No. 53
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 08. Juli
1873
dreinundvierzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1873 Nr. 53 Seite 1]

- Das erste Turnfest des Kreises Norden, zu welchem die Turnvereine beider Mecklenburg, Schleswig=Holsteins und der freien Städte Hamburg und Lübeck gehören, wird in Schwerin am 26., 27. und 28. Juli d. J. abgehalten werden. Der Großherzog von Mecklenburg Schwerin hat sein hohes Interesse für die Abhaltung des Festes ausgesprochen, vom Magistrate der Stadt Schwerin sind 300 Taler (Mecklenburg) für dasselbe bewilligt und ist als Festplatz der Militair=Exercierplatz zu benutzen erlaubt, von Seiten der betr. Eisenbahndirectionen sind Fahrpreisermäßigungen bis zur Hälfte für die Festtheilnehmer gewährt und ist denselben bei rechtzeitiger Anmeldung freies Quartier zugesichert.
- Nach einer amtlichen Bekanntmachung dürfen die Cavallerie=Regimenter nur noch Freiwillige zu vierjähriger Dienstzeit annehmen, wobei diesen die Vergünstigungen zu gute kommen, daß sie nur 3 statt 5 Jahre in der Landwehr zu dienen brauchen, nach erfolgter Entlassung von den Hebungen der Reserve befreit bleiben und während des vierten Dienstjahres die Capitulantenzulage von monatlich 15 Sgr. bezahlt erhalten. Um bei Berechnung des Rekrutenbedarfs für künftigen Herbst auf die sich etwa meldenden Mannschaften Rücksicht nehmen zu können, müssen die Anmeldungen unter Vorlage der erforderlichen Papiere bis spätestens Mitte Juli erfolgen.
- Der neue französische Minister Boule ist wie jeder Fanatiker ein heißer Kopf und ein kaltes Herz. Er wird Monsieur Schlagzu genannt. In seinem neuesten Rundschreiben an den Provinzial=Paschas befiehlt er: "Lassen Sie sich durch kein Vorurtheil der Humanität und durch keine Rücksicht auf die Person abhalten; schlagen Sie ohne Erbarmen zu, wäre es auch Ihr Vater, wäre es auch ihr Sohn. - Es ist schon so weit gekommen, daß die neuen Präfekten in den Provinzen ganz allein stehen und daß sie fast alle Bürgermeister absetzen müssen, um Werkzeuge zu bekommen.
- Ueberraschende Erfahrungen hat der englische Herzog von Sutherland mit dem persischen Schah gemacht. Er entfaltete seinem Gast zu Ehren solche Pracht, das der Schah sichtlich überrascht war und den Prinzen von Wales bei Seite nahm und ihm etwas ins Ohr flüsterte. Mein Prinz, wenn Sie König werden, lassen Sie dem Herzog den Kopf abschlagen; denn der Herzog ist ein zu reicher Vasall. - Würde nicht viel nützen, antwortete der Prinz; denn es gibt bei uns zu viele solcher Vasallen. -
- Der Khan von Khiva ist in seine von den Russen besetzte Residenz zurückgekehrt und hat sich dem russ. General Kaufmann auf Gnade und Ungnade ergeben, ebenso seine sämmtlichen Minister und Hauptrathgeber. Der Khan wird durch eine Ehrenwache überwacht.
- Es sieht eben nicht darnach aus, als ob sich die Holländer großer Erfolge gegen die Atchinesen auf Sumatra rühmen könnten, denn sie haben denselben den Vorschlag gemacht, ihnen durch die Einäscherung einer Moschee entstandenen Schaden, sowie ihre Kriegskosten ersetzen zu wollen und bedingen sich dagegen nur gewisse Privilegien aus. Der Sultan von Atchin soll vollständig unabhängig bleiben und die Holländer verpflichten sich ferner, sich jeder Einmischung in die religiösen muhamedanischen Angelegenheiten zu enthalten. Nur eine hohe Bedeutung der ausgedungenen Privilegien könnte den Schein einer Niederlage abwenden.
