No. 18
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 28. Februar
1873
dreinundvierzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1873 Nr. 18 Seite 1]

- Für den Reichsinvaliden=Fond ist wie bekannt, eine Summe von 187 Millionen Thaler in Aussicht genommen, so daß das Capital einschließlich der Zinsen im Laufe der Jahre aufgezehrt werden soll. Man weiß nur nicht recht, wie man dieses Capital zweckmäßig und sicher anlegen soll. Man hat vorgeschlagen für das Capital Privateisenbahnen anzukaufen oder es den Kleinstaaten zur Schuldentilgung gegen Jahresrenten zu überlassen.
- Die Preußen können stolz auf ihren geordneten Finanzhaushalt sein. Es hat überall im Lande einen guten Eindruck gemacht, als der Finanzminister erklärte, er habe in dem verflossenen Jahr wenigstens einen Ueberschuß von 20 Millionen Thalern und wohl noch mehr. Es ist nun die Frage, wie ist dieser Ueberschuß wohl am besten zu verwenden. Wer Schulden abbezahlt verbessert seine Güter, sagt ein altes Sprüchwort. Ein zweiter Vorschlag geht dahin, noch größere Summen als seither zu Bildungszwecken zu verwenden. Für das Militär werden auch noch mehr Ausgaben zu bestreiten sein. Auch könnte ein Theil verwendet werden, wenn man den Steuerdruck etwas erleichtert.
- In Betreff der diesjährigen größeren Truppenübungen hat der Kaiser bereits Anordnungen getroffen. Hinsichtlich der Uebungen des Gardecorps soll das General=Commando Vorschläge machen, wobei auf eine mehrtägige Uebung der Garde=Cavallerie im Divisionsverbande Bedacht zu nehmen ist. Rücksichtnahme auf möglichste Kosten=Ersparniß muß im Uebrigen für jene Vorschläge maßgebend sein. Die Uebungen des Gardecorps und der Provinzial=Armee sind so anzuordnen, daß die daran betheiligten Truppen im Allgemeinen am 15. September d. J. in ihre Garnisonorte zurückgekehrt sind. Der Oberbefehlshaber des Besatzungsheeres in Frankreich will nach vorheriger Communication mit den betheiligten Kriegsministerien hinsichtlich der Uebungen des Besatzungsheeres Bestimmungen treffen. Die Zusammenziehung einer Cavallerie=Division in der Stärke von mindestens sechs Regimentern zu einer mehrtägigen Uebung im Divisionsverbande ist, sofern die Verhältnisse es gestatten, in's Auge zu fassen. Uebungen der Landwehr finden nicht statt. Mannschaften der Reserve sind bei der Infanterie, den Jägern und Schützen zu Uebungen nicht einzuberufen.
- Noch ist es nicht ausgemacht, ob das bayerische Militär seinen hellblauen Waffenrock und seinen Raupenhelm beibehalten oder mit dem dunkelblauen Rock und der Pickelhaube der preußischen Armee vertauschen wird. Man erzählt, der Lieblingsadjutant des Königs, v. Sauer, wäre darüber in Ungnade gefallen und nach Würzburg zur Artillerie versetzt worden.
- General v. Hartmann in Würzburg ist gestorben.
- Die neue Zionskirche in Berlin mit einem 285 Fuß hohen Thurme soll am Sonntag den 2. März feierlich eingeweiht werden. Der Kaiser hat versprochen, der Weihe beizuwohnen.
- In Wien wird jetzt eine Probepflasterung mit bituminösem Kalk vorgenommen. Diese Pflasterungsmethode, die auch schon in Paris, London und neuerdings in Pesth eingeführt ist, besteht im Wesentlichen darin, daß die Straße möglichst nivellirt und planirt, dann mit einer Betonschicht von 8 - 9 Zoll belegt und auf diese der bituminöse Kalk in warmem Zustand gebracht und mit heißen Walzen geglättet wird. Es wird versichert, daß diese Pflasterung sehr dauerhaft ist, und die englisch=österreichische Gesellschaft, welche dieselbe ausführt erbot sich in Wien, eine Garantie für die Dauer von 15 Jahren zu übernehmen, während die gegenwärtig in Wien sich angewendete Pflasterung häufigen Umpflasterungen unterworfen und in der Regel in 10 Jahren ganz erneuert werden muß.
- In Prag hat sich ein Verein der Unhöflichen unter den Männern gebildet, der aber zehnmal gescheidter ist als mancher andere. Jeder, der ein schmales, schwarzgelbes Band am Hute trägt, hat sich verpflichtet, beim Grüßen nicht den Hut abzunehmen, sondern ganz einfach die Hand an den Hut zu legen.
- Auf der Insel Samos hat das Erdbeben großes Unheil angerichtet Die Bewohner haben ihre Häuser verlassen und haben sich in das Gebirge geflüchtet, wo sie in Höhlen wohnen.
- Dieselben Steinkohlen, die man noch vor einem Jahre in London und der Umgegend für 18 Schill. pr. Tonne kaufte, kosten heute 54 Sch. Der späte Schneefall und die Winterstürme mögen die Zufuhr aus dem Norden verzögert und so die Preise künstlich gesteigert haben; aber auch in den Fabrikdistricten, die ihr Dasein und ihre Blüthe gerade der unmittelbaren Nähe der Kohlenlager und der alle festländische Concurrenz ausschließenden Billigkeit des Brennmaterials verdanken, steigen die Preise zu einer so allarmierenden Höhe, daß die bequeme Täuschung von der "Unerschöpflichkeit" der englischen Kohlenlager wohl auch dem Gemüthlichsten jetzt ausgetrieben ist. Englands Macht und Reichthum, seine Herrschaft über den Weltmarkt beruhen auf seinen Kohlen. Wenn sich daher der Kohlenvorrath erschöpft, so muß England sich erschöpfen, seine Macht und sein Reichthum müssen von der mit bewunderungswürdiger Thatkraft erstrebten und erreichten Höhe herabsinken, und es muß mit andern Nationen auf dem Standpunkte der Gleichheit zu concurriren versuchen. Welche Umstände auch bei der gegenwärtigen ernsten, jeden Parteihaushalt empfindlich berührenden und die ganze Nationalindustrie gefährdenden Krisis mitgewirkt haben mögen - die von den Grubenarbeitern erzwungene Erhöhung des Arbeitlohnes und die noch viel fühlbarere Beschränkung der Arbeitszeit, der durch den deutsch=französischen Krieg bewirkte ungeahnte Aufschwung des Handels und der Industrie in England, namentlich die durch den kriegerischen, auf Panzerschiffe und strategische Eisenbahnen erpichten Geist unserer Zeit beförderte beispiellose Blüthe der Eisenfabrication - so viel ist gewiß und als harte Thatsache erwiesen: daß das Angebot der Nachfrage nicht mehr entspricht, und daß man sich in England auf eine verderbliche Krisis gefaßt machen muß. England hat in diesem Augenblick noch Kohlen genug, um seine eigenen industriellen und häuslichen Bedürfnisse noch für ein Jahrhundert zu befriedigen, aber die billig und bequem auszubeutenden Kohlenlager sind erschöpft oder der Erschöpfung nahe. Die noch vorhandenen Kohlen liegen tiefer, und es ist daher mehr Arbeit und mehr Capital nöthig, um sie zu heben. Nun ist aber gegenwärtig weniger Arbeit in den Kohlendistricten zu haben als früher, und diese wenigere Arbeit muß bedeutend theurer bezahlt werden. Es darf uns daher nicht wundern,

