No. 102
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 20. Dezember
1872
zweiundvierzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1872 Nr. 102 Seite 1]

Des hl. Weihnachtsfestes wegen erscheinen die Wöchentlichen Anzeigen am Freitag den 27. December nicht; die nächste Nummer wird am Dienstag den 31. d. Mts. ausgegeben.


Anzeigen.

Gläubiger-Aufruf.
Der Gastwirth und Erbpächter Ludwig Koch in Gr. Sarau hat, anläßlich eines Verkaufs seiner Hauswirthsstelle, eine Aufforderung an seine sämmtlichen Gläubiger, ihre Ansprüche anzumelden, beim unterzeichneten Gerichte beantragt.
Es werden hiernach Alle und Jede, welche aus irgend einem Grunde Forderungen und Ansprüche an den genannten Erbpächter Ludwig Koch, insbesondere an die verkaufte, in Gr. Sarau belegene Erbpachtstelle (Vol. I. fol. 10) des Schuld- und Pfandprotocolls) zu haben vermeinen, hiemittelst aufgefordert, solche Ansprüche zur Vermeidung der Ausschließung in dem auf den 28. December d. Js., Vormittags 11 Uhr, vor gezeichnetem Gerichte anberaumten Termin anzumelden und sofort zu bescheinigen. Auswärtige haben entsprechende Bevollmächtigte zu bestellen.
Ratzeburg, den 27. November 1872.
Königlich Herzogliches Amtsgericht.
Sachau.
Bodmer.


Nach Bestimmung des hoben Großherzoglichen Kammer- und Forst-Collegii soll die herrschaftliche Feldziegelei bei Schönberg auf die Dauer von Marien 1873 bis Johannis 1879 öffentlich meistbietend verpachtet werden und ist dazu Termin auf Sonnabend den 11. Januar 1873, Vormittags 11 Uhr, allhier auf der Amtsstube angesetzt, wozu sich Pachtliebhaber einfinden wollen.
Es wird bemerkt, daß dem hohen Kammer- und Forst-Collegio nicht bloß die Entscheidung über die Annehmlichkeit des Gebots, sondern auch die Wahl unter den 3 Höchstbietenden vorbehalten bleibt, und daß im Uebrigen die Verpachtungsbedingungen in der hiesigen Registratur eingesehen werden können.
Schönberg, den 17. December 1872.
Großherzogl. Mecklenb. Domainen-Amt.
Im Auftrage: Hahn.


Am Sonnabend den 28. d. Mts, Morgens von 9 1/2 Uhr an, sollen im Hause der Gastwirthin Boye gegen gleich baare Bezahlung meistbietend verkauft werden:

1 Kleiderschrank, 1 Commode, Tische, Rohr- und Polsterstühle, Sopha, Spiegel, Oeldruck-Bilder, Uhr und Uhrkasten, 1 Tafelwaage von 20 Kl., Bücher- und Brief-Borte, diverses Leinenzeug, 1 Partie alte Bretter;
Nachmittags Fortsetzung im Hause des Kaufmanns H. Boye:
1 Fliegenschrank, div. Borte, Tische, Schränke, mit und ohne Aufsatz, Pferdekrippen, 1 Leiter Kartoffeln, Kisten u. dgl. mehr.
Seegert, Landreiter.


Diejenigen im Jahre 1853 geborenen jungen Leute, welche nach den Bestimmungen in § 148 der Militär-Ersatz-Instruction vom 26. März 1848 Anspruch auf die Vergünstigung haben, [Fehlstelle] activen Dienstpflicht im stehenden Heere durch [Fehlstelle] Dienst genügen zu dürfen, werden hiedurch darauf hingewiesen, daß sie bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. Februar 1873 bei der zuständigen Prüfungs-Commission die Berechtigung schriftlich nachzusuchen haben.
Der Meldung sind beizufügen:

