No. 69
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 05. September
1876
sechsundvierzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1876 Nr. 69 Seite 1]

Politische Rundschau.

Deutschland. Die "liberalen" Parteien Deutschlands, besonders die Partei der "National=Liberalen", sind augenscheinlich in sehr großer Besorgniß vor dem Verein der Deutsch=Konservativen und in noch größerer Noth in Hinsicht auf ihren eigenen Fortbestand. Zwar suchen ihre Organe noch immer Siegesgewißheit und Selbstbewußtsein zur Schau zu tragen; aber wie ihnen zu Muthe ist, verräth ihr ängstliches Umhertasten nach Stützen, ihr Ergreifen jedes Strohhalmes, um daran ihre Hoffnungen zu knüpfen. So suchten die Nationalliberalen eine Zeitlang in der Vereinigung mit der Fortschrittspartei ihre Rettung; aber diese fürchtete offenbar die Halbheit der nationalliberalen Theorien und setzte ihr sozusagen den Stuhl vor die Thür. Da ergriff denn die "Nordd. A. Ztg.", die sich bekanntlich kurze Zeit den Deutsch=Konservativen angeschlossen hatte, aber bald erkennen mußte, daß sie aus der im Bewußtsein ihrer Kraft und der Macht der Wahrheit mit großer Selbständigkeit auftretenden deutsch=konservativen Partei niemals eine blinde Regierungspartei würde machen können - sie ergriff die Gelegenheit, den durch die fortschrittlichen Aeußerungen verstimmten Nationalliberalen zu Gemüthe zu führen, daß sie sich durchaus von der Fortschrittspartei fernhalten müßten, wenn sie sich nicht des Anspruchs begeben wollten, daß aus ihren Reihen Minister genommen würden. Es käme vielmehr darauf an, Männer zu wählen, "welche die Politik Bismarcks unterstützen", wie es seit 1866 geschehen sei; und es sei zu erwarten, "daß die Männer, welche sich im Jahre 1866 von der Fortschrittspartei trennten, um Realpolitik zu treiben, und welche sich der dankenswerthen Früchte dieser Politik zu freuen haben, nicht gewillt sein können, auf das Stadium vor ihrem Anfang zurückzugehen." Dieser Artikel der "N. A. Z." wurde für offiziös gehalten und gewährte den Nationalliberalen einen Hoffnungsstrahl in der Noth. Die "K. Ztg." beeilte sich sofort, in einem langen Artikel aufs eifrigste zu versichern, "daß ja Niemand daran denke, an der bisherigen Stellung der nationalliberalen Partei zu der Regierung etwas zu ändern; sondern sie werde in der nächsten Legislaturperiode sicherlich im wesentlichen ebenso zur Regierung und zum Reichskanzler stehen, wie in der eben abgelaufenen." Damit wäre also der nationalen Partei neue Lebensluft gegeben. Doch gönnen wir ihr die kurze Selbsttäuschung! Unser deutsches Volk hat in diesen drei letzten Jahren viel erfahren; es ist auch politisch gereifter geworden, und wird sich nicht noch einmal zu seinem unermeßlichen Schaden in den Netzen des Liberalismus fangen lassen! Dazu kommt, daß die siegreiche Wahrheit bereits klar und fest ausgesprochen ist dem Programm des deutsch=konservativen Vereins und täglich neue Anhänger gewinnt. Wenn Gott hilft - und Er wird es thun - So brauchen wir die Zukunft nicht mehr zu fürchten, so werden bald die tiefen Wunden, welche die liberale Aera unserm deutschen Volke geschlagen hat, Heilung finden.
In Heidelberg ist am 29. August der zehnte "deutsche Protestantentag" eröffnet worden.
Der um die deutsche Wissenschaft und noch in neuester Zeit durch seine Bemühung um eine Verbesserung und einheitliche Gestaltung in der deutschen Orthographie hoch verdiente Professor Dr. Rudolf von Raumer ist plötzlich in Erlangen gestorben.
Frankreich. Der "Times" zufolge geht die Einwohnerzahl Frankreichs in letzter Zeit stetig zurück und nimmt etwa in dem Maße ab, wie die deutsche zunimmt. So soll die Bevölkerung Franreichs in den Jahren 1866-1873 abgesehen von dem Verluste Elsaß=Lothringens, sich um 370,000 Köpfe vermindert haben. Daß diese Erscheinung ihre Hauptursache in den schlimmen sittlichen Zuständen dieses Volkes hat, unterliegt wohl keinem Zweifel.
Türkei. Das seit längerer Zeit erwartete Ereigniß eines Thronwechsels ist nun wirklich erfolgt. An die Stelle Murads V. ist sein Bruder Abdul Hamid getreten.
Der kürzlich gemeldete Sieg der Serben bei Alexinatz wird jetzt von Konstantinopel aus geleugnet; doch wird derselbe von anderen Seiten vielfach bestätigt; und die Serben scheinen seitdem auch weitere Erfolge errungen zu haben.
Die Friedensverhandlungen, welche die Großmächte aufgenommen zu haben scheinen, wollen nicht recht von der Stelle. Wenigstens finden sich in den Zeitungen noch die einander widersprechendsten Gerüchte über dieselben.


Schönberg. Am Donnerstage voriger Woche wurde der neue von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzoge der Schönberger Kirchengemeinde geschenkte vor dem Siemzerthore belegene neue Begräbnißplatz durch den Herrn Pastor Kämpffer eingeweiht. Es war ein feierlicher Act, an dem die hiesigen Schulen, sowie eine sehr große Zahl der Gemeinde=Mitglieder theilnahmen. Durch die gestreckte Lage der Stadt zwischen dem See und dem Maurine=Wiesenthal macht die Einweihung des neuen Gottesackers zwei andere Einrichtungen nothwendig und wünschenswerth. Es wird nämlich bei der entfernten Lage des neuen Kirchhofes von der Stadt künftig unumgänglich nöthig sein, daß alle Leichen, die bekanntlich bisher größtentheils bei der Beerdigung getragen wurden, mit einem Leichenwagen dorthin geschafft werden. Der bisher für die Benutzung des Leichenwagens geforderte hohe Betrag wäre jedoch erheblich zu ermäßigen und dürfte, nach unserer Ansicht, den Preis von 5-6 M. nicht übersteigen. Ein zweiter Umstand, der sich ehestens als wünschenswerth herausstellen wird, ist die Erbauung einer Begräbnißkapelle, damit das die Leiche begleitende Gefolge bei ungünstiger Witterung ein Obdach findet, in welchem die Leiche niedergesetzt und die Leichenrede gehalten werden kann. Eine solche Kapelle würde zugleich eine hübsche Zierde des leider bisher noch baum= und strauchlosen Gottesackers bilden.
Schönberg. Unser Sedanfest verlief dem von der Fest=Committe aufgestellten Programm entsprechend. Es war eine würdige, der großen Bedeutung des Tages angemessene Feier, deren Hauptmomente (das Wettturnen der Schüler, der Festgottesdienst,

[ => Original lesen: 1876 Nr. 69 Seite 2]

der Festzug, das Festessen und Abends der Fackelzug und die Festbälle) unter reger Betheiligung aus Stadt und Land stattfanden. Auch das Wetter, dieser Hauptfactor einer solchen öffentlichen Feier, war nicht allzu ungünstig und hat nirgends einen Haupttheil des Festprogramms gestört. Einen sehr anziehenden Theil desselben bildete das Wettturnen der Schüler, sowohl der Real= wie der Bürgerschule, dem ein zahlreicher Kreis aus dem Publikum mit sichtlichem Interesse zusah. Als Anerkennung erhielten die Sieger in den einzelnen Riegen Ehren=Schleifen, die ihnen am Schluß der Uebungen angeheftet wurden. Folgende sind die Namen der Decorirten:
Realschule Springen: Peters, Realkl. 2 (3,10 Meter). Laufen: L. Vogel Rkl. 4 1. Preis, Bielfeldt Rkl. 4 2. Preis, C. Vogel Rkl. 5 3. Preis. Klettern: H. Will Rkl. 3 1. Preis, Heincke Rkl. 4 2. Preis, Hempel Rkl. 2 3. Preis. Barren: Greiff Rkl. 1 1. Preis, Magerfleisch Rkl. 1. 2. Preis. Reck: Lüttjohann Rkl. 4 1. Preis, Will Rkl. 3 2. Preis.
Bürgerschule. Springen: J. Bade 1. Preis, Sterly 3. Kl. 2. Preis. Klettern: Sterly 3. Kl. 1. Preis, Mettscher 2. Kl. 2. Preis. Laufen: J. Bade 1. Pr., Fischer 2. Kl. 2. Preis.
- Aus halbamtlicher Quelle wird von Berlin mitgetheilt, daß die gegenwärtige Geschäftslosigkeit auf gewerblichem Gebiete ein massenhaftes Zurückströmen der Arbeiterbevölkerung auf das Land zur Folge gehabt hat, sodaß der frühere Arbeitermangel vollständig gehoben, theilweise sogar in das Gegentheil umgeschlagen und der Arbeitslohn bedeutend zurückgegangen ist.
- In Frankreich wird noch vor Ablauf des Jahres 1876 eine Volkszählung stattfinden, um zu prüfen, ob die von dem Senator de Lavergne nachgewiesene Abnahme der Bevölkerung wirklich vorhanden ist.
- Mit seltener Uebereinstimmung und Beharrlichkeit hat sich die ganze Bevölkerung von Dürkheim in der Pfalz, Jung und Alt, Männlein und Weiblein, der schwierigen Aufgabe unterzogen, die noch im Keller lagernden Fässer mit 1875er Wein rechtzeitig leer zu trinken, um Platz zu gewinnen für die nach Menge und Güte vorzügliche Weinernte des laufenden Jahres. Die vorausgegangene Hitze, welche die Trauben zur schönsten Reife brachte, war zugleich von einem so wohlthätigen Durste begleitet, daß bereits die erfreulichsten Resultate erreicht worden sind.
- Den Nibelungen=Ring vom juristischen Standpunkte aus schildert Paul Lindau in seinen "Nüchternen Briefen aus Bayreuth" folgendermaßen: Von der gelinden Ueberschreitung gegen das Polizeigesetz bis zum schweren Verbrechen - "der Ring der Nibelungen" faßt Alles in sich. Man könnte gleich mit dem Baden am unerlaubten Ort (Rheingold, erste Scene) beginnen und über die groben Injurien (zwischen Alberich und den Rheinmädchen) zu dem Raube (des Goldes) übergehen. In der "Walküre" bietet sich uns der interessante Fall des Ehebruchs in idealer Concurrenz mit der Blutschande. (Siegmund und Sieglinde.) Ferner Zweikampf ohne Zuziehung von Zeugen (Siegmund und Hunding). In "Siegfried" haben wir Thierquälerei (die Hatz des Bären auf Mime), Wilddieberei (Tödtung des Lindwurms ohne Jagschein), Mord und Todtschlag (Mime durch Siegfried), Konkubinat (Brunnhilde und Siegfried); in der "Götterdämmerung"; Ehebruch in idealer Concurrenz mit Bigamie (Siegfried, Gudrun und Brunnhilde), Meineid (Siegfrieds oder Brunnhildens), unbefugte Ausübung der ärztlichen Praxis und Verkauf von Geheimmitteln (Gudrune), Mord (Siegfried durch Hagen) und Brandstiftung (die Halle der Gibichungen durch Brunnhilde)."
- Die deutschen Forstmänner, die vom 2. bis 4. September in Eisenach tagten, frühstückten am 2. Tage bei dem Großherzog in Wilhelmsthal.
- Die Newyorker habens nicht vergessen, daß in ihrem Hafen am Höllenthor vor mehr als hundert Jahren eine englische Fregatte Hussar mit angeblich 5 Millionen Dollars in Gold versunken ist. Schon zweimal machten Engländer und Amerikaner mit unzureichenden Instrumenten vergeblich den Versuch, den Schatz zu heben, jetzt macht eine Gesellschaft von Ingenieuren und Spekulanten mit ausgezeichneten Instrumenten den dritten Versuch. Sie haben den Schiffsrumpf gefunden und angebohrt, es scheint sich aber in der Tiefe des Meeres und in der langen Zeit alles zu einem Berg zusammengeballt zu haben, der erst durchstochen werden muß.
- Die Spaziergänger im Boulogner Wäldchen in Paris waren neulich gegen Abend nicht wenig überrascht, als ein stattlicher Hochzeitszug auf Velocipeden an ihnen vorüberrasselte, jedem jungen Manne saß eine junge elegante Dame auf dem Schooß und an der Spitze fuhr ein Velocipedist, der auf der Geige lustige Weisen spielte und, als es Nacht wurde, sein Instrument mit einer Fackel vertauschte.
- Als vor ungefähr 3 Wochen Se. Majestät der deutsche Kaiser aus Wildbad Gastein abgereist war, befand ich mich grade in Lend, der letzten Station vor Gastein an der Salzburg=Nordtyroler Eisenbahn, und saß Abends mit 2 Holländer Kaufleuten im "Herrenstübel" des Gasthofs zur Post bei einem Schoppen rothen Tyroler. Da kam der Wirth, gleichzeitig Postmeister und Posthalter, mit freudestrahlendem Gesicht herein und fragte, ob die Herren aus Deutschland seien! Wir "nuit", sagte der eine Holländer, aber ich! fiel ich mit kräftiger Stimme dazwischen, warum? - "Da schaun's her, was mir Ihr großer Kaiser für ane Freud' gemacht hat!" Dabei zog er ein kleines mit Leder überzogenes Kästchen aus der Tasche, öffnete es, daß wir das blauseidene Futter sehen konnten und nahm mit triumphirendem Gesicht die silberne Verdienstmedaille am seidenen Band heraus, welche Se. Majestät dem wackeren österreichischen Postmeister verliehen hat. Auf der einen Seite der Medaille standen die Worte: Verdienst für den Staat, auf der anderen befand sich der Namenszug Sr. Majestät mit der Krone. "Schaun's, diese Medaillen hab' ich kriegt, weil ich Se. Majestät immer selber gefahren hab' mit Rosse meinige un die is mir lieber als wie 1000 Gulden!" Wir gratulirten ihm von Herzen, wünschten ihm, daß er dieselbe noch recht lange gesund tragen möge, dann stimmte ich ein Hoch auf den Kaiser an, in welches der Postmeister von Lend und die beiden Holländer beim Klange der Gläser wacker einfielen.
- Der Zoologische Garten in Berlin hat drei Pferdehirsche aus Peking erhalten, ein Männchen und zwei Weibchen. Dieses Thier ist bisher noch nicht in Europa zu sehen gewesen.
- Ein lebhaftes Nachspiel der Nibelungen in einem Gasthofe in Bayreuth nahm sich fast aus wie die Keilerei auf der Wartburg. Einem der Acteurs flog sogar ein Bierseidel an den Kopf. - Sie Schoppenhauer! rief der Getroffene seinem Gegner zu. Die großen Nibelungen aber haben zum Schluß Freund und Feind fast versöhnt, so gewaltig war die Wirkung.