[ => Original lesen: 1873 Nr. 18 Seite 2]

daß gegenwärtig nicht nur in Wales, wo der noch immer nicht beigelegte Strike in den Kohlengruben und Eisengießereien die Betriebskräfte mutwillig zerstört hat, sondern auch in den Eisendistricten des mittleren und nördlichen Englands, in den Gebieten der Wollen= und Baumwollenfabriken, in Jorkshire und Laneashire täglich Fabriken geschlossen werden, weil thatsächlich Feuerungsmaterial um keinen Preis zu bekommen ist. (A. Z.)


Nikolaus Kopernikus.

Schon frühzeitig ahnten die Alten, daß unsere Erde nur ein Staubkorn in der Unermeßlichkeit des Weltalls sei. Aristarchos von Samos stellte schon im 3. Jahrhundert vor Christi Geburt die Lehre von der Bewegung der Erde um sich selbst und ihren kreisförmigen Lauf um die Sonne auf. Schon über 2000 Jahre alt ist also diese jetzt zur Erkenntniß erhobene Wahrheit, und wie heute noch absonderliche Leute (Pastor Knak) behaupten: die Erde stehe still und die Sonne bewege sich um dieselbe, so zieh damals Kleanthes den Aristarch der Gotteslästerung, weil er die heilige Ruhe der Erde störe. Beweisen konnte damals Aristarch seine Behauptung nicht, aber er hatte mit dem Instinkt des Genies geahnt, was der Deutsche Nicolaus Köpernik (Kopernikus) später sicher erkannte und begründete. Er stellte und begründete in seinem 1543 zu Nürnberg gedruckten Hauptwerke die Lehre auf, daß die Sonne der Mittelpunkt unseres Weltsystems sei, um den sich die Erde gleich den übrigen Planeten bewege. Dieses System hat in der Wissenschaft allgemeine Anerkennung gefunden und wird nach ihm das Kopernikanische Weitsystem genannt. Kopernikus wurde am 19. Februar 1473 in Thorn an der Weichsel geboren. Der 19. Febr. d. J. war daher sein 400. Geburtstag und wurde in den Kreisen der Wissenschaft vielfach gefeiert. K. war katholischer Geistlicher, zuletzt Domcapitular zu Frauenburg, ein Neffe des damaligen Bischofs von Ermeland, dessen Nachfolger in unsern Tagen viel genannt wird. Die Anregung zu seinen astronomischen Arbeiten und Entdeckungen erhielt er von dem Astronomen Müller in Königsberg in Franken, der unter dem Namen Regiomontanus (Königsberger) weltbekannt ist. An seinem Hauptwerke, das sein System enthält, hat er von 1507 bis 1530 gearbeitet und es in Nürnberg drucken lassen; es wurde kurz vor seinem Tode fertig. Aus Vorsicht nannte er sein System eine Hypothese (Vermuthung), um in Rom nicht anzustoßen und widmete es dem Papste Paul II. Er starb unangefochten, aber sein Werk und seine Entdeckung wurde später von dem "heiligen Gerichte" in Rom für Ketzerei erklärt. Der berühmte Gelehrte Galilei, der sich für die Kopernikanische Weltordnung erklärte, wurde von Rom gezwungen, kniefällig nachzusprechen: "Ich schwöre ab, verfluche und verabscheue als Irrthum und Ketzerei die verdammte Lehre, daß die Sonne unbeweglich sei und daß die Erde sich bewege. Ich verspreche nie zu reden und nie zu schreiben über die Bewegung der Erde, welche das heilige Gericht verdammt als eine falsche, ketzerische und schriftwidrige Meinung." So geschehen in Rom im Kloster Minerva am 22. Juni 1633. "Und sie bewegt sich doch." soll Galilei aufstehend gemurmelte haben. - Das Verbot des Kopernikanischen Systems wurde erst 1821 vom Papste für erloschen erklärt. Seine Grabschrift verfaßte der fromme Mann selber; sie lautet: Nicht die Gunst, die Paulus du verliehen, - nicht die Huld, die Petrus einst verziehen -: Spende mir nur wie am Kreuz dem armen - Schächer Erbarmen.
(D.=Z.)


Anzeigen.

Antragsmäßig soll über das zu Schönberg in der Neuenwallstraße sub Nr. 123 belegene Wohnhaus c. p. des Arbeitsmanns Fritz Duve hieselbst ein Hypothekenbuch niedergelegt werden, und werden daher alle Diejenigen, welche Realrechte an diesen Grundstücken zu haben vermeinen und deren Eintragung in das niederzulegende Hypothekenbuch verlangen, zu deren Anmeldung auf Sonnabend, den 17. Mai d. J. Vormittags 11 Uhr, peremtorisch und unter dem Nachtheil hiemit aufgefordert, daß alle nicht angemeldeten und von der Anmeldungspflicht nicht ausgenommenen Realrechte an den proclamirten Grundstücken sowohl gegen den jetzigen als die künftigen Besitzer desselben erloschen sein sollen.
Ausgenommen von der Anmeldungspflicht sind jedoch diejenigen Gläubiger, welche ihre Forderungen auf einem, mit dem Siegel des Gerichts versehenen, vor dem Liquidationstermine ihnen vorzulegenden und von ihnen zu unterzeichnenden Postenzettel vollständig und richtig aufgeführt gefunden haben.
Schönberg, den 20. Februar 1873.

Großherzogl. Justizamt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
H. Wohlfahrt.
(L. S.)     A. Dufft.


Eichen Fuderholzverkauf.
Beabsichtige am Dienstag den 4. März nach beendigter herrschaftlicher Auction auf dem Schulzengehöft zu Lindow noch 35 Fuder starkes eichen Durchforstungsholz aus meiner Buschkoppel zu versteigern.
Wieschendorf, Mühlenmeister.


Oeffentlicher Verkauf einer Vollhufe.

Beauftragt mit dem Verkaufe der zu Groß=Schretstaken, Lübschen Gebiets, belegenen Vollhufe des Joach. Hinr. Christ. Mundt, setze ich Termin zum öffentlichen meistbietenden Verkaufe derselben auf Freitag den 14. März d. J., Mittags präcise 12 Uhr, in hiesiger Börse an.
Die zu verkaufende Vollhufe hat zufolge Behrens - Vermessungsregister v. J. 1820 einen Flächeninhalt von 26,123 Quadratruthen (108 Tonnen 203 Q.=R.).
Reflectanten wollen sich wegen Besichtigung der Hufe beim Holzhändler Hans Joach. Christ. Mundt in Groß =Schretstaken melden, woselbst, wie auch beim Unterzeichneten, die bezüglichen Verkaufsbedingungen zur Einsicht bereit liegen.
Lübeck, den 15. Februar 1873.
A. Schmidt, beeidigter Auctionator.


Die diesjährige ordentliche Märzversammlung des landwirthschaftlichen Vereins für das Fürstenthum Ratzeburg wird am Donnerstag den 20. März d. J., Vormittags 11 Uhr, im Hause der Ackerbürgerwittwe Boye in Schönberg stattfinden.
Schönberg, den 27. Februar 1873.
Namens des Vorstandes:
C. Giehrke, Adv., d. Z. Secretair.


Club im Hause des Herrn Aug. Spehr am Mittwoch den 5. März 1873.
Mittagessen 3 Uhr.


Für Confirmanden halte ich mein Tuch= & Manufacturwaarengeschäft bestens empfohlen. Dasselbe ist in schwarzen wie farbigen Stoffen für Knaben und Mädchen durch viele Neuheiten reich sortirt.
Ferner empfing ich eine große Partie Shawls, Tücher, Jacken, Jaquetts, Talma's etc. in den neuesten Façons, sowie die dazu nötigen Stoffe und Besätze in allen Farben und Preisen.
Schlagsdorf.
H. Siebenmark.


F. Schlüter in Ratzeburg
empfiehlt zu billigsten Preisen seine Fabrikate, wie:
Selters, Sodawasser, Brauselimonade, angelegentlichst.
Niederlage hält zu Fabrikpreisen Aug. Spehr


[ => Original lesen: 1873 Nr. 18 Seite 3]

Unser guter August, der als Krankenwärter während des Krieges in Köln a. Rh. den Tod in den verschiedensten Gestalten sah, wurde uns heute (24. Februar Abends 10 3/4 Uhr) durch denselben nach kurzem Krankenlager im 25sten Jahre seines Lebens entrissen. Tief betrübt allen Bekannten diese Nachricht von der
Familie Vogel.
Schönberg.
Die Beerdigung findet Freitag den 28. Februar Nachmittags 4 Uhr 30 Minuten statt.


Herzlichen Dank allen Denen, die meiner lieben Frau das Geleite zu ihrer letzten Ruhestätte gegeben haben.
Schönberg, den 27. Februar 1873.
Joh. Herzberg, Maler.


Auf Gr. Molzahn ist zu Ostern eine Wohnung frei für einen Deputatknecht oder Tagelöhner.


Es hat sich das Gerücht verbreitet als hätte ich meinen Handel bereits aufgegeben. Dem ist aber nicht so. Im Gegentheil, ich verkaufe viele Artikel unter Preis, als:
Decimal=Waagen, Gewichte, Grabkreuze, Messing=Kessel, Grapen. Für Schmiede: Eisen, Büchsen, Pflüge, Bandeisen, Hufnägel und Stahl. Für Weber: Water=Twist à 20 Schilling (Mecklenburg) pr. Pfund. C.-Tabacke und andere Sorten. Gußeiserne Fenster, Dachpappe, Nägel und Drahtstifte, Porzellan- und Glaswaaren, Petroleum-Lampen etc., und bitte um gütige Abnahme.
Ergebenst Leonhard Dölle in Ratzeburg.


Aufforderung.
Wegen Besprechung um Bestätigung der Statuten von Hoher Großherzoglicher Landvogtei werden sämmtliche Mitglieder der Krankenkasse der Zimmerleute hiedurch aufgefordert, sich am Sonntag den 9. März, Nachmittags 2 Uhr, auf der Herberge einzufinden. Nichterscheinende werden an die Beschlüsse der anwesenden Mitglieder gebunden und spätere Einreden nicht berücksichtigt werden.
Schönberg, den 26. Februar 1873.
Der Vorstand.


Umschlagtücher, große Auswahl, worunter gestreifte rein wollene Ripstücher, das Stück zu 4 Taler (Mecklenburg) bei Gebrüder Burchard.


Schwarze Kleiderstoffe in Rips, Alpacca, ächten Tibeth, Cachemir, Crepp und Orleans zu sehr billigen Preisen bei Gebrüder Burchard.


Kleiderzeuge, neue Moden, große Auswahl; ältere Waaren unterm Preis bei Gebrüder Burchard.


Syrup à Pfd. 3 ßl. bei Leonhard Dölle in Ratzeburg.


Welche Zeitung?

Wo bei der Entscheidung für irgend ein Blatt das politische Interesse das Wort redet, ist die Wahl leicht; jede Partei-Nüance ist durch ein Organ in der Tagespresse vertreten. Schwieriger ist die Wahl eines Blattes für den Geschäftsmann, den Capitalisten, der nicht nur politische Nachrichten wünscht, sondern dem in viel höherem Maasse an einer vollständigen Information über den Geldmarkt, über Handel und Verkehr gelegen. Wir hoffen uns desshalb den Dank Vieler zu verdienen, wenn wir auf ein Blatt hinweisen, welches allen gerechten Anforderungen in dieser Richtung entspricht. Wöchentlich 12 Mal erscheinend, bringt der "Berliner Börsen-Courier" in seinen Abend-Ausgaben alles wünschenswerthe Material, z.B. einen täglichen Courszettel, der an Vollständigkeit und Uebersichtlichkeit alles Erreichbare bietet, tägliche Berichte über die Productenbörse, alle Handelsnachrichten, vergleichende Übersichten der Eisenbahn-Einnahmen, Zusammenstellung aller wissenswerthen Resultate der verschiedenen Effecten-Categorien, Verloosungslisten, ferner anerkannt vorzügliche Correspondenzen von allen nennenswerthen Börsenplätzen etc. etc. Für seine zahlreichen und mannichfaltigen Beurtheilungen gilt das Princip entschiedenster Unparteilichkeit. Dies Princip hält der "Berliner Börsen-Courier" in voller Strenge und ganzer Consequenz aufrecht aber er verschmäht es, zu jenen dem Erfahrenen als Humbug bekannten Mitteln zu greifen, mit welchen man von anderer Seite das gläubige Publikum düpirt. Er will seine Urtheile nur auf die thatsächlichen Verhältnisse basiren. Seine Abonnenten erhalten von der Redaction auf schriftliche Anfragen sachgemässen brieflichen Rath über jedes bestimmt bezeichnete Effect.
Ueberdies bietet der "Berliner Börsen-Courier" in seiner Morgenausgabe eine vollständige politische Zeitung. Für die Unterhaltung ist durch mannichfaltige Notizen über die Erscheinungen des öffentlichen Lebens, der Literatur und Kunst, besonders auch des Theaters gesorgt, die Sonntags-Beilage "Die Station" ist durch ihren Reichthum an feuilletonistischen Arbeiten aussergewöhnlich beliebt.
Der "Berliner Börsen-Courier" ist für 2 Thlr. 20 Sgr. vierteljährlich durch alle Postanstalten zu beziehen. Probe-Nummern liefert die Expedition in Berlin, Mohrenstrasse 24, gratis und franco.


