No. 40
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 20. Mai
1870
vierzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1870 Nr. 40 Seite 1]

Da unter dem Rindvieh des Hauswirths Burmeister zu Rodenberg die Maulfäule ausgebrochen ist, so ist die Gemeinschaft von anderem Rindvieh mit dem des Burmeister zu vermeiden.
Schönberg, den 19. Mai 1870.

Großherzogl. Mecklenb. Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
C. L. v. Oertzen.


- Die 'Corr. Stern' bringt folgende Mittheilung: Dem Advocaten Kindler in Schönberg ist vom Bundeskanzler ein Erlaß zugegangen, wonach die von Einwohnern des Fürstenthums Ratzeburg an den Bundesrath gerichtete Petition, die dortigen Verfassungs-Angelegenheiten betreffende als ungerechtfertigt zurückgewiesen worden ist, weil eine Verfassungsstreitigkeit im Sinne des Art. 76 der Bundes-Verfassung nicht vorliege, und weil die Verfassung, welche für das Fürstenthum Ratzeburg unter dem 6. November 1869 erlassen ist, der dem Beschlusse des Bundesraths vom 28. October 1867 vorausgegangenen Erklärung des Bevollmächtigten für Mecklenburg-Strelitz umsomehr entspreche, als die Großherzogliche Regierung durch ihren Bevollmächtigten bei der Berathung über die vorliegenden Petitionen zum § 7 der Verfassung vom 6. Nov. 1869 habe erklären lassen: 'daß nicht beabsichtigt werde, