No. 89
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 11. November
1873
dreinundvierzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1873 Nr. 89 Seite 1]

- Die deutschen Urwähler dürfen sich einstweilen nach neuen Männern für den Reichstag umsehen. Der jetzige Reichstag wird nächstens aufgelöst und Ende December d. J. neu gewählt werden. Im Februar n. J. wird dann der Reichstag zusammentreten.
- Auch in Oesterreich tagt wie in Frankreich, Bayern und nächstens in Preußen die Volkvertretung. Der Kaiser hat den stattlichen Reichstag persönlich mit einem Rück= und Vorblick eröffnet, der etwas heller war als seit langer Zeit; die Völker Oesterreichs streben jetzt nicht mehr so auseinander wie in dem letzten Jahrzehnt und die Regierung weiß die Thatsache zu verwerthen, daß sie an Deutschland nicht mehr einen eifersüchtigen, sondern einen aufrichtigen Freund und Rückhalt hat. Der dunkelste Punkt ist der große Krach mit seinen Folgen, es gilt Mittel zu finden, daß es nicht immer von neuem kracht und knackt. Die Ausstellung war wunderbar schön, hat aber ein Heidengeld gekostet, das noch immer nicht bezahlt ist.
- Denkwürdigkeiten eines Lebens, die ein bedeutender Mann in bedeutender Stellung und Zeit schreibt, sind immer von besonderem Werth und Reiz. König Johann hat solche Denkwürdigkeiten hinterlassen, sie werden nur leider wie die Offenbarung Johannis ein Buch mit sieben Siegeln sein, d. h. nicht veröffentlicht werden.
- Ein hoher franz. Offizier klagt, daß man die schwarze Wäsche der Armee vor aller Welt wasche, daß man nur Bazaine angeklagt, während alle seine Generale die Capitulation unterzeichnet haben. "Die Römer dankten s. Z. ihren besiegten Generalen, daß sie nicht am Vaterland verzweifelten, die Karthager hingen ihre Generale nach einer Niederlage an den Galgen, - wir Franzosen stellen sie - und uns - an den Pranger."
- Es soll noch ein zweiter Brief des Papstes existiren, wenigstens wird ein dahin gehendes Gerücht officiell nicht widerlegt. Der Inhalt dieses Briefes soll zweierlei Beziehungen behandeln, welche ausschließlich die Person des Kaisers betreffen und mit den politischen Dingen nichts gemein haben.
- Der Lüb. Senat hat für die Versammlung der Bürgerschaft am 10. Nov. die Aufhebung der Accise auf Milch, Obst, Gemüse, Fische empfohlen; dahingegen soll die Accise auf Schlachtvieh, Wild, Geflügel, Butter, Bier etc. etc. bestehen bleiben. Auch wird er der Bürgerschaft die Einsehung der Reichswährung zum 1. Januar 1874 zum Beschluß empfehlen.
- Wie es heißt soll die in Mölln garnisonirte Batterie nach Schwerin verlegt werden, so daß dann das Artillerie=Regiment bis auf die in Neustrelitz befindliche Batterie in Schwerin beisammen ist.
- Nirgens wird der Tag aller Seelen (2. Nov.) so schön gefeiert, wie in München. Da sind auf den Friedhöfen nicht nur alle Monumente und Grabsteine mit Blumen geschmückt, sondern jedes Grab prangt im festlichen Gewand und die Wallfahrt zu den Gräbern ist enorm.
- Der deutsche Kaiser hat dem Dr. Döllinger in München zu dessen 50jährigem Professor=Jubiläum den rothen Adlerorden 2. Cl. übersandt. Die Ultramontanen werden mit Kladderadatsch sagen: Es wird immer Döllinger!
