstes Studium und kühnste Praxis gingen bei ihm Hand in Hand. Er arbeitete die Mobilmachungspläne aus, mittelst deren in 20 Tagen eine Armee von 400,000 Mann an die friedlichsten Grenzen geleitet, aufgestellt und in 4 Tagen ein Nachschub von 100,000 Mann bewirkt werden konnte. Und ihm verdankten Deutschlands Heere auch die sorgliche Krankenpflege, deren einzelne Glieder von der fernsten Grenze des Reiches bis auf das Schlachtfeld in Feindesland wie eine ununterbrochene Kette sich aneinander reihten.
- Als Theilnehmer an der Reise um die Welt, welche der Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg=Schwerin, Rittmeister im Garde=Husaren=Regiment, am 6. November antritt, werden der Prinz zu Pleß und Herr v. Thiele=Winkler, beide Sekonde-Lieutenants vom Garde=Husaren=Regiment, sich anschließen. Einige Zeit später gedenken der Prinz Friedrich Karl zu Hohenlohe=Oehringen, Lieutenant im badischen Dragoner=Regiment Nr. 22, und Graf Sierstorpff vom 3. Garde=Ulanen=Regiment nachzufolgen.
- Die Stadt Philadelphia hat in der vorigen Woche die Feier ihres 200jährigen Bestehens gefeiert.
- Im Vorhofe der Universität zu Berlin werden im kommenden Frühjahre die marmornen Standbilder von Wilhelm und Alexander von Humboldt in fast doppelter Lebensgröße aufgestellt.
- Ueber die bisherige Weinerndte meint das Frankf. Journ., was selbige ergeben werden, sei rasch gesagt: einen recht dünnen, vielfach recht sauren Wein, der in Anbetracht der schlechtfaulen Trauben und, wenn kein Zuckerzusatz erfolgt, des geringen Alkoholgehalts wegen, wenig haltbar sein wird. Aber der Blick in die Zukunft ist kein tröstlicher, denn das Holz, auf dem die Erwartungen des kommenden Jahres beruhen, ist bis jetzt wenigstens von einer Beschaffenheit, die zu Befürchtungen Veranlassung geben könnte, wenn der Winter nicht ein milder werden sollte.
- Ueber Tyrol und Kärnten ist infolge von wiederholten Wolkenbrüchen eine neue Wassersnoth hereingebrochen, die diejenige des Monats September an Ausdehnung übertreffen soll. Aehnliche Nachrichten kommen aus Oberitalien. Beiderseits sind zahlreiche Verkehrswege unterbrochen und viele Menschen verunglückt.
General v. Fransecky, Gouverneur von Berlin, einer der ältesten und verdientesten preußischen Heerführer, tritt in den Ruhestand. Er diente von seiner Kadettenzeit an 64 Jahre. Unvergessen sind seine Worte in der Schlacht von Königgrätz bei dem Kampf am Swip=Wald: "Weiter gehen wir nicht zurück; hier sterben wir." Vom deutschen Reichstage erhielt er 1871 eine Dotation von 450,000 M.
- Eine Gesellschaft, die im wissentschaftlichen Interesse das Innere von Egypten bereiste, wurde von Beduinen gefangen genommen, an den Rand einer Schlucht geführt und aufgefordert, hinabzuspringen. Professor Palmer that den Todessprung. Die Engländer Capitän Gill und Lieutnant Chassington weigerten sich und wurden sofort erschossen.
- Einer unserer patriotischen Schriftsteller, der im Jahre 1794 verstorbene Justus Möser, hat in seinem bekanntesten Werke: "Patriotische Phantasien" so manche Aeußerung gethan, die für heute noch zu beherzigende Winke und Anregungen enthalten. Bei dem Handelsstande macht Möser einen Unterschied zwischen den Kaufmann, Grossist, der einheimische Producte außer Landes abgesetzt oder auch sonst einen bedeutenden Handel von außen nach außen treibt; und dem Kaufmann, Detaillist, der es leichter hat, dessen ganze Buchhaltung besteht hier im Anschreiben und Auslöschen und die Rechenkunst in der Regel de tri. Hundert Leute haben sich niedergelassen als Detaillisten, ohne die Kaufmannschaft jemals kennen gelernt zu haben. Aber unter Tausenden Menschen wird kein einziger auf so leichtem Wege ein geschickter Schuhmacher, Schlosser oder Tischler. Zum Handwerk wird Kunst, Geschicklichkeit und Arbeitskraft erfordert. Um das Handwerk zu heben, sagt Möser, sollten reicher Leute Kinder ein Handwerk lernen. Der Hauptfehler unserer meisten deutschen Handwerker ist der Mangel an Geld. Das Söhnchen einer bemittelten Familie schämt sich, die Hand an eine Feile oder einen Hobel zu legen. Ein Kaufmann soll er werden. Es hält schwer gegen dieses Vorurtheil anzukämpfen. Oder, studiren muß er, der Junge ist zu gescheidt. Und dennoch zeigt sich später oft, daß der Beruf verfehlt war. Zur Zeit des hanseatischen Bundes hatte das deutsche Handwerk eben noch die Ehre, die es gegenwärtig in England besitzt. Den letzten Stoß empfingen die Handwerker von den Fabriken. Wir können noch heute fast dieselben Klagelieder anstimmen wie Justus Möser vor hundert Jahren gethan, und so Manchem aus höheren oder bemittelten Ständen möchten wir auch heute zurufen: Werdet lieber Handwerker, denn das Handwerk gewinnt jetzt wieder seinen goldenen Boden.
- Von dem Schwurgericht in Edinburg wurde der Rattenfänger Souter, der den Leichnam des Grafen von Crawford aus der Familiengruft gestohlen hatte, zu 5 Jahren Zuchthaus verurtheilt.
- Heldenthat eines Lokomotivführers. Ein Lokomotivführer der Pennsylvania Eisenbahn rettete durch eine außerordentliche Heldenthat das Leben von 600 Passagieren. Während der Zug 35 (englische) Meilen per Stunde zurücklegte, wurde die Ofenthüre der Lokomotive von dem Heizer geöffnet, um frische Kohlen aufzulegen. Der Luftzug trieb die Flammen in solcher Weise heraus, daß der Tender in Brand gerieth. Der Lokomotivführer und der Heizer wurden gezwungen, sich in den nächsten Passagierwaggon zu retten und die Maschine ohne Controlle zu lassen. Die Geschwindigkeit vergrößerte sich und mit derselben die Flammenmasse. Es war die drohende Gefahr vorhanden, daß sämmtliche Waggons in Brand gerathen und der ganze Zug ein Raub der Flammen werde. Die Reisenden wurden von einer Panik ergriffen. Aus den Waggons zu springen war sicherer Tod; in denselben zu bleiben, bedeutete die Gefahr lebendig zu verbrennen. Der Locomotivführer sah, daß der einzige Weg die Passagiere zu retten der sei, nach der Lokomotive zurückzukehren und den Zug zum Stehen zu bringen. Er stürzte sich in die Lokomotive und brachte den Zug zum Stehen. Man fand ihn später in dem Wasserbehälter mit verbrannten Kleidern, entstelltem Antlitze, gräßlich verbrannten Händen und seinen ganzen Körper mit Brandwunden bedeckt. Schwach und halb bewußtlos wurde er nach dem Hospital gebracht, wo seine Verletzungen als ernst, von geringer Aussicht auf Wiedergenesung bezeichnet wurden. Sobald der Zug anhielt, wurden die Flammen leicht gelöscht. Das einstimmige Zeugniß der Passagiere ist, daß der Lokomotivführer ihr Leben rettete. Sein Name ist Joseph A. Sieg, ein Deutscher.
- Das Clavierinstrument, das Carl Wilhelm, der Componist der "Wacht am Rhein", früher besessen und mit Hülfe dessen er das berühmt gewordene Lied in Töne gesetzt, hat der seitherige Besitzer in Schmalkalden an einen Verehrer Wilhelms, einen Berliner Kunstfreund für 1500 M. verkauft. Das Instrument, obgleich es nur einen reellen Werth von 80 bis 100 Thlr. hat, dürfte als Reliquie mit den Jahren im Werthe noch steigen.
- Eine Frau, die in Cassel ein paar rothe Strümpfe gekauft, erkrankte heftig an den Füßen. Die Strumpfe waren mit Anilin gefärbt, in dem stets Arsen enthalten ist.
- Der neueste dem R. Wagner beigelegte Beiname ist: der Unsterblichste der Unsterblichen.
- Ein Metzger und Bierwirth eines gewerbfleißigen Städtchens an der Werrabahn hatte dem Schäfer seines Ortes einige Schafe in Futter und Pflege gegeben. Da eines der Thiere ziemlich fett war und es dem Metzger an Schlachtvieh fehlte, schickte der Schäfer seinen Jungen zu dem letzteren. Derselbe richtet den Auftrag seines Vater dahin richtig aus, der Metzger möge sein Schaf holen und schlachten. "Verfluchter Schlingel", sagte der Metzger zu dem Jungen, mußt Du denn vor allen meinen Biergästen sagen, daß ich Schafe schlachte? Merke Dir's, wenn Du wieder einmal kommst, sprichst Du von Hammeln. Bald darauf haben einige Schafe des Besitzers Lämmer geworfen, und der Junge eilt freudig zum Metzger: "Eure Hammel haben gelammt".


[ => Original lesen: 1882 Nr. 85 Seite 3]

Anzeigen.

Antragsmäßig soll über die zu Hamburg sub Nr. 27 belegene Büdnerei c. p. des Kiepenmachers Wilhelm Holst daselbst ein Hypothekenbuch niedergelegt werden, und werden daher alle Diejenigen, welche Realrechte an diesem Grundstücke zu haben vermeinen und deren Eintragung in das niederzulegende Hypothekenbuch verlangen, zu deren Anmeldung auf

Dienstag den 7. November 1882
Vormittags 10 Uhr

peremtorisch und unter dem Nachthelle hiermit aufgefordert, daß alle nicht angemeldeten und von der Anmeldungspflicht gesetzlich nicht ausgenommenen Realrechte an dem proclamirten Grundstücke sowohl gegen den jetzigen als die künftigen Besitzer derselben erloschen sein sollen.
Ausgenommen von der Anmeldungspflicht sind jedoch diejenigen Gläubiger, welche ihre Forderungen auf einem mit dem Siegel des Gerichts versehenen, vor dem Liquidations=Termine ihnen vorzulegenden und von ihnen zu unterzeichnenden Postenzettel vollständig und richtig aufgeführt gefunden haben.
Schönberg, den 18. August 1882.

Großherzogliches Amtsgericht.
G. Horn.

A. Dufft.       


Antragsmäßig soll über die zu Kl. Molzahn sub Nr. IV. belegene Vollstelle c. p. des Hauswirths Heinrich Oldenburg daselbst ein Hypothekenbuch niedergelegt werden, und werden daher alle diejenigen, welche Realrechte an diesem Grundstücke zu haben vermeinen und deren Eintragung in das niederzulegende Hypothekenbuch verlangen, zu deren Anmeldung auf

Montag den 15. Januar 1883
Vormittags 10 Uhr

peremtorisch und unter dem Nachtheil hiermit aufgefordert, daß alle nicht angemeldeten und von der Anmeldungsfrist gesetzlich nicht ausgenommenen Realrechte an dem proclamirten Grundstücke sowohl gegen den jetzigen als auch die künftigen Besitzer desselben erloschen sein sollen.
Ausgenommen von der Anmeldungspflicht sind jedoch diejenigen Gläubiger, welche ihre Forderungen auf einem, mit dem Siegel des Gerichts versehenen, vor dem Liquidationstermine ihnen vorzulegenden und von Ihnen zu unterzeichnenden Postenzettel vollständig und richtig aufgeführt gefunden haben.
Schönberg den 28. October 1882.

Großherzogliches Amtsgericht.
G. Horn.

A. Dufft.     


Am Mittwoch den 8. November d. J. Vormittags 10 Uhr sollen in Mechow die zum Nachlasse des Schäfers Möller daselbst gehörigen Sachen, als namentlich:

1 Kuh, 6 Schafe, 4 Lämmer, 10 Tonnen Kartoffeln, ein Stall auf Abbruch, auch Tische, Stühle, Schränke, eine amerik. Uhr, Wassereimer, 2 Schiebkarren, 1 Küben, 3 Leitern, sowie etliche Kleidungsstücke und anderes mehr
öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden.
Schönberg, 2. November 1882.

Staffeldt, Gerichtsvollzieher.       


Holz=Auction in Lübeck.

Am Dienstag, den 7. November a. c. Vormittags 10 Uhr anfangend, sollen durch den Unterzeichneten auf dem Holzlagerplatze Nr. 2 bei der Wrakbude

circa 3000 Zwölfter
ebenk.= und Wahl=Bretter

in öffentlicher Auction werden.
Verzeichnisse sind in meinem Comptoir, Braunstraße 144 gratis zu erhalten.
Lübeck, den 26. October 1882.

                                                                              G. Olrogge.
                                                                              beeid. Auctionator.


Meine Verlobung mit dem Fräulein Anni von Pentz, zweiten Tochter des Herrn Obersten z. D. von Pentz, Flügel=Adjutanten Sr. Königl. Hoheit des Großherzog, und der Frau von Pentz geb. von Oertzen, beehre ich mich ergebenst anzuzeigen.
Neustrelitz, den 22. October 1882.

W. von der Decken,       
Regierungs=Assessor.       


Kampfgenossen-Verein 1870/71.
Ordentliche General=Versammlung
am Sonntag den 5. November d. Js.
Nachmittags 3 1/2 Uhr.
                                                    Der Vorstand.
I. A.: Roepstorff.


Optische Waaren.
Brillen, Barometer, Thermometer, Wasserwaagen, Milchprüfer,
sowie alle sonstige optische Artikel empfiehlt unter Garantie der Güte
Ratzeburg.                                                     Emil Fokuhl,
Töpferstr. Nr. 50.                                                     Uhrmacher.


Ein Garten mit Obstbäumen
ist billig zu verpachten. Zu erfragen in der Expedition dieses Blattes.                          
Schönberg den 27. October 1882.


Zu verkaufen:

ein großer Schreibtisch oder ein Schreibpult mit Aufsatz beides fast neu und schön eingerichtet bei

F. C. Wolgast.       


Zum Verkauf auf dem Bauhof:

Mehrere gebrauchte aber noch gut erhaltene Leutebetten und gegen 50 Pfund Entenfedern.


Ein gut erhaltener
Kleiderschrank

ist wegen Mangel an Raum preiswürdig zu verkaufen. Wo? Zu erfragen in der Exped. dieses Blattes.


Honig
à Pfund 55 Pfennige, empfiehlt
Carlow.                                                     J. Rieckhoff.


Trunksucht, sogar im höchsten Stadium, beseitigt sicher mit, auch ohne Vorwissen, unter Garantie der Erfinder d. M. u. Specialist für Trunksucht=Leidende Th. Konetzky, Berlin, Bernauerstr. 84. Atteste, deren Richtigkeit von Königlichen Amtsgerichten und Schulzen=Aemtern bestätigt, gratis. Nachahmer beachte man nicht, da solche nur Schwindel treiben.


Gänzlicher Ausverkauf.
Die noch vorhandenen                          
Gold= und Silberwaaren
sollen um schnell damit zu räumen, nunmehr zu
weiter bedeutend herabgesetzten Preisen verkauft werden.                                                    
                                                    F. Rinne
                                                    (in Firma W. Kolls),
jetzt wohnhaft Lübeck, mittl. Fleischhauerstraße 84 parterre.                          


[ => Original lesen: 1882 Nr. 85 Seite 4]

Zum ersten Male in Deutschland.
Auf dem Marktplatze zu Schönberg.
Nur 1 Tag.
Wegen des großen Andrangs der Zuschauer mußte der Aufenthalt in Schwerin um 2 Tage verlängert werden, deshalb in Schönberg erst
Dienstag den 7. November 1882.
Wombells Grand-Royal-Menagerie
aus London.
errichtet im Jahre 1805.

Diese Collection ist die größte Englands, mit den seltensten Exemplaren, welche kaum ein zoologisches Institut aufweisen kann, Löwen=, Tiger=, Panther=Gruppen, Gorillas, Mantel=Paviane, Strauße etc. und wird mittelst 14 Prachtwagen mit eigenem Gespann befördert.

Das Geschäft besitzt seine eigene Kapelle.

Die Dressur und Vorführung der wilden Thiere geschieht durch den Thierbändiger Mstr. Surich Biswas (Indianer) während der Gala=Vorstellungen. Die Fütterung sämmtlicher Thiere um 4 und halb 8 Uhr.

Die Gala=Vorstellungen
finden Nachmittags 4 Uhr und halb 6 Uhr und Abends halb 8 Uhr statt.
Entree 50 Pfennig (Mecklenburg)., Kinder unter 10 Jahren 25 Pfennig (Mecklenburg).
Näheres durch Plakate.
Weitere Vorstellungen finden statt: in Dassow am Donnerstag den 2. und in Schönberg am Freitag den 3. November d. Js.
Edmonds, Director.


Am Montag den 6. November
Ball
des Gesangvereins Teutonia
im Locale des Herrn Gastwirth Boy.                          
Anfang Abends 8 Uhr.
Einführung durch Mitglieder ist gestattet.
                                                    Der Vorstand.
Schönberg den 2. November 1882.


Zu dem am                          
Mittwoch den 15. d. M.
bei mir stattfindenden                          
Bauernball
erlaube ich mir die geehrten Herren Hauswirthe hierdurch freundlichst einzuladen.                          
                                                    J. Boye.


Zu dem am Mittwoch, den 22. d. M. stattfindenden                          
Bauernballe
erlaube ich mir die geehrten Landleute ergebenst einzuladen.                          
Schönberg, den 1. November 1882.
                                                    J. Köster Wwe.


Theater-Anzeige.
Freitag den 3. November:
Zum Benefiz für Herrn Schlenther.
Die Augen der Liebe.
Preis=Lustspiel in 3 Acten von Wilhelmine v. Hillern.
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Die Wahl des berühmten Stückes wird meine ergebene Bitte um recht zahlreichen Besuch rechtfertigen.

                                                    Hochachtungsvoll
                                                    Hans Schlenther.
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Sonntag den 5. November:
Hanne Nüte un de lütte Pudel,
von Fritz Reuter.


J. H. Boye
Uhrmacher
Kalterdamm Nr. 4,
hält sein Uhrenlager bestens empfohlen
Reparaturen billigst.


Für die uns bei unserer silbernen Hochzeit allseitig dargebrachten Beweise der Liebe und Aufmerksamkeit sagen wir hiermit unsern herzlichsten Dank.

H. Meyer u. Frau.       


Kirchliche Nachrichten.
Sonntag den 5. November.
Reformationsfest.
(Collecte für die Bibelgesellschaft.)

Frühkirche: Pastor Langbein.
Vormittagskirche: Pastor Kämpffer.
     Amtswoche: Pastor Kämpffer.


Course notirt v. d. Mecklenburgischen Bank.
Schwerin, Donnerstag den 2. November.
Die Course verstehen sich incl. Zinsen und Provision.
[Tabelle siehe im Abbild der Originalseite]

Getreide=Preise in Lübeck.
[Tabelle siehe im Abbild der Originalseite]


Markt=Preise in Lübeck.
[Tabelle siehe im Abbild der Originalseite]


Redigirt, gedruckt und verlegt von L. Bicker in Schönberg.


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