No. 21
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 12. März
1875
fünfundvierzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
<< Ausgabe vorher>> Ausgabe danach
[ => Original lesen: 1875 Nr. 21 Seite 1]

Politische Rundschau.

Mecklenburg. Am 6. März hat der Landtag über die Vorlage betreffend die Einführung des Reichs=Impfgesetzes beschlossen. Dasselbe tritt am 1. April in Kraft; und zwar besteht nach demselben direkter Impfzwang sowohl für die vor Beginn des Schulpflichtigen Alters vorgeschriebene Vaccination als auch für eine spätere Wiederimpfung; auch soll für alle, die es wünschen, unentgeltliche Impfung durch angestellte Impfärzte statthaben. Nach Landtagsbeschluß sollen die Ortsbezirke als Impfbezirke beibehalten werden, und die Kreis=Physici sollen zu Impfkommissarien bestellt werden, um die nöthige Kontrole auszuüben. Die sachlichen Kosten der Ausführung des Gesetzes sollen auf gemeinsame Landesmittel übernommen werden, wogegen die Remuneration für die Kreis=Physici aus landesherrlichen Kassen bestritten werden soll.
In Betreff der Ablösung der Stolgebühren hat der Landtag beschlossen, die Aufhebung der Stolgebühren auf dem Wege der Ablösung für dringend wünschenswerth zu erklären und von dem Kriegs=Kontributionfonds die Summe von zwei Millionen Mark zu reserviren, bis in dieser Angelegenheit von den Ständen definitiver Beschluß gefaßt sein wird. Auch sollen kommmissarisch=deputatische Verhandlungen über eine für Aufhebung der Stolgebühren aus allgemeinen Landesmitteln zu gewährende Entschädigung, soweit nicht besser dotirte Stellen den Ausfall selbst zu tragen im Stande sein oder vorhandene kirchliche Mittel zur Deckung des Ausfalls herauszuziehen sein möchten, eingeleitet werden.
Deutschland. Nach der "Köln. Ztg." ist die Gustav=Angelegenheit insofern geregelt, als die spanische Regierung die Verantwortlichkeit für die von den Karlisten begangenen Frevel auf sich genommen hat. Was aber die Entschädigung anbetrifft, so hat die spanische Regierung noch erst Untersuchungen anstellen lassen; und die definitive Regelung der Sache kann noch lange auf sich warten lassen.
Das preußische Abgeordnetenhaus hat die Abtretung der preußischen Bank an das Reich endgültig genehmigt. Nach Auslassung des Ministers wären die preuß. Staatskassen nicht verpflichtet, die Reichsbanknoten anzunehmen, und die Reichsbank muß die Beamten der preußischen Bank mit übernehmen.
Als verantwortlicher Stellvertreter, resp. Nachfolger des Reichskanzlers Fürsten v. Bismarck im Fall eines längeren Urlaubs, bezw. Rücktritts wird immer bestimmter Herr v. Benningsen bezeichnet, und soll der mecklenburgische Staatsminister v. Bülow ausersehen sein, unter demselben die auswärtigen Angelegenheiten zu führen.
In Spanien soll der "Nat. Ztg." zufolge eine nicht geringe Rathlosigkeit herrschen in den alfonsistischen Kreisen infolge der karlistischen Siege, und der junge König soll sich schon jetzt mit dem Gedanken an seine Abdankung tragen.
Frankreich. Die schon lange dauernde Ministerkrisis scheint endlich ihren Abschluß finden zu sollen, indem Buffet, der Präsident der Nationalversammlung, die Präsidentschaft und der Herzog v. Audiffret=Pasquier das Ministerium des Innern übernimmt.
England. Das Unterhaus genehmigte ohne Abstimmung den von der Regierung geforderten Kredit für eine neue Polar=Expedition im Betrage von 96,620 L.
Japan. Der deutsche Minister=Resident und Geschäftsträger in Yokohama, Herr v. Brandt, ist zum Gesandten in Peking ernannt.


Landesnachrichten.

- Wegen des gefürchteten Kolorado=Käfers ist durch Nr. 11 des Reichsgesetzblattes die Einfuhr von Kartoffeln, sowie von Abfällen von Kartoffeln und von Verpackungsmaterial verboten.
- Seit dem 2. März giebt der Theaterdirector Hocke in Grevesmühlen Vorstellungen. Die Zahl derselben soll vorläufig auf 12 festgesetzt sein.
- Die Ausfuhr von Pferden nach dem Auslande ist verboten. Die Zeitungen behaupten sämmtlich, daß diese Maßregeln keinen Grund zu kriegerischen Befürchtungen geben können.
- Daß es Dinge giebt, welche zwar eigentlich verboten sind, für deren Begehung man aber nicht bestraft wird, haben wir alle schon gewußt. Daß es aber Dinge giebt, welche ausdrücklich erlaubt sind, und wofür man doch bestraft wird, erfahren wir erst jetzt. Die Potsdamer Regierung hat an den Lehrer Priefert zu Weißensee folgenden Erlaß gerichtet:
"Nachdem uns bekannt geworden, daß sie Ihre im December v. J. geschlossene Ehe nicht haben kirchlich einsegnen lassen, können wir von Ihren Diensten an der dortigen Volksschule keinen weiteren Gebrauch machen, da wir von einem christlichen Lehrer verlangen müssen, daß er die christlichen Ordnungen erfülle, und in deren Beobachtung der Gemeinde mit seinem Beispiele vorangehen werde. Sie werden deshalb zum 1. k. M. aus ihrer dortigen Stellung entlassen."
So berichten die Zeitungen. Wenn man sich nun auch freuen muß, daß der in Civilweiberei lebende Lehrer entlassen ist, so ist es doch eigentlich seltsam, daß dies in einem Staate geschieht der die Civilehe, ohne vom Reich dazu gezwungen zu sein, eingeführt hat.


In der Nacht vom Sonntag auf den Montag war wieder in alter Weise ein Wagen ohne Laternen mitten auf dem Marktplatze stehen geblieben, als sei er polizeilich zur Polizeiwidrigkeit ermächtigt.


- Mac Mahon hat den hübschen Einfall gehabt, in diesem Frühjahr gleichsam zur Probe eine große Mobilmachung französischer Truppen zu veranstalten. Noch netter wurde der Einfall dadurch, daß diese Probemobilmachung an der französischen Ostgrenze d. h. an der Grenze von Elsaß=Lothringen stattfinden sollte. Die 10,000 in Deutschland anzukaufenden Soldatenpferde sollten wahrscheinlich auch zu dieser Mobilmachung helfen. Da aber die deutsche Reichsregierung erklärte, sie werde sofort auch eine Mobilmachung veranstalten, etwa des 8. und 15. Armeecorps; und dazu die betr. 10,000 Pferde selber brauchen, so scheint man in Frank=

[ => Original lesen: 1875 Nr. 21 Seite 2]

reich den Einfall, Stahl und Stein und Zunder an einander zu bringen, aufgegeben zu haben.
- Derselbe Victor Emanuel, der Garibaldi einst ins Bein schießen ließ, läßt ihn jetzt vierspännig fahren. Er hat ihm vier Pferde geschenkt, damit sie Garibaldi bei seinen Fahrten in die Umgegend von Rom, wo Sümpfe trocken gelegt werden, benutze.
- Die Klagen über die Münzkalamität nehmen kein Ende. Vor allem fehlt es an Markstücken und 20=Pfennigstücken und insbesondere an Nickelmünzen, derer Mangel sich vorzugsweise im kleinen Verkehr fühlbar macht. Nach einem angeblich Sachverständigen Gutachten soll vor dem Jahre 1880 an die Herstellung eines vollständig genügenden Münzvorrathes selbst bei der angestrengtesten Thätigkeit der vorhandenen Präganstalten nicht zu denken sein.
- In München herrscht Heulen und Zähneklappern. 27 junge Leute sind im Einjährig=Freiwilligen=Examen durchgefallen und 12 durchgekommen.
- Herzog Carl Theodor in Bayern, ein Bruder der Kaiserin von Oesterreich, ist nicht nur Dr. med. sondern auch ein geschickter Arzt geworden. In der Augenheilanstalt des Professors Dr. Rothmund in München machte er dieser Tage eine Augenoperation an einem Kranken, die sehr schwierig war und vollständig glückte.
- Wie der Herzog Carl Theodor unter die Aerzte gegangen, so ist der Prinz von Macao unter die Setzer gegangen. Er kam vor einiger Zeit aus Japan extra über's Meer herüber gefahren, um in der Nationaldruckerei in Paris die schöne schwere Kunst Gutenbergs zu lernen und steht in der Bluse am Setzkasten.
- Das Reichseisenbahnamt wird in nächster Zeit eine besonders lebhafte Thätigkeit zu entwickeln haben. Nicht weniger als drei Enquetten stehen daselbst bevor; die eine über die Eisenbahnfrachttarife, eine zweite über das Eisenbahngesetz und sodann eine dritte über eine Konferenz wegen der auf Verwaltungsweg zu erlassenden gemeinsamen Normen für den Bau und die Ausrüstung aller deutschen Eisenbahnen. Diese letztere Angelegenheit wird auf Grund einer Bestimmung der Reichsverfassung geregelt, und sind dazu Delegirte aller wesentlich dabei betheiligten Staaten herangezogen worden. Die Konferenz soll Ende April beginnen, und wird auf Grund eines bereits vorhandenen Entwurfs verhandeln, welcher einige 60 Paragraphen umfaßt.
- In dem Schlosse des Herzogs Carl von Glücksburg hat man ein Originalgemälde des Albrecht Dürer, die Madonna mit dem Kinde entdeckt.
- Die Mahnung eines Schuldners durch eine Postkarte, welche nach dem ganzen Ton bezweckt, den Adressaten zu beleidigen, ist, nach einem Erkenntnisse des preuß. Obertribunals vom 26 Januar c., als öffentliche Beleidigung zu bestrafen, und demgemäß ist auch dem Beleidigten die Befugniß zuzusprechen, die Verurtheilung auf Kosten des Beleidigers bekannt zu machen.
- In Quebeck ist das Irrenhaus abgebrannt und es sind mehrere irrsinnige Frauen in den Flammen umgekommen.
- Die N. A. Z. schreibt: Zubovits vielberedter Distanzritt nach Paris hat sein würdiges Pendant gefunden, kein schönes zwar, denn ein Schubwagen spielt darin die Hauptrolle, aber es ist eines und das ist die Hauptsache. Die Civilisation verlangt in gewissen Fällen, daß der moderne Staat für das "Fortkommen" einzelner seiner Angehörigen sorgt, und sie hat dafür die Einrichtung des "Schubs" getroffen, eine Einrichtung, die alle Staaten angenommen haben, also auch das republikanische Frankreich, mit dem einzigen Unterschiede aber, daß "la belle France" etwas langsam beim "Abschieben" ist. Am 17. April 1874 verurtheilte sie wegen irgend eines Deliktes den 36jährigen, aus Wien gebürtigen Franz Schullinger, mittelst ",Schubes" in seine Heimath befördert zu werden, und am 19. Februar 1875, nachdem der Schübling also 10 Monate unterwegs war, ist er doch schon in Wien angelangt.
- Allmählig besinnen sich die Leute in Berlin und fangen an, ihre Ehen nicht nur bürgerlich zu schließen, sondern sich auch kirchlich trauen zu lassen. Die Zahl derer, die nur eine Civilehe eingehen, wird kleiner, das Verhältniß ist jetzt wie 1 zu 5. Bei den Taufen wie 1 zu 2. Man meint, der Kaiserparagraph, der noch nachträglich aufgenommen wurde, habe doch geholfen.
- Der 18. Juni dieses Jahres ist der 200=jährige Gedenktag der Schlacht bei Fehrbellin. An diesem Tage 1675 schlug der große Kurfürst die Schweden bei Fehrbellin, 10 Meilen von Berlin. Für das damalige kleine Brandenburg war dieser Sieg fast so entscheidend, wie für die Preußen 1866 der Sieg bei Königgrätz. Der große Kurfürst war mit seinem kleinen Heere zu dieser Schlacht zu Fuß, Pferd und Wagen aus Franken herbeigeeilt, es galt zu siegen oder zu sterben, und er wäre vielleicht auch gefallen, wenn nicht sein Stallmeister v. Froben das Pferd mit ihm getauscht hätte. Kaum hatte der Stallmeister den Schimmel des Kurfürsten, auf den die Kugeln des Feindes gerichtet waren, bestiegen, so fiel er tödtlich getroffen.
- Der englische Lordkanzler Leonards in London hatte seinen Schlafrock so lieb, daß er in ihm begraben sein wollte, was auch nach seinem Tode geschah. Leider scheint nur auch sein Testament mit ihm und dem Schlafrock begraben worden zu sein; denn es findet sich nirgends, obgleich ers eine Woche vor seinem Tode gemacht hat.
- Beim letzten Kriege marschirte eine Compagnie bayerischer Soldaten durch eine französische Stadt. Der Hauptmann bemerkte, daß einer seiner Trommler seinen Schlägel gar nicht rühre. Er schickte einen Unteroffizier vor, nach der Ursache zu fragen. Dieser flüsterte ihm ins Ohr: Ich habe zwei Gänse und einen Truthahn in meiner Trommel und dieser ist für den Herrn Hauptmann. Der Unteroffizier hinterbringt das dem Hauptmann. Da rief dieser laut aus, nun warum thut der Kerl das Maul nicht auf, daß er Reißen hat, ich fordere nicht mehr, als was die Leute leisten können.


Anzeigen.

[ => Original lesen: 1875 Nr. 21 Seite 0]Schönberg, den 3. März 1875.

Großherzogliches Justiz=Amt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
H. Wohlfahrt.

A. Dufft.     


Real und Volksschule.

Die durch die Schulordnung vorgeschriebenen öffentlichen Prüfungen finden am 17. u. 18. d. M. statt und zwar kommt am ersten Tage die Volkschule, die Elementarklasse, Klasse VI der Realschule, am zweien Tage Klasse I-V der Realschule an die Reihe.

Das Lehrerkolleg.


Heute Morgen 6 1/2 Uhr en schlief sanft nach längerem Leiden unser geliebter Vater, der Stellmachermeister H. Badstein, im 59. Lebensjahr.
Um stilles Beileid bitten die Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet am Sonnabend den 13. März, Nachmittags 3 Uhr statt.


Einige Mädchen und Knaben werden noch zu Ostern d. J. vom Unterzeichneten in Pension gesucht.
Niendorf, den 11. März 1875.

J. Koopmann, Lehrer.     


[ => Original lesen: 1875 Nr. 21 Seite 3]

Gemüse- u. Blumensämereien
sowie später alle Sorten
Pflanzen
wie: Kohl, Sellerie, Porro, Runkelrüben, Levkojen, Aster, Phlox u. s. w., empfiehlt
H. Upahl, Handelsgärtner.


Zu vermiethen:

Zu Michaelis d. J. zwei Wohnungen entweder zusammen oder einzeln. Näheres zu erfragen beim

Tischlermeister Brockmüller.     


Wichtig für Alle!
Als untrüglicher Beweis
sende ich Kranken und Leidenden auf portofreies Verlangen unentgeltlich und franco den Gratis=Auszug meiner großen Brochüre (29. Auflage):
Die einzig wahre
Naturheilkraft.
Derselbe bietet: Tausendfach bewährte Hülfe u. Heilung bei allen Krankheiten, selbst in d. schwierigst. Fällen (auch bei Geschlechtsleiden).
Gustav German in Braunschweig.
Gratis!


Das
Schuh- und Stiefel-Lager
der selbstständigen Schuhmacher hieselbst,
im Hause des Schuhmachermeisters Hrn. Kleinfeldt,
Siemzerstraße Nr. 110,

ist vollständig in allen Größen und Arten assortirt, auch werden Bestellungen schnellstens angefertigt, worauf ein hochgeehrtes Publikum ergebenst aufmerksam gemacht wird.

Der Vorstand.     


Zu vermiethen.

In der Nähe des Marktes ist zu Michaelis eine Wohnung zu vermiethen, 1 Stube, Schlafstube, Küche, Keller, Bodenraum, Stall und Hofplatz. Zu erfragen in der Exped. d. Bl.


Wegen Verheirathung meines einen Mädchens suche ich zu Ostern oder 4 Wochen später ein gewandtes Stubenmädchen bei 120 Rmk. Lohn.

Chr. Wieschendorf, Schönberger Mühle.


Eine Trockenamme gegen hohen Lohn sucht

E. W. Tornquist, Lübeck,
Beckergrube.


Zu Ostern findet eine Köchin gegen hohen Lohn einen Platz zu Hof Wahrsow.

W. Hörcher.


Zum 1. April suche ich ein Stubenmädchen, welches waschen und plätten kann.
Ratzeburg.

Hofmann,
Lieutenant a. D.


Zu vermiethen zu Ostern:
Eine Unterwohnung in der Wallstraße bei

Chr. Egert.


Die Kaiserl Königl.
Hof-Chocoladen-Fabrik
von Gebrüder Stollwerk

in Köln übergab den Verkauf ihrer vorzüglichen Fabrikate in Schönberg Herrn J. L. Petersen, in Dassow Herrn Kaufmann Sterly, in Herrnburg Frau Wwe. Mette, in Schlagsdorf Herrn H. Siebenmark, in Selmsdorf Herrn P. Buschow.


Hülfesuchenden & Kranken senden wir unentgeltlich und franco die Schrift: Sichere und gründliche Heilung aller Krankheiten auf naturgemäßen Wege. 20. Auflage.

H. Mundschwitz & C. Niebäcker.
Buchdruckerei in Braunschweig.


Gesucht wird für eine hiesige Vollstelle zu Ostern oder etwas später ein Mädchen zu allen vorkommenden Arbeiten bei gutem Lohn nach Uebereinkunft. Näheres zu erfragen bei

Lockwischer Mühle.                                             G. Creutzfeldt.


Gesucht wird zum 1. Mai d. J. ein Bursche zu häuslichen Arbeiten.     H. 0514 b.
Lübeck.

Th. Schorer.
Apotheker.


Einen kleinen Hausknecht sucht zu Ostern d. J.

H. Ammon
in Ratzeburg.


Von jetzt ab sind wieder alle Sämereien bei mir zu haben, sowie später alle Sorten Pflanzen.

H. Prill Wwe.,
Gärtner.


Gesucht zum 1. Mai: Ein Mädchen zu häuslichen Arbeiten und das Lust hat, das Kochen mit zu erlernen. Näheres Lübeck, Johs. Str. 31. Joh. Qu.


Um mit meiner Obstbaumschule aufzuräumen, verkaufe ich die stärksten Hochstämme zu 75 Pf. (12 Schilling (Mecklenburg)).

Splitter, Lehrer.     

Lübsee, im März 1875.


Am Sonnabend d. W. erhalte ich eine Anzahl

Ferkel

in Schönberg und am Montag den 15. d. M. , Morgens um 10 Uhr, bin ich in Herrnburg bei Gastwirth Grieben mit einer Anzahl

Ferkel,

wozu ich Kaufliebhaber ergebenst einlade.
Schönberg, den 8. März 1875.

J. H. Koth,
Viehhändler.


Sofort oder zu Ostern einen Lehrling sucht die Konditorei von

J. G. Niederegger
in Lübeck.


Lehrlings=Gesuch.

Zu Ostern d. J. suche ich für mein Tuch= u. Manufacturwaaren=Geschäft einen Lehrling mit den nöthigen Schulkenntnissen.
Schönberg, im März 1875.

August Creutzfeldt.


zur 5ten Neubrandenburger Pferdeverloosung, à Stück zu 1 Thlr., 11 Stück zu 10 Thlr. oder 30 Rmk. sind zu haben bei

Johs. John,
Lübeck, Aegidienstraße 696.


Die Wormser Brau-Akademie,

im abgelaufenen Jahre von 117 Brauern besucht, beginnt ihr Sommersemester am 1. Mai. - Studienpläne und Auskunft ertheilt gerne

Der Director:
Dr. Schneider.


Wir vergüten für bei uns belegte Gelder bis auf Weiteres
4 % bei zwölfmonatl. Kündigung,
3 1/2 bei sechsmonatl. Kündigung,
und 3 % bei dreimonatlicher Kündigung

Die einzuzahlenden Gelder dürfen nicht weniger als Ct. Mark (Lübeck) 300. betragen und kann die Zinse halbjährlich erhoben werden.
Lübeck, den 1. Februar 1874.

Lübecker Bank.   


[ => Original lesen: 1875 Nr. 21 Seite 4]

Wegen Aufgabe meines Geschäftes gänzlicher Ausverkauf des reichhaltigen Lagers reeller Manufacturwaaren zu Einkaufspreisen und darunter.

Rud. Fromm,
Lübeck, Holstenstrasse No. 301, Lübeck.


Die Delicatessen=Handlung
von
H. Dittmer in Lübeck,
Trave bei der Holstenbrücke 372.

empfiehlt ein reichhaltiges Lager von allen Arten Delicatessen, Conserven, Südfrüchten, Caviar, Anchovis, Sardellen u. d. m.

Wiederverkäufer erhalten angemessenen Rabatt.
Auswärtige Aufträge werden prompt ausgeführt.


Dr. Romershausen's Augenessenz,
alleiniger Fabrikant Dr. F. G. Geiss,
Aken a/E.

(H. 01148)     

wird dem leidenden Publikum hiermit empfohlen.

pro 1/1 Flasche 1 Thaler, pro 1/2 Flasche 20 Silbergroschen, inc. Verpackung.
Ein und dreißigster
Jahresbericht und Gebrauchsanweisung auf Verlangen gratis.


Bilanz
der
Mecklenburgischen Lebensversicherungs- und Spar-Bank
in Schwerin
pro ultimo Februar 1875.

[Tabelle siehe im Abbild der Originalseite]

Schwerin, den 4. März 1875.

Mecklenburgische Lebensversicherungs= und Spar=Bank.
C. A. Schwerdtfeger, Director.
C. L. F. Soltau, General=Agent.


Die Mecklenburgische Lebensversicherungs= und Spar=Bank
in Schwerin

schließt Lebensversicherungen, Leibrenten=Versicherungen, Kapital=Einlage=, Darlehns= und alle sonstigen Geld=, Inkasso= und Commissions=Geschäfte durch das unterzeichnete Bureau zu den vortheilhaftesten Bedingungen ab. Die Geschäfts=Prospekte (Nr. I. für Lebensversicherungen, Nr. II. für Leibrentenversicherungen, Nr. III. für Spar=Bank=Geschäfte) sind bei derselben unentgeltlich zu entnehmen und wird jede gewünschte nähere Auskunft bereitwilligst ertheilt.

Bureau der Mecklenburgischen Lebens=Versicherungs= und Sparbank in Schönberg.
W. Stephan.      W. H. Schacht.