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Möbel-Magazin.

Das Möbel-Magazin im Hause des Gastwirths Herrn Fick empfiehlt den geehrten Landbewohnern und einem geschätzten Publikum Schönbergs eine Auswahl modern und dauerhaft gearbeiteter Tischler- und Stuhlmacher-Arbeiten zu möglichst billigen und festen Preisen. Auch nimmt das Magazin Bestellungen auf Aussteuern und einzelne Arbeiten jeder Art an, welche prompt und reell ausgeführt werden.
Schönberg, 1872.
Die vereinigten Tischlermeister.


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Kali= und Magnesiapräparate 32 Schilling (Mecklenburg) bis 5 Taler (Mecklenburg) pr. 100 Pfund beseitigen bei Wiesen die Moose, Duvoks etc. und liefern mehr und bessern Heuertrag. - Mit Schwefelsäureaufgeschlossenes Knochenmehl (Superphosphat aus Knochen) 3 Taler (Mecklenburg) pr. 100 Pfund incl. Sack.
Bei Abnahme von 100 Ctr. Rabatt und auf Wunsch franco Bahnhof Schönberg oder Ratzeburg.


          Ratzeburg, den 9. Februar 1873.
   Sr. Wohlgeboren
          Herrn Beyer.
Euer Wohlgeboren meinen herzlichsten Dank für die meiner Frau, welche seit mehreren Jahren am rheumatischen Kopfschmerz litt und durch den Gebrauch Ihrer Kette, welche ich bei Ihrer Anwesenheit in Lübeck im December v. J. von Ihnen erhielt, von demselben gänzlich befreit ist, gebrachte Hülfe, hierdurch abzustatten, beehre ich mich
          Hochachtungsvoll W. Bätcke,
                    Töpfermeister.

          Ratzeburg, den 9. Februar 1873.
Ew. Wohlgeboren beehre ich mich hierdurch, für die meiner Frau, durch den Gebrauch Ihrer Kette, welche ich bei Ihrer Anwesenheit in Lübeck December v. J. von Ihnen bekommen habe, gebrachte Hülfe gegen rheumatischen Zahnschmerz, wovon sie jetzt ganz befreit ist, meinen herzlichsten Dank abzustatten.
                    Hochachtungsvoll
          C. Vollwerth, Polizeioffiziant.


[ => Original lesen: 1873 Nr. 18 Seite 4]

Unter dem heutigen Dato etablire ich neben meinem Uhrmachergeschäft eine Handlung mit Gold- und Silberwaaren,
und bitte ein geehrtes Publikum von Schönberg und Umgegend um geneigtes Wohlwollen zu meinem Unternehmen. - Die Preise sind billig und fest. - Aechtheit garantirt.
Heinr. Kock, Uhrmacher.


Wegen Wegzuges Fortsetzung des gänzlichen Ausverkaufs meines Tuch- und Manufacturwaaren-Lagers.
Sämmtliche courante Waaren werden zum reellen Einkaufspreise verkauft; Modesachen und Putzartikel gebe unter dem Einkaufspreise. Ganz besonders mache ich auf die überaus billigen Preise meiner Buckskins, Seidenzeuge, Long=Shawls, Kleiderstoffe etc. aufmerksam. - Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein.
J. Borchardt.


100 Mille feine importirte Havanna=Cigarren, à Mille 30 Thlr. - Probekistchen zu 50 und 100 Stück werden gegen Einsendung oder Nachnahme von 1 1/2 und 3 Thlr. versandt durch das Cigarren=Engros=Geschäft von Th. Laube & Co. in Hannover.
Nichtconvenirendes wird umgetauscht.

Anzeige für Dienstsuchende.