Anzeigen.

Der Bäckermeister Schröder zu Herrnburg ist unter dem 31. v. M. zum interimistischen Curator bonorum in dem Concurse über die Verlassenschaft des wailand Hauwirths P. J. Oldenburg daselbst, nachdem die Uebernahme dieses officii von den dazu an erster Stelle in Vorschlag gebrachten Personen, dem Krämer Kleinfeldt zu Herrnburg und dem Anerben Freitag daselbst, abgelehnt ist, von dem unterzeichneten Justizamte bestellt worden, was hierdurch gemeinkundig gemacht wird.
Schönberg, den 28. August 1876.

Großherzogl. Justiz=Amt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
Horn.

A. Dufft.     


Der ungefähr 15 Jahre alte Arthur Franz Constantin Kreckemeier aus Schweden, welcher vor circa 5 Wochen bei dem Schmiedemeister Lebahn zu Demern im hiesigen Fürstenthume in die Lehre getreten ist, hat sich nach dessen heute gemachten Anzeige gestern Nachmittag aus Demern unter Mitnahme seiner sämmtlichen Effecten heimlich entfernt; gleichzeitig sind die dem dortigen Schmiedegesellen Lange zugehörigen, nachbezeichneten Bekleidungsstücke vermißt, nämlich:

eine noch neue Buckskinghose von dunkelbrauner Farbe mir weißlichen Streifen;

[ => Original lesen: 1876 Nr. 69 Seite 3]

ein blauweißes Hemd und
ein Paar grauwollene Strümpfe
und liegt der dringende Verdacht vor, daß der Kreckemeier sich diese Sachen angeeignet mitgenommen und sich des Vergehens des Diebstahls, strafbar nach § 242 des Strafgesetzbuchs, schuldig gemacht hat.
Wir ersuchen zur Hülfe Rechtens daher alle resp. Gerichts= und Polizeibehörden dienstergebenst, auf den unten näher signalisirten Kreckemeier und die gestohlenen Sachen vigiliren zu lassen, ihn auch im Betretungsfalle anzuhalten, zu verhaften und mit den bei ihm befindlichen Sachen an uns abzuliefern.
Schönberg, den 28. August 1876.

Großherzogliches Justizamt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
H. Wohlfahrt.

A. Dufft.     

Signalement
des etc. Kreckemeier.

Alter: 15 Jahre.
Statur: schmächtig.
Haare: dunkelbraun.
Bart: nicht vorhanden.
Gesichtsfarbe: blaß.
Bekleidet war derselbe bei seiner Entfernung mit einer graubunten Hose, schwarzen Weste, grauen Joppe und einer grauen Mütze.


Torf!!

Wer zur ermäßigten Taxe bisher nur 2 mille Torf von den Hohemeiler Möören erhalten und noch fernere 2 mille vom Rünzer Moor wünscht, hat bis zum Sonntag den 10. September eine Anweisung von mir zu begehren. Die Torfanweisung auf dem Moor geschieht nur bis zum 15. Septbr., später wird kein Torf zur ermäßigten Taxe mehr verabfolgt.
Schönberg, den 4. September 1876.

Der Oberförster.
C. Hottelet.


Auction.

Am Donnerstag den 7. September cr., Morgens von 10 Uhr an, soll in der Behausung des Krämers Wulff in Ziethen in öffentlicher Auction gegen gleich baare Zahlung verkauft werden:

1 Kleiderschrank, 1 Eckschrank, 2 Sophas, 1 runder Tisch, 1 Schreibpult, Chatullen, Stühle, Spiegel, 1 Ladeneinrichtung, 1 Decimalwaage, 1 Leinklopper, 1 Zeugrolle, 1 Wagschale, 1 Winde, 1 nicht ganz fertige Schrotmühle, 1 Küchenschrank, Tische, 6 Wagenleitern, 2 Wagenrammen, mehrere Grabkreuze, etwas Haus= und Küchengeräth und 2 Fuder Buschholz.
Die Ladeneinrichtung und Chatullen werden nicht verkauft.
Schlagsdorf, den 29. August 1876.

Krüger,          
Landreiter.     


Auction.

Am Freitag den 8. September cr., Morgens von 10 1/2 Uhr an, soll in der Behausung des Gastwirths Lühr zu Schlagsdorf in öffentlicher Auction gegen gleich baare Zahlung verkauft werden:
1 zweischläfriges Bett, 1 Sopha, 1 Eckschrank, 1 Chatulle mit Aufsatz, 1 Eßschrank, 1 Spiegel, 1 eiserner Ofen, 1 kl. Wagen mit Leitern, 1 Schottische Egge, 10 Schafe, 1 rothe Kuh, 1 brauner Wallach.
Schlagsdorf, den 29. August 1876.

Krüger,          
Landreiter.     


Statt besonderer Meldung.

Durch die Geburt einer gesunden Tochter wurden hoch erfreut

A. Westphal und Frau     
geb. Spehr.     

Schönberg, den 3. September 1876.


Allen Denen, die meiner lieben Frau das Geleite zu ihrer Ruhestätte gegeben haben, sage ich meinen besten Dank!
Schönberg, den 4. September 1876.

H. Fanselow.     


Die Schulden=Regulirungs=Section beabsichtigt, in Gemäßheit des Rath= und Bürgerschlusses vom 10. Mai 1875, an der Ausloosung theilnehmende Obligationen der alten Anleihen, sowohl der freiwilligen wie der contributiosmäßigen von den Mindestfordernden anzukaufen.
Versiegelte Verkaufsofferten sind, als solche bezeichnet, mit Angabe der Nummern und des Betrages der einzelnen Stücke, sowie des Zinsfußes und des Zinsverfalltages, bis zum 30. d. Mts. bei Senator Schroeder hieselbst einzureichen.
Die Auszahlung der Kaufgelder erfolgt im October.
Lübeck den 1. September 1876.