a. ein Geburtszeugniß (Taufschein),
b. ein Einwilligungs-Attest des Vaters, beziehungsweise Vormundes,
c. ein Unbescholtenheits-Zeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) von dem Director beziehungsweise Rector der betreffenden Lehr-Anstalt, für alle übrigen jungen Leute von der Polizei-Obrigkeit auszustellen ist,
und in dem Falle, daß der Nachweis der wissenschaftlichen Qualification durch Vorlegung von Schulzeugnissen geführt werden soll, außerdem:
d. ein den gesetzlichen Anforderungen entsprechendes Schulzeugniß.
Die nächsten Prüfungen der Aspiranten zum einjährig freiwilligen Militair-Dienste finden bei der unterzeichneten Prüfungskommission im März 1873 statt. Die Meldungen zu denselben sind Seitens der nach dem Jahre 1853 geborenen jungen Leute, welche zu diesen Prüfungen geladen zu werden wünschen, bis spätestens zum 15. Februar 1873 zu beschaffen.
Schwerin, den 11. December 1872.
Großherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige.
Dippe. von Pentz.


Von den eingegangenen Gaben im Gesmmtbetrage von 2112 Taler (Mecklenburg) 39 Schilling (Mecklenburg) sind bisher 606 Taler (Mecklenburg) 44 Schilling (Mecklenburg) hier im Fürstenthum vertheilt, ferner sind 250 Taler (Mecklenburg) nach Dassow, 150 Taler (Mecklenburg) nach Niendorf, 150 Taler (Mecklenburg) an das Schleswig-Holsteinische Central-Comite, 150 Taler (Mecklenburg) an das Mecklenburgische Central-Comite in Schwerin, 50 Taler (Mecklenburg) nach Travemünde, 200 Taler (Mecklenburg) nach Boltenhagen und 200 Taler (Mecklenburg) an den deutschen Hülfsverein in Berlin eingesandt worden.
Weiteren Bericht werden wir demnächst folgen lassen.
Schönberg den 20. December 1872.
Das Comite zur Linderung der Noth der am 13. November Ueberschwemmten.


Den Grundbesitzern hier im Lande, welche bis Weihnachten d. J. darum nachsuchen, können wir Gelder zu 4 % aus der Kasse der Ersparniß-Anstalt von Antoni k. J. an zur Hypothek anleihen.
Gleichzeitig bitten wir, diejenigen Capitalien, welche zu Antoni k. J. bei der Anstalt belegt werden sollen, möglichst bald im Lokale der Anstalt anzumelden.
Schönberg, den 7. December 1872.
Das Directorium der Ersparniß- und Vorschuß-Anstalt.
Aug. Spehr. Drevs. W. Gartz. Wigger. Burmeister.
Secretair: R. Rackow, Adv.


Die von mir annoncirten Capitalien sind begeben; ich ersuche daher Capitalisten, welche ferner noch Gelder zu Antoni k. J. durch mich belegen wollen, diese rechtzeitig bei mir anzumelden.
Carl Bade.


[ => Original lesen: 1872 Nr. 102 Seite 2]

Die Ersparniß- und Vorschuß-Anstalt zahlt die zu Antoni 1873 fällig werdenden halbjährigen Zinsen auf die bei der Vorschuß-Anstalt belegten Capitalien bereits zu Anfang Januar k. J. aus und ist zu diesem Zweck in der Woche vom 2. bis 8. Januar 1873, beide Tage einschließlich, täglich von 8 bis 12 Uhr Vormittags, und im Antoniitermine k. J. in der Woche vom 17. bis 24. Januar 1873, beide Tage einschließlich, täglich von 8 bis 12 Uhr Vormittags, geöffnet.
Schönberg, den 21. December 1872.
Das Directorium der Ersparniß- und Vorschuß-Anstalt.
Aug. Spehr. C. Drevs.W. Gartz. Wigger. Burmeister.
Secretair: R. Rackow, Adv.


