No. 90
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 17. November
1876
sechsundvierzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1876 Nr. 90 Seite 1]

   Auf Verfügung des Großherzoglichen hohen Kammer und Forst=Collegii zu Neustrelitz wird hiedurch zur allgemeinen Kenntniß gebracht:

daß zwar die Bestimmungen 2 und 4 der Verordnung vom 11. September 1857 als Vergünstigung für die Bewohner des hiesigen Fürstenthums excl. der Vogtei Mannhagen für dasjenige Brennholzquantum, welches bisher durchschnittlich bei beschränkter Concurrenz zum Verkauf gebracht ist, bis auf Weiteres bei Bestand bleiben soll, daß aber alles Brennholz, welches über das bisherig durchschnittliche Verkaufs=Quantum fortan zum Hiebe gelangt, bei vollständig freier Concurrenz verkauft werden soll, die Bestimmungen 2 und 4 der fraglichen Verordnung daher für diese Brennhölzer vom 1. November c. außer Kraft gesetzt sind.

   Schönberg, den 10. November 1876.

Großherzoglich Mecklenb. Domainen=Amt und Forst.
In Vertretung                                                    
H. Spieckermann.                           C. Hottelet.


Politische Rundschau.

Deutschland. Die Justizkommission des Reichstages hat am Montage ihre Verhandlungen über die Bedenken des Bundesraths betreffs ihrer Anträge zu den Entwürfen der großen Justizgesetze abgeschlossen. Die Bedenken des Bundesrathes sind nunmehr mit den Anträgen der Kommission zusammengestellt, gedruckt und am Mittwoch den Reichstagsmitgliedern übergeben worden.
In Bezug auf die Stellung Deutschlands zur orientalischen Frage wird wiederholt von allen Seiten versichert, daß Deutschland nicht den mindesten Anlaß habe, sich irgendwie thätig an einem Kampfe zu betheiligen, der etwa zwischen Rußland und England zum Ausbruch kommen sollte. Zwar habe England schon wiederholt versucht, Deutschland in die orientalische Frage zu verwickeln; doch sei Deutschland noch durchaus nicht aus seiner abwartenden Stellung herausgetreten. Allerdings England, das wiederholt die schlimmsten moralischen Niederlagen erlitten hat, muß es wohl für nothwendig halten, die gute Gelegenheit nicht ungenutzt zu lassen, sondern die orientalische Verwickelung zu benutzen, um seinen halb verlorenen Einfluß und sein Ansehen in Europa wiederzugewinnen. Deutschlands Machtstellung und Ansehen ist viel zu sehr gesichert, als daß es noch noth hätte, seine Autorität auch in der orientalischen Angelegenheit geltend zu machen.
In dem bekannten Strousberg'schen Prozeß in Moskau ist nunmehr das Urtheil verkündigt worden. Strousberg ist, wie es heißt, nur in's Ausland verwiesen worden, während zwei seiner Komplicen nach Sibirien wandern.
Preußen. Im Kultusministerium soll die Frage wegen Errichtung konfessionsloser (!) Kirchhöfe den Gegenstand eingehender Verhandlungen bilden, und die "Nat. Ztg." kann mittheilen, daß die Regierung unter keinen Umständen die Beerdigung auf konfessionslosen Kirchhöfen obligatorisch machen werde. So wäre diese Frage also wirklich schon im preußischen Kultusministerium ventiliert! Daß "konfessionslose Kirchhöfe", d. h. heidnische Begräbnißstätten vom konfessionslosen Staate dargeboten werden, dagegen wird nichts einzuwenden sein. Vielmehr muß es überaus wünschenswerth erscheinen, daß die "Todten ihre Todten" an ihren besonderen Orten begraben können, und daß sie sich nicht mehr mit ihren heidnischen Denkmälern auf die Friedhöfe der Christen drängen, wo eine Saat der Hoffnung ruht zur Auferstehung am jüngsten Tage, und wohin darum auch Niemand gehöre der diese fröhliche Hoffnung nicht theilt. Aber unerhört wäre es doch, wenn gar nun die Christen gezwungen werden sollten, die Leiber ihrer selig Entschlafenen auf "konfessionslosen Kirchhöfen" zu begraben!
In Frankreich ist eine bedenkliche Spannung zwischen der Exekutive und der Legislative eingetreten, die möglicherweise zu ernsten Verwickelungen führen kann. Der offiziöse Moniteur behauptet, die erstem politischen Debatten der Kammer hätten die "Lage verdüstert und die Entmuthigung in die Geister geworfen, welche der Ansicht einer konservativen Politik aufrichtig ergeben wären." Auch der Marschall=Präsident soll sehr erregt sein und kürzlich im Ministerrathe geäußert haben: die Republik müsse katholisch bleiben, oder sie werde zu Grunde gehen.
Italien. Der päpstliche Pronuntius in Madrid, der gewandte Kardinal Simeoni ist zum Nachfolger des verstorbenen Kardinals Antonelli ernannt worden.
Spanien. Der Finanzminister Barzanallana hat kürzlich in einer Sitzung der Kortes erklärt, daß ein Viertheil Coupons der konsolidierten Anleihe zu den angekündigten Terminen bezahlt werden würde.
Türkei. Die europäische Konferenz, in Konstantinopel, der man noch vor Kurzem so vertrauensselig entgegensah, scheint jetzt schon vor dem Zustandekommen derselben ziemlich aussichtslos geworden. Die bereits erwähnten kriegerischen Auslassungen des englischen Premiers haben nämlich von Rußland her eine Antwort gefunden, die an Festigkeit und Entschiedenheit nichts zu wünschen übrig läßt. Der Kaiser von Rußland selbst hat in einer an die Vertreter des Adels und der Stadtgemeinde in Moskau gerichteten Ansprache gesagt, wenn von der Pforte nicht die nöthigen Garantien zur Besserung der Lage der Christen zu erlangen wären, so habe er die feste Absicht, selbständig zu handeln, und er sei überzeugt, daß in diesem Falle ganz Rußland seinem Rufe folgen werde. Dazu kommt, daß das 'Journ. de St. Petersb.' ein Rund=

[ => Original lesen: 1876 Nr. 90 Seite 2]

schreiben des Reichskanzlers veröffentlicht, in welchem die Mobilisirung eines Theils der Armee angekündigt wird. Zwar heißt es durch dies Vorgehen Rußlands sei das Drei=Kaiserbündniß gesprengt, und besonders in Wien scheint das schmerzlich empfunden zu werden; aber der hemmende Einfluß Oesterreichs würde schließlich alle Erfolge der russischen Politik gehindert haben.
Die Pforte scheint dagegen auf's neue durch allerhand Winkelzüge die Sache hinhalten zu wollen. Doch ist sie darauf bedacht, sich auf einen Krieg gegen Rußland vorzubereiten. Wenigstens wird von umfassenden Kriegsrüstungen der Pforte gemeldet.

- Aus verschiedenen Gegenden wird von einem Kometen berichtet, der angeblich am südöstlichen Horizont (Gesichtskreise von Abends 7 Uhr bis Morgens 2 Uhr dem bloßen Auge sichtbar sein soll.
- Die Berliner Metzger wollen sich nicht Fleischer nennen, wie auf dem Congresse in Gotha s. Z. ausgemacht worden ist, sondern Schlächter wie bisher. In Wien heißen sie Selcher.
- In Kiel giebts ein Wunder, das noch über die sieben Wunder Jenas hinausgeht: ein funkelnagelneues Universitäts=Gebäude - ohne Carcer.
- Auf einer Jagd in bitterkalter Nacht in der Umgebung Berlins trieb dieser Tage die Polizei sieben Leute, die in Pferdedüngerhaufen im Freien übernachteten. Sie waren trotz der Wärme des Düngers steif gefroren und ihre Glieder mußten mit Schnee gerieben werden, bis sie in Bewegung kamen. Unter den Sieben waren 5 Vagabunden, aber auch zwei Handwerker, die nie mit der Polizei und den Gerichten zu thun gehabt hatten und die nur die bitterste Noth zu dieser Schlafstelle geführt hatte.
- Drei neue Straßen in Berlin werden nach Bandel, dem Bildhauer und Schöpfer des Hermann=Denkmals im Teutoburger Walde, nach Paul Gerhard, dem frommen Liederdichter und nach Iffland, dem berühmten Schauspieler, genannt. So werden ihre Namen am besten erhalten; denn man kann nicht jedem berühmten oder verdienten Manne ein Denkmal bauen.
- Die Zahl der Seuchen, denen wichtige Gewächse ausgesetzt sind, scheint kein Ende zu nehmen. In indisch=europäischen Zeitungen wird seit einiger Zeit eine Blattkrankheit besprochen, welcher der Kaffeebaum unterworfen ist, und die nicht wie die Reb= und Kartoffellaus die Pflanze selbst zerstört, aber die Ernte in Menge und Güte so verschlechtert, daß der Schaden kaum geringer ist. Es liegt der Vorschlag vor, daß die Regierungen der beiden Provinzen Madras und Ceylon, die unter dieser Krankheit empfindlich leiden, Preise für die besten Mittel zur Bekämpfung aussetzen.
- Die letzten Worte des Cardinal Antonelli in Rom waren: "Die Schlüssel, die Schlüssel!" Er vollendete den Satz nicht, sondern wendete den Kopf zur Seite und starb. Es waren übrigens nicht die berühmten Peters=Schlüssel gemeint, sondern Geheim=Schlüssel, die unter seinem Kopfkissen lagen. Seine Erben sind seine Brüder, die er schon vorher zu großen und reichen Herren gemacht hatte.
- Ein Hauseigenthümer in Berlin und Wien war bis vor Kurzem ein großer Herr, der seinen Miethern oder solchen, die es werden wollten, Audienzen gab und die wunderbarsten Bedingungen dictirte. Jetzt sind diese Herren geschmeidige Geschäftsleute geworden, die ihre Kunden aufsuchen nicht nur in den Zeitungen, sondern auch in Circularen, in denen die Wohnungen genau beschrieben und die Preise angegeben werden. Die Herren lassen jetzt ein Wörtchen mit sich reden, man darf ein Hündchen oder einen Vogel mit in die neue Wohnung bringen, mitunter sogar ein Kind.
- Nach der neuen russischen Gerichtsordnung hat ein Schuldner nicht mehr nöthig, seine Gläubiger zu bezahlen; er kann die Schuld einfach absitzen. Für 100-1000 Rubel muß Einer 6 Monate sitzen, für 5000 Rubel ein Jahr und so fort bis zu 5 Jahren, was zur Absitzung einer Schuld von 100,000 Rubel genügt. Ob es wohl den deutschen Kaufleuten, die Geschäfte nach Rußland machen, angenehm sein wird, ihre Schuldner einstecken zu lassen, statt Geld zu bekommen? (Sitzfleisch haben die Russen bekanntlich ausgezeichnetes.)


Anzeigen.

Nach der gestern gemachten Anzeige sind in der Nacht vom 14.-15. d. Mts. dem Hauswirth Wiencke zu Sahmkow aus seiner verschlossenen Scheune mittelst Einbruchs 4 weiße und 4 grauweiße Zuchtgänse gestohlen und wahrscheinlich sofort geschlachtet worden.
Wir ersuchen alle resp. Polizei und Gerichts=Behörden um geneigte Vigilanz und betreffenden Falls um Anhaltung der Diebe und der gestohlenen Gänse, sowie um gefällige Benachrichtigung dienstergebenst.
Schönberg den 16. November 1876.

Großherzogliches Justizamt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
H. Wohlfahrt.

A. Dufft.     


Auction.

Am Donnerstag den 23. November c., Morgens von 10 Uhr an, soll in der Behausung des Gastwirths Lühr zu Schlagsdorf in öffentlicher Auction gegen gleich baare Zahlung verkauft werden:

1 Ecksopha, 1 großer Kleiderschrank, 1 Kommode, 1 Schenkschrank, 1 Koffer, 1 Wanduhr mit Goldrahmen, verschiedene Tische, Stühle, 3 große Tischplatten mit Untersätzen, 11 Bilder in Rahmen, 1 Küchenschrank, 3 messingene Kessel, 1 zweischläfriges Bett, 1 Wagen mit Leitern, 1 brauner Wallach, 3 kleine Schweine.
Schlagsdorf, den 12. November 1876.

Krüger,                
Landreiter.     


Auction.

Am Freitag den 24. November c., Morgens von 10 Uhr an soll in der Behausung des Gastwirths Lühr in Schlagsdorf in öffentlicher Auction gegen gleich baare Zahlung verkauft werden:

1 Sopha, 1 Chatulle mit Aufsatz, Betten und Bettstellen, 2 eiserne Oefen, Flachs, Leinen und Leinenzeug, Frauenkleidungsstücke, Wein und Rum auf Flaschen, Wein=, Bier=, Grog= und Schnapsgläser, Porcellansachen, Haus= und Küchengeräthe, 1 Saal auf Abbruch, 1 Wagen, eiserne Eggen, 1 Pflug, ungedroschener Roggen und Hafer, Heu, Kartoffeln, 1 Kuh, Enten, Hühner, Tauben.
Schlagsdorf, den 12. November 1876.

Krüger,                
Landreiter.     


Auction.

Am Montag den 27. d. Mts. und den folgenden Tagen, Morgens von 9 1/2 Uhr an, sollen im Hause des Kaufmanns Beier hieselbst die sämmtlichen zur Concursmasse desselben gehörigen Sachen in öffentlicher Auction gegen gleich baare Zahlung verkauft werden, als:

Manufactur= und Material=Waaren, zum Gastwirthschaftsbetriebe gehörige Sachen, Mobilien, darunter 1 Regulator=Uhr, 2 neue Kleiderschränke, 3 Sophas, 6 Bettstellen, 5 Stand=Betten, Haus= und Küchen=Geräthe, Holz und Torf, ferner 150 Flaschen verschiedener Weine u. s. w.
Carlow, den 14. November 1876.

Struck,               
Landreiter.     


Auction.

Am Mittwoch den 29. November d. J. und den folgende Tagen, von Morgens 10 Uhr an, sollen auf der Oelmühle zum Hammer die zur Concursmasse des Oelmüllers A. Capell gehörenden Gegenstände öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zahlung verkauft werden, als:

10 Pferde, 4 Kühe, 3 Starken, 1 Kalb, 4 fette Schweine, 10 Hühner, 1 Bauwagen, 1 kleiner Wagen, 1 Stuhlwagen, 1 Schlitten, Pflüge, Eggen, 1 einsp. Ringelwalze, 1 Kornsäemaschine, 1 Kleesäemaschine, circa 30 Sack Eßkartoffeln und 30 Sack Viehkartoffeln, circa 400 Kornsäcke, 2 große Decimalwaagen mit Gewichten, Sielengeschirr, 12 Meter eichen und buchen Klobenholz, eichen Bohlen, tannen Bauholz, Schleete, Bohnenstangen, Pantoffelholz,

[ => Original lesen: 1876 Nr. 90 Seite 3]

1 Krahn mit Kette, 2 Hungerharken, 12 Mistbeetfenster, 1 Zeugrolle, Kisten, Tonnen, Laden, 1 Häckerlingslade, Gartenbänke, Gartenstühle, Krippen, Sophas, Spiegel, Stühle, Schränke, Tische, Bettstellen, Koffer, Betten, Leinenzeug, flächsen und heeden Garn und Leinen, Mannskleidungsstücke, Speck, Schinken, Feldsteine und was sich sonst noch findet.
Das Vieh kommt am 29. November, Mittags 12 Uhr, zum Verkauf.
Mannhagen, den 12. November 1876.

W. Solvie.     


Die
Ersparniß- u. Vorschuß-Anstalt
zu Schönberg

ist an jedem Mittwoch von 8 - 12 Uhr Vormittags geöffnet.

Das Directorium.


Heute Mittags 12 Uhr starb nach kurzer Krankheit unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater, der Glasermeister Johann Schulze, im 73. Lebensjahre. Tief betrauert von

den Hinterbliebenen.     

Schönberg den 16. November 1876.
Die Beerdigung findet am Montag Nachmittag 3 Uhr statt.


Neue Traubrosinen,
Malaga=Feigen,
Smyrna=Feigen, in 2Pfd.=Kistchen,
Citronen,
trockene amerik. Aepfel, à Pfd. 70 Pfennig (Mecklenburg).,
candirten Ingber

empfiehlt billigstens

Aug. Spehr.     
Schönberg.      


Einrahmung von Bildern,
geschweifte Gardienenbretter,
Spiegeln, in braunen, Baroque= und vergoldeten,
Rähmen zu billigen Preisen bei

H. Peters,                   
Glasermeister in Schönberg.     


Verloren am Dienstag den 7. d. M. Abends auf der Chaussee zwischen Schwanbeck und Sülsdorf 1 Satteldecke. Abzugeben gegen eine Belohnung in der Mühle zu Schönberg.


Morgen Abend
Erlanger Bier
vom Faß.
Schönberg.                                                     Aug. Spehr.


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Von den vielen eingegangenen Anerkennungsschreiben lasse eines derselben folgen:
Ew. Wohlgeboren ersuche um die Gefälligkeit, mir noch 4 Stück Nähtisch=Scheeren=Garnituren à M. 5 gegen Nachnahme einzusenden.
Koschentin (Oberschlesien), den 18. October 1876.
Emma Hüppe, bei der verwittweten Prinzessin zu Hohenlohe Ingelfingen.


[ => Original lesen: 1876 Nr. 90 Seite 4]

Prima böhmische

Salon-Stück-Kohlen

erwarte Anfang December, um gefl. vorherige Aufträge ersuchend.

Schönberg.                                                     F. Heitmann.


Sellerie und Porro
verkauft
                          A. Schwiesow.                                                     Schönberg.


Ueber Spielwerke.

Im Inseratentheile unseres Blattes finden unsere verehrten Leser und schönen Leserinnen wiederum, wie alljährlich, die Empfehlungen der weltberühmten Spielwerke von Herrn J. H. Heller in Bern. Derselbe liefert diese so allgemein beliebten Werke in einer geradezu staunenerregenden Vollkommenheit. Wir können daher Jedem, der nur ein wenig Freude an Musik hat, nicht warm genug empfehlen, sich ein Spielwerk anzuschaffen, und bietet die bevorstehende Weihnachtszeit die schönste Gelegenheit hierzu, auch kann kein Gegenstand, noch so kostbar ein solches Werk ersetzen.
Das kann wohl der Gatte der Gattin, der Bräutigam der Braut, der Freund dem Freunde schöneres und Willkommeneres schenken? - Dem Leidenden, dem Kranken gewährt es die größte und angenehmste Zerstreuung, vergegenwärtigt glücklich verlebte Zeiten; dem Einsamen ist es ein treuer Gesellschafter, es erhöht die Gemüthlichkeit der langen Winterabende im häuslichen Kreise u. s. w.
Hervorheben möchten wir noch ganz besonders die nur zu lobende Idee vieler der Herren Wirthe, die sich ein solches Werk zur Unterhaltung ihrer Gäste angeschafft. Die gemachte Ausgabe hat dieselben, wie uns von mehreren Seiten bestätigt wird, nicht gereut; es erweist sich somit auch deren praktischer Nutzen aufs Evidenteste und möchten wir allen Herren Wirthen die es bis dahin unterließen, anrathen, sich ohne säumen ein Spielwerk anzuschaffen.
Wir bemerken noch, daß die Wahl der einzelnen Stücke eine ganz fein durchdachte ist; die neuesten, sowie die beliebtesten älteren Opern, Operetten, Tänze und Lieder heiteren und ernsten Genres finden sich in den Heller'schen Werken auf das schönste vereinigt. Kurz, wir können keinen aufrichtigern

und wohlmeinenderen Wunsch an die geneigten Leser und Leserinnen unseres Blattes aussprechen, als den, sich recht bald in den Besitz eines solchen Spielwerkes zu setzen; reichhaltige illustrirte Preis=Courante werden Jedermann franco zugesandt
Auch ist direkter Bezug schon deshalb zu empfehlen, da vielerorts Werke für Heller'sche ausgeben werden, die es nicht sind.


18. Stiftungsfest
des
Sonnabend-Vereins zu Schönberg
am
27. November 1876.
~~~~~~~~~
Programm.

1. Ouvertüre zu "Joh. von Paris" für Violine und Klavier von Boieldieu.
2. Recit. und Arie aus "Undine" von Lortzing.
3. Adagio und Finale aus dem 7. Concert von Rohde.
4. Duett für Sopran und Alt.
5. Lied für Bariton.
6. Concertino für Violine und Klavier von Ferd. David.
7. Nachts am Meer für Sopran von Köhler,
8. Terzett aus "der Ostermorgen" von Neukomm.
9. Die 3 Liebchen, Ballade von Speier.

~~~~~~~~~
Abendessen
~~~~~~~~~
Ball

Der Vorstand.     


Am Mittwoch den 22. November findet bei mir ein

Ball

statt, wozu ich hiedurch meine geehrten Freunde und Gönner freundlichst einlade.

Gastwirth Kaven.     
Pogetz.             


Zu dem am

Freitag den 24. d. M.

bei mir stattfindenden

Bauernball

erlaube ich mir sowohl die geehrten Hauswirthe, als auch meine geschätzten Gönner zur gütigen Theilnahme hiedurch einzuladen.

Gastwirthin Boye.     
Schönberg.          


Otto's Gasthof.
170 Holstenstrasse, Lübeck,

in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs, wird den geehrten Reisenden bezüglich seiner confortable eingerichteten Logirzimmer bestens empfohlen.

Moderate Preise.
Restauration zu jeder Tageszeit.


Zu verkaufen
3 bis 4 Fuder Dung.

bei

Joh. Frentz,               
Bürstenmacher, Schönberg.     


Eintragungen in die Standes=Register
des Standesamtsbezirks Schönberg.

Geboren. D. 6. October dem Bildhauer Hauschild zu Schönberg ein Sohn. - D. 12. dem Schuster Reins zu Lüneburg eine Tochter.- D. 14. dem Husaren Doll zu Schönberg ein Sohn. - D. 15. dem Hauswirth Rieckhoff zu Bechelsdorf ein Sohn. - D. 22. ein unehelicher Sohn in Schönberg. - D. 23. dem Hufenpächter Nehls zu Kleinfeld eine Tochter. - D. 24. dem Hauswirth Lenschow zu Sabow eine Tochter. - D. 30. dem Arbeitsmann Blöß zu Schönberg ein Sohn. - D. 3. November dem Schmiedgesellen Schütt zu Schönberg eine Tochter. - D. 6. dem Gärtner Upahl zu Schönberg ein Sohn. - D. 8 dem Arbeitsmann Klatt zu Schönberg ein Sohn. - Ein unehelicher Sohn zu Sabow. - D. 10. dem Bahnhofsverwalter Voß zu Schönberg ein Sohn.

Gestorben. D. 11. October der Schuhmachermeister Johann Friedrich Wolgast zu Schönberg, 67 J. 4 M. alt. - D. 13. Trine Marie Lange geb. Boye, Arbtsm.frau zu Schönberg 57 J. 5 M. alt. - D. 13. Carl Krinke, Arbm. aus Liegnitz, 59 J. alt. - D. 14. die unverhel. Maria Boye zu Bechelsdors, 62 J. 5 M. alt. - D. 19. die unverhel. Anna Maria Voß zu Lockwisch, 25 J. 1 M. alt. - D. 20. Knecht Heinrich Martin Schütt zu Gr. Siemz, 47 J. 7 M. alt. - D. 3. November Schuhmachermeister Jochen Heinrich Speck, z. Z. in Lockwisch, 82 J. alt. - D. 4. Drechslermeister Jochim Peter Asmus Güttner, 73 J. 6 M. alt. - D. 5. Arbm. Joachim Heinrich Fick zu Schönberg, 43 J. 3 M. alt. - D. 6. Wilhelmine Catharina Elisabeth Peters, Arbm.tochter zu Schönberg, 3 J. 7 M. alt. - D. 8. Wilh. Carl Christian Wendland zu Schönberg, 20 T. alt. - D. 8. Maria Catharina Johanna Will, Zimmergesellentochter zu Schönberg, 4 J. 8 M. alt. - D. 14. Ann. Elsch Eckmann, verw. Kleinfeldt geb. Meyer, Hauswirthsaltentheilerin zu Mahlzow, 78 J. 4 M. alt.

Eheschließungen. D. 13. Oktober Schneider Joachim Peter Heinrich Heuer zu Schönberg und Catharina Maria Runge zu Carlow. - D. 20. Maurergesell Hans Heinrich Busch zu Mahlzow und Anna Catharina Elisabeth Schlatow zu Gr. Bünsdorf. - D. 20. Schuhmachermeister Hans Heinrich Oldörp zu Schönberg und Dorothea Ida Christine Dahl zu Travemünde. - Arbm. Heinrich Joachim Meyborg zu Schönberg und Catharina Maria Woisin zu Retelsdorf. - D. 24. Arbm. Johann Joachim Heinrich Kröplin zu Schönberg und Catharina Maria Steinfeld zu Schönberg. D. 27. Hauswirth Joachim Heinrich Borgwarth zu Palingen und Catharina Maria Burmeister zu Kleinfeld. - D. 31. Arbm. Hans Joachim Wigger zu Schönberg und Catharina Maria Elisabeth Dierck zu Schönberg. - Arbm. Johann Joachim Maaß zu Ollndorf und Magdalena Maria Bade zu Ollndorf. - D. 3. November Maurergeselle Hans Peter Vitense zu Schönberg und Catharina Margaretha Luise Soltmann aus Schaddingsdorf. - Maurergeselle Johann Heinrich Möller zu Lindow und Engel Magdalene Krellenberg zu Kl. Bünsdorf. - Goldschmied Carl Jacob Roepsstorff zu Schönberg und Wittwe Wilhelmine Marie Elisabeth Creutzfeldt geb. Badstein zu Schönberg. - Pferdeknecht Franz Joachim Nicolaus Prüßmann und Johanna Dorothea Friedederike Stein geb. Behrmann, beide zu Bauhof=Schönberg. - Arbm. Johann Heinrich Möller zu Schönberg und Maria Catharina Schwarz zu Schönberg. - D. 7. Arbm. Johann Heinrich Oldenburg zu Schönberg und Catharina Maria Elsabe Timmcke zu B.=Resdorf. - D. 10. Zimmergeselle Peter Johann Samuelson zu Schönberg und Catharina Maria Elisabeth Wienck zu Schönberg. - Sattler Heinrich Friedrich Carl Barteldt zu Schönberg und Friederike Maria Dorothea Prill zu Schönberg.


Kirchliche Nachrichten
Sonntag 19. November.

Früh=Kirche: Pastor Fischer.
Vormittags=Kirche: Pastor Kämpffer.
Amtswoche: Pastor Kämpffer.


Getreide=Preise in Lübeck.
Waizen16 M 50Pfennig  bis 22 M 50Pfennig.
Roggen17 M -Pfennig  bis 18 M 50Pfennig.
Gerste16 M -Pfennig  bis 17 M 50Pfennig.
Hafer16 M 50Pfennig  bis 18 M 50Pfennig.
Erbsen16 M -Pfennig  bis 19 M -Pfennig.
Wicken- M -Pfennig  bis - M -Pfennig.
Buchwaizen- M -Pfennig  bis - M -Pfennig.
Winter=Rappsaat29 M 50Pfennig  bis 30 M -Pfennig.
Winter=Rübsen28 M 50Pfennig  bis 29 M -Pfennig.
Schlagleinsaat20 M -Pfennig  bis 21 M -Pfennig.


Markt=Preise in Lübeck.
Butter pr. 500 Gr. M1,50 .
Enten d. St. M2,40 .
Hühner d. St. M1,10 .
Hasen d. St. M3,00 .
Tauben d. St. M0,40 .
Küken d. Stück M0,80 .
Wurst pr. 500 Gr. M1,20 .
Eier 4 St. für M0,30 .
Kartoffeln pr. 10 Lit. M0,50 .
Gänse pr. 500 Gr. M0,80 .


(Hierzu Offiz. Anz. Nr. 28.)


Redigirt, gedruckt und verlegt von L. Bicker in Schönberg.


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