No. 72
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 17. September
1880
fünfzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1880 Nr. 72 Seite 1]

      Es wird hierdurch zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß nach dem Ableben des Schulzen Planthaber zu Kl. Mist an dessen Stelle der Hauswirth Heinrich Oldenburg daselbst mit der Verwaltung des Schulzenamtes beauftragt ist.
      Schönberg, den 7. September 1880.

Großherzoglich Mecklenb. Landvogtei der Fürstenthums Ratzeburg.
W. v. d. Lancken.


      Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß unter den Schafen des Pächters Sick zu Hof Schlagsdorf die natürlichen Pocken ausgebrochen sind.
      Schönberg, den 13. September 1880.

Großherzoglich Mecklenb. Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
W. v. d. Lanken.


Politische Rundschau.

Neustrelitz, 12. September. Den "M. A." wird gemeldet: Ihre Majestäten der König Christian IX. und die Königin Luise von Dänemark nebst Sr. K. H. dem Prinzen Waldemar, ihrem jüngsten Sohne, sind heute Nachmittag halb 3 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Zuge der Berliner Nordbahn hier eingetroffen. Die Herrschaften wurden auf dem Bahnhofe von Hof=Chargen, welche Gala=Uniform angelegt hatten, empfangen und in bereitstehenden Hof=Equipagen in das Palais Ihrer Kgl. Hoh. der Großherzogin=Mutter geleitet, welche bekanntlich eine Tante Ihrer Maj. der Königin Luise von Dänemark ist. Vor dem Palais waren zwei Ehrenposten aufgestellt. Die erlauchten Gäste werden dem Vernehmen nach hier ein paar Tage Aufenthalt nehmen.
Deutschland. Die vielfachen Auszeichnungen, mit welchen der österreichische Thronerbe bei seiner jetzigen Anwesenheit am Berliner Hofe empfangen worden, werden überall als beredtes Zeichen für die intimen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich aufgefaßt. Bei der Ankunft des Kronprinzen Rudolf war der Kaiser am Perron des Bahnhofes mit sämmtlichen Prinzen anwesend, was sonst nur beim Empfange von Souveränen der Fall zu sein pflegt. Der Kronprinz selber hat, wie aus Hofkreisen verlautet, über die ihm wiederfahrenen Auszeichnungen unverhohlen seine besondere Dankbarkeit geäußert. Durch sein leutseliges und liebenswürdiges Wesen hat der Prinz überall schnell Freunde gefunden.
Kronprinz Rudolf geht im November, nach einem Besuch am belgischen Hofe, zu längerem Aufenthalte nach Ungarn, um daselbst mehrere Bärenjagden mitzumachen. Die Weihnachtsfeiertage will der Kronprinz in Gödöllö verbringen. Die Rückkehr nach Prag erfolgt nach der Vermählung am 5. März.
Dem Vernehmen nach wird die Entlassung der Reservisten bei den Truppen, welche an den Herbstübungen theilnehmen, durchweg am ersten oder zweiten Tage nach Beendigung derselben, beziehungsweise nach dem Wiedereintreffen in den Garnisonen stattfinden.
Die Frage der Verlängerung der Legislaturperiode des Reichstages auf 4, resp. 5 Jahre soll in der Regierung nahestehenden Kreisen ventilirt werden. Man glaubt, nachdem die Absicht auf Einführung einer zweijährigen Budgetperiode fallen gelassen, im Reichstag für eine Verlängerung der Legislaturperioden eine Majorität erlangen zu können.
In nächstem Monat, spätestens bis zum 8. oder 10. Oktober, werden die sämmtlichen leitenden Minister der deutschen Bundesstaaten zu Besprechungen mit dem Reichskanzler oder dessen Stellvertreter eintreffen.
Frankreich. In aller Stille haben die Franzosen im Stillen Ocean den Archipel der Gesellschaftsinseln annektirt. Nach einem am 29. Juni 1880 abgeschlossenen Vertrage, der jetzt zur öffentlichen Kenntniß kommt, hat König Pomare V. von Tahiti diese Insel nebst allen übrigen zu seinem Staate gehörigen an Frankreich vollständig und förmlich abgetreten und sich nur seinen Königstitel und die damit verbundenen Ehren und Vorrechte vorbehalten. Zwar haben die Inseln schon seit 1842 unter französischem Schutz gestanden, indessen einer besondern Beachtung von Seiten Frankreichs sich nicht erfreut. Jetzt wo der Panama=Kanal in Aussicht steht, hat Frankreich durch den Erwerb derselben offenbar einen schnellen und wichtigen Griff gethan, um für seine Handels= wie seine Kriegsflotte zwischen Amerika und Australien sich eine feste Station zu sichern.
Oesterreich=Ungarns Aufmerksamkeit ist noch immer fast ausschließlich auf die Reise des Kaisers in Galizien gerichtet. Diese Aufmerksamkeit hindert aber nicht, daß man den politischen Vorgängen im Auslande ein wachsendes Auge zuwendet. Rußland, England und Frankreich beginnen der österreichischen Politik gegenüber eine Haltung einzunehmen, welche nicht unbemerkt geblieben ist und erwogen wird. Im Innern hatten bereits Ergänzungswahlen für den Reichstag stattgefunden, gleichzeitig dauert das Geplänkel in der Sprachenfrage fort, lassen die Nationalitäten ihre Wünsche so wenig in Vergessenheit gerathen, wie die Schweizer ihr Sehnen nach einer endlichen Lösung der Landesbefestigungsfrage.
Belgien ist mit dem Jubiläumsfesten fertig, aber mit den Congressen noch nicht. Gegenwärtig tagt in Brüssel ein volkswirthschaftlicher Kongreß; und am 2. ist auch ein von etwa 2000 belgischen Lehrern und Lehrerinnen beschickter Congreß eröffnet worden.
Spanien. Die Königin hat einer Tochter das Licht der Welt gegeben. Sobald die neugeborene Prinzessin das heilige Sakrament der Taufe empfangen hat, erhält dieselbe vom Könige die Schärpe des edlen Damenordens der Königin Marie Luise.

