No. 37
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 09. Mai
1873
dreinundvierzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1873 Nr. 37 Seite 1]

- Kaiser Alexander übt als Kaiser Wilhelm die großartigste und liebenswürdigste Gastfreundschaft, die man sich denken kann; es geht durch alle Freudes= und Ehrenbezeugungen ein solcher Zug von Aufrichtigkeit und Herzlichkeit, welcher seines Eindrucks auf die Petersburger nicht verfehlt und dieser Eindruck wird verstärkt durch die frische, kräftige und gewinnende Persönlichkeit des deutschen Kaisers. "Onkel Wilhelms" Bild und Büste ist überall zu sehen, nur in den deutschen Farben, ob schwarzrothgold oder schwarzrothweiß oder kurzweg schwarzweiß am meisten gilt, wissen sich die Petersburger nicht zurecht zu finden, und daß der deutsche Adler nur einen Kopf hat, will ihnen nicht in den Kopf. Vortrefflich ist der große Zapfenstreich von 2094 Militärmusikern ausgefallen. Diese 2000 Russen spielten den Krönungsmarsch aus dem Propheten, das Preußenlied, die Wacht am Rhein und einen Choral.
- Die zahlreichen Deutschen in Petersburg ließen sich's nicht nehmen, dem Kaiser Wilhelm eine Adresse zu überreichen. Der Kaiser unterhielt sich mit ihnen über die äußern und innern Feinde des deutschen Reichs. Einem Lübecker, der das eiserne Kreuz trug, sagte er: Die Hanseaten (Hamburger, Lübecker, Bremer) haben sich im letzten Kriege hohe Verdienste erworben, ihre Bravour war eine heldenmüthige im wahrem Sinne des Worts. Das Aushalten aller Strapazen so soldatisch und um größerer Anerkennung werth, als sie nicht daran gewöhnt waren. Die Hanseaten gaben bei allen Kämpfen, denen sie beiwohnten, den wahren Kitt ab, wodurch solche Siege überhaupt nur möglich waren. Auch manches Muttersöhnchen ist dabei gefallen, wie es ja nicht anders sein konnte; bewahren wir ihnen ein treues Andenken!
- Es hat den Anschein, als wolle der rothe Mann (Indianer) in Amerika den letzten Strauß mit der seine Jagdgründe nicht achtenden Civilisation aufnehmen und dann zu Grunde gehen. Aus Oregon und anderen Theilen des Westens flüchten die Ansiedler vor dem allgemeinen Indianerkriege. Beide Theile haben aufgehört, einander Pardon zu geben, der Vernichtungskampf ist in vollem Gange. In den letzten Gefechten sind die Bundestruppen geschlagen worden.
- Welche geistlichen. Orden und ordensähnliche Congregationen sind dem Jesuiten=Orden verwandt und können als staatsgefährlich verboten werden? Nach dem Ausschuß=Bericht des Bundesraths sind es folgende: die Redemptoristen, die Lazaristen, die Congregation vom heiligen Geist und die Gesellschaft vom h. Herzen Jesu. Die entscheidenden Merkmale der Verwandtschaft sind 1) die Ziele, die auf die Herstellung einer geistlichen Weltherrschaft gerichtet sind, 2) der Bau und die innere Einrichtung, die jenen Zielen entsprechend auf der einheitlichen Ausbildung und straffsten Centralisation aller Kräfte beruhen, 3) der Wirkungskreis, welcher sich über die in Provinzen getheilte Erde erstreckt.
- Die Erfahrungen in den Kriegen von 1866 und 1870 haben zu Aenderungen in der Kriegsverwendung der Truppen geführt. Die Colonnenverwendung der Bataillone und Compagnien, die Bildung von Vierecken zur Abweisung von Reiterangriffen, die Linienformation und die Abgabe von regelmäßigen Salven für die Infanterie wird künftig wegfallen, die künftigen Schlachten werden von der Infanterie fast ausschließlich nur noch in der Form von riesigen Tirailleurkämpfen geschlagen werden. Für die Cavallerie ist die Art der künftigen Kriegsverwendung noch nicht abgeschlossen. Für die Artillerie ist um so entschiedener die Massenverwendung angenommen und in Vorbereitung. Die Ausnutzung der Eisenbahnen im Kriege wird künftig noch größer sein als seither.
- In Heidelberg setzten die Frauen einen Butterstrike in Scene. Sie kauften auf dem Wochenmarkte keine Butter, binnen zwei Stunden erlangten sie, daß die Butterverkäuferinnen von 58 auf 36 Kreuzer herabgingen.
- In Schweinfurt hat's auch Einer, wie in Landshut probirt, einen Strohmann die Strafe im Gefängniß absitzen zu lassen, zu welcher er selber verurtheilt worden. Ein reicher Bauerssohn, der auf drei Tage in's Gefängniß zu Schweinfurt verwiesen worden, gab einem armen Tagelöhner 2 Thlr., daß er sich für ihn einkasteln lasse. Letzterer begab sich dorthin und ließ sich für den Bauernsohn unter Uebergabe der betreffenden Papiere in Haft nehmen; fast gelang der Plan; allein am letzten Tage wollte es der Zufall, daß der Gefängnißwärter seine Gefangenen beim Namen rief; ein Mitgefangener, der dies hörte und die Personen kannte, machte den Gefängnißwärter darauf aufmerksam, daß dies nicht der rechte Mann sei. Die Sache gelangte zur Anzeige; es wurde gegen beide Burschen Untersuchung eingeleitet und den Schluß dieses Drama's bildete die Verurtheilung der beiden Burschen zu je 14tägiger Gefängnißstrafe; daß der reiche Bauerssohn überdies seine 3tägige Freiheitsstrafe verbüßen muß, ist selbstverständlich.


Anzeigen.

In das hiesige Handels=Register Fol. XXIV. Nr. 37, betreffend das Handelsgeschäft des Kaufmanns Jsaac Borchard in Schönberg, ist heute eingetragen:

Columne 3: Die Firma J. Borchard ist, nachdem der bisherige Inhaber Kaufmann Jsaac Borchard von hier nach Altona verzogen, erloschen.

Schönberg, im Fürstenthum Ratzeburg, den 7. Mai 1873.
Das Handelsgericht.
C. v. Oertzen.

A. Dufft.


Antragsmäßig soll über die zu Blüssen belegene Vollstelle c. p. des Hauswirths Asmus Timm daselbst ein Hypothekenbuch niedergelegt werden, und werden daher alle Diejenigen, welche Realrechte an diesem Grundstücke zu haben vermeinen und deren Eintragung in das niederzulegende Hypothekenbuch verlangen, zu deren Anmeldung auf Dienstag den 22. Juli d. J., Vormittags 11 Uhr, peremtorisch und unter dem Nachtheile hiemit aufgefordert, daß alle nicht angemeldeten und von der Anmeldungspflicht nicht ausgenommenen Realrechte an dem proclamirten Grundstücke sowohl gegen den jetzigen als die künftigen Besitzer desselben erloschen sein sollen.
Ausgenommen von der Anmeldungspflicht sind jedoch diejenigen Gläubiger, welche ihre Forderun=

[ => Original lesen: 1873 Nr. 37 Seite 2]

gen auf einem mit dem Siegel des Gerichts versehenen, vor dem Liquidationstermine ihnen vorzulegenden und von ihnen zu unterzeichnenden Postenzettel vollständig und richtig aufgeführt gefunden haben.
Schönberg, den 2. Mai 1873.

Großherzogl. Justizamt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg
H. Wohlfahrt.
(L. S.)     A. Dufft.


Holzverkauf.

Am Donnerstag d. 15. Mai, Morgens 9 Uhr, sollen im Saale des Gastwirths Lenschow zu Selmsdorf gegen baare Zahlung meistbietend verkauft werden. Aus den Hohenmeiler=Tannen:

93 geringe Fichten und Kiefern,
178 fichten Wese= und Leiterbäume.
1325 tannen Schleete und runde Latten,
500 tannene Hopfenstangen und
50 Fuder tannen Buschholz.
Das Holz kann vor der Auction nachgewiesen und besichtigt werden.
Schönberg, den 8. Mai 1873.
Danckwarth.


Auctions=Anzeige.

Am Montag den 19. Mai d. J., Vormittags 9 Uhr, sollen im Hause der Gastwirthswittwe Boye in Schönberg gegen gleich baare Bezahlung öffentlich meistbietend verkauft werden:
Mobilien, Haus= und Küchengeräth, Kleidungsstücke, Leinenzeug, Ackergeräthschaften und was sich sonst noch vorfindet, wozu Kaufliebhaber ergebenst einladet
Wm. Abels.


Verkaufs=Anzeige.
Am Sonnabend den 17. d. M., Morgens von 10 Uhr an, sollen beim Gastwirth Creutzfeldt hieselbst in öffentlicher Auction gegen gleich baare Bezahlung verkauft werden:

1 tann. Kleiderschrank, 1 Chatulle, 1 Wäscheschrank, ein Schneidertisch, Frauenkleidungsstücke aller Art, 26 Bolzen flächs. Leinen, 19 Bolzen heeden Leinen, 11 Bolzen Handtücherleinen, 12 Bettlaken, 4 Unterbetten, 2 Ueberbetten, 1 Pfühl, 13 Kopfkissen, 2 silb. Eßlöffel und noch verschiedene Haus= und Küchengeräthe.
Carlow den 5. Mai 1873.
Struck, Landreiter.


Aufforderung.

Zur Bezahlung ihrer Beiträge zu der unterm 17. Januar cr. publicirten Armensteuer an die resp. Armenvorsteher, werden alle Diejenigen, welche bisher noch im Rückstande geblieben sind, hiermit aufgefordert, nunmehr binnen 8 Tagen zu bezahlen.
Nach Ablauf dieser Frist muß zur executiven Einforderung Antrag bei Großherzoglicher Landvogtei gestellt werden.
Schönberg, den 8. Mai 1873.
Die Armenbehörde.


Ersparniß- und Vorschuß-Anstalt.

Gelder, die zu Johannis d. J. bei der Anstalt belegt werden sollen, bitten wir baldigst im Lokale der Anstalt anzumelden.
Grundbesitzer im hiesigen Fürstenthum, welche Gelder bis zur Hälfte des Werthes des Grundstücks zu 4 % zur Hypothek aus der Ersparniß=Anstalt im diesjährigen Johannistermine angeliehen zu erhalten wünschen, mögen sich bis zum 15. Mai d. J. im Lokale der Anstalt melden. Spätere Meldungen werden nur ausnahmsweise berücksichtigt werden können.
Die Vorschuß=Anstalt beleiht die Grundstücke im hiesigen Fürstenthume zu 4 1/2 % auch über die Hälfte des Werthes derselben hinaus, je nach der Lage des Falls mit oder ohne eine weitere Sicherheitsleistung, immer aber nur unter der Voraussetzung daß ein Hypothekenbuch über das Grundstück niedergelegt ist.
Schönberg, den 19. April 1873.

Das Directorium der Ersparniß= und Vorschuß=Anstalt.
Aug. Spehr.     W. Gartz.     Wigger.
Burmeister.

Secretair: R. Rackow, Adv.


Der hiesige Gesangverein hat wegen Mangel an Theilnahme, sich vorläufig auflösen müssen. Da jedoch noch mehrere Actien zur Anschaffung des Pianino einzulösen, auch außerdem Forderungen zu decken sind, beabsichtigt der Vorstand das Instrument zu verkaufen, aus dem Erlös die Passiva zu begleichen, den Ueberschuß aber bei der hiesigen Sparkasse für einen etwa künftig wiedererstehenden Verein anzulegen. Für das Instrument sind unter der Hand 140 Thlr. geboten und setzt der Vorstand einen Ueberbotstermin auf Sonnabend den 10. d. M., Abends 6 Uhr, in Spehrs Hotel an, zu welchem Kaufliebhaber eingeladen werden. Das Instrument, ein Roloff'sches=Pianino, ist daselbst zu besehen.
Der Vorstand.


Die Zahlung des Beitrags an die Herrenburger Todtengilde ist von nun an für die Mitglieder in der Herrenburger Gemeinde am Dienstage und für auswärtige Mitglieder am Mittwoch in der Pfingstwoche.
Der Vorstand.


Die vor dem Sabowerthore belegenen sogenannten Scheunenplatze sollen am Tage nach Pfingsten, Nachmittags 3 Uhr, im Gasthause des Herrn Fick zu Schönberg öffentlich meistbietend verkauft werden, wozu Kaufliebhaber hierdurch eingeladen werden.
F. Fick.     W. Gartz.


Eine sehr schöne Wohnung, erste Etage, sofort oder zu Michaelis zu vermieden.
H. Duve.


Zu vermieden: Zu Michaelis eine geräumige Wohnung mit Werkstelle und ausreichendem Stall und Bodenraum, auch kann dieselbe ohne dieses vermiethet werden. Nähere Auskunft ertheilt August Creutzfeldt.


Am Montag und Dienstag, den 19. und 20. Mai d. J., wird bei mir ein Scheibenschießen nach Gewinnen stattfinden, wozu ich meine geehrten Freunde und Bekannten hierdurch einlade, und um zahlreichen Besuch bitte.
Büchsen, Pulver und Blei wird von mir gehalten, und fällt auf einen Satz von 3 Schüssen nur ein Gewinn. Der Satz von 3 Schüssen kostet 16 Schilling (Mecklenburg).
Jabs, Krüger in Schlag=Resdorf.


Tapeten und Rouleaux empfehle ich in guter Auswahl.
C. Schwedt.


Moderne Sonnenschirme in großer Auswahl empfiehlt billigst H. Scheer, Schirmmacher.


Galvano=electrische Rheumatismusketten

neuester Construction und in verbesserter Güte und Stärke sind nebst genauer Gebrauchsanweisung je nach der Länge von ca. 1 Meter u. 1 1/2 Meter gegen gleich baare Zahlung zu haben

2 und 3 Thlr. pro Stück
bei Kaufmann Heinrich Jancker in Grevesmühlen (M.=Schwerin.)
NB. Bei dutzendweiser Abnahme bedeutender Rabatt.


[ => Original lesen: 1873 Nr. 37 Seite 3]

Einem geehrten Publikum beehre ich mich ergebenst anzuzeigen, daß ich mit dem heutigen Tage meine

Gastwirthschaft

eröffne.
Schönberg, 8. Mai 1873.
H. Duve. am Markte.


Am Montag den 19. und Dienstag den 20. Mai findet bei mir ein Scheibenschießen nach Gewinnen statt.
Büchsen werden von mir geliefert und die Gewinne sind:
ein fein gepolsterter Sopha, ein Sophatisch, ein Vogelbauer, ein Spiegel und sechs Stühle.
Zur Theilnahme an diesem Feste lade ich meine werthen Freunde und Gönner freundlichst ein.
A. Kawen. Pogetz, Mai 1873.


Am Sonntag d. 11. d. M., Nachmittags 4 Uhr, findet im Saale der Frau Boye hieselbst eine Versammlung behufs Berathung der Statuten des Kampfgenossen=Vereins statt, zu welcher die Kameraden aus den Jahren 1870/71 hiedurch eingeladen werden.
Das provisorische Comite.


Am Markttage Tanz=Musik in Schwiesow's Garten.


Am Montag den 12. Mai Abends und während der Marktzeit Gesang und komische Vorträge von der berühmten Sängergesellschaft Langer aus Hamburg in Schwiesows Gartenlokal.


Sarg Niederlage.

Unterzeichnete empfehlen einem geehrten hiesigen wie auswärtigen Publicum neben ihrer Mobilien=Niederlage im Nebengebäude des Kaufmann Wieschendorff eine Auswahl dauerhaft gearbeiteter eichen und tannen Särge in verschiedenen Größen bei möglichst billigen Preisen.
Die vereinigten Tischler.
Schönberg, den 1. Mai 1873.


