No. 77
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 03. Oktober
1876
sechsundvierzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1876 Nr. 77 Seite 1]

   Der Schlächter Fritz Mustin in Herrnburg beabsichtigt in dem Wohnhause seines Vaters, des Büdners Mustin daselbst, die Schlächterei zu betreiben und hat, bei Einreichung der erforderlichen Zeichnung und Beschreibung des gedachten Grundstücks um die obrigkeitliche Erlaubniß hierzu nachgesucht.
   Indem wir dies in Gemäßheit der Bestimmungen im § 17 der Gewerbeordnung zur öffentlichen Kenntniß bringen, ergeht hierdurch die Aufforderung, etwaige Einwendungen binnen 14 Tagen bei uns anzubringen.
   Schönberg, 30. September 1876.

Großherzoglich Mecklenb. Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
F. Graf Eyben.


   Es wird hierdurch zur allgemeinen Kunde gebracht, daß die Maulseuche unter den Kühen des Hauswirths Peter Meyer zu Malzow erloschen ist.
   Schönberg, den 27. September 1876.

Großherzoglich Mecklenb. Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
H. Wohlfahrt.


Politische Rundschau.

Deutschland. Das Gesetz über die Naturalleistungen der bewaffneten Macht im Frieden ist bei den abgelaufenen Manövern zum ersten Male in vollem Umfange praktisch zur Anwendung gekommen. Die Kriegsdepartements in allen Bundesstaaten haben jetzt, wie man der K. Z. mittheilt, von den Truppencommandos darüber Bericht erfordert, ob und in wie weit sich die Ausführungsbestimmungen zu diesem Gesetze bewährt haben, beziehungsweise welche Vorschläge zur Abänderung erforderlich sein möchten.
Nach Beendigung des am 25. Septbr. zu Ehren des Kaisers veranstalteten Wettrennens bei Weißenburg, wozu sich gegen 20,000 Zuschauer, die elsässer Bauernmädchen in festlicher Nationaltracht, eingefunden hatten, vertheilte derselbe eigenhändig die Preise an die Sieger. Am Abend brachte der Straßburger Männergesangverein dem Kaiser eine Serenade, welche eine sehr freundliche Aufnahme fand. Für den 26. Septbr. war die Fortsetzung der Cavallerie=Manöver und sodann eine Besichtigung des Schlachtfeldes in Aussicht genommen.
Wenn die Reise des Kaisers Wilhelm ins Elsaß ein Fühler war, so ist er für einen ersten Versuch gut ausgefallen. Von den 7 Reiterregimentern, die bei Weißenburg "famos" manövrirten, wollen wir nicht sprechen; denn das sind Deutsche und Soldaten, aber es waren 20,000 Elsasser, namentlich Landleute herbeigeeilt um dem Kaiser zuzujubeln, Hunderte von Bauernsöhnen ließen sichs nicht nehmen, dem Kaiser in ihrer Volkstracht vorzureiten und ihn zu geleiten; aus Straßburg kamen große Deputationen und nicht blos amtliche, die Weißenburger Bürger, obwohl von Einquartierung stark heimgesucht, öffneten freiwillig, wenn auch nicht unentgeldlich den Gästen des Kaisers und vielen Fremden die besten Quartiere u. s. w. Diese Leute alle können doch nicht mehr verbissene "Groller" sein. Der Kaiser selber war überrascht von der freundlichen Aufnahme in Weißenburg und Wörth und machte eine Anspielung, daß er nächstes Jahr vielleicht nach Straßburg avanciren werde. Auf der Rückreise hat er Carlsruhe, Stuttgart und das Canstatter Volksfest besucht und ist dann nach Baden-Baden gereist. Das Kaiserwetter fehlte überall.
Der volkswirthschaftliche Congreß in Bremen debattirte auch über den Ankauf der Eisenbahnen durch das Reich. Die 300 sach= und fachverständigen Köpfe zeigten sich aber um kein Haar gescheidter als die 40 Millionen (minus 300) Laienköpfe; denn sie brachten's nach langem Streit nicht weiter als zur Anerkennung, daß eine Besserung des Bahnwesens nothwendig sei.
Die etwas entmuthigte deutsche Industrie schwankt noch, ob es für sie rathsam sei, die Ausstellung 1878 in Paris zu beschicken. Energische Leute sagen: ja! - Auch eine Versammlung von Künstlern und Industriellen in München hat sich für die Beschickung erklärt, wenn der Kunstindustrie die erforderliche Unterstützung seitens der Regierungen zu Theil werde.
Gegenüber dem schutzöllnerischen Petitionssturm regen sich nun auch die Freihändler. Neuerdings hat u. A. der westpreußische landwirthschaftliche Centralverein an seine Filialvereine Petitionen an den Fürsten Bismarck und an den Reichstag versandt, welche energisch für Ausführung des Gesetzes vom Juli 1873 eintreten.
Privatmeldungen aus den königlichen Gewehrfabriken in Erfurt bestätigen, daß in den dortigen Werkstätten Arbeiter=Entlassungen in größerem Maßstabe vorgenommen wurden. Vom 1. October ab wird dort nur noch etwa der fünfte Theil der sonst Beschäftigten die Fabrikation der Handfeuerwaffen fortbetreiben.
Laut Verfügung des Handelsministers werden sämmtliche Placatfahrpläne der deutschen Eisenbahnen vom 15. October d. J., wo der Winterfahrplan in Kraft tritt, auf den Stationen der eigenen Bahnstrecke in gelber Farbe abgeschlagen sein, wogegen die Fahrpläne der angrenzenden Bahnen sämmtlich weiß sind. Sobald der Reisende auf der Station, von welcher er abreisen will, nach dem Fahrplan sucht, braucht sich derselbe nur nach dem gelben umzuschauen, um den richtigen zu treffen.
Türkei. In Betreff der orientalischen Frage wird aus Wien gemeldet, daß man dort der Sendung des K. russischen General=Adjutanten Grafen

[ => Original lesen: 1876 Nr. 77 Seite 2]

Sumarokow an den Kaiser von Oesterreich eine der Herstellung des Friedens entschieden günstige Bedeutung beilegt. Einer Mittheilung aus Konstantinopel zufolge ist es die Absicht der türkischen Pforte, ihre Antwort auf die Friedensvorschläge der Großmächte erst am Sonntag den 1. October zu ertheilen. Nachrichten aus Belgrad und Konstantinopel bestätigen die schon gemeldete Wiederaufnahme der Feindseligkeiten von Seiten der Serben. Doch liegen glaubwürdige Berichte über größere Kämpfe noch nicht vor.


- Wie ein Märchen aus alten Zeiten klingt die der "Post" durch Privattelegramm zugekommene Nachricht, daß die römische Curie damit umgehe, im Januar k. J. den Jahrestag der Demüthigung Kaiser Heinrich IV. in Canossa feierlich zu begehen.
- Die Sprengung der Hell Gate=Felsen, welche für große Dampfer die Fahrt von Long Island Sound in den Hafen von Newyork versperrten, ist letzten Sonntag Nachmittag nach 7jähriger Vorarbeit ohne Unfall vor sich gegangen. Es kamen dabei nicht weniger als 52,206 Pfund Dynamit und andere Sprengmittel zur Verwendung. Die Explosion war 10 (engl.) Meilen weit vernehmbar, und die Erschütterung wurde in der Stadt Newyork wie ein leichtes Erdbeben verspürt. Der Erfolg soll ganz befriedigend ausgefallen sein.
- Eine Aesopische Fabel aus der Gegenwart. Es war ein Tag, an dem Zeus den Thieren Gehör zu geben pflegte. Da standen sie denn alle um seinen Thron und brachten vor, was sie auf dem Herzen hatten. Der Löwe beklagte sich bitter darüber, daß er, wenn zwei andere Thiere sich mit einander stritten, sie nicht alle Beide auffressen dürfe. Der Bär bat um die Erlaubniß, seinen allerbesten Freund kalt machen zu dürfen, wenn der sich etwa einfallen ließe, seiner, des Bären, Grenze näher als auf tausend Schritte heranzukommen. Der Adler that, was er immer zu thun pflegte, er verklagte bei Zeus einen Spatz, der ihn unehrerbietig angepiepst hatte. Auch alle andern Thiere brachten, jedes nach seiner Art, ihre Angelegenheiten vor Jovis Thron, und da just ein guter Tag war, fanden sie Alle Erhörung und waren heiter und guter Dinge. Nur die Schafe und Esel standen traurig in der Ecke und ließen traurig die Köpfe hängen. Zeus trat an sie heran: "Was ist Euch? Warum seid Ihr betrübt ?" "Ach, Allvater, uns geht es schlecht. Siehe, alle anderen Thiere haben in ihrer Stimme Etwas, was die übrigen Geschöpfe in Respekt setzt. Nur wir mit unserm Bäh und I-Ah erregen Nichts als Hohn und Spott." "Was soll ich aber dagegen machen?" fragte Zeus. "Gieb uns Etwas, worüber die Menschen nicht mehr lachen; es kann so dumm sein, daß sich jedes andere Thier seiner schämen müßte, aber es muß schrecklich klingen, gräuelhaft, unausstehlich." Da griff Zeus in seine Tasche und holte hervor ein - Cri=Cri. "Hier, nehmt es hin," sprach er, "Eure Bitte ist zwar kindisch, aber das, was ich, um sie zu erfüllen, Euch gebe, ist es in noch weit höherem Maße. Nun quälet Euch selbst und die Welt, so lange es - Mode sein wird!" Also sprach der gütige Zeus. Seit dieser Zeit nun Trägt jedes Schaf und jeder Esel ein Cri=Cri.
- Graf Auersperg (Dichter Anastasius Grün) ist auf Anordnung des Justizministeriums von dem Maler Angeli in Lebensgröße gemalt worden und wird sein Bild im Saale des Herrenhauses aufgehängt. Seine Collegen in Berlin brauchen nicht eifersüchtig zu werden.
- Dem Dichter der Jobstade, dem Dr. Kortüm in Bochum († 1824) wird eine Gedenktafel von Marmelstein an seinem Hause errichtet.
- In Frankfurt ist der bekannt Schriftsteller und freireligiöse Prediger Heribert Rau gestorben.
- Sehr interessant war der vom 24.-27. September in Frankfurt am Main abgehaltene Allgemeine deutsche Frauentag. U. a. sprach Frl. Marie Calm=Cassel "über Verurtheile," Pastor Längin=Karlsruhe, über "Zwei Hindernisse der Erweiterung der Frauenarbeit," Frl. Amely Bölte über die "Wirthschaft (!) der deutschen Hausfrauen," Frau Emma Laddey über den "Einfluß der Frauenfrage auf die Ehe." Die Verhandlungen waren im "Polytechnikum", das Festmahl im Palmengarten."
- Keine Briefe sind in dieser schönen Zeit so verbreitet und beliebt, namentlich im Kladderadatsch, wie die Steckbriefe. Keine Nummer ohne einen Steckbrief oder auch zwei und drei: oben das in Holz geschnittene, wohlgetroffene und deshalb etwas dunkele Portrait und drunter die Unterschrift, oft sogar eine eigenhändige. Und keine Lumpen sind's, die da in Wort und Bild abkonterfeit und von den Liebhabern so sehr gesucht werden, sondern lauter große - Leute, die man nicht hängt, sondern laufen läßt (bis auf Weiteres): Bankdirekoren, Gründer, Geschäfts= und Kassenführer großer Häuser, also im strengsten Sinne Illustrationen, wie man jetzt berühmte Leute, die in die Zeitungen kommen, nennt. Vorsichtige Leute, die die Ahnung künftiger Thaten rechtzeitig in sich spüren, lassen ich sich daher jetzt gar nicht photographiren, eben wegen des Mißbrauchs, den Untersuchungsrichter und Polizeidirektoren mit den schönsten Photographien zu treiben pflegen. Die jüngste derartige steckbriefliche Illustration ist der flüchtige Bankdirektor Horn aus Cöln.
- Auch Viehtreiber haben ihr Ideal. Ein solches ist die Heerde von 30,000 Ochsen, die von Neuces in Texas nach Kansas getrieben wird. Es theilen sich aber 700 Treiber in dieses Ideal.
- Im Wolgau=Gouvernement in Rußland, wo's wenig Holz, aber viele Naphta=Quellen giebt, heizen sie jetzt viel mit Naphta=Erde statt mit Holz und Kohle.
- Ein Zahnarzt Rolenter warnt vor der Salicylsäure als Zahnreinigungsmittel. Diese Säure, sagt er, reinige zwar die Zähne, erweiche sie aber auch so sehr, daß man den Schmelz mit dem Nagel abkratzen könne, und sei so eine Zahnverderberin.
- General Benjamin Butler in Newyork empfiehlt sich seinen Mitbürgern zur Wiederwahl in den Congreß folgendermaßen: Wenn Ihr mich nach Washington schickt, koste ich Euch nur 5000 Dollars das Jahr; behaltet Ihr mich aber hier, so ziehe ich Euch als Advocat das Zehnfache aus der Tasche. Was wollt Ihr lieber?
Auf dem Bahnhofe Heinau langten 20 Stück Fohlen edlerer Race aus Gumbinnen an, die entladen und in mehreren Koppeln den Knechten der Empfänger übergeben wurden, plötzlich wurden die Thiere der einen Koppel scheu, rissen sich los, stürzten im wildesten Rennen in der Richtung Kaiserswaldau=Bunzlau den Bahnkörper entlang und in wenigen Augenblicken geschah dasselbe von den übrigen, ohne daß es gelang, dieser wilden, verwegenen Jagd ein wirksames Hinderniß entgegensetzen zu können. Ehe die abgelassene Depesche in der Station Kaiserswaldau anlangte, hatte eine Anzahl Fohlen bereits den dortigen Bahnhof in Windeseile passirt, zur allgemeinen Bestürzung des Bahnpersonals. Zwei Pferde wurden bei einem Bruckenübergange mit zerbrochenen Gliedern verendet vorgefunden. Einige sind unweit Kaiserswaldau, andere erst in der Gegend von Bunzlau aufgegriffen worden.
- Ein Komödiantenwagen wurde in Bochum auf der Eisenbahn eingeladen; es hatte sich aber insgeheim die aus fünf Mitgliedern bestehende Künstlergesellschaft zur Ersparung des Personenfahrgeldes darin versteckt. Als der Zug in Bewegung war, fühlten sich die Insassen sicher und schauten munter zum Fenster hinaus. Sie wurden aber bemerkt und ihre Ankunft schleunigst nach Hagen depeschirt. In Hagen wurde nun der Komödianten wagen von zwei Gensdarmen in Empfang genommen, aber alles blieb stumm, bis man durch Aufbrechen der Thür die Gesellschaft aus dem Versteck herausholte, um ihr das Urtheil der Strafzahlung von sechs Mark pro Person und Nachzahlung des Fahrgeldes zu verkündigen.
- Dem Verbande der Kriegervereine beider Mecklenburg gehören 47 Vereine an, welche 4369 Beitrag zahlende Mitglieder und 254 Ehrenmitglieder zählen; unter letzterem befinden sich 40 Veteranen. Bis jetzt haben aus der Vereinskasse 403 Mitglieder aus der Vereinskasse Unterstützungen erhalten im Betrage von 6191 Mark. Das Baarvermögen der Vereine beträgt 21,845 Mark (darunter 10,800 M., Schenkungen des Großherzogs), der Werth der Inventarien etc. beläuft sich auf 5266 1/2 M.


[ => Original lesen: 1876 Nr. 77 Seite 3]

Anzeigen.

Nach der heute gemachten Anzeige sind am 23. d. Mts. Nachmittags zwischen 2 und 1/2 4 Uhr dem Arbeit August Ohst zur Bäck mittelst Einbruchs aus seiner Wohnung 44 Thaler in Zwei= und Einthalerstücken, sowie 2 Fünfmarkstücke und ein Einmarkstück gestohlen worden.
Wir ersuchen alle resp. Polizei= und Gerichtsbehörden um Vigilanz und resp. Anhaltung des Diebes und des gestohlenen Gutes, sowie um beschleunigte Benachrichtigung in dem einen sowie in dem andern Falle dienstergebenst.
Schönberg, den 26. September 1876.

Großherzogl. Justizamt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
H. Wohlfahrt.

Arndt.     


In Sachen betreffend den Concurs über die Verlassenschaft des Hauswirths P. J. Oldenburg in Herrnburg sind Termine vor dem unterzeichneten Concurs=Gerichte anberaumt

1) zum Verkaufe der zur Masse gehörigen zu Herrnburg belegenen Vollstelle c. p. auf

Freitag den 6. October cr.,
Vormittags 11 Uhr,

2) zum Ueberbot auf

Mittwoch den 1. November cr.,
Vormittags 11 Uhr,

wozu Kaufliebhaber hierdurch mit dem Bemerken geladen werden, daß die Besichtigung des Grundstücks nach voraufgegangener Meldung bei dem zum interimistischen Curator bonorum ausersehenen Anerben Freitag in Herrnburg jederzeit freisteht und die Verkaufsbedingungen 14 Tage vor dem Verkaufstermine auf der Justizamts=Registratur einzusehen, auch gegen die Gebühr in Abschrift zu erhalten sind.
Schönberg den 25. Juli 1876.

Großherzogliches Justizamt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
v. Arnim.

A. Dufft.     


Grundstücke=Verkauf.

Zum öffentlich meistbietenden Verkaufe der der verstorbenen Rademacher=Wittwe Kassow, geborene Törber und deren majorennen 3 Kindern gehörigen Grundstücke, nämlich

1) des Wohnhauses Nr. 78 an der Gletzower Straße,
2) des 58 []Ruthen großen Gartens Nr. 436 vor dem Gletzower Thore,
habe ich auftragsmäßig einen einzigen Termin auf

Donnerstag den 5. k. M. October,
Vormittags 11 Uhr,

im Hause des Gastwirths Herrn Schreiber angesetzt, wozu ich Kaufliebhaber mit dem Bemerken einlade, daß die Tradition beider Grundstücke, für welche bei dem sofort im Termine erfolgenden Zuschlage eine Conventionalpön von resp. 500 M. und 200 M. zu zahlen ist, noch zur Michaelis=Umzugszeit geschieht und daß für das Wohnhaus bereits 3200 M. und für den Garten 1000 M. geboten sind.
Rehna, den 23. September 1876.

Bruse,           
Stadtsecretair.     


Auction.

Am Mittwoch den 4. October cr., Morgens von 10 Uhr an, soll in der Behausung des Krämers Wulff in Ziethen in öffentlicher Aktion gegen gleich baare Zahlung verkauft werden:

ein Kleiderschrank, ein Eckschrank, zwei Sophas, ein Sophatisch, ein Schreibpult, Tische, Stühle, ein Leinklopper, eine Zeugrolle, eine Winde, eine Decimalwaage, eine nicht ganz vollständige Schrotmühle, acht Grabkreuze, Gypsformen zur Cementgießerei, sechs Wagenleitern, etwas Haus= und Küchengeräth u. s. w.
Schlagsdorf, den 22. September 1876.

Krüger, Landreiter.     


Die
Ersparniß- u. Vorschuß-Anstalt
zu Schönberg

ist an jedem Mittwoch von 8 - 12 Uhr Vormittags geöffnet.

