No. 2
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 07. Januar
1873
dreinundvierzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1873 Nr. 2 Seite 1]

Es wird zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß der Herbstmarkt des Jahres 1873 in Schönberg am Donnerstag den 2. October abgehalten werden soll.
Schönberg, den 3. Januar 1873.

Großherzogl. Mecklenb. Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
F. Graf Eyben.     H. Wohlfahrt.


Auf Antrag der Direction der Feuer=Assecuranz=Societät des Fürstenthums Ratzeburg wird zur Vermeidung von Irrthum bekannt gemacht: daß die bisherigen Statuten dieser Societät nicht bis Neujahr 1873, sondern bis auf Weiteres prolongirt sind.
Schönberg, den 6. Januar 1873.

Großherzogl. Mecklenb. Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
H. Wohlfahrt.


- Papst Pius hat seiner Zunge am Weihnachtstage freien Lauf gelassen und ein großes Feuer angezündet. "Unverschämt nannte er das Vorgehen des deutschen Kaisers wider die Jesuiten und die römischen Uebergriffe, er sprach ihm das Recht ab, als Protestant. Kaiser zwischen Staat und Kirche gesetzliche Grenzen zu ziehen und nahm von den Katholiken des deutschen Reichs einen höheren Gehorsam für sich in Anspruch als für den Kaiser und Landesfürsten. Darin verstehen die Hohenzollern keinen Spaß und wir fürchten, der unfehlbare Papst hat einen großen Bock geschossen. Bereits ist der deutsche Geschäftsträger aus Rom abgereist und ein energischer Protest ist auf dem Wege nach Rom. Der Kaiser selbst hat das Wort des deutschen Reichskanzlers: "Wir werden nicht nach Canossa gehen" aufgenommen.
- Als Thiers vor ein paar Tagen aus dem Hause des englischen Gesandten in Paris trat, stolperte er und fiel. Er stand zwar wieder auf und wandelte heim und rief nicht einmal einen Arzt, aber ärgerlich ist es doch; denn ganz Paris weiß, daß er bei dem Engländer zu Mittag gegessen und getrunken hatte und der Herr Präsident kennt die böse Welt und ihre Zungen recht gut und weiß auch, daß in Frankreich ein Regent niemals stolpern darf. Ein fatales Omen ist's immerhin.
- In dem Federkrieg über den Krieg von 1870 haben die Minister Gramont und Leboeuf das Wort ergriffen und sich beide blamirt. Gramont hat nachgewiesen, ohne es zu wollen, daß er den Krieg angefangen, ohne das österreichische Bündniß in der Tasche zu haben, und Leboeuf hat ebenfalls wider Willen bestätigt, daß er den Krieg beschleunigt, ohne die Armee fertig zu haben, von dem berühmten letzten Gamaschenknopf ganz abgesehen. Den Hauptstrich durch die franz. Rechnung haben allerdings die raschen Siege von Weißenburg, Wörth und Spicheren gemacht; von da an mochte Niemand seine Haut für Frankreich zu Markte tragen. Gramont und Leboeuf wie ihr Herr und Meister haben mit dem Kriegsfeuer gespielt und sich verbrannt und suchen nun aus der Asche ein Feuerlein zu blasen, welches die Freundschaft Deutschlands mit Oesterreich verzehren soll. Diese Beiden haben aber ihr altes bedenkliches Conto abgeschlossen und es fällt Deutschland nicht ein, wegen alter Geschichten seinen Arm aus dem Arme Oesterreichs zu ziehen.
- Ein Zank ist zwischen dem Grafen Beust und dem Herzog v. Grammont ausgebrochen. Letzterer bleibt bei seiner Behauptung, der österreichische Kanzler habe ihm noch vor Beginn des deutsch=französischen Krieges die Hülfe Oesterreichs bestimmt zugesagt, und Beust verlangt von dem Herzog schwarz auf weiß den Belag für diese herzogliche Zusage und will von einem derartigen Versprechen nichts wissen.
- Den hervorragenden Verstorbenen des Jahres 1872 gehören u. a. vier Frauen an: die Erzherzogin Sophie von Oesterreich, die Mutter des Kaisers, die Herzogin Feodora von S. Meiningen, Ottilie v. Goethe in Weimar und Freifrau v. Gleichen=Rußwurm, die Tochter Schillers. Von Männern: König Karl XV. von Schweden, Prinz Albrecht von Preußen; Juarez, Präsident der Republik Mexiko, der Kaiser Max erschießen ließ; der italienische Agitator Mazzini. Gelehrte: Professor Jäger in Wien, der berühmte Augenarzt, die Philosophen Trendelenburg in Berlin und Feuerbach in Nürnberg; Prof. Morse in Newyork, der Erfinder der electromagnetischen Telegraphen. Politiker und Schriftsteller: v. Dönniges, bayer. Diplomat; Max Friedländer in Wien, Red. der Neuen Freien Presse; Oettinger in Dresden; David Kalisch, Gründer des Kladderadatsch; Stolle, der Gründer des "Dorfbarbier"; die Dichter Moritz Hartmann in Wien, Mitglied des Frankfurter Parlaments, und Robert Prutz in Stettin; Ludwig Simon von Trier, Mitglied desselben Parlaments; der Dichter Grillparzer in Wien, der Reisende Gerstäcker in Braunschweig; ferner: Pastor Hermann Riemann in Friedland, Mitbegründer der deutschen Burschenschaft und Paul v. Denis, Erbauer der erster Eisenbahn auf dem europäischen Festlande. Künstler: die Schauspieler Dawison und Emil und Carl Aug. Devrient.
- Ungefähr 800 elsässische und lothringische Recruten trafen am 5. Januar in ihren Garnisonen (des 11. Armeecorps) ein; auf jedes Bataillon werden etwa 32 Mann kommen.
- Maler Kaulbach wird die Ausstellung in Wien auch mit einem Werke ehren und zwar mit einem solchen, daß man bei seinem Alter (er ist ein Sechziger) staunen muß, daß er's noch unternehmen mag! Er zeichnet seit einiger Zeit an einem Carton, dessen Darstellung, die Sündfluth, den größten Figurenreichthum verlangt, und die wenigen Gruppen, welche bereits entworfen sind, sollen noch Alles, was er bereits geschaffen, an Großartigkeit und Schönheit übertreffen! Das will was heißen, wenn man an die 6 "größten Weltereignisse" denkt, die er im Berliner Museum mit lebensgroßen Figuren geschaffen, an seine Schlacht von Salamis, an seine Zerstörung von Jerusalem in München, meist in der Größe von 20 Fuß Höhe und 30 Fuß Länge. Er ist der Raphael der Gegenwart an Adel und Produktivität an Reichtum der Ideen und an all=

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gemeinerer Ausbildung übertrifft er ihn, denn Raphael war meist nur Heiligen= und Portraitmaler, während Kaulbach auch die Architectur, das Thierfach und die Landschaft mit gleicher Gewalt beherrscht, wie menschliche Fluren im geschichtlichen wie symbolischen Fach. Seine anderen kleineren Werke, in alle Welt zerstreut, sind fast zahllos. - Er ist in der Kunst der Gegenwart ein Gipfel vor allen Völkern und eine der ersten Zierden des deutschen Volkes. Mit Recht gilt daher auch heute noch, was schon vor 30 Jahren gesagt wurde: Es giebt nur einen Kaulbach!
- Das Zucht= und Zugvieh hat im letzten Jahre eine enorme Preissteigerung erfahren und es scheint, als ob dieselbe im Jahre 1873 sich noch erhöhen wird. Die Ursachen werden in dem Zurücktreten der Jungviehzucht wegen des billigeren Bezugs desselben von auswärts, und in der verstärkteren Ausfuhr, namentlich nach England, gesucht. Als Viehexport aus Deutschland für 1870 wird angegeben: 130,000 Ochsen, 56,000 Kühe, 38,000 Stück Jungvieh, 63,000 Kälber, 378,000 Schweine, 1,881,000 Schafe, 42,000 Pferde. Dazu kommt seit Beendigung des Krieges und in Folge erhöhter Arbeitslöhne ein erhöhter Genuß von Fleisch, weßhalb die Erhöhung der Fleischpreise, welche denen in England jetzt fast gleichstehen, erklärlich wird. Eine verstärkte Aufzucht von Jungvieh wird die nothwendige Folge sein, der aber durch die Weideverhältnisse gewisse Grenzen gezogen sind. Ebenso wird die Viehmastung intensiver betrieben werden, jedoch der Preisstand wegen des Exports immer nicht niedrig werden. Ohne die überaus starke Einfuhr von amerikanischem Schmalz und Speck würden die Fettwaaren als Luxusartikel aus kleineren Haushaltungen verschwunden sein.
- 60,000 Kohlengruben= und Eisenwerk=Arbeiter in Wales beharren auf dem Strike, weil die Arbeitgeber sich weigern, den Streit einem Schiedsgericht zu unterbreiten.
- Man hat die Erfahrung gemacht, daß Knochenmehl als Dünger für Roggenland auf leichtem sandigen Boden eine sehr gute Wirkung hervorbringt. Zu einem Hektoliter werden 100 Pfd. Knochenmehl verwandt.
- Europa versieht Nordamerika jährlich mit neuem Blut. Eingewandert aus Europa sind vom 1. Juli 1871-72 404,806 Personen, darunter aus Deutschland 141,109, unter 1000 europäischen Einwanderern je 404 aus Deutschland. Da das amerikanische statistische Amt den Werth eines Einwanderers auf 800 Doll. anschlägt, so beträgt der Gesammtwerth der vorjährigen Einwanderung nahezu 324 Millionen Dollars.
- Die Rinderpest hat sich wieder in Böhmen wie auch im südlichen Jütland gezeigt. Man hat sofort die strengsten Maßregeln dagegen ergriffen.
- In den Vereinigten Staaten von Nordamerika nimmt die Fabrikation von Talg= und Stearinlichtern außerordentlich zu, obgleich die Amerikaner fast nur Gas und Petroleum brennen. Die Lichter gehen in den Süden, wo sich die Negerinnen mit Talg pomadisiren, und nach Mexiko, wo die indianischen Bergleute, wie wailand die Kosacken, Talglichter als Leckerbissen verzehren und höchstens eine Zwiebel hinzufügen.
- Es gibt auch in Deutschland noch Menschenfresser, d. h. Menschen, die furchtbare Fresser sind. In Triebenreuth (Bayern) aß der Bauer Hiltner Abends daheim 1 Hefenklos, 1 Häring und 5 Kartoffelklöse und trank dazu 1 Seidel Schnaps. Dann ging's in's Wirthshaus, wo er sich mit 2 Leberwürsten und einem Keil Brod zum Hauptessen stärkte; dieses bestand aus 24 großen Leberwürsten und 7 Glas Bier, die der Wirth bezahlen mußte.
- Das schöne Volkslied "Jetzt geh' i zum Brünnele, trink' aber net" ist von Pixis in München wunderschön gemalt worden. Das Bild kommt nach Amerika, wo man nur gemalte Volkslieder hat.


Der Brautring.
Erzählung von Robert Schweichel.
(Fortsetzung.)

[ => Original lesen: 1873 Nr. 2 Seite 3]

Der Brautring.
Erzählung von Robert Schweichel.
(Fortsetzung.)


Antragsmäßig soll über das zu Schönberg an der Siemzerstraße sub Nr. 96 belegene Wohnhaus c. p. des Kaufmanns Heinrich Creutzfeldt hieselbst ein Hypothekenbuch niedergelegt werden, und werden daher alle Diejenigen, welche Realrechte an diesem Grundstücke zu haben vermeinen und deren Eintragung in das niederzulegende Hypothekenbuch verlangen, zu deren Anmeldung auf Montag den 10. Februar 1873, Vormittags 10 Uhr, peremtorisch und unter dem Nachtheil hiemit aufgefordert, daß alle nicht angemeldeten und von der Anmeldungspflicht nicht ausgenommenen Realrechte an dem proclamirten Grundstücke sowohl gegen den jetzigen als die künftigen Besitzer desselben erloschen sein sollen.
Ausgenommen von der Anmeldungspflicht sind jedoch diejenigen Gläubiger, welche ihre Forderungen auf einem, mit dem Siegel des Gerichts versehenen, vor dem Liquidationstermine ihnen vorzulegenden und von ihnen zu unterzeichnenden Postenzettel vollständig und richtig aufgeführt gefunden haben.
Schönberg, den 16. November 1872.

Großherzogl. Justizamt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
H. Wohlfahrt.
(L. S.)     A. Dufft.


Freiwilliger Verkauf und Pfand=Gläubiger und Beispruchs=Rechts=Aufruf.
Auf Antrag der Erben des wailand Maurergesellen Heinrich Ferdinand Lentz in Ratzeburg soll das demselben gehörende, im Schuld- und Pfandprotocoll von der Stadt Ratzeburg vol. VI. Fol. 233 pag. 77 verzeichnete, zu Ratzeburg in der Fischerstraße unter Nr. 236 belegene Wohnhaus nebst Zubehör in einem einzigen auf den 10. Januar 1873, Vormittags 11 Uhr, im Sitzungssaale des unterzeichneten Amtsgerichts angesetzten Termin öffentlich meistbietend verkauft werden, in welchem sich Kaufliebhaber einfinden wollen.
Diejenigen, welche Ansprüche obengedachter Art an das zu verkaufende Grundstück zu haben vermeinen, werden aufgefordert, solche im obigen Termine bei Vermeidung des Ausschlusses anzumelden und sofort gehörig zu bescheinigen. Auswärtige haben für Bestellung eines Bevollmächtigten Sorge zu tragen.
Ratzeburg, den 16. November 1872.

Königlich Herzogliches Amtsgericht.
Sachau.
Bodmer.


Nach Bestimmung des hohen Großherzoglichen Kammer- und Forst-Collegii soll die herrschaftliche Feldziegelei bei Schönberg auf die Dauer von Marien 1873 bis Johannis 1879 öffentlich meistbietend verpachtet werden und ist dazu Termin auf Sonnabend den 11. Januar 1873, Vormittags 11 Uhr, allhier auf der Amtsstube angesetzt, wozu sich Pachtliebhaber einfinden wollen.
Es wird bemerkt, daß dem hohen Kammer- und Forst-Collegio nicht bloß die Entscheidung über die Annehmlichkeit des Gebots, sondern auch die Wahl unter den 3 Höchstbietenden vorbehalten bleibt, und daß im Uebrigen die Verpachtungsbedingungen in der hiesigen Registratur eingesehen werden können.
Schönberg, den 17. December 1872.

Großherzogl. Mecklenb. Domainen-Amt.
Im Auftrage:
Hahn.


Holz=Auction.
Montag den 6. Januar sollen im Woitendorfer Holze, Vitenser Forste, meistbietend gegen gleich baare Bezahlung verkauft werden:

eichen Drümme, zu Bau= und Nutzholz tauglich,
eichen Klafterholz,
loheichen Zweigholz in Haufen,
buchen Drümme,
buchen Klafterholz,
buchen Zweig= und Stangenholz in Haufen,
birken Wadelholz in Haufen.
Die Auction beginnt Morgens 10 Uhr und wollen Käufer sich beim Holzwärterhause zu Woitendorf einfinden.
Vitense, den 28. December 1872.
L. Wiegandt, Förster.


[ => Original lesen: 1873 Nr. 2 Seite 4]

Am Freitag den 10. Januar sollen im Hause des Kaufmanns H. Boye hieselbst von Morgens 9 1/2 Uhr an gegen baare Zahlung öffentlich meistbietend verkauft werden:

eine 8 Tage gehende Uhr mit Gehäuse, Betten, 1 Bettstelle mit Matratze, Mannskleidungsstücke, etwas Leinzeug, 1 Schrank, mehrere Borten und andere Sachen mehr.
Seegert, Landreiter.

Die von mir annoncirten Capitalien sind begeben; ich ersuche daher Capitalisten, welche ferner noch Gelder zu Antoni k. J. durch mich belegen wollen, diese rechtzeitig bei mir anzumelden.
Carl Bade.