Nähmaschinen

der Frister u. Roßmann Fabrik in Berlin (die größte Nähmaschinenfabrik Europas) halte ich vorräthig und kann sie als die Besten empfehlen. Die Maschinen sind in allen ihren teilen sauber und dauerhaft gemacht, arbeiten Alles sicher und schnell ohne Geräusch und kosten mit sämmtlichen Apperaten nur 36 Rthlr. - Im Januar d. Jahres sind davon 1005, im Februar 1521 Stück verkauft. - Garantie und Belehrung erteilt gerne
Ludwig Vogel.


Zum bevorstehenden Jahrmarkt empfehle ich meine

Conditorei- & Kuchenwaaren

bestehend in sehr schmackhaften Kuchen, Pariser Pflastersteinen, griechischen Pfeffernüssen, verschiedenem Backwerke, frischen Stachelbeer=Torten, Macronen, Theebackwerk, Othello, Schneeballen, Blätterteig und Berliner Pfannkuchen.
Wwe. Greiff, Conditor.
Mein Stand ist wie früher vor dem Hause des Herrn Buchdruckereibesitzers Bicker.


Unterzeichneter empfiehlt sich zum bevorstehenden Jahrmarkt einem geehrten Publikum Schönbergs und Umgegend ganz ergebenst mit allen Sorten Kuchen, Pfeffernüssen, Macronen und Pariser Pflastersteinen.
Da ich 12 Jahre in der Prahl'schen Kuchenbäckerei in Lübeck thätig gewesen, so werde ich auch in meinem Geschäfte dafür sorgen, stets gute und wohlschmeckende Waare zu liefern und verspreche reelle Bedienung.
Hochachtungsvoll J. F. Schildt, Kuchenbäcker aus Lübeck.


Zum bevorstehenden Markte treffe ich wieder mit meinem Lager von Tuch=, Manufactur= und Modewaaren ein und erlaube mir, besonders darauf aufmerksam zu machen, daß ich außer einem Großen Lager von Tuch & Buckskin die modernsten Sachen in Kleiderstoffen, Jacquettes, Regenmäntel in allen Farben mitbringe, gewirkte Long= Chales von 8 Thlr. an, Sonnen= und Regenschirme in großer Auswahl, besonders schöne schwarze Taffte, Faille, Ripps, Cachmire und Atlas zu soliden Preisen, Proben von Bettzeugen aller Art, Bettfedern und Daunen, sowie von fertigen Korn=Säcken führe ich bei mir.
Mein Lager befindet sich, wie früher, vor dem Hause des Herrn Gastwirth Fick.
Hochachtungsvoll H. Rohde.
Rehna.


Zum bevorstehenden Jahrmarkte halte eine reiche Auswahl neuer Muster von goldenen Broches, Boutons, Medaillons, sowie jeglicher anderer Artikel von

Gold- und Silberwaaren

einem hochgeehrten Publikum bestens empfohlen.
Hochachtungsvoll Theodor Creutzfeldt. Gold= und Silberarbeiter.
NB. Auch kaufe ich jegliche Art altes Gold und Silber und zahle dafür die höchsten Preise.


Einem geehrten Publikum Schönbergs und der Umgegend zeige ich hierdurch gehorsamst an, daß ich den bevorstehenden Jahrmarkt mit einem gut assortirten Lager, welches neuerdings durch gemachte Einkäufe verstärkt ist, besuchen und jeder billigen Anforderung entsprechen werde. Indem ich um recht zahlreichen Besuch bitte, bemerke ich noch, daß mein Stand wie gewöhnlich vor dem Hause des Herrn Fick und mit meiner Firma versehen ist.

Achtungsvoll
G. A Levissohn
aus Rehna.


Einem geehrten Publikum Schönbergs und Umgegend die ergebenste Anzeige, daß ich den bevorstehenden Jahrmarkt mit meinen bekannten

Schuhmacher=Arbeiten

als: alle Sorten Damenstiefel in Zeug und Leder, Herren=Stiefel, Stiefeletten in Lack und Leder, Kinderstiefel aller Größen, besuchen werde. Mein Stand ist vor der Stadt=Apotheke und mit meiner Firma versehen.

J. Schleuß,
Schuhmachermeister aus Lübeck, früher Rehna.


Den geehrten Bewohnern Schönbergs und Umgegend empfehle ich mich zu dem diesjährigen Jahrmarkte mit einer reichhaltigen Auswahl

aller Sorten Fußzeug,

und bitte um geneigten Zuspruch.

Carl Kindt
aus Rehna.

Mein Stand ist wie gewöhnlich vor dem Hause des Hrn. Kaufmann Duve. Meine Bude ist mit meiner Firma versehen.


[ => Original lesen: 1873 Nr. 37 Seite 4]

Mecklenburgische Lebensversicherungs- und Spar-Bank
in Schwerin

Nachdem unser bisheriger Haupt=Agent Herr C. Bade verstorben, haben wir zur Vertretung unserer Bank für die Stadt Schönberg und Umgegend jetzt bevollmächtigt die Herren:

Herrn Bank=Registrator W. Stephans und
Herrn W. H. Schacht
beide in Schönberg wohnhaft, mit der Befugniß, in Grundlage der statutenmäßigen und instruktionsmäßigen Bedingungen folgende Geschäfte zu vermitteln:
I. Anträge auf Lebensversicherungen und Leibrenten=Versicherungen, sowie Prämien= und Kapital=Beträge darauf entgegen zu nehmen; -
II. Kapitalien zur Belegung und Verzinsung für die Bank anzunehmen; -
III. Anträge auf Gewährung von Darlehen gegen Wechsel, sowie auf Hypothek entgegen zu nehmen; -
IV. Alle Arten von Bank=Kommissions=Geschäfte, als Anschaffung von Staatspapieren, Bank= und Börsen=Effekten, Inkasso von Forderungen, Tratten und Anweisungen u. s. w. anzunehmen.
Zugleich macht das unterzeichnete Direktorium hierdurch bekannt, daß das Bureau der Bank vom Hause des wailand Herrn C. Bade weg und in das Haus des früheren Bäckermeisters Herrn F. Grünthal Nr. 208 an der Siemzer=Straße parterre verlegt worden ist.
Schwerin, den 5. Mai 1873.

Mecklenburgische Lebensversicherungs= und Spar=Bank.
C. A. Schwerdtfeger, Director.
C. L. F. Soltau, General=Agent.


Bei verschiedenen katarrhalischen Krankheiten meiner vier Kinder

hat der L. W. Egers'sche Fenchelhonig die überraschendsten Resultate geliefert. Das eine derselben, während einer sehr gefährlichen Lungenkrankheit von dem Arzte fast aufgegeben, ist durch den Fenchelhonig vollkommen geheilt worden.

Neuschloß=Hammer, 10. April 1872.     Freisteller Carl Klose, Scholz.
Niederlage beim Buchbinder C. Sievers in Schönberg.


Die
Seiden=, Manufactur= und Mode=Waaren= Handlung
von
Eduard Selberg, Breitestraße 956, Lübeck, Breitestraße 956,
Ecke der Fleischhauerstraße, der Rathhauswache gegenüber,
empfiehlt ihr reichassortirtes Lager von schwarzem und couleurten Seidenstoffen, engl. und franz. Modestoffen, reinwollenen und halbwollenen Kleiderstoffen, Cachemire's, Alpacca's, Grenadine's, Jaconnette's, Piqué's weißen und geblümten Rippsen und Satin's, Percale's, Gardinen, Möbelstoffen, Châles, Tüchern, Regen= und Sonnenschirmen.
===========
Confection für Damen.
Fabrik und Lager von eleganten Costümes, Jaquettes, Pellerinen, Regenmänteln, Theatermänteln, Jupons, Schürzen etc. etc.
Bestellungen nach Maaß werden unter Garantie des Gutsitzens rasch effectuirt.
Auswahlsendungen von Confectionen, sowie Proben von sämmtlichen Stoffen, stehen nach Auswärts gern zu Gebote.
= Alle Sendungen geschehen portofrei. =


(Hiezu eine Beilage.)