[ => Original lesen: 1880 Nr. 72 Seite 2]

- Der Leipziger Juristentag, unter allen bisher abgehaltenen der zahlreichst besuchte (denn seine zweite Präzenzliste weist 409 Theilnehmer nach) hielt am 9. seine Plenarsitzung in der Aula der Universität. Auf den Vorschlag des Prof. Gneist, welcher bereits 7 Mal dem Juristentag präsidirt hatte, wurde durch Akklamation der Reichsgerichtspräsident Dr. Simson zum Ehren=Präsident und der Senatspräsident beim Reichsgericht, Dr. Drechsler, zum geschäftsführenden Präsidenten gewählt, worauf letzterer die Versammlung auffordert, dem Dr. Gneist durch Erheben für seine vortreffliche Leitung des Juristentages ihren Dank auszusprechen. Dies geschieht. Es werden darauf vier Stellvertreter, und vier Schriftführer ernannt. Nachdem sodann Dr. Drechsler sehr warm des verstorbenen Wächter gedacht hatte, verbreitete er sich über die weiteren Zwecke des Juristentages, zu denen vor Allem die Besprechung des noch in der Ausarbeitung begriffenen bürgerlichen Gesetzbuches gehören werde. Nach ihm sprach Dr. Jaques, einer der wenigen Oesterreicher, die erschienen waren, über die Einheitsbestrebungen Deutschland und Oesterreichs auf dem Gebiete des Rechtes. Einer darauf folgenden Verhandlung über die Abtheilungen (1. Civilrecht und Gerichtsverfassung; 2. Handelsrecht; 3. und 4. vereinigt Wechselrecht und Strafrecht) schloß sich der Jahresbericht für den 15. deutschen Juristentag über die Gesetzgebung der Jahre 1878/80 an. Aus demselben verdienen besonders die Auslassungen über das Gerichtskostengesetz Erwähnung; gegen dieses Gesetz selbst, wie gegen seine Ausführung richten sich bedeutende Vorwürfe, die eine schleunige Reform desselben verlangen. Um 10 Uhr wurde die Plenarsitzung geschlossen und um 11 die Sitzung der vereinigten 3. und 4. Abtheilung eröffnet. Gegenstand desselben war die Bestimmung des Ortes für ein Preßvergehen, wenn die Verbreitung des Preßerzeugnisses von mehreren Orten aus erfolgt ist. Dieselben vereinigten Abtheilungen verhandelten am 10. über die Beschränkung der Wechselfähigkeit und nahmen einstimmig die Resolution Thomsons aus Hannover gegen diese Beschränkung an. Auch die Plenarversammlung hat sich nachher noch dagegen ausgesprochen.
- Aus Fürth wird folgend hübsche Anekdote vom deutschen Kronprinzen mitgetheilt. Bei der jüngsten Anwesenheit des Kronprinzen in Nürnberg überreichte der Magistrat Sr. kaiserl. und königl. Hoheit ein schönes, künstlerisch ausgestattetes Album mit 100 der besten photographischen Ansichten Nürnbergs, worüber derselbe sehr erfreut war und den das Album überreichenden Herren in huldvollster und freundlichster Weise seinen Dank aussprach. Beim Durchlesen der Widmung, welche auf der ersten Seite angebracht war, bemerkte er indeß in Bezug auf die Versicherung, daß die Treue der Bürgerschaft Nürnbergs zu Kaiser und Reich so fest stehe, wie die Mauern der Stadt: "Die Herren brechen ja aber ein Stück nach dem andern ab."
- Im vorigen Monate sind mehre hervorragende Männer aus der Welt geschieden: Juan Eugenie Hartzenbusch, der hervorragenste spanische Dichter der Gegenwart, Sohn eines aus Deutschland eingewanderten Tischlers, und der berühmte norwegische Violinspieler Ole Bull; sodann der englische Staatsmann Lord Stratfort de Redcliffe, der in Konstantinopel lange vorwiegenden Einfluß der englischen Politik verschaffte, und der deutsche Staatsmann Ludwig Freiherr v. d. Pfordten, der eifrigste Vertreter des Partikularismus und heftigste Gegner der deutschen Einheitsbestrebungen.
- Vielfachen Tadel hat ein Wagestück erfahren, das ein Sänger Namens Tainville, in Bidels Menagerie unternommen hat. Er begab sich in Begleitung Bidels in den Löwenkäfig und sang daselbst ein französisch=patriotisches Lied, begleitet von dem Gebrülle der Löwen, die Bidel kaum bändigen konnte. Es ist hohe Zeit, daß solche Wagnisse behördlich untersagt würden; niemand interessirt sich dafür und Künstler, wie Tainville, riskiren dabei außer ihrem Renommée noch etwas Werthvolleres: das Leben.
- Sonderbare Strafe. Der mexikanische Kavallerieoffizier Th. Wachtig erzählt in seinen Wanderungen in Mexiko folgende Episode: "Eine eigenthümliche Strafart sah ich einst bei einer indianischen Freiwilligenschaar. An einem Indianer, der sich unverbesserlich dem Trunke ergeben, sollte ein Exempel statuirt werden. Zu diesem Behufe formirte die Truppe ein Karré, in dessen Mitte der Delinquent unter einem heillosen Lärm von Trommeln und Trompeten geführt wurde. Drei Korporäle stellten sich ihm zur Seite, der eine hielt einen großen Krug Seifenwasser in der Hand, die beiden andern waren mit elastischen Stöcken bewaffnet. Der Kommandant hielt eine kurze kernige Ansprache an die Truppe und verurtheilte schließlich den Trunkenbold zu dem Kruge Seifenwasser, den er bis zur Neige zu leeren hatte. Der Delinquent, dem noch ganz katzenjämmerlich zu Muthe war, that angesichts der drohend emporgehobenen Stöcke einen herzhaften Schluck aus dem verhängnißvollen Kruge, dann wurde abwechselnd getrunken, geblasen, getrommelt und geprügelt und die jedesmaligen empfindlichen Prügel halfen dem Verurtheilten über den furchtbaren Eckel hinweg, den ihn der ungewohnte Trank erregen mußte. Man sagte mir, der Indianer wäre seit jener Zeit infolge der originellen Kur der nüchternste Mensch geworden.
- In Oberammergau hat vorige Woche ausnahmsweise auch mitten in der Woche eine Passionsvorstellung (die 35. d. J.) stattgefunden, weil auf Mittwoch, den 8. Sept., die Feier von Mariä Geburt fiel. Die Plätze waren nicht sämmtlich vergeben, so daß ein Nachspiel, wie es bisher fast regelmäßig nöthig gewesen ist, sich nicht erforderlich machte. Ueberhaupt hat im September, dem letzten Spielmonate, der Besuch, wie nicht anders zu erwarten, dem ungeheuren Andrang dieses Sommers gegenüber, etwas abgenommen, ist dessen ungeachtet aber immer noch ein sehr bedeutender.
- Ein Korrespondent der "Köln. Ztg.", der eine Reise um die Welt gemacht und dabei 15 verschiedenen Nationen gehörende Dampfer benutzt hat, erklärt die deutschen Passagierschiffe, sowohl was Eleganz der Einrichtung, als Güte der Verpflegung anbetrifft, für die besten und unter diesen stellt er wieder die Hamburger "Cimbria" allen andern voran. Auf den österreichischen und französischen Dampfern, ist die Einrichtung einfacher, die Kost aber ebenfalls vortrefflich; weniger behagen ihm die englischen, wo man zu rücksichtslos ist und eine etwas zu rohe Kost führt. Den amerikanischen Dampfer, auf dem er vier Wochen hat fahren müssen, wagt er unter anständigem Schiffen gar nicht mit Aufzuführen, so ungenießbar und verdorben sei alles Aufgetischte gewesen; er nennt ihn geradezu eine Pesthöhle.
- Das Erstaunen des Auftragebers, der in Folge eines Depeschenfehlers für 50 Mark Blumenkohl anstatt des bestellten Blumenkorbes empfing, wird wohl schwerlich größer gewesen sein als das jenes Hamburger Kaufmanns, der einem Auftrage an einen überseeischen Geschäftsfreund die Bitte um Besorgung von 1 oder 2 kleinen Affen beifügte, mit denen er seiner Frau eine Ueberraschung bereiten wollte. Wie groß aber war seine eigene, als er nach einiger Zeit 51 Affen mit dem Bemerken erhielt, daß der Geschäftsfreund augenblicklich nur die Hälfte der bestellten Affen liefern könne, die andere aber binnen Kurzem folgen würde. Das flüchtig geschriebene "1 o. 2" des Kaufmanns hatte nämlich sein Correspondent für "102" gelesen.


Anzeigen.

Antragsmäßig soll über die zu Lüdersdorf belegene Büdnerei Nr. 19 des Gastwirths Carl Fahrenkrug daselbst ein Hypothekenbuch niedergelegt werden, und werden daher alle Diejenigen, welche Realrechte an diesem Grundstücke zu haben vermeinen und deren Eintragung in das niederzulegende Hypothekenbuch verlangen, zu deren Anmeldung auf

Dienstag, den 5. October d. Js.
Vormittags 11 Uhr

peremtorisch und unter dem Nachtheile hiermit aufgefordert, daß alle nicht angemeldeten und von der Anmeldungspflicht nicht ausgenommenen Realrechte an dem proclamirten Grundstücke sowohl gegen den jetzigen als auch die künftigen Besitzer desselben erloschen sein sollen.
Ausgenommen von der Anmeldungspflicht sind jedoch diejenigen Gläubiger, welche ihre Forderungen auf einem, mit dem Siegel des Gerichts versehenen, vor dem Liquidationstermine ihnen vorzu=

[ => Original lesen: 1880 Nr. 72 Seite 3]

legenden und von ihnen zu unterzeichnenden Postenzettel vollständig und richtig aufgeführt gefunden haben.
Schönberg, den 23. Juli 1880.

Großherzogliches Amtsgericht.
G. Horn.

A. Dufft.     


Torf=Auction.

Am Sonnabend den 18. September Morgens 9 Uhr soll auf dem Rüntzer Moor an Ort und Stelle

Ruthen= und Formentorf

bei freier Concurrenz meistbietend verkauft werden.
Schönberg i. M., den 8. September 1880.

Der Oberförster:                    
C. Hottelet.          


Auctions=Anzeige.

Am Sonnabend den 25. d. M., Morgens von 10 Uhr an, sollen beim Gastwirth Kreutzfeld hieselbst gegen gleich baare Zahlung verkauft werden:

1 Kornreinigungsmaschine, 1 Zeugrolle, 1 großer Tisch, gute Frauenkleidung aller Art, Tonnen und Kisten und noch verschiedene Sachen.
Carlow den 15. September 1880.

Struck, Landreiter.       