Landwirthschafterinnen, Meierinnen, Köchinnen, Näh=, Stuben= und Kindermädchen, Kutscher, Knechte und Burschen erhalten zu Ostern oder 1. Mai auf persönliche oder schriftliche Anmeldung nach Hamburg, Lübeck und anderen Orten gute Plätze und hohen Lohn.
Frau Reichert's Nachweisungs=Bureau, Breitestr. 954 beim Rathhause, Lübeck.


Verloren:
am 11. d. Mts. auf meinem Holzlagerplatze eine Cigarrentasche, die auf beiden Seiten mit Perlen gestickt ist. Der ehrliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen eine Belohnung bei mir abzugeben.
Stove.
J. Kruse, Rademacher.


Von jetzt an sind wieder alle frischen Sämereien bei mir zu haben, späterhin alle Gemüsepflanzen.
Wwe. Prill, Gärtner.


Ad. I. Unentgeltliche Kur der Trunksucht.
Ausgeführt nach rationeller Methode und eigener Erfindung älterer Aerzte, zum Wohle der Mitmenschen. Die Kur wird ohne Wissen des Kranken vollzogen. Gefällige Anfragen beliebe man vertrauensvoll einzusenden unter der Adresse:
F. Vollmann in Guben.


Nach dem Hochwasser vom 13. November habe ich auf meiner Wiese eine halbgefüllte Halbtonne Theer vorgefunden. Wer daran Ansprüche zu haben glaubt, wolle sich innerhalb 8 Tagen bei mir melden.
Hauswirth Woisin in Kleinfeldt.


Arco Verlaufen hat sich mein großer, gelbgrauer Hund, auf den Namen "Wasser" hörend. Wer mir denselben wiederbringt oder genaue Auskunft über ihn geben kann, erhält eine gute Belohnung.
Hauswirth Jochim Ollmann in Schlagsdorf.


Kirchliche Nachrichten.
Schönberger Gemeinde.

Sonntag, den 2. März.
Vormittags=Kirche: Pastor Kämpffer.
Nachmittags=Kirche: Pastor Fischer.
Amtswoche: Pastor Kämpffer.


Meteorologische Beobachtungen.
Febr.
1873.
Barometer   Wärme   Wind Stärke  
Paris. Lin.
300 +
niedrigste
°R.
höchste
°R.
       
25.
26.
27.
38.70
29.90
27.88
-5.3
-1.8
1.6
2.7
3.8
7.7
SSO
SO
SSW
2
3
2
heiter.
trübe.
zieml. heit.


Getreide=Preise in Lübeck.
(Alles per 200 Pfund in Lüb. Cour.)
Weizen19 1/4 - 20Mark (Lübeck)6Schilling (Mecklenburg)
Roggen13 1/4 - 13Mark (Lübeck)12Schilling (Mecklenburg)
Gerste13 1/2 - 14Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Hafer11 - 11 Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Erbsen12 - 13Mark (Lübeck)4Schilling (Mecklenburg)
Wicken10 - 12Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Buchweizen-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Winter=Raps-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Winter=Rübs.-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Schlagleins.20 - 21Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)


Markt=Preise in Lübeck.
Butter, Meckl.14 1/2 - 15 1/2 Schilling (Mecklenburg),
Hasen d. St.44 Schilling (Mecklenburg),
Hühner d. St.18 - 22 Schilling (Mecklenburg),
Küken d. St.10 - 14 Schilling (Mecklenburg),
Tauben d. St.4 - 6 Schilling (Mecklenburg),
Spickgans d. St.32 - 40 Schilling (Mecklenburg),
Flickgans d. St.28 - 30 Schilling (Mecklenburg),
Schinken pr. 500 Gr.9 - 10 Schilling (Mecklenburg),
Schweinskopf pr. 500 Gr.5 - 6 Schilling (Mecklenburg),
Wurst pr. 500 Gr.10 - 12 Schilling (Mecklenburg),
Eier 6 - 7 St.4 Schilling (Mecklenburg),
Kartoffeln 10 Lit.6 - 7 Schilling (Mecklenburg).


Redigirt, gedruckt und verlegt von L. Bicker in Schönberg.


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