- Auf der Höhe der neuesten Berlin=Wiener Aera ist das alte Schwarzweiß und Schwarzgelb verschwunden, man Spricht gegenseitig nur von Weißschwarz und Gelbschwarz. Die alten Farben würden zu Sehr an den glücklich beseitigten Hader erinnern. Die Kaiserin Elisabeth in Wien trägt den ihr von dem Kaiser Wilhelm verliehenen Luisenorden an einem weißschwarzen Bande, wie in den Hofnachrichten sehr fein zu lesen ist.
- Die Kaiserin Eugenie versteht es noch immer, ihre Umgebung zu beherrschen. Ueber ihren jetzigen Aufenthalt in Arenenberg Schreibt man von Constanz: Die Kaiserin Eugenie, obgleich in ihrem 37. Jahre, ist immer noch eine schöne Frau, der man ohne die geringste Galanterie 10 Jahre weniger als ihr Alter geben würde. Sie ist leutselig und freundlich und nimmt die Huldigungen, welche man ihr darbringt, mit einer stillen Wehmuth entgegen, welche einen großen Zauber ausübt. Sie spricht wenig über Politik, und wenn sie es thut in höchst gemessenen Ausdrücken, die nicht gesucht erscheinen, sondern durch lange Uebung ihr wohl zur Gewohnheit geworden sind.
- Am Tegernsee und am Achensee hat ein Erdbeben den Leuten angst und bange gemacht. Das Wasser warf haushohe Wellen und die umliegenden Häuser wurden 20 Sekunden lang erschüttert. Man hat auch in München eine Erderschütterung gespürt, ebenso auch in Salzburg, Görz, Ischl und Venedig.
- Wer Erdbeeren sehen und essen will so groß wie die Kartoffeln und Erdbeerbüschel, die in eine Viertelmetze nicht hineingehen, der muß jetzt die Riesenfelder am Kreuzberg bei Berlin besuchen. Dort wachsen sie in Hülle und Fülle.
- Man trifft überall Vorsichtsmaßregeln gegen die Cholera. Die Polizeibehörden ordnen an, daß vor allem die Aborte desinficirt werden.
- Vom Hofrath Nokitansky, dem berühmten Arzte, erzählt man in Wien ein heiteres Wort. Derselbe wurde von einem Herrn gefragt, ob er Söhne habe. "Vier", antwortete er. Auf die weitere Frage, ob sie schon erwachsen seien und was für einen Beruf sie gewählt hätten, gab der große Gelehrte die lakonische Antwort: "Zwei heulen, zwei heilen." Zwei sind nämlich Sänger und zwei Aerzte.
- Drei Mitglieder des Ruderclubs zu Brüssel sind auf einem kleinen Boot nach Wien zur Weltausstellung gefahren und haben folgenden Weg gewählt. Durch den Canal von Villebröck fuhren sie durch die Schelde, diese hinab nach Holland, von dort den Rhein und Main hinauf, durch den Ludwigscanal in die Donau und so nach Wien.
- Einen charakteristischen Beleg für die vielgerühmte Intelligenz unserer Tage bot ein Vorfall, der sich am vorigen Sonntag in der Nähe von Berlin zutrug. Beim Jägerhause hatte ein junger Mann unter erschwerenden Umständen den Tod gesucht, indem er auf einen Zaun gestiegen war, von dort sich auf einen Baumast schwang und an diesem sich erhängte. Zu Dutzenden standen die guten Berliner um den Baum herum, keiner getraute sich jedoch, die Leiche aus ihrer luftigen Höhe herabzuholen. Endlich machte ein junger Springinsfeld Anstalt dazu; prüfend beschaute er sein Messer, steckte es bedächtig wieder in den Hosenlatz, borgt