- Pferde=Holzschuhe. Die "Gestemünder Nordseezeitung" berichtet von einer interessanten Thatsache, die sich bei den Terrainstudien des großen Generalstabs unter Moltkes Führung ergab. Der Stab nahm an, daß bei etwaigem Wiederausbruch des Krieges mit Frankreich ein Heer von 30-40,000 Mann in Cuxhaven landen werde. Den Feind zurück zu halten, würde dann die Aufgabe einer deutschen Heeresabtheilung sein, und dieser die genaueste Kenntniß des Terrains zu verschaffen, war der Zweck des Aufenthalts des Stabes zwischen Weser und Elbe. Dabei erkundigten sich die Offiziere bei den Bauern, ob es möglich Sei, die ausgedehnten Moorflächen in der Umgegend von Bederkesa zu durchreiten und erhielten die Antwort: Wohl, wenn man den Pferden Holzschuhe anlegt. Von Pferdeholzschuhen hatten die Offiziere noch nie gehört und staunten nicht wenig, als die Moorbewohner mit solchen, seit undenklicher Zeit dort gebräuchlichen Dingen hervorkamen. Man legte den Offizierpferden die Schuhe an und ein Ritt des großen Generalstabes durch das Moor glückte vollkommen.
- Berliner Blätter erzählen eine heitere Scene vor Gericht - "Morjen, Herr Staatsanwalt! führte sich ein Mann in angeheitertem Zustande vor der Criminaldeputation ein. - Sind Sie der Töpfergeselle Schieritz? - Zu dienen, Herr Gerichtshof! - Sie sind wiederholt wegen Amtsehrverletzung, Beleidigung, Widerstandes gegen die Staatsgewalt etc. bestraft." - "Ach laaßen Se doch man, ick weeß ja det allens." - "Wir müssen das hier aber actenmäßig feststellen." - "Ach Jotte doch, hören Se man uff et is ja allens jut!" - Schieritz ist der Beleidigung eines Schutzmannes angeklagt. In stark alkoholisirtem Zustande, der sein normaler zu sein scheint, wollte er einen Omnibus besteigen. Der Conducteur wies ihn zurück, es entstand ein Auflauf, ein Schutzmann mischte sich ein, und diesem schleuderte Schieritz das geflügelte Wort zu: "Hören Se Männeken, wenn Se nicht stille sind, schmeiß' ick Ihnen een Stück Kuchen in de Fresse!" Schieritz bestreitet das ihm zur Last gelegte Verbrechen. "Sehen Se mal", beginnt er seine Vertheidigung - "ick hatte mir wieder mit meiner Wirthin gekrabbelt, und wenn die's Maul aufthut, denn" - - Der Präsident unterbricht den Angeklagten mit den Worten, daß das Gericht mit der Wirthin gar nichts zu thun habe. "Na, da können Se Ihren Jott danken!" Der Thatbestand der Anklage wird festgestellt und Schiritz zu einer Woche Gefängniß verurtheilt. Sein Vollmondsgesicht erglänzt bei Verkündigung der Sestenz in reinster Freude. "Na, det hätten ooch können vierzehn Tage werden, schmunzelte er seelenvergnügt; dann stellte er sich vor dem Zeugentisch auf, machte einen tiefen Bückling, der ihn fast zu Falle brachte, und empfahl sich mit seinen Worten: "Morgen, Herr Gerichtshof" Im Zeugenzimmer schüttelte er dem beleidigten Schutzmann kräftig die Hand und meinte treuherzig: "Brüderken, det hätte schlimmer werden können. Aber nu mußt Du mir eenen Jroschen pumpen, daderuf muß ick Eenen drinken."


[ => Original lesen: 1873 Nr. 89 Seite 2]

Die Korallenfischerin von Torre del Greco.
Novelle von Arthur Stahl.
(Fortsetzung.)


Anzeigen.

Antragsmäßig soll über das zu Schönberg an der Siemzerstraße sub Nr. 181 belegene Wohnhaus c. p. des Arbeitsmanns und Fuhrmanns Johann Barkenthin hieselbst ein Hypothekenbuch niedergelegt werden, und werden daher alle Diejenigen, welche Realrechte an diesem Grundstücke zu haben vermeinen und deren Eintragung in das niederzulegende Hypothekenbuch verlangen, zu deren Anmeldung auf Sonnabend den 15. November d. J. Vormittags 11 Uhr peremtorisch und unter dem Nachtheile hiemit aufgefordert, daß alle nicht angemeldeten und von der Anmeldungspflicht nicht ausgenommenen Realrechte an dem proclamirten Grundstücke sowohl gegen den jetzigen als die künftigen Besitzer desselben erloschen sein sollen.
Ausgenommen von der Anmeldungspflicht sind jedoch diejenigen Gläubiger, welche ihre Forderungen auf einem, mit dem Siegel des Gerichts versehenen, vor dem Liquidationstermine ihnen vorzulegenden und von ihnen zu unterzeichnenden Postenzettel vollständig und richtig aufgeführt gefunden haben.
Schönberg, den 26. August 1873.

Großherzogl. Justizamt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg
H. Wohlfahrt.
(L. S.)     A. Dufft.


Auf Instanz eines Gläubigers sollen die dem Schustermeister Friedrichs zu Schönberg gehörigen Grundstücke, als:

A. das am Markte sub Nr. 28 belegene Wohnhaus c. p.;
B. das vor dem Siemzer Thor im Camp zwi=

[ => Original lesen: 1873 Nr. 89 Seite 3]

schen dem Schuster Eckmann und Maurer Oldenburg belegene Ackerstück von 3 1/2 Schffl. Aussaat Größe;
C. das im s. g. Galgenmoor, zwischen Schmied Holst und Schlächter Ohlsen belegene, 3 Scheffl. Aussaat große Moor
öffentlich meistbietend verkauft werden.
Demnach wird der Verkaufstermin auf Sonnabend, den 24. Januar 1874, Vormittags 12 Uhr,
der Ueberbotstermin auf Sonnabend, den 14. Februar 1874, Vormittags 11 Uhr,
vor hiesigem Großherzoglichen Justiz=Amte angesetzt, wozu Kaufliebhaber hiermit geladen werden.
Dem Schuldner, sowie den Gläubigern wird freigelassen, in dem Verkaufstermine zur endlichen Regulirung der Verkaufsbedingungen zu erscheinen.
Der Entwurf der Verkaufsbedingungen kann 14 Tage vor dem Verkaufstermine auf der hiesigen Gerichts=Registratur eingesehen werden, und wird aus denselben hieher bemerkt, daß die Conventionalpoen 200 Thlr. beträgt, die eine Hälfte des Kaufgeldes bei der Tradition der Grundstücke, unter An= oder Abrechnung der Conventionalpoen, die andere Hälfte des Kaufgeldes zu Johannis 1874 zu entrichten ist mit Zinsen à 4 % vom Tage der Uebergabe an.
Gleichzeitig wird zur Anmeldung aller dinglichen Ansprüche an die zu veräußernden Grundstücke, zur Vorlegung der Originalien und sonstigen schriftlichen Beweismittel und zur etwaigen Prioritäts=Ausführung ein Termin auf Sonnabend, den 24. Januar 1874, Vormittags 11 Uhr, anberaumt, wozu die nicht gesetzlich von der Anmeldungspflicht ausgenommenen Gläubiger bei Strafe der Abweisung und des Ausschlusses geladen werden.
Schönberg, den 4. November 1873.

Großherzogl. Justizamt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
H. Götze.
(L. S.)     A. Dufft.


Der unterm 20. October cr. von uns veröffentlichte Zwangsverkauf des dem Anbauer Joh. Heinr. Christ. Stapelfeldt in Lassahn gehörigen Grundstückes findet nicht statt und werden deshalb die auf den 26. November d. J. und 27. Januar k. J. anberaumten Verkaufs=Termine hiermit wieder aufgehoben.
Ratzeburg, den 5. November 1873.

Königlich Herzogliches Amtsgericht.
Sachau.

Bodmer.