Wir haben uns entschlossen, den Zehnten und Zahlschilling von unseren unbebaueten Grundstücken auf der Schönberger Feldmark auf Grund der Verordnung vom 28. October 1869 abzulösen, und fordern unsere Mitbürger auf, die in wenigen Tagen ablaufende Frist gleichfalls zur Ablösung zu benutzen. Die betreffenden Anträge sind entweder beim Großherzoglichen Domänenamte in Schönberg direct oder bis zum 28. dieses Monats bei unserem gemeinschaftlichen Bevollmächtigten, dem Herrn Advocaten Rackow in Schönberg, zu stellen.
Schönberg den 23. December 1872.
Senator Aug. Spehr. Schlachtermeister Hennings. Uhrmacher Meyer. Hofschmidt Dräger. Zimmermeister Westphal. Tischlermeister Fick.


Gestern Abend entschlief nach 14tägigen Leiden mein lieber Mann, der Gastwirth Murjahn, im 75. Lebensjahre, tief betrauert von seiner hinterbliebenen Frau, Kindern und Enkeln.
Ziethen den 19. Dec. 1872.


Alle Diejenigen, welche noch Forderungen an den Kaufmann H. Siebenmark in Carlow haben, werden hiedurch gebeten, solche bis zum 31. Januar 1873 bei den Unterzeichneten anmelden zu wollen, ebenso werden Alle, welche demselben schulden, hierdurch aufgefordert, bis dahin ihre Rechnungen zu berichtigen. Das Geschäft wird unter der Firma H. Siebenmark unverändert fortgeführt, jedoch bis zur Wiederherstellung des erkrankten Inhabers unter der Hand administrirt von den Verwandten und Freunden.
Schönberg, den 11. December 1872.
Carl Bade. J. Ludw. D. Petersen.


Zu einem in Schönberg bestehenden größeren Lesezirkel, in welchem 12 der gelesensten Journale (für Literatur, Politik, Kunst, Unterhaltung, Mode, theils mit, theils ohne Illustrationen) gehalten werden, kann bei Beginn des neuen Jahres fernerer Zuritt stattfinden. Der Wechsel geschieht allsonnabendlich; die Auswahl der Blätter richtet sich nach den Wünschen der Leser, die auch insofern ein Anrecht an dieselben behalten, als die vollendeten Jahrgänge schließlich meistbietend unter ihnen versteigert werden. Der vierteljährliche Preis (jetzt 1 1/2 k) bestimmt sich nach der Anzahl der Theilnehmer, übersteigt jedoch niemals 2 Taler (Mecklenburg). Theilnehmer außerhalb Schönbergs haben für den Transport selbst zu sorgen und zahlen daher einen geringeren Beitrag.
Nähere Auskunft bei C. Sievers.


Zum bevorstehenden Feste empfehle ich einem geehrten Publikum meine bekannten Kuchenwaaren und Pfeffernüsse sowie Tannenbaum-Confect in allen Sorten, hauptsächlich leichte und schmackhafte Waare. Die Ausstellung beginnt am Sonntag den 15. d. Mts.
Auch sind frische Apfelsinen zu haben.
H. Wolgast, Bäckermeister.


Besten engl. Zucker-Syrup, besonders schön zum Kuchenbacken, Rosinen ohne Steine, Succade, Pomeranzenschalen, Böhmische Tafelpflaumen, Pottasche, Mandeln, Gemahlenen Reis zu 3 und 4 ßl., Chocolade in Tafeln und Puder, Weihnachtslichter, Stearin- und Parafinlichte empfiehlt C. Schwedt.


Punsch-Extract, Flasche 16 ßl. empfiehlt Aug. Spehr.


F. Schlüter in Ratzeburg
empfiehlt zu billigsten Preisen seine Fabrikate, wie:
Selters, Sodawasser Brauselimonade angelegentlichst.
Niederlage hält zu Fabrikpreisen Aug. Spehr in Schönberg.


fein Goa-Arrac, Flasche 20 ßl.,
ff Goa-Arrac, Fl. 32 ßl.,
f. Cognac, Fl. 20 ßl.,
f. Pale-Cognac, Fl. 32 ßl.,
ff. Pala-Cognac, Fl. 40 ßl.,
Surinam-Rum, Fl. 10 ßl.,
Demarara-Rum, Fl. 14 und 16 ßl.,
Jamaica-Rum, Fl. 20, 24 und 31 ßl.,
extra starker f. alter Jam.-Rum, Fl. 1 Thlr.,
ff. weißer alter Jam.-Rum, Fl. 1 Thlr. 12 ßl.,
ff. Jamaica-Rum (sehr alter), Fl. 1 Thlr. 32 ßl.
empfiehlt Aug. Spehr.


Chocoladen mit Vanille und Gewürz in verschiedenen Qualitäts,
Caracas-Chocolade,
Fürsten-Chocolade,
Pecco-Blüthen-Thee,
Sonchon-Pecco-Thee,
ff. Imperial-Thee,
Imperial-Thee,
Congo-Thee,
Pouchong-Thee
empfiehlt Aug. Spehr.


Die feinsten Parfümerien, als: echtes Eau de Cologne, Ambrée, Ess-Bouquet, (Treu & Nuglisch) sowie Borchardt's Kräuter- und Linde's Stangenpomade, Hartung's Chinarinden-Oel, Rosen-, Veilchen-, Windsor-, Familien-, Glycerin-, Kräuter- und Mandelseifen aus den renommirtesten deutschen Fabriken erhielt soeben in neuer Sendung und empfehle dieselben ganz besonders.
Carl Bade.


Jugendschriften, Bilderbücher und Weihnachtswünsche in neuer reicher Auswahl, die verschiedensten Lederwaaren, als: Alben, Damentaschen, Brief- und Banknotentaschen, Zeitungs- und Schreibmappen, Cigarrenetuis, Englische und Deutsche Patent-Lederbörsen, Portemonnaie, letztere stets in 30 - 40 verschiedenen Sorten vorräthig, darunter die feinsten Mustern, neue Papp-Galanteriewaren, Lampenschirme etc. mit und ohne Stickereieinrichtung empfehle nebst Stickereien zu Festgeschenken.
Carl Bade.


[ => Original lesen: 1872 Nr. 102 Seite 3]

Meine diesjährige Weihnachts-Ausstellung, welche eine größere Auswahl als je von geschmackvollen Stickereien, Holz-, Leder-, Papp- und Marmor-Galanteriewaaren, sowie die feinsten Parfümerien und Seifen etc. aus den renommirtesten Fabriken enthält, ist jetzt eröffnet, und empfehle dieselbe zu Einkäufen von Festgeschenken unter Zusicherung billiger Preise.
Carl Bade.


Besten englischen Cokes empfehlen zu billigsten Preise L. Possehl & Co., Lübeck.


Durch vortheilhaften Einkauf von Fellen bin ich im Stande, allen in meinem Geschäfte an mich gestellten Anforderungen zu genügen, und bringe hiemit dem werthen Publikum mein auf das Reichhaltigste assortirte Pelzwaaren-Lager in gefällige Erinnerung, bei reeller Bedienung die billigsten Preise versprechend.
Reparaturen und Umänderungen werden schnell besorgt.
Ratzeburg.
Heinr. Scharnweber.


Weihnachts-Ausstellung mit Spielsachen- und sonstigen Weihnachts-Gegenständen Plätteisen mit Kohlenheizung, Plätteisen mit Bolzen, Fleischhackmühlen, Mörser von Messing und von Eisen, Cokshelme, Ascheimer, Brennzangen, Eiserne emaillirte Kaffeekannen, Emaillirte Kochgeschirre, Messer und Gabeln, Eßlöffel von Neusilber und Zinn, Fülllöffel von Neusilber und Zinn, und sonstige guß- und schmiedeeiserne Waaren in großer Auswahl.
Vorsatz-Oefen mit 2 Kochlöchern, sehr practisch wegen Feuerungs-Ersparniß.
C. Schwedt.


Weihnachts-Ausstellung in F. W. Kaibel's Kunst-, Musikalien- und Instrumenten-Handlung.
Lübeck, Breitestrasse Nr. 787.
Lager feiner Galanterie-Waaren.


Als Festgeschenke passend, halte eine neue Auswahl moderner Gold- und Silberwaaren zum bevorstehenden Weihnachtsfeste einem hochgeehrten Publikum bestens empfohlen.
Hochachtungsvoll Theodor Creutzfeldt.


Lübecker Nähmaschinen-Fabrik von Zäckel & Achenbach, Trave bei der Fischergrube 299 empfiehlt ihre auf das Sorgfältigste gearbeitete Nähmaschinen, als:
New Taylor, beste Doppelsteppstich-Schiffchen-Maschine,
do. zum Handbetrieb,
Wheeler & Wilson, Doppelsteppstich-Maschinen,
Cylinder-Maschinen, größte und stärkste für Schneider,
Mützenmacher, Schuhmacher etc.,
Willcox & Gibbs, Kettenstich-Handnähmaschinen.
Herr W. Holldorff in Schönberg hat den Verkauf obiger Maschinen zu Original-Preisen übernommen.


Zum Anfertigen von Haarflechten, unter Zusicherung rascher, guter und billiger Bedienung empfiehlt sich J. Gärtner.
Ratzeburg.
PS. Eine hübsche Auswahl Haarflechten zum Verkauf halte ich zu billigen Preisen stets vorräthig.
Auch kaufe ich ausgekämmtes Frauenhaar sowie abgeschnittene Zöpfe.
D. O.


Eine große Auswahl von Herren-, Damen- und Kinder-Filzschuhen empfiehlt in sehr guter Waare Heinr. Scharnweber.


Zu meiner jetzt eröffneten Weihnachts-Ausstellung versehen mit geschmackvollen und nützlichen Gegenständen in größter Auswahl, lade ich meine verehrten Gönner hierdurch ergebenst ein.
Hochachtungsvoll C. Sievers.


Lager von Teppichen und Cocosmatten jeder Art bei Friedr. Matz, Lübeck, Breitestrasse 804.


Tannenbaum-Lichte, Wachsstock in 1/2-, 1/4-, 1/8-Pfund-Paquetts, Stearin-Lichte, 4, 5, 6, 8 und 10 auf's Paquet, gereifte Paraffin- und Naturell-Kerzen empfiehlt J. Ludw. D. Petersen.


Echte Holst. Karpfen empfiehlt H. Latendorf, Grambau Nachf., Lübeck.


W. Kolls, Juwelen-, Gold- u. Silber-Waaren-Handlung Lübeck, Sandstrasse 1006.
Bestellungen werden billig und prompt ausgeführt.


Carl Topp, Lübeck, Marlesgrube 522 empfiehlt sein bekanntes Lager von Betten und Mobilien so angelegentlichst als ergebenst.


[ => Original lesen: 1872 Nr. 102 Seite 4]

Zu Weihnachts-Einkäufen halte mein gut assortirtes Lager von Tuch- und Manufacturwaaren bestens empfohlen.
Vorzügliches Sortiment in Kleiderstoffen und Paletots.
Vorjährige Muster zu bedeutend herabgesetzten Preisen.
Julius Schweigmann.


Das neu errichtete Tapisserie- & Holl. Waaren-Geschäft von Theodor Honig in Lübeck hält sich dem geehrten Publikum bestens empfohlen und hält besondres eine reichhaltige Auswahl Stickereien jeder Art, sowie für Stickerei eingerichtete Gegenstände in Holz, Leder, Marmor- und Alabaster-Waaren stets vorräthig.
Grösstes Lager, billigste Preise.


Berliner Börsen-Courier.
Finanzblatt ersten Ranges.
Grosse politische Zeitung.
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Der "Berliner Börsen-Courier" wird in seinen bekannten und anerkannten Bestrebungen, eine Börsenzeitung ersten Ranges und ein politisches Blatt grösseren Umfanges in vorzüglicher Weise zu bieten, fortfahren.
Der Handelstheil wird alles für den Banquier, den Capitalisten, den für das Productengeschäft Interessirten wünschenswerthe Material, nach wie vor, in möglichster Vollständigkeit bringen und seinen tabellarischen Uebersichten, wie den Courszettel, den Verloosungslisten, den Zusammenstellungen der Eisenbahn-Einnahmen etc. etc. besonders in Bezug auf Correctheit die sorgfältigste Pflege zuwenden. Seine Nachrichten und kritischen Besprechungen werden sich wie bisher auszeichnen durch grosse Mannigfaltigkeit und entschiedenste Unparteilichkeit und zwar durch Unparteilichkeit im wahren Sinne des Wortes. Der "Börsen-Courier" verschmäht es, zu jenen auf die Herabwürdigung jeden, auch des besten und solidesten Unternehmens hinaus laufenden Manipulationen zu greifen, welche jüngere Concurrenten zum Schaden ihrer Leser mit einigem nur ihnen, den Concurrenten, zu gute kommenden Erfolge angewandt haben und noch anwenden; er hält sein Princip aufrecht, jede Erscheinung auf dem Gebiete der Börse objectiv und nach sorgfältiger Information über die thatsächlichen Verhältnisse zu beurtheilen, kein Bedenken zu verschweigen, aber auch keinem Vorzuge Anerkennung zu versagen, er wird kurz gesagt gerecht sein in der Zutheilung von Lob und Tadel.
So kann er das Interesse seiner Leser pflegen, weil er der Pflicht folgt, nicht nur vor positiven Verlusten zu wahren, sondern auch vor relativen, wie sie eben jene kritiklosen Angriffe unvermeidlich im Gefolge haben.
Der "Börsen-Courier" ist gern erbötig, seinen Lesern auf specielle Anfragen Rath zu ertheilen, er wird dies brieflich thun, weil räumliche und andere technische Bedenken ebensosehr gegen den Abdruck der Antworten sprechen, wie der Umstand, dass diese Antworten immer nur für einen Leser Werth haben. Die Abonnenten werden in jedem Quartale drei Mal ein zu diesen Anfragen eingerichtetes Formular empfangen, das gleichzeitig als Ausweis statt der Quittung dienen kann.
Der politische Theil unseres Blattes ist von so ausserordentlicher Reichhaltigkeit, dass er für die grosse Mehrzahl unserer Leser jede Veranlassung ausschliesst, ein politisches Blatt nebenher zu halten.
Neben Allem, was politische Zeitungen überhaupt bringen, also neben telegraphischen Depeschen, Resumé's, über jede erwähnenswerthe Sitzung der auswärtigen Parlamente, neben durch Prägnanz und Klarheit ausgezeichneten Leitartikeln, neben durch ihre pikante Form ungewöhnlich beliebten Notizen, ausser vorzüglichen Original-Correspondenzen, ausser interessanten Mittheilungen aus allen gebieten des öffentlichen Lebens bringt der "Börsen-Courier" in seinem reichhaltigen Feuilleton Burtheilungen und Nachrichten aus Kunst und Literatur mit besonderer Aufmerksamkeit für das Theater in seinen künstlerischen und persönlichen Beziehungen.
Das jeder Sonntagsnummer gratis beigelegte Wochenblatt, "Die Station", liefert in der Form einer Causerie eine Wochenschau, dann kritische, novellistische und humoristische Artikel in grosser Zahl.
Der "Berliner Börsen-Courier" erscheint wöchentlich 12 Mal, Sonntags in einer Morgen-, Montags in einer Abend-Ausgabe, an den übrigen Tagen Morgens und Abends.
Der vierteljährliche Abonnements-Preis beträgt für Berlin nur 2 1/2 Rthlr. incl. Bringerlohn, für ganz Deutschland und Oesterreich 2 2/3 Rthlr.; mit seinen sonstigen Vorzügen vereinigt unser Blatt auch den grosser Billigkeit.
Inserate: 3 Sgr. für die 3gespaltene Petitzeile.
Wir laden zu Abonnements mit dem Bemerken ein, dass alle Postanstalten und Zeitungsspediteure Bestellungen annehmen.
Die Expedition des "Berliner Börsen-Courier", Mohrenstrasse 24.