Allen Grundbesitzern zur Nachricht, daß ich in nächster Woche persönlich nach Schönberg und Umgegend komme, um über die Aufstellung von Abessinier=Brunnen, Wasseranlagen und Erdbohrungen Rücksprache zu nehmen. Unter Garantie lege ich Brunnen bis zu jeder Tiefe in jeder Küche, Stall etc. an. Jede Auskunft wird gratis ertheilt.
Reflectanten bitte ihre Adresse umgehend nach Berlin Kl. Frankfurterstr. 14 einzusenden.

Carl Blasendorff, Brunnen=Baumeister.       


Für mein Manufacturwaaren=Geschäft suche zum 1. October einen Lehrling mit guten Schulkenntnissen.

Eduard Jappe,       
Lübeck.              


Zum 24. October d. J. suche ist noch ein tüchtiges Mädchen für die Küche und etwas Hausarbeit.

Rehna.                                                     Emma Baumann.


!!! Photographie !!!

Wegen größerer, mir zu Theil gewordener Aufträge, verweile ich hier noch bis zum nächsten Montag.

Fr. Struve, Photograph.       


Zu Michaelis oder später ist noch eine sehr gute Wohnung nach oben zu vermiethen. Dieselbe besteht aus: 2 Vorderstuben, 3 Hinterstuben, 1 Kammer, 2 Küchen, 1 großer Boden, Stall und Keller. Wo? Ist zu erfragen in der Expedition d. Anzeigen.


Männer-Turn-Verein
Am Sonntag den 19. Sept. d. J.,
Nachmittags von 3-5 Uhr:
Schauturnen.
                                                    Der Vorstand.


Für Zahnleidende.

Einem hohen Adel und sehr geehrtem Publikum diene zur gefälligen Notiz, daß alle in das zahnärztliche Fach schlagenden technischen Arbeiten und Zahnoperationen, vom Unterzeichneten auf das Gewissenhafteste nach den neuesten Principien unter Garantie ausgeführt werden. Sprechstunden von Morgens 9 bis Nachmittags 5 Uhr.

                                                    

Hochachtungsvoll
                                                    August Ed. Spelling,
                                                    Approbirter Zahnarzt,
                                                    Königstraße 670.
                                                    vis à vis der Catharinenkirche.
Lübeck, den 6. September 1880.


Aufn.=Anmeld. i. Technikum Buxtehude b. Hamburg erb. schleun. d. Derect. - Progr. grat.


Caffe aus Hamburg
Franco dort per Post verzollt.

Perl-Mocca, extrafein, 5 Kilo M. 13,00
Gold-Java, hochfein, 5 Kilo M. 12,50
Java gelber, feinster, 5 Kilo M. 12,00
Ceylon blauer, extrafein, 5 Kilo M. 12,25
Cuba grüner, hochfein 5 Kilo M. 12,00
Java grüner, feinster 5 Kilo M. 11,00
Plantagen ff. und billig 5 Kilo M. 10,50
Santos grüner feinkräftig 5 Kilo M. 10,00
Campignons reinster ausgiebig 5 Kilo M. 9,75
Thee, grün und schwarz, per 1/2 Kilo M. 2-6,00

Bei Abnahme von 15 Ko. Caffee per Ko. 5 Pfg. billiger.
Für hochfeinen und reinsten Geschmack garantirt
E. H. Schulz, Altona b. Hamburg.
Etablirt seit 1864.


Ia. Christiania Anchovis,
per Faß Mark 1,80.
Schottische Häringe,
10 Pfund Faß Mark 2,50.
Ia. Salz-Gurken,
Stück 5 Pfennig.
Ia. Sempf-Gurken,
Pfund 60 Pfennig.

empfiehlt                      
W. Meyer.                  
Lübeck, Fleischhauerstrasse.       


Ich wohne von nun an in meinem Hause Marienstraße 46.

R. Reimer,       
Thierarzt.         


Die Original
Singer-Nähmaschinen

sind unübertroffen an Güte, Leistungsfähigkeit und Dauer und daher die beliebtesten Nähmaschinen der Welt. Dieselben werden gegen wöchentliche Zahlung von

Mark 2

abgegeben, um dadurch auch den Unbemittelten die Anschaffung einer der besten zum Erwerb dienenden Maschinen zu ermöglichen und sind ausschließlich zu haben bei

                          G. Neidlinger,
                          Schwerin, Friedrichs-Str. Nr 10.


[ => Original lesen: 1880 Nr. 72 Seite 4]

Saison 1880 - 81.
Henning & Meier,
942 Breitstrasse Lübeck, Breitstrasse 942.
Confection
Manufactur-, Mode-, Seiden-Waaren
Möbelstoffe und Teppiche.
Sämmtliche Nouveautés für Herbst- und Wintersaison sind eingetroffen.
Auf Wunsch Muster- und Auswahlsendungen.


Vom 10. Mai d. J. bis heute sind nachstehende Verluste bei unserem Verein angemeldet:

1. vom Schulzen Kähler=Kl. Siemz 1 Pferd - 500 Mark.
2. vom Schulzen Lohse =Törpt 1 Kuh - 135 Mark.
3. von demselben 1 Starke - 90 Mark.
4. vom Schulzen Lenschow=Gr. Bünsdorf 1 Kuh - 135 Mark.
5. vom Schulzen Dräger=Lauen 1 Kuh - 135 Mark.
6. vom Arbeitsmann Ollrogge=Menzendorf 1 Kuh - 120 Mark.
7. vom Hauswirth Krellenberg=Selmsdorf1l Pferd - 500 Mark.
8. vom Hauswirth Fick Ww.=Lüdersdorf 1 Kuh -135 Mark.
9. vom Hauswirth H. Meier=Mahlzow 1 Kuh - 120 Mark.
10. vom Hauswirth Törber=Vitense 1 Kuh - 135 Mark.
11. vom Hauswirth Oldenburg=Kl. Mist 1 Pferd - 120 Mark.
12. vom Arbeitsmann Schönberg=Mechow. 1 Kuh -135 Mark.
13. vom Schulzen Meier=Sülsdorf 1 Pferd - 500 Mark.
14. vom Gerichtsvollzieher Staffeldt hier 1 Kuh - 135 Mark.
und werden unsere Mitglieder ersucht, zur Deckung dieser Verluste einen Beitrag von 80 Pfennig pro 100 Mark Versicherungssumme am

Dienstag den 28. September d. J. Morgens 10 Uhr

im Boye'schen Gasthofe hieselbst einzuzahlen. An demselben Tage liegt zugleich ebendaselbst die letzte Jahres=Rechnung unseres Vereins zur gefälligen Einsicht aus.
Schönberg den 16. September 1880.

Direction des Viehversicherungs=Vereins im Fürstenthum Ratzeburg.
J. Boye-Rabensdorf.           Wilh. Heincke.


Feuerversicherung.

Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß wir

Herrn J. Rebenstorff in Herrnburg

die Vertretung unserer Gesellschaft übertragen haben und daß derselbe Anträge auf Versicherung gegen Feuerschaden zu billigen und festen Prämien entgegen nimmt.
Harburg a. /Elbe, im September 1880.

Die General-Agentur
der North Britisch and Mercantile Feuer-Versicherungs-Actien-Gesellschaft.
H. Framm.           A. Schröder.


Ferkel.

Eine Parthie wohlgenährter 10-12 Wochen alter Ferkel steht zum Verkauf in der Holländerei zu Torisdorf.


Doppelt Malzbier
                                                    empfiehlt
                                                    C. Schwedt.


Da mehrere unserer Mitbürger die am Sedantage im Schützenhause nicht zugegen waren, das Versprechen gegeben, noch ein kleines Scherflein zum Gitter des Krieger=Denkmals beisteuern zu wollen, so bitten wir verehrte Herrn solche Gaben beim Hofschmiedemeister Dräger abgeben zu wollen.

Der Vorstand.       


Verlaufen.

ist ein Kalb. Der ehrliche Finder wird gebeten es abzugeben bei

Schlagsdorf.                                                     Hauswirth Hecht.


Verloren
eine amerikanische Stackforke. Abzugeben
                                                    bei C. Vock.


Heute wurde uns ein kräftiger Sohn geboren.

Menzendorf, den 14. September 1880.
                                                    W. Hasselmann und Frau,
                                                    geb. Kälcke.


Kirchliche Nachrichten.
Sonntag, den 19. September.
Frühkirche: Fällt aus.
Vormittagskirche: Pastor Langbein.
Amtswoche: Pastor Langbein.


Getreide=Preise in Lübeck.
[Tabelle siehe im Abbild der Originalseite]


Markt=Preise in Lübeck.
[Tabelle siehe im Abbild der Originalseite]


Redigirt, gedruckt und verlegt von L. Bicker in Schönberg.


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