[ => Original lesen: 1873 Nr. 53 Seite 2]

sich von einem herumziehenden Restaurateur ein anderes, stieg auf den Baum und rums, da lag die Leiche auf dem Erdboden, das Messer daneben. Das Messer rührte Niemand an - ein Messer, mit dem ein Erhängter abgeschnitten, zerstört die Freundschaft; wohl aber stürmten sich die Anwesenden wie wüthend auf den Strick und theilten denselben unter sich in kleine Stückchen. Glücklich, wer ein solches Amulet erkämpfte, denn der Strick eines Erhängten schützt gegen Feuersgefahr, Besprechen der Kühe und Fußkrankheiten.
- In einer böhmischen Stadt wollte sich ein Schustergeselle beim Gemeindeamt ein Wanderbuch ausfertigen lassen, da aber der Bürgermeister und der Gemeindesecretär noch abwesend waren, so holte der städtische Polizeidiener ein Wanderbuch für den Gesellen und schrieb in dasselbe nach einem alten Formulare dessen Rubriken aber eine andere Reihenfolge hatten, folgende brandmarkende Personenbeschreibung für den Unglücklichen an: "Augen rund. - Nase: braun. - Mund: lang. - Zähne: oval. - Haare: keine. - Religion: Schustergeselle. - Profession: ohne. - Besondere Kennzeichen: katholisch. - Geboren: 1873."
- Ein Pferdemarkt ist das Feld, auf welchem ein richtiger Pferdehändler sein Talent für alle möglichen Spitzbubenstreiche in bester Weise entfalten kann. Wer nicht alle die Kniffe kennt, welche angewendet zu werden pflegen, um alten, lebensmüde gewordenen Mähren vorübergehend das Aussehen von jungen, feurigen Rennern zu geben; wer nicht im Stande ist, immer wieder neue Kunststücke in Bezug auf altersschwache Gäule zu erfinden, der ist kein Pferdehändler, wie er sein muß. Die Kunst eines Pferdehändlers besteht darin, Pferde zu Spottpreisen zu kaufen, ihnen ein neues Aussehen zu geben und sie dann zu hohen Preisen wieder zu verkaufen! Um dies zu erreichen, werden den Pferden die Zähne gereinigt und gefeilt, die Augenwimpern gefärbt, künstliche Muttermale auf die Haut gemalt, damit man etwa gestohlene Rosse nicht wieder erkenne. Es werden ihnen verschiedene Mittel unter das Futter gemengt, damit der Speichelfluß kräftiger erfolge und endlich werden ihnen die Augengruben und sonstige Fehler sorgfältig verklebt, um so den Thieren das günstigste Aussehen zu geben. Aber alle diese Kniffe verschwinden gegen die Spitzbübereien eines gewissen Claude Baricaud, welcher die Umgegend von Paris durchstreift, um Pferde, Wagen und Sattelzeug zu kaufen und zu verkaufen. Unglücklicherweise hat ihn sein letzter, etwas gar zu frecher Streich vor das Zuchtpolizeigericht gebracht. Der Zeuge Pierre Comboulives, ein Bäuerlein aus einem Dorfe in der Nähe von Paris, erzählt uns den Hergang der Sache wie folgt: Im vorigen Monat fuhr ich mit meiner Gemüsewaare auf den Markt nach Paris. Ich hatte meinen Schimmel "Coco" eingespannt, der nur noch im Schritt gehen konnte, und deshalb verkaufte ich ihn den Baricaud um 35 Franks. - Angeklagter Baricaud; Mehr war das Beest auch nicht werth. - Präs.: Lassen Sie den Zeugen sprechen. - Zeuge. Wir sprachen von Pferden, und ich sage zu Baricaud : Sie durchstreifen diese Gegend nach allen Richtungen: wenn Sie irgendwo gelegentlich einen neuen, nicht zu theuren Rappen finden, so denken Sie an mich. Man sagt, die Rappen seien stärker und ausdauernder als die Schimmel. - Angekl.: Die Einen sagen Ja, die Andern sagen Nein. Präs.: Schweigen Sie. - Angekl.: Mit Vergnügen (Heiterkeit.) - Zeuge: Er gab sich den Anschein, als ob er in Nachdenken versunken wäre; dann