Redigirt, gedruckt und verlegt von L. Bicker in Schönberg.


[ => Original lesen: 1873 Nr. 37 Seite 5]

Beilage
zu Nr. 37 der Wöchentlichen Anzeigen für das Fürstentum Ratzeburg.
Schönberg, den 9. Mai 1873.


Wegen Neupflasterung der Dorfstraße in Lockwisch ist dieselbe bis auf Weiteres mit schwer beladenen Wagen nicht zu passiren.
Die Dorfschaft Lockwisch.


Kirchliche Nachrichten.
Schönberger Gemeinde.
Sonntag, den 11. Mai.

Früh=Kirche: Pastor Fischer.
Vormittags=Kirche: Pastor Kämpffer.
Amtswoche: Pastor Kämpffer.


Markt=Preise in Lübeck.
Butter, Meckl.14 - 15 Schilling (Mecklenburg),
Hühner d. St.18 - 22 Schilling (Mecklenburg),
Küken d. St.10 - 14 Schilling (Mecklenburg),
Tauben d. St.4 - 6 Schilling (Mecklenburg),
Spickgans d. St. 40 Schilling (Mecklenburg),
Flickgans d. St.28 - 30 Schilling (Mecklenburg),
Schinken pr. 500 Gr.9 1/2 - 10 1/2 Schilling (Mecklenburg),
Schweinskopf pr. 500 Gr.5 - 6 Schilling (Mecklenburg),
Wurst pr. 500 Gr.10 - 12 Schilling (Mecklenburg),
Eier 7 - 8 St.4 Schilling (Mecklenburg),
Kartoffeln 10 Lit.6 - 7 Schilling (Mecklenburg).


Getreide=Preise in Lübeck.
(Alles per 200 Pfund in Lüb. Cour.)
Weizen20 - 22Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Roggen14 - 14Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Gerste14 - 15Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Hafer11 3/4 - 12 Mark (Lübeck)4Schilling (Mecklenburg)
Erbsen12 - 13Mark (Lübeck)4Schilling (Mecklenburg)
Wicken10 - 12Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Buchweizen-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Winter=Raps-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Winter=Rübs.-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Schlagleins.20 - 21Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)


- Der Herr Hofmarschall in München ist so freundlich dem Publikum die Speisekarte des Hofbankets beim Einzug der Prinzeß Gisela vorzulegen, (französisch und deutsch): Schildkrötensuppe, Gansleberpasteten an Spieschen, Rheinsalm, Filetbraten mit grünen Bohnen, Trüffelwürste, Seekrebse, junge Kapaunen und Rehbraten, Spargel, Aepfel und Portugiesentorte, Gefrornes: Weinsäuerling, Vanille und Muskat; Weine: Sherry, Chateau, Uquem, Champagner, Veuve Cliquot, Bordeaux Chateau Lafitte, Steinberger Cabinet 1862, Tokaier. Liqueure: Anisette, Chartreuse.
- Einen hübschen Aprilscherz machte am Mittwoch, den 9. April in New=York Jemand, der Geld und Zeit haben muß, um derlei ins Werk setzen zu können. Am Vormittag des erwähnten Tages erhielt fast jeder Passant am Broadway eine gedruckte Anzeige zugesteckt, in welcher es hieß, Professor Cantell A. Biglie werde um 3 Uhr Nachmittags, von dem Thurme der Trinity=Kirche beginnend, den Broadway hinunterfliegen. Auch wurde Näheres über die Sache mitgeteilt. Zur bestimmten Stunde fanden sich Tausende von Menschen ein und sahen erwartungsvoll den Thurm an, allein vergebens, bis einer der Wartenden das Räthsel löste, indem er den Namen des Professors richtig las. Der Name ist demnach zu lesen: "Can tell a big lie" (kann eine große Lüge erzählen.) Die Gefoppten verliefen sich hierauf sehr schnell.


Edeline.
Novelle von Carl Reinhardt.
(Fortsetzung.)


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