Kirchliche Nachrichten.

Freitag, 12. März, Vormittags 10 Uhr.
Passionspredigt: Pastor Fischer.
Sonntag, den 14. März.
Vormittags=Kirche: Pastor Kämpffer.
Nachmittags=Kirche: Pastor Fischer.
Amtswoche: Pastor Kämpffer.


Getreide=Preise in Lübeck.
Waizen16 M 50Pfennig  bis 17 M 70Pfennig.
Roggen14 M -Pfennig  bis 15 M -Pfennig.
Gerste15 M 50Pfennig  bis 16 M 24Pfennig.
Hafer16 M 50Pfennig  bis 17 M 10Pfennig.
Erbsen16 M -Pfennig  bis 18 M 50Pfennig.
Wicken- M -Pfennig  bis - M -Pfennig.
Buchwaizen14 M -Pfennig  bis 15 M 60Pfennig.
Winter=Rappsaat- M -Pfennig  bis - M -Pfennig.
Winter=Rübsen- M -Pfennig  bis - M -Pfennig.
Schlagleinsaat21 M -Pfennig  bis 22 M 24Pfennig.


Hiezu Officieller Anzeiger Nr. 7 und eine Beilage.


Redigirt, gedruckt und verlegt von L. Bicker in Schönberg.


[ => Original lesen: 1875 Nr. 21 Seite 5]

Beilage
zu Nr. 21 der Wöchentlichen Anzeigen für das Fürstentum Ratzeburg.
Schönberg, den 12. März 1875.


Das Geheimniß.
Erzählung von Emil Weifenbach.
(Fortsetzung.)

[ => Original lesen: 1875 Nr. 21 Seite 6]

Das Geheimniß.
Erzählung von Emil Weifenbach.
[Fortsetzung.]


- In Wittenberg, der alten Lutherstadt, trinkt man jetzt wieder wie vor Zeiten Kukuksbier. Es ist braun wie das Culmbacher, schmeckt aber lieblieblicher und erhitzt nicht so wie dieses.
- In Sagau schlachtete ein Hausbesitzer ein Schwein und fand in dem Magen desselben einen prächtigen Doppellouis'dor mit der Jahreszahl 1786.
- Die teuflische Bosheit eines 17jährigen Arbeitsburschen Felix Krüger in Berlin geht einem durch und durch. Er führte ein Pferd seines Pflegevaters, eines Fuhrherrn, zum Schmiede und riß ihm. während der Meister sein Arbeitszeug holte, die Zunge aus. Die entsetzten Zuschauer sahen, wie der Teufel dem armen Thiere das Maul aufsperrte, dessen Zunge erfaßte und mit dem einen Fuße sich an das zitternde Thier stemmend so lange daran zerrte, bis die Zunge abgerissen war. Seine einzige Entschuldigung, daß das Thier nach ihm gebissen, war eine Lüge, er war vielmehr ein verrufener Pferdeschinder. Dieser Teufel kanns noch weit bringen. Das Gericht verurtheilte ihn zu 6 Monat Gefängniß.
- Die zum Sprichwort gewordene Roheit der Irländer, sowie ihren Mangel allen Verständnisses für Familienglück und eine gemüthliche Häuslichkeit findet sich in einer älteren Nummer des amerikanischen Journals "Der Zeitgeist" in folgender bündiger Weise geschildert:

   In meines Vaters Hause
Da herrscht ein schöner Brauch:
Was Einer will, das wollen
Die Andern alle auch.
   Mein Vater schlägt die Mutter,
Mich schlägt die Mutter wund,
Ich prügle meine Schwester,
Die schlägt dafür den Hund.
   Der Hund beißt uns're Katze,
Die Katze frißt die Maus,
So pflegen wir zu halten
Die Eintracht in dem Haus.


<< Ausgabe vorher>> Ausgabe danach
ZVDD