Das Directorium.


Die Lübecker Bank vergütet für bei ihr belegte Gelder bis auf Weiteres
4 % bei zwölfmonatl. Kündigung,
3 1/2 % bei sechsmonatl. Kündigung,
und 3 % bei dreimonatlicher Kündigung. Die einzuzahlenden Gelder dürfen nicht weniger als M. 300. betragen und kann die Zinse halbjährlich erhoben werden.
Lübeck, den 1. Februar 1876.

Lübecker Bank.     


Von jetzt an wohne beim Sattlermeister Herrn Baer am Markt Nr. 35.

Schönberg.                                                     H. Ratzeburg.


Wollene Tücher aller Art, Cachenez, Caputzen, Gummituchschürzen,
gedrucktes Schürzenleinen, Halstücher, Taschentücher u. s. w.
empfiehlt                                                     H. Ratzeburg.


Maschinengarn, Zwirn in Knäuel u. Docken, Seide, Gurten, Litzen, Band, Knöpfe, Toilett-Seife, Bogenkämme etc.
empfiehlt                                                    
H. Ratzeburg.


Flechten
werden von ausgekämmten Haaren angefertigt bei
                                                                       H. Ratzeburg.


Am diesjährigen Markttage werde nicht wieder auf dem Markte ausstehen, sondern nur im Hause verkaufen.
                                                                       H. Ratzeburg.

                                                                       am Markt No 35.


Uhren=, Gold- & Silberwaaren
in neuesten Mustern und großer Auswahl empfiehlt
Heinrich Kock,
Uhrmacher & Goldarbeiter in Schönberg


Fried. Matz.
Lübeck,
Breitestrasse 804.
Lager von Tapeten, Borden, Goldleisten Rouleaux & Teppichen.


Segelschiff     Täglich frischen Kalk
und echt englischen
Portl.=Cement
bei
W. J. Heymanson,
Lübeck.


Auf dem Felde zu Hof Selmsdorf hat sich eine Gans eingefunden; der rechtmäßige Eigenthümer kann dieselbe gegen Erstattung der Insertionsgebühren in Empfang nehmen.


Die Besitzer von Antheilscheinen zum Schützenhause werden ersucht, am Sonntag den 8. , Nachmittags 4 Uhr, mit ihren Familien zum gemüthlichen Zusammensein sich im Schützenhause zu versammeln.


Zu Ende dieses Monats werde ich meinen Wohnsitz von Schönberg nach Ratzeburg verlegen und daselbst in der Seestraße wohnen.
Den 24. Sept. 1876.

Dr. Barlach.     


[ => Original lesen: 1876 Nr. 77 Seite 4]

Für Herbst und Winter

habe ich mein Lager mit allen Neuheiten groß sortirt, so daß es Jedem leicht wird, die Wahl zu treffen. Die Preise sind der günstigen Conjunctur halber so niedrig wie nie, und verfehle ich nicht, auf eine große und reiche Auswahl

Buckskins, Rock= und Paletot=Stoffe

>ganz besonders aufmerksam zu machen.

Hochachtungsvoll          
August Creutzfeldt.     

Schönberg.


Die neuesten Sachen

in ganz= und halbwollenen Kleiderstoffen, Plaids, Lamas, Beyderwands und Warps, Damen=Paletots, Regenmänteln und Jacken, Plüsch in allen Farben, Tücher aller Art in großer Auswahl, sowie sämmtliche Woll= und Fantasie=Artikel u. s. w.
empfiehlt zu sehr niedrigen Preisen

August Creutzfeldt in Schönberg.     


Die Neuheiten für die Herbst- und Winter-Saison
in Buckskins, Ratines, Flockenes, Kleiderstoffen, Damenpaletots, Shawls und Tüchern, Tricotagen und Phantasie=Artikel, sowie sämmtliche Besatz=Artikel für die Winterconfection
sind in großer Auswahl eingetroffen und halte solche zu billigen Preisen bestens empfohlen.