Schulden=Regulirungs=Section.


Zur gefälligen Beachtung

Den geehrten Herrschaften hiermit die ergebene Mittheilung, daß ich mit heutigem Tage ein

allgem. Vermittlungsbureau

zur Besorgung süddeutscher und ostpreußischer Dienstboten errichtet habe. Den herrschaftlichen Landbewohnern ist hierdurch Gelegenheit gegeben, ihr Dienstpersonal stets pünktlich und mit geringem Kostenaufwand zu erhalten. Die Herren Abonnenten erhalten Mitgliedskarten auf 3jährige Gültigkeit. Prospekte von mir gegen Einsendung einer 10Pf.=Marke zu beziehen.

W. E. L. Intze, Lübeck.
Schluhmacherstraße 158.


Prima böhmische Salon=Stück=Kohlen

erwarte Ende September, um gefällige vorherige Aufträge ersuchend.

F. Heitmann.     

Schönberg.


Oswego=Stärke von Th. Kingsford und S., chemisch rein und als vorzügliches Stärkemittel bekannt,
Oswego=Eso=Stärke, welches vollständig das Maizena ersetzt, empfiehlt zu den billigsten Preisen, sowie
Liebig's Fleischextract zu bedeutend ermäßigten Preisen

Aug. Spehr, Schönberg.


Nähmaschinen

in größter Auswahl, als
Singer's Familienmaschine, elegant mit Verschlußkasten und allen Apparaten M. 108,
Wheeler & Wilson's Familienmaschine mit Verschlußkasten und allen Apparaten M. 80, dieselbe hochelegant M. 96,
La Novita, ähnlich wie Singer, mit Verschlußkasten und allen Apparaten M. 96,
Löwe=Maschine mit Verschlußkasten und allen Apparaten M. 120,
Handmaschinen, Doppelsteppstich, von 48 bis 60 M.
Handwerker=Maschinen für Schneider und Schuhmacher in verschiedenen Systemen
empfiehlt ergebenst unter Garantie

Wilh. Harmsen.
Ratzeburg.


Gummi=Regenröcke

prima Qualität, in allen Größen und zu billigsten Preisen bei

Wilh. Harmsen.
Ratzeburg.


Neue Sendung

Regenmäntel

empfiehlt zu billigen Preisen

Julius Schweigmann.     
Schönberg.              


[ => Original lesen: 1876 Nr. 69 Seite 4]

Die
Tremser Knochenmühle & Superphosphatfabrik
in
Trems bei Lübeck

empfiehlt zur diesjährigen Roggen= und Weizensaat ihr anerkannt vorzügliches gedämpftes und aufgeschlossenes Knochenmehl als wirksamstes und billigstes Düngemittel für obige Getreidearten mit Gehaltsgarantie unter Controle der Controlstationen in Kiel und Rostock zu niedrigsten Preisen.

H. C. Koch.     
Trems und Lübeck.


Weißes Leinen

von verschiedenen Fabrikanten, sowie eine große Parthie

hiesiges Bauernleinen,

gut und preiswerth, empfiehlt

August Creutzfeldt     
in Schönberg.         


Neue Bettfedern

empfiehlt billigst

August Creutzfeldt     
in Schönberg.         


Extra starke Kornsäcke
à Stück 1 M. 12 Pfennig (Mecklenburg) - 1 M. 25 Pfennig (Mecklenburg) - 1 M. 50 Pfennig (Mecklenburg) - 1 M. 80 Pfennig (Mecklenburg) - 2 M. 25 Pfennig (Mecklenburg) -
per Dutzend 12 M. 50 Pfennig (Mecklenburg) - 14 M. - 16 M. 50 Pfennig (Mecklenburg) - 20 M. - 24 M. empfiehlt

August Creutzfeldt     
in Schönberg.         


Kieler Lager=Bier,
Export=Bier
auf Gebinden und Flaschen empfiehlt

Schönberg.                                                     Wilh. Kühn.


Fried. Matz.
Lübeck,
Breitestrasse 804.
Lager von Tapeten, Borden, Goldleisten Rouleaux & Teppichen.


Segelschiff     Täglich frischen Kalk
und echt englischen
Portl.=Cement
bei
W. J. Heymanson,
Lübeck.


Ein Kindermädchen oder Kinderfrau sucht zu Michaelis

Frau Utermöhl.     
Rupensdorf.        


Gesucht

wird zu sogleich auf 4 Wochen ein Tagelöhner. Lohn 1 M. 50 Pfennig (Mecklenburg) pro Tag. Adressen abzugeben in der Exped. der Anz. zu Schönberg.


Gefunden

im Schützen=Salon Abends ein goldener Uhrhalter. Der rechtmäßige Eigenthümer kann denselben gegen Erstattung der Insertionskosten wieder in Empfang nehmen bei

M. Soltmann,         
Nagelschmiedemeister.     

Schönberg, den 4. September 1876.


Gesucht zu Michaelis eine erfahrene Köchin für Hof Lockwisch. Näheres bei

W. Holldorff.     
Schönberg.       


Caviar,
Sardellen,
Sardinen à l'huile,
Nordische Anchovis,
frische Bierwürstel

empfiehlt                                                    H. Duve in Schönberg.


Zur bevorstehenden Saison empfehle

Mejillones-Guano-Superphosphate

der Bremer chemischen Fabrik franco Bahnhof=Schönberg und Ratzeburg zu Fabrikpreisen. Nähere Auskunft resp. Preiscourante ertheilt Herr H. Pumplün in Carlow, woselbst auch die Waare auf Bestellung stets vorräthig ist.
Ratzeburg im August 1876.

F. Becker,     
Vertreter.       


Zahnschmerzen jeder Art werden, selbst wenn die Zähne angestockt sind, augenblicklich durch den berühmtem Indischen Extract beseitigt. Dieses Mittel hat sich seiner Unübertrefflichkeit wegen einen Weltruf erworben und sollte daher in keiner Familie fehlen. Echt in Fl. à 5 Sgr. im Alleindepot für Schönberg bei

Emil Jannicke, Bandagist.


Am Sonntag den 10. und Montag den 11. d. Mts. werde ich

250 Pfund Rindfleisch

bei dem Bäcker Tretow hieselbst verschießen lassen. Büchsen werden geliefert. 3 Schüsse 1 M.
Hierzu ladet ergebenst ein

H. Augustin.     

Demern, den 3. September 1876.


Montag den 11. September

findet bei mir große

Tanzmusik

statt, zu welcher ich freundlichst einlade.
Demern, den 3. September 1876.

H. Tretow,     
Gastwirth.      


Zu meinem am

11. und 12. September

bei mir abzuhaltenden

Scheibenschießen

nach Gewinnen lade ich Freunde und Gönner ganz ergebenst ein.
Büchsen sowie Schießbedarf werden von mir geliefert, und kostet der Satz von 3 Schüssen, auf den aber nur ein Gewinn fallen kann, 1 Mark.

Gastwirth Kohs.        
Menzendorf.     


Kuh Zu verkaufen eine Kuh, die Ende September kalbt.
Zu erfragen in der Exped. der Anz. zu Schönberg.


Getreide=Preise in Lübeck.
Waizen20 M -Pfennig  bis 22 M -Pfennig.
Roggen17 M 50Pfennig  bis 18 M 50Pfennig.
Gerste16 M -Pfennig  bis 17 M 50Pfennig.
Hafer17 M 50Pfennig  bis 18 M 50Pfennig.
Erbsen16 M -Pfennig  bis 19 M 50Pfennig.
Wicken- M -Pfennig  bis - M -Pfennig.
Buchwaizen- M -Pfennig  bis - M -Pfennig.
Winter=Rappsaat29 M 50Pfennig  bis 30 M -Pfennig.
Winter=Rübsen28 M 50Pfennig  bis 29 M -Pfennig.
Schlagleinsaat- M -Pfennig  bis - M -Pfennig.


Markt=Preise in Lübeck.
Butter pr. 500 Gr. M1,45 .
Enten d. St. M2,25 .
Hühner d. St. M1,00 .
Küken d. St. M0,60 .
Tauben d. St. M0,40 .
Schinken pr. 500 Gr. M0,85 .
Wurst pr. 500 Gr. M1,20 .
Eier 5 St. für M0,30 .
Kartoffeln pr. 10 Lit. M0,50 .


Redigirt, gedruckt und verlegt von L. Bicker in Schönberg.


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