Die Ersparniß- und Vorschuß-Anstalt zahlt die zu Antonii 1873 fällig werdenden halbjährigen Zinsen auf die bei der Vorschuß=Anstalt belegten Capitalien bereits zu Anfang Januar k. J. aus und ist zu diesem Zweck in der Woche vom 2. bis 8. Januar 1873, beide Tage einschließlich, täglich von 8 - 12 Uhr Vormittags, und im Antoniitermine k. J. in der Woche vom 17. bis 24. Januar 1873, beide Tage einschließlich, täglich von 8 - 12 Uhr Vormittags, geöffnet.
Schönberg, den 21. December 1872.

Das Directorium der Ersparniß= und Vorschuß=Anstalt.
Aug. Spehr. C. Drevs. W. Gartz. Wigger. Burmeister.
Secretär: R. Rackow, Adv.


Alle Diejenigen, welche im bevorstehenden Termine Gelder und Sparkassen=Bücher durch mich an die Sparkasse zu Schwerin besorgt zu haben wünschen, werden ersucht, solche bis spätestens zum 20. Januar 1873 bei mir abzugeben.
J. P. Bade, Buchbinder.


Anmeldungen zu mecklenburgischen ritterschaftlichen Pfandbriefen nehme ich entgegen und wird für jede eingezahlten 96 Taler (Mecklenburg) ein Pfandbrief von 100 Taler (Mecklenburg), zu 4 pro Cent verzinslich, ausgestellt, für den sämmtlich nur niedrig taxirte hundert Hauptgüter haften.
Schönberg, im Januar 1873.
Kindler, Advocat.


15 Thlr. Belohnung sichere ich Demjenigen zu, der mir den Dieb nachweist, welcher mir aus meiner Holzkoppel Erlen gestohlen hat. Ich verbiete überhaupt jedes unbefugte Betreten meiner Holz=, wie auch meiner Feldkoppel bei Strafe gerichtlicher Ahndung.
Krüger Böttcher in Rieps.


Erbsenmehl à Pfd. 5 ßl. empfiehlt Aug. Spehr.
NB. Von diesem Mehl nehme man zu Suppen für 1 Person 1 bis 2 Eßlöffel, quirle es in siedend Wasser mit Butter oder Fleischbrühe gefettet und thue Salz nach Belieben hinzu.
Zu Purees (Brei) nehme man das doppelte Quantum.


Pferd
Mein rotbrauner dänischer Hengst Hercules deckt vom 1. Jan. bis 1. Juli 1873 fremde Stuten. Deckgeld 1 Louisd'or. Hercules erhielt auf 5 Thierschauen die erste Prämie.
Dassow im December 1872.
G. Callies.


Am Sonntag den 5. Januar ist mir ein rothbunter zweijähriger Bolle entlaufen. Wer darüber Auskunft geben kann, wird ersucht, sich bei mir zu melden.
Hauswirthin Wienck in Bardowieck.


Am nächsten Sonntage den 12. Januar soll im Saale der Gastwirthin Krüger am Markte Nachmittags 5 Uhr die Rechnungsablage vom Königschuß des vorigen Jahres geschehen und sollen zugleich die nicht abgeforderten Gewinne aus der Tombola verauctionirt werden.
Capitain und Aelteste der Schützenzunft.


Feuerversicherungsbank für Deutschland zu Gotha.
Zufolge der Mittheilung der Feuerversicherungsbank für Deutschland zu Gotha wird dieselbe nach vorläufiger Berechnung ihren Teilnehmern für 1872 ca. 70 Procent ihrer Prämieneinlagen als Ersparniß zurückgeben.
Die genaue Berechnung des Antheils für jeden Theilnehmer der Bank, sowie der vollständige Rechnungsabschluß derselben für 1872 wird am Ende des Monats Mai d. J. erfolgen.
Zur Annahme von Versicherungen für die Feuerversicherungsbank bin ich jederzeit bereit.
Schönberg, den 6. Januar 1872.
Chr. Schrep, Agent der Feuerversicherungsbank f. D.