NB. Schwarze Seidenzeuge gebe einstweilen noch zu den alten billigen Preisen ab.

Schagsdorf.                                                     H. Siebenmark.


Die
Tremser Knochenmühle & Superphosphatfabrik
in
Trems bei Lübeck

empfiehlt zur diesjährigen Roggen= und Weizensaat ihr anerkannt vorzügliches gedämpftes und aufgeschlossenes Knochenmehl als wirksamstes und billigstes Düngemittel für obige Getreidearten mit Gehaltsgarantie unter Controle der Controlstationen in Kiel und Rostock zu niedrigsten Preisen.

H. C. Koch.       
Trems und Lübeck.     


Gerste,

reine, trockne, ohne Auswuchs wird gekauft zu Hof Stove.


Ein Dienstmädchen für häusliche Arbeiten und Melken wird sogleich gegen hohen Lohn gesucht. Nähere Auskunft ertheilt J. Wegner in Schönberg.


Pferd

Am 8. October treffe ich mit einem Transport 1 1/2jähriger Füllen ein, wozu Kaufliebhaber ergebenst einladet

Bernhard Schleuß
in Schönberg.


Pferd

Mit einem Transport 1 1/2jähriger Wilster=Marsch=Füllen bin ich eingetroffen, wozu Kaufliebhaber ergebenst einladet

Aug. Kniep       
in Schönberg.     


Kastanien werden gekauft, das Faß (1/4 Schffl.) zu 15 Pfennig (Mecklenburg). - Wo? erfährt man in der Expedition der Anzeigen zu Schönberg.


Am Markttage
grosse Tanzmusik
im Schützenhause.

Wozu freundlichst einladet

A. Schwiesow.     
Schönberg.     


Nähmaschinen

in größter Auswahl, als
Singer's Familienmaschine, elegant mit Verschlußkasten und allen Apparaten M. 108,
Wheeler & Wilson's Familienmaschine mit Verschlußkasten und allen Apparaten M. 80, dieselbe hochelegant M. 96,
La Novita, ähnlich wie Singer, mit Verschlußkasten und allen Apparaten M. 96,
Löwe=Maschine mit Verschlußkasten und allen Apparaten M. 120,
Handmaschinen, Doppelsteppstich, von 48 bis 60 M.
Handwerker=Maschinen für Schneider und Schuhmacher in verschiedenen Systemen
empfiehlt ergebenst unter Garantie

Wilh. Harmsen.
Ratzeburg.


Getreide=Preise in Lübeck.
Waizen17 M -Pfennig  bis 23 M -Pfennig.
Roggen18 M 50Pfennig  bis 20 M -Pfennig.
Gerste17 M -Pfennig  bis 18 M -Pfennig.
Hafer17 M -Pfennig  bis 18 M 50Pfennig.
Erbsen16 M -Pfennig  bis 19 M -Pfennig.
Wicken- M -Pfennig  bis - M -Pfennig.
Buchwaizen- M -Pfennig  bis - M -Pfennig.
Winter=Rappsaat29 M 50Pfennig  bis 30 M -Pfennig.
Winter=Rübsen28 M 50Pfennig  bis 29 M -Pfennig.
Schlagleinsaat20 M -Pfennig  bis 21 M -Pfennig.


Markt=Preise in Lübeck.
Butter pr. 500 Gr. M1,45 .
Enten d. St. M2,25 .
Hühner d. St. M1,00 .
Hasen d. St. M3,50 .
Tauben d. St. M0,40 .
Schinken pr. 500 Gr. M0,90 .
Wurst pr. 500 Gr. M1,20 .
Eier 5 St. für M0,30 .
Kartoffeln pr. 10 Lit. M0,45 .
Gänse d. St. M6 .


(Hierzu Offiz. Anz. Nr. 23.)


Redigirt, gedruckt und verlegt von L. Bicker in Schönberg.


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