Bekanntmachung.

den Concurs des Kaufmanns Jürgens (in Firma W. L. Jürgens) in Ratzeburg betreffend.

Nachdem in der am 27. d. Mts. stattgehabten Versammlung der Gläubiger des Kaufmanns Ernst Johann Ludwig Jürgens in Ratzeburg, (in Firma W. L. Jürgens) die Aufrechterhaltung des unterm 19. d. Mts. vorläufig abgegebenen Concurs=Erkenntnisses beschlossen worden ist, wird zum öffentlich meistbietenden Verkauf der zur Concursmasse gehörenden Grundstücke, nämlich:

1. des in der Töpferstraße hierselbst unter Nr. 51 belegenen Wohnhauses mit Speicher, (Schuld= und Pfandprotocoll Vol. II. Fol. 47.)
2. des in der Herrenstraße hierselbst unter Nr. 11 belegenen, im Schuld= und Pfandprotocoll der Stadt Ratzeburg Vol. I. Fol. 10 verzeichneten Wohnhauses nebst Zubehör,
erster Termin auf den 10. December 1873, Vormittags 9 Uhr,
zweiter Termin auf den 7. Januar 1874, Vormittags 9 Uhr,
dritter und letzter Termin auf den 4. Februar 1784, Vormittags 9 Uhr,
angesetzt, und werden Kaufliebhaber hierdurch geladen, sich alsdann im Sitzungssaal des unterzeichneten Amtsgerichts einzufinden.
Die Bedingungen sind 8 Tage vor dem ersten Termin auf dem Gericht und bei den Güterpflegern, Kaufmann Senator Haase und Kaufmann Bock hierselbst einzusehen.
Zugleich werden Alle und Jede, welche aus irgend einem Grunde Ansprüche oder Forderungen an den genannten Kaufmann Jürgens zu haben vermeinen, hierdurch aufgefordert, dieselben zur Vermeidung des Ausschlusses, entweder bis zum 9. December 1873 schriftlich, oder am 10. December 1873, Vormittags 9 Uhr, bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und gehörig zu bescheinigen.
Auswärtige haben am Gerichtsort Bevollmächtigte zu bestellen und wird der Ausschließungs=Bescheid nur an hiesiger Gerichtsstelle angeheftet werden.
Ratzeburg, den 29. October 1873.

Königlich herzogliches Amtsgericht.
Sachau.

Bodmer.


Holz=Auction

am Freitag, den 14. Novbr. 1873, Vormittags präcise 10 Uhr, auf der Schiffswerfte des Herrn J. A. Meyer, am alten Hafen:

ca. 750 Zwölfter, 1 und 1 1/2 Zoll dick, 5 bis 10 Zoll breit, grän und föhrene ebenkantige Bretter,
ca. 70 Zwölfter, 2 1/4 bis 2 Zoll dick, 6 bis 8 Zoll breit, grän und föhrene ebenkantige Planken,
ca. 4000 Stück []Sparren.
Verzeichnisse sind vom 8. Novbr. ab am Comptoir des Unterzeichneten, obere Hüxstraße 325, zu empfangen.
Lübeck, den 6. Novbr. 1873.
G. Ollrogge, beeid. Auctionator.


Die Ersparniß- und Vorschuß-Anstalt

ist an jedem Mittwoch von 8 bis 12 Uhr Vorm. geöffnet.
Die bei der Vorschuß=Anstalt belegten Gelder werden mit 4 % aufs Jahr verzinst und die Zinsen hierauf alle halbe Jahre zu Antonii und Johannis baar ausgezahlt.
Die bei der Ersparniß=Anstalt belegten Gelder werden mit ein und drei Viertel Schilling auf jeden eingelegten Thaler alljährlich verzinst und die Zinsen der Regel nach alle halbe Jahre zu Antonii und Johannis dem Capitale im Hauptbuche zugeschrieben und wieder verzinst, ohne daß es einer Vorlegung der Einlagebücher bedarf.
Schönberg, den 20. September 1873.

Das Directorium der Ersparniß = und Vorschuß=Anstalt.
Aug. Spehr.   W. Gartz.   Wigger.   Burmeister.

Secretair: R. Rackow, Adv.


Das nachfolgende von dem Herrn Kornmakler C. Burmester in Lübeck mir ertheilte Attest mache ich hiedurch auf den Wunsch vieler Hauswirthe des hiesigen Fürstenthums bekannt.
Schönberg, den 10. November 1873.
Kindler, Advokat.

Attest.

Ich endesunterzeichneter beeidigter Taxator für Getreide attestire hierdurch amtlich:

1) daß am heutigen Tage die Landzufuhr von Roggen den Producenten mit einem Durchschnittspreis von Ct. Mark (Lübeck) 17 = per 200 Pfund Netto bezahlt wurden,
2) daß ein Hectoliter = 100 Liter vom beeidigten Messer Rietberg gewogen, ein Gewicht von Netto 145 Pfund ergab und
3) daß, nachdem 100 Liter einen Durchschnitts=

[ => Original lesen: 1873 Nr. 89 Seite 4]

preis von Ct. Mark (Lübeck) 12 = 5 1/2 Schilling (Mecklenburg) erzielten, demnach der Lübecker Scheffel welcher 34,69 Liter laut Bekanntmachung der Großherzoglich Mecklenburg=Strelitz'schen Regierung für das Fürstenthum Ratzeburg d. d. Schönberg den 10. Juni 1873 enthält, am Martini Tage in Lübeck Ct. Mark (Lübeck) 4 = 4 2/5 Schilling (Mecklenburg) = Pr. Crt. 1 Taler (Mecklenburg) 34 Schilling (Mecklenburg) gekostet hat.
Dessen zur Urkund habe ich dies Attest ausgefertigt und eigenhändig unterschrieben.
Lübeck, den 10. November 1873.
C. Burmester.


Prima
Westhartley Steinkohlen.
Besten engl. Coaks
empfehlen aus den Schiffen billigsten Preises
L. Possehl & Co.
Lübeck.


Zwei Knaben, die mit Pferden umzugehen verstehen, finden zu sogleich einen Dienst. Näheres in der E. d. Bl.


Der
Kalender für das Fürstenthum Ratzeburg

ist erschienen und ungebunden die 100 Exemplare für 5 Thlr. 40 ßl., geheftete Exemplare das Stück für 4 ßl. bei mir zu haben:
Inhalt: Zeitrechnung auf das Jahr 1874. Das Großherzogliche Haus. Landes=Staat. Unterhaltendes: Vergiß des Gebets am Morgen nicht. Der Zug des Herzens. Der Wegweiser. Eine Retterin in der Not. Das Kantüffelfeld. Räthselfragen mit Auflösungen. Anecdoten.
Reductions=Tabelle der neuen Reichsmünzen gegen Mecklb. Courant.

L. Bicker.


Travemünder Baumschulen.

Die bereits mehrfach angekündigte Auction über edle Obstbäume aus oben erwähnten Baumschulen wird am Mittwoch den 12. November d. J. in Lübeck und zwar vor dem Holsteinthor auf dem Schützenhofe durch den beeidigten Auctionator Herrn G. Ollrogge abgehalten werden.
Anfang der Auction 10 Uhr Morgens.
Es kommen 8 - 9000 Aepfel=, Birnen=, Kirschen und Pflaumenbäume in bequemen Cavelingen zum Verkauf,
Dr. M. H. Cords.


Spielwerke

von 4 bis 120 Stücke spielend; Prachtwerke mit Glockenspiel, Trommel und Glockenspiel, Himmelsstimmen, Mandoline, Expression etc.
Ferner:

Spieldosen

von 2 bis 16 Stücke Spielend. Necessaires, Cigarrenständer, Schweizerhäuschen, Photographiealbums, Schreibzeuge, Handschuhkasten, Briefbeschwerer, Cigarren=Etuis, Tabaks= u. Zündholzdosen, Arbeitstische, Flaschen, Biergläser, Portemonnaies, Stühle etc., alles mit Musik. Stets das Neueste empfiehlt

J. H. Heller, Bern.

Preiscourante versende franko.
Nur wer direkt bezieht, erhält Heller'sche Werke.


Wir vergüten für bei uns belegte Gelder bis auf Weiteres
4 1/2 % bei zwölfmonatl. Kündigung,
4 % bei sechsmonatl. Kündigung,
und 3 1/2 % dreimonatlicher Kündigung.
Die einzuzahlenden Gelder dürfen nicht weniger als Ct.Mark (Lübeck) 300. betragen und kann die Zinse halbjährlich erhoben werden.
Lübeck, den 23. Mai 1872.
Lübecker Bank.


Zahnschmerzen jeder Art werden, selbst wenn die Zähne angestockt sind, augenblicklich durch den berühmten Indischen Extract beseitigt. Dieses Mittel hat sich seiner Unübertrefflichkeit wegen einen Weltruhm erworben und sollte daher in keiner Familie fehlen. Echt in Fl. à 5 Sgr. im Alleindepot für Schönberg bei Emil Jannicke, Bandagist.


W. Kolls, Juwelen-, Gold- u. Silber-Waaren-Handlung Lübeck, Sandstrasse 1006.
Bestellungen werden billig und prompt ausgeführt.


Zu Ostern 1874 beabsichtige ich das in Carlow belegene, früher Starr'sche Gehöft, woselbst bisher die Bäckerei betrieben, zu verpachten, und belieben sich Reflectanten baldigst an mich zu wenden.
Cordeshagen bei Rehna.
J. Heitmann.


Am Mittwoch den 12. Novbr.

findet der diesjährige

Bauernball

bei mir statt, wozu alle Freunde und Gönner zu zahlreichem Besuche hierdurch eingeladen werden.

Achtungsvoll J. Köster.


Zu Ostern können 2 Tagelöhner=Familien Wohnung bekommen in Lauen. Anmeldungen nimmt mein Voigt Meyer entgegen.
H. Dräger.


Zum Ball am Mittwoch, den 19. November, ladet ergebest ein Gastwirth Böttcher in Rieps.


Zu Ostern habe ich eine Hofwohnung zu vermiethen.
F. Otto, Schneidermeister.


Markt=Preise in Lübeck.
Butter, Meckl.16 - 17 Schilling (Mecklenburg),
Hasen d. St.3 Mark (Lübeck) - 3 Mark (Lübeck) 8 Schilling (Mecklenburg),
Enten d. St.28 - 32 Schilling (Mecklenburg),
Hühner d. St.18 - 22 Schilling (Mecklenburg),
Küken d. St.6 - 10 Schilling (Mecklenburg),
Tauben d. St.4 - 6 Schilling (Mecklenburg),
Gänse pr. 500 Gr.9 - 10 Schilling (Mecklenburg),
Wurst pr. 600 Gr.14 Schilling (Mecklenburg),
Schinken pr. 500 Gr.11 Schilling (Mecklenburg),
Eier 4 - 5 St.4 Schilling (Mecklenburg),
Kartoffeln 10 Lit.7 - 8 Schilling (Mecklenburg).


Getreide=Preise in Lübeck.
(Alles per 200 Pfund in Lüb. Cour.)
Weizen17 - 21Mark (Lübeck)4Schilling (Mecklenburg)
Roggen16 - 17Mark (Lübeck)4Schilling (Mecklenburg)
Gerste15 - 16Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Hafer13 - 14 Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Erbsen13 - 16Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Wicken-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Buchweizen13 - 14Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Winter=Raps22 1/2 - 22Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Winter=Rübs.21 1/2 - 21Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Schlagleins.19 - 20Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)


Hiezu Officieller Anzeiger Nr. 24.


Redigirt, gedruckt und verlegt von L. Bicker in Schönberg.


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