sagte er zu mir: "Warten Sie nur 14 Tage, dann sollen Sie einen schönen, billigen Rappen haben." Nach zwei Wochen brachte er mir wirklich einen Rappen, welcher einige Sätze vor mir that und den Anschein hatte, als wäre er ein feuriger Kerl. Ich glaube, Baricaud hat dem Gaul eine doppelte Portion Hafer zu fressen gegeben, damit er guter Laune sei. - Angekl.: Durchaus nicht, welche Idee! Präs.: Schweigen Sie. - Angekl.: Mit Vergnügen, (Gelächter.) - Zeuge: Bis hierher war Alles gut; bald aber, als das Pferd in meinem Stalle war, ließ sein Feuer nach, wie die Hitze einer Milchsuppe, wenn sie aufs Eis gestellt wird, und das Pferd wurde zahm, wie mein ehemaliger Schimmel. - Präs.: Kommen Sie zur Sache. - Zeuge: Ich führte das Roß in die Schwemme, um es zu baden; als es aus dem Wasser kam, zeigten sich auf seinem Bauche lange, weiße Streifen. Gut, sage ich zu mir, jetzt fällt der Mörtel ab, mit dem es der Spitzbube aufgeputzt hatte, ehe ich es kaufte. Diese Pferdehändler wissen rein nicht mehr, was sie alles erfinden sollen. - Kommen Sie doch endlich zur Sache. - Zeuge: Morbleu! Ich bin dabei. Ich ließ das Pferd nochmals baden, die Streifen kamen nun am ganzen Körper zum Vorschein und wurden immer zahlreicher. Endlich sah ich, daß es gar kein Pferd war. - Präs: Was war es denn? - Zeuge: Ein Zebra. - (Allgemeines Gelächter.) - Präs.: So vollenden Sie doch. - Also gut. Eines Tages mache ich mich mit Pferd und Wagen auf den Weg nach Paris. Es stürmt, es regnet furchtbar, ununterbrochen ; es regnet sehr stark. - Präs.: Wenn Sie nicht zur Sache reden, muß ich Ihnen das Wort entziehen. - Zeuge: Ich sehe mein Pferd an, und je mehr ich hinsehe, desto mehr weiße Streifen bemerke ich und die schwarzen verlieren sich immer mehr. - Präs.: Beendigen Sie. - Zeuge: Endlich war es ganz weiß, (Neues Gelächter.) - Angekl.: Das kann Jedermann passiren. (Großes Gelächter.) - Zeuge: Nachdem ich sah, daß das Pferd ganz weiß war, erkannte ich meinen alten Schimmel. (Allgemeines Gelächter, in welches der Präsident, der Richter, Angeklagter und selbst Zeuge mit einstimmen.)
Präs.: Das Pferd, welches Sie früher dem Angeklagten verkauft hatten? - Zeuge: Ja, dieses selbst in eigener Person. - Angekl.: Dieses oder ein anderes. - Zeuge: Nein, kein anderes; wir haben uns gleich erkannt. Als ich es bei seinem Namen "Coco" rief, wendete er mir den Kopf zu und wir umarmten uns. (Heiterkeit.) Präs.: Enfin, er hat Ihnen Ihr eigenes Pferd verkauft, nachdem er es vorher schwarz angestrichen und ihm durch verschiedene Mittel ein gewisses Feuer einzugeben wußte. (Zum Angeklagten): Was haben Sie zu bemerken? - Angekl.: Ich bemerke, daß das nicht wahr ist. - Präs.: Wie das? - Angekl.: Es gibt mehr Pferde auf dem Markte, die "Coco" heißen, es ist doch so ein Name, den man den Pferden gibt. Ich habe das Pferd gekauft, wie es war: die Malereien, welche es trug, rühren nicht von mir her; ich bin kein Thiermaler. Präs.: Von wem haben Sie es gekauft? - Angekl.: Ich weiß den Namen des Mannes nicht; es war ein Herr, welcher mit einem Pferde an mir vorbeikam, das ein Bündel Stroh trug. Ich fragte den Mann, ob das Vieh zu verkaufen sei, er antwortete: Ja, wir werden über den Preis einig, ich bezahlte baar, die Geschichte wird so unter der Hand abgemacht, der Mann geht fort und ich sah ihn nie wieder. Zeuge: Ich sage, das ist mein altes Pferd. - Der erfindungsreiche Pferdemakler wird vom Zuchtpolizeigerichte zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt.


Anzeigen.

Auf Antrag des Krämers Heinrich Siebenmark zu Schlagsdorf und des Hauswirths=Anerben Jochen Holst zu Carlow, Vormünder der Beneficialerben des am 27. Februar 1873 verstorbenen Krämers Heinr. Siebenmark zu Carlow und dessen am 23. December 1871 verstorbenen Ehefrau, Christine Johanne Sophie geborenen Bade, werden, zwecks Erforschung der Kräfte des Nachlasses des Ehemanns Siebenmark und der Ehefrau Siebenmark, alle Diejenigen, welche Forderungen und Ansprüche an die resp. Nachlaßmassen zu haben vermeinen, zur Anmeldung und urkundlichen Bescheinigung aller solcher Forderungen und Ansprüche zu dem dazu auf Dienstag den 2. September d. J., Morgens 11 Uhr, vor Großherzoglichem Justizamte hieselbst anberaumten Liquidationstermine hiedurch peremtorisch unter dem ein für alle Mal angedroheten Nachtheile des Ausschlusses und der Abweisung von der Nachlaßmasse geladen.
Schönberg, den 13. Juni 1873.

Großherzogl. Justizamt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
H. Wohlfahrt.
(L. S.)     A. Dufft.


[ => Original lesen: 1873 Nr. 53 Seite 3]

Auf Antrag der sämmtlichen legitimirten Erben des verstorbenen Büdners Johann Joachim Gerds zu Bülow ist zum öffentlich meistbietenden Verkaufe der zum Nachlaß desselben gehörigen Büdnerei No. II zu Bülow Termin auf Mittwoch den 16. Juli, 11 Uhr Vormittags, auf der Amtsstube zu Rehna angesetzt, zu welchem Kaufliebhaber hiedurch geladen werden mit dem Bemerken, daß auf annehmbar befundenen Bot, sofort der definitive Zuschlag erfolgen soll.
Aus den gerichtsseitig festgestellten Verkaufsbedingungen, welche auf der Amtsregistratur zu Rehna acht Tage vor dem Termine zur Einsicht bereit liegen, wird hervorgehoben, daß vor Ertheilung des Zuschlags eine Conventionalpoen von 500 Thaler Court, zu zahlen ist.
Die Besichtigung des Grundstücks ist nach geschehener Meldung beim Schulzen Jürß zu Bülow den Kaufliebhabern gestattet.
Die Büdnerei hat an Ländereien

  100 []R. Garten
1890 []R. Acker
  474 []R. Wiesen
  225 []R. Unbrauchbar
-------------
2689 []Ruthen
einen Hufenstand von 20 bonitirten Scheffeln und beträgt der darauf ruhente Canon 18 Scheffel Roggen.
Die Büdnereigebäude, bestehend in 2 Häusern und 2 Ställen, sind mit 800 Thlr. bei der Domanial=Brandcasse versichert.
Gadebusch, den 30. Juni 1873.

Großherzogliches Amtsgericht Rehna.


Verkaufs=Anzeige.

Am Montag den 14. Juli, Nachmittags 2 Uhr, soll im Kruge zu Schlagresdorf in öffentlicher Auction gegen gleich baare Zahlung verkauft werden:

1 Ladentisch, 1 Kleiderschrank.
Schlagsdorf, den 6. Juli 1873.
Krüger.
Landreiter.


Am Montag den 14. Juli, Nachmittags 4 Uhr soll im Kruge zu Gr. Molzahn in öffentlicher Auction gegen gleich baare Zahlung verkauft werden:

2 Kühe, nach Angabe gegen 5 Jahre alt.
Schlagsdorf, den 6. Juli 1873.
Krüger.
Landreiter.


Hausverkauf.

Das zu Schönberg vor der Marienstraße No. 49 belegene Wohnhaus c. p. des verstorbenen Buchbinders Carl Bade, beabsichtigen wir, in Vertretung der Erben, am Montag den 21. Juli d. J., Vormittags 11 Uhr, im Hause des Herrn Gastwirths Fick hieselbst auf den Bot zu bringen und ersuchen Kaufliebhaber zu diesem Termin, sich zahlreich einfinden zu wollen.
In dem zu veräußernden Wohnhause, befinden sich 8 Stuben, 4 Kammern, 2 Küchen. Hinter dem Wohnhause befindet sich ein Hofplatz mit Stall und Pumpe, sowie ein bedichteter Garten. Auf den Hofplatz führt eine bequeme Auffahrt, so daß das Gewese sich zur Betreibung jeden Geschäftes vorzüglich eignet.
Die Besichtigung des Grundstückes steht jederzeit frei, nach vorheriger Meldung bei einem der unterzeichneten Vormünder.
Aus den Bedingungen, welche in dem Termine verlesen werden, wird hierher bemerkt, daß der Höchstbietende eine Conventionalpoen von 200 Thlr. sofort im Termin zu bestellen hat.
Schönberg, den 5. Juli 1873.

F. Heitmann.     Julius Schweigmann.
Vormünder Carl Bade'scher Erben.


Erntehandschuhe

in verschiedenen Sorten und in großer Auswahl sind stets zu haben in Schönberg bei
Emil Jannicke, Handschuhmacher.


Todes=Anzeige.
(Statt besonderer Meldung.)

Am 2. Juli, Abends 9 Uhr, starb in Lübeck der Rentier

Joh. Gust. Eckengreen

früher Domainenpächter zu Hof Wahrsow.
Lübeck den 4. Juli 1873.


Bekanntmachung.

Nachdem Herr H. F. Ruesch zu Teutendorf von dem Directorio des Burgthor=Districts und Herr Amtmann P. H. C. Breuel zu Hof Selmsdorf von dem Directorio des Schönberger=Districts zurückgetreten ist, hat die Direction des Lübecker Feuerversicherungs=Vereins der Landbewohner zum fungirenden Director des letztgedachten Districts wiederum den Hofbesitzer A. Rußwurm zu Lockwisch erwählt, den Burgthor=District dagegen dem Holstenthor=District unter dem Directorio des Herrn J. Fr. Kelling in der Vorstadt St. Jürgen hieselbst zugelegt.
Lübeck, den 27. Juni 1873.
Namens der Direction.
Bruhn, Secretair.


W. Kolls, Juwelen-, Gold- u. Silber-Waaren-Handlung Lübeck, Sandstrasse 1006.
Bestellungen werden billig und prompt ausgeführt.


L. W. Egers'scher Fenchelhonig,

aus exquisiten species edelsten Honigs (mel depuratum) und Fenchel seit 1861 fabricirt von L. W. Egers in Breslau, weltbekanntes diätetisches Genußmittel, nicht Geheimmittel, auch keine Arznei, daher in keiner Apotheke zu haben, bietet durch langjährigen guten Ruf Bürgschaft seiner Vorzüglichkeit Wohl zu merken, um nicht einem Verkäufer nachgemachter Waare in die Hände zu fallen, daß jede Flasche mit im Glase eingebrannter Firma, Siegel und Facsimile von L. W. Egers in Breslau versehen und die Verkaufsstelle nur allein ist bei C. Sievers in Schönberg.


Warnung.
Das Erdbeerenpflücken, Himbeerenpflücken, Grasschneiden, überhaupt alles unbefugte Betreten meiner Holzkoppel, ist hiedurch verboten, und werde ich den Dawiderhandelnden dem Gerichte zur Bestrafung zur Anzeige bringen.
Lockwisch, den 7. Juli 1873.
Schulze Oldörp.


Am Sonntage nach Königschuß, den 13. d. M.,
Großes
Garten-Concert
und Abends Ball.
Anfang 4 Uhr Nachmittags.

Wozu ein geehrtes Publikum Schönbergs und Umgegend ergebenst einladet
I. Köster.


Selter=Wasser,
Soda=Wasser,
Brause=Limonade

aus der Fabrik von W. Griese, Lübeck, empfehle ich zu Fabrikpreisen.
H. Duve.


Gesucht wird sogleich oder zu Michaelis ein confirmirter Knabe als Laufbursche und zu häuslichen Arbeiten. Näheres bei Aug. Spehr.


[ => Original lesen: 1873 Nr. 53 Seite 4]

Der diesjährige

Königschuß

findet am 10. und 11. Juli dieses Jahres statt.
Wir laden hiermit unsere hiesigen Bürger, Landeseinwohner sowie sämmtliche Gewerke und Vereine des Fürstenthums Ratzeburg zu unserm Feste freundlichst ein und bitten um recht rege Betheiligung. Auch ist wiederum mit dem diesjährigen Feste eine Tombola verbunden.
Capitain und Aeltesten der Schützenzunft.


Bilanz
der
Mecklenburgischen Lebensversicherungs- und Spar-Bank
in Schwerin
pro ultimo Juni 1873.

[Tabelle siehe im Abbild der Originalseite]

Schwerin, den 4. Juli 1873.

Mecklenburgische Lebensversicherungs= und Spar=Bank.
C. A. Schwerdtfeger, Director.
C. L. F. Soltau, General=Agent.


Mecklenb. Lebensversicherungs- und Spar=Bank in Schwerin schließt Lebens=Versicherungen, Leibrenten=Versicherungen, Kapital=Einlagen, Darlehns und alle sonstigen Geld=Incasso, Bank= und Commissionsgeschäfte durch Vermittelung der unterzeichneten Agentur zu den vortheilhaftesten Bedingungen ab. Die Geschäfts=Prospecte für Lebensversicherungen, für Leibrenten=Versicherungen und für Spar=Bank sind bei derselben unentgeltlich zu entnehmen und wird jede gewünschte nähere Auskunft bereitwilligst ertheilt.
Agentur Rehna.
A. Wengler.


Am 9. Juli, von Abends 8 Uhr, Concert im Schützenzelt, wozu freundlichst einladet

J. Winckler.
Musikdirector.

Programm.
1. Theil.

1. Schützen=Marsch von Winkler.
2. Ouvertüre, "Berlin, wie es weint und lacht," von Conradi.
3. Arie a. d. Oper "Alziva" von Verdi.
4. Augensterne, Walzer von [Fehlstellen in der Originalseite]se.
5. Pilgerchor a. d. Op. "Tannhäuser" v. Wagner.
6. Militair=Quadrille von Hünn.

2. Theil.

7. Ouvertüre z. d. Oper "Stradella," v. Flotow.
8. Barcarole a. d. Op. "die Stumme" von Auber.
9. Das Liederbuch des Beelz'büb'l, Potpourri von Herfurth.
10. Lorbeer und Rose, Lied von Grell.
11. Wiedersehn, Marsch von Hönicke.


Heute feierten wir den frohen Tag unserer ehelichen Verbindung.
Rostock, den 4. Juli 1873.
Heinrich Frentz, Auguste Frentz, geb. Prätzel.


Die Mecklenburgische Lebensversicherungs= und Spar=Bank in Schwerin

schließt Lebensversicherungen, Leibrentenversicherungen, Kapital=Einlage=, Darlehns= und alle sonstigen Geld=, Inkasso- und Commissions=Geschäfte durch die unterzeichnete Agentur zu den vortheilhaftesten Bedingungen ab. Die Geschäfts=Prospekte (Nr. I. für Lebensversicherungen, Nr. II. für Leibrentenversicherungen, Nr. III. für Spar=Bank=Geschäfte) sind bei derselben unentgeltlich zu entnehmen und wird jede gewünschte näherer Auskunft bereitwillig ertheilt. Die von der Gesellschaft an die Lebensversicherten zur Vertheilung disponirten mittleren Dividenden betragen für die drei letzten Jahre resp. 36, 36 und 32 Procent der eingezahlten Prämie.

Haupt=Agentur Schönberg.


Zu Michaelis oder 24. October wird auf Torriesdorf noch ein Pferdeknecht gesucht.


Ein fast neues Schützen=Käppi nebst Lederzeug und Säbel ist billig zu verkaufen. Wo? sagt die Expedition d. Bl.


Markt=Preise in Lübeck.
Butter, Meckl.13 - 14 Schilling (Mecklenburg),
Hühner d. St.16 - 20 Schilling (Mecklenburg),
Küken d. St.7 - 12 Schilling (Mecklenburg),
Tauben d. St.4 - 5 Schilling (Mecklenburg),
Schinken pr. 500 Gr.9 1/2 - 11 1/2 Schilling (Mecklenburg),
Schweinskopf pr. 500 Gr.5 - 6 Schilling (Mecklenburg),
Wurst pr. 500 Gr.11 - 12 Schilling (Mecklenburg),
Eier 5 - 6 St.4 Schilling (Mecklenburg),
Kartoffeln 10 Lit.9 - 10 Schilling (Mecklenburg).
Kartoffeln junge24 Schilling (Mecklenburg).


Getreide=Preise in Lübeck.
(Alles per 200 Pfund in Lüb. Cour.)
Weizen22 - 23Mark (Lübeck)12Schilling (Mecklenburg)
Roggen15 - 15Mark (Lübeck)12Schilling (Mecklenburg)
Gerste15 - 16Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Hafer14 1/2 - 15 Mark (Lübeck)4Schilling (Mecklenburg)
Erbsen13 - 13Mark (Lübeck)12Schilling (Mecklenburg)
Wicken-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Buchweizen-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Winter=Raps-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Winter=Rübs.-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Schlagleins.20 - 21Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)


Hiezu Officieller Anzeiger Nr. 12.


Redigirt, gedruckt und verlegt von L. Bicker in Schönberg.


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