Geld ist die Losung!
Ohne dieses keine Wohlfahrt, kein wahres Glück; doch es zu erlangen ist so schwer und doch manchmal so leicht. Die günstigste Gelegenheit hiezu bietet die vom Staate genehmigte und garantirte grosse Geldverloosung.
3000,000 Mark Gold Rw. ev. als Hauptgewinn; ausserdem aber Gewinne von 180,000, 120,000, 90,000, 60,000, 48,000, 36,000, 30,000 2 à 24,000, 3 à 18,000, 5 à 14,400, 13,200, 12 à 12,000, 11 à 9600, 10 à 7200, 32 à 6000, 5 à 4800, 64 à 3600, 122 à 2400, 6 à 1800, 3 à 1440, 256 à 1200, 306 à 600, 6 à 360, 410 à 240, und circa 35,000 à 132, 120, 60 Mark, demnach im Gesammtbetrage von über 6 Million 484,000 Mark Gold Rw.
Die Beliebtheit, welche diese, durch ihre vortheilhafte Einrichtung in der ganzen Welt bekannte Geldverloosung erworben hat, documentirt sich am besten dadurch, dass die nächste Ziehungsperiode, welche aus 69,000 Loosen mit 36,000 Gewinnen besteht, schon die 236ste ist; dieselbe ist planmässig in sieben Abtheilungen eingetheilt und findet die nächste Ziehung bereits am 15. u. 16. Januar d. J. statt. Hiezu kostet
1 ganzes Originalloos nur Pr. Taler (Mecklenburg) 4. -
1 halbes Originalloos nur Pr. Taler (Mecklenburg) 2. -
1 viertel Originalloos nur Pr. Taler (Mecklenburg) 1. -
Gegen Einsendung des Betrages, am bequemsten pr. Postvorschuss, werden die mit dem Staatswappen versehenen Originalloose von mir, selbst nach weitester Entfernung, prompt und verschwiegen versandt unter Beifügung des amtlichen Verloosungsplanes. Nach jeder Ziehung erfolgt dann sofort das officielle Nummernverzeichniss der mit Gewinnen gezogenen Loose, sowie auch die Auszahlung der Gewinne nach Entscheidung unmittelbar geschieht.
Man wende sich baldigst in directen Zuschriften an das Bankhaus Siegmund Heckscher, Hamburg.


Meteorologische Beobachtungen.
Jan.
1873.
Barometer   Wärme   Wind Stärke  
Paris. Lin.
300 +
niedrigste
°R.
höchste
°R.
       
4.
5.
6.
37.15
35.62
36.92
2.4
3.9
3.2
6.8
6.7
5.0
SSW
SW
SW
2
2
4
bewölkt.
heiter.
bedeckt.


Markt=Preise in Lübeck.
Butter, Meckl.15 - 16 Schilling (Mecklenburg),
Hasen d. St.40 - 48 Schilling (Mecklenburg),
Enten d. St.30 - 32 Schilling (Mecklenburg),
Hühner d. St.18 - 20 Schilling (Mecklenburg),
Küken d. St.10 - 14 Schilling (Mecklenburg),
Tauben d. St.5 - 6 Schilling (Mecklenburg),
Gänse pr. 500 Gr.10 - 10 1/2 Schilling (Mecklenburg),
Spickgans d. St.30 - 40 Schilling (Mecklenburg),
Flickgans d. St.28 - 32 Schilling (Mecklenburg),
Schinken pr. 500 Gr.10 Schilling (Mecklenburg),
Schweinskopf pr. 500 Gr.5 - 6 Schilling (Mecklenburg),
Wurst pr. 500 Gr.11 - 12 Schilling (Mecklenburg),
Eier 3 - 4 St.4 Schilling (Mecklenburg),
Kartoffeln 10 Lit.6 - 7 Schilling (Mecklenburg).


Getreide=Preise in Lübeck.
Weizen19 1/2 - 20Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Roggen13 1/2 - 14Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Gerste13 1/4 - 14Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Hafer11 1/2 - 12 Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Erbsen12 - 13Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Wicken-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Buchweizen12 3/4 - 13Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Winter=Raps-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Winter=Rübs.-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Schlagleins.20 1/2 - 21Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)


Redigirt, gedruckt und verlegt von L. Bicker in Schönberg.


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