Hiezu Officieller Anzeiger Nr. 38 und eine Beilage.


Redigirt, gedruckt und verlegt von L. Bicker in Schönberg.


[ => Original lesen: 1872 Nr. 102 Seite 5]

Beilage
zu Nr. 102 der Wöchentlichen Anzeigen für das Fürstenthum Ratzeburg.
Schönberg, den 24. December 1872.


Für Landwirthe empfehlen wir unsere auf das Beste gearbeiteten und mit allen Verbesserungen versehenen Landwirthschaftlichen Maschinen, worunter besonders hervorheben:
Häckselmaschinen zum Hand- und Pferdebetrieb,
Hafer- & Malzquetschmaschinen zum Handbetrieb, sowie Rübenschneider.
Herr W. Holldorff in Schönberg hat eine Agentur hierin übernommen und ist in den Stand gesetzt, zu Original-Preisen zu verkaufen Zäckel & Achenbach.
Lübeck, Trave 299.


Großes Militair-Concert.
Am Freitag den 3. Januar findet in meinem Salon ein Concert statt, ausgeführt von dem Musikchor (22 Mann) des Jägerbataillons Nr. 14 zu Schwerin unter Leitung des Stabshornisten Herrn Reckling.
Programm folgt in der nächsten Nummer.
Nach dem Concert Ball.
Wozu ich das geehrte Publikum Schönbergs und der Umgegend ergebenst einlade.
J. Köster.


Nach Bestimmung der Gesellschaft ist der Club auf Mittwoch jeder Woche festgesetzt.
Der erste Club-Abend findet am Mittwoch den 1. Januar statt.
Ergebenst W. Creutzfeldt, Gastwirth.
Carlow, den 30. December 1872.


Am Sonnabend Morgen d. 21. d. M. ist auf dem Wege vom Posthalter Bielfeldt bis zum Markt ein Glaserdement in Messing-Fassung verloren gegangen. Der ehrliche Finder wird gebeten, denselben gegen gute Belohnung bei mir abzugeben.
Gottfr. Schultze, Glasermeister.


Kirchliche Nachrichten.
Schönberger Gemeinde.

Erster Weihnachtstag.
Frühkirche: Pastor Fischer.
Vormittags-Kirche: Pastor Kämpffer.
Nachmittags-Kirche: Pastor Fischer.

Zweiter Weihnachtstag.
Früh-Kirche: Pastor Kämpffer.
Vormittags-Kirche: Pastor Fischer.
Nachmittags-Kirche: Pastor Kämpffer.


Getreide=Preise in Lübeck.
Weizen20 - 20Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Roggen13 1/2 - 14Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Gerste13 1/4 - 14Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Hafer11 1/2 - 12 Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Erbsen12 - 13Mark (Lübeck)12Schilling (Mecklenburg)
Wicken-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Buchweizen12 3/4 - 13Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Winter=Raps.-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Winter=Rübs.-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Schlagleins.20 1/2 - 21Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)


- Fürst Bismarck hat den Vorsitz im preuß. Staatsministerium bereits abgegeben und der König hat denselben dem ältesten Minister Grafen Roon übertragen. Der Fürst hat seitdem nur noch als Minister des Auswärtigen in dem Staatsministerium Sitz und Stimme, was vielen öffentlichen Stimmen für seinen Einfluß als Reichskanzler nicht unbedenklich erscheint. Es wird sich noch mancherlei daraus entwickeln.
- Es ist bekannt, daß in Frankreich bald nach dem Krieg der Paßzwang gegen Deutschland eingeführt wurde. Jetzt ist der Minister des Aeußern, v. Remusat, auf den gescheidten Einfall gekommen, denselben wieder aufzuheben und hat deshalb den nöthigen Antrag bei der deutschen Regierung gestellt.
- Die Folgen der Sturmfluthen der Ostsee sind so groß, daß es zur Entschädigung hülfsbedürftiger Privatpersonen, abgesehen von Wohlhabenden, Gemeinden und Gesellschaften, einer Summe von 3 1/2 Mill. Thaler bedarf. Der deutsche Hülfsverein in Berlin unter dem Protectorat des Kronprinzen wird den Hülfsbedürftigen ersetzen: Hausund Wirthschaftsgeräthe, Kleidung und Wintervorräthe, den Fischern und Schiffern namentlich die Boote und Fischereigeräthe. Dem Staate bleibt es überlassen, für den Uferschutz zu sorgen und den Grundbesitzern, Pächtern und Gewerbetreibenden Beihülfe zu gewähren.
- In keinem Lande macht die altkatholische Bewegung so schnelle Fortschritte, als in der Schweiz. Größere und kleinere Gemeinden wie Solothurn, Aarau, Olten und Olsberg verwerfen das Dogma von dem unfehlbaren Papst, behalten ihre Kirchen und ihre Pfarrer und kehren sich nicht daran, wenn auch der Papst mit Bann und Interdikt droht.
- Ueber den Apothekern schwebt immer noch das Damoklesschwert. Neuerdings sind in Bayern die Kreisregierungen und Medicinalbehörden aufgefordert worden, Gutachten darüber abzugeben, ob für die Apotheker Conzessionspflichtigkeit oder Gewerbefreiheit zweckmäßiger sei. Wahrscheinlich wird diese Frage nächstens im Bundesrathe verhandelt werden.
- Die älteren in Deutschland geprägten Goldmünzen, preuß. Friedrichsd'or, hannöv. Pistolen und Ducaten, kurhess. Pistolen und die Ducaten der ehemal, freien Reichsstadt Frankfurt sollen eingeschmolzen und in 10- und 20-Markstücke umgewandelt werden.
- Die preußische Kreisordnung hat die Genehmigung des Königs erhalten und wird demnächst publicirt.
- Die deutsche Kriegsflotte vergrößert sich zusehend. Es sind jetzt wieder vier Fregatten im Bau begriffen.
- Aus dem Dorfe Poll fuhren in diesen Tagen im Morgengrauen 18 Frauen und 3 Männer in einem Nachen über den Rhein nach Cöln, um Milch zu verkaufen. Der Nachen kam einem Dampfer zu nahe, schlug um und sämmtliche Leute kamen in den Fluthen um.
- In Leipzig ist ein Student der Rechte von seinem Gegner im Pistolenduell erschossen worden.
- Kaiserin Elisabeth von Oesterreich ist nicht nur eine elegante, sondern auch eine sehr kühne Reiterin. Bei den aus dem Englischen in's Ungarische übersetzten Fuchsjagden bei Pesth neulich war sie allen Reitern immer voran und setzte auf ihrem lebhaften Fuchs über Gräben und Zaune und blieb im Sattel, während mehrere Cavaliere stürzten.
- Wie für die Angehörigen der deutschen Eisenbahnbeamten bereits sehr viele Nähmaschinen angeschafft sind zu wohlfeilen Preisen, so sind auch für die der Postbeamten 2600 Stück abgegeben worden. Diese Einrichtung hat überall eine schnelle und dankbare Aufnahme gefunden.
- Die Gasheizer, die in London Strike gemacht haben, daß die Einwohner eine ganze lange Nacht im Dunkeln sitzen mußten, sind übel angekommen. Man hat die Rädelsführer beim Kopf genommen, vor Gericht gestellt und mit einer sehr harten Strafe belegt, so daß den übrigen Gasheizern das Striken verging. Sie haben sich alle wieder zur Arbeit gesellt und geklagt, daß sie verführt worden wären.
- "In jedem Hause ein Klimperkasten" klagt ein neues Volkslied. Die Post schlägt vor, in jedem Hause lieber einen Briefkasten anzubringen, da beiden, den Briefträgern und Empfängern, dadurch viel Zeit und Aerger erspart würde. In Berlin sind sie in allgemeiner Aufnahme und sehr billig zu haben.


Eine Unwahrheit.
(Fortsetzung.)

[ => Original lesen: 1872 Nr. 102 Seite 6]

Eine Unwahrheit.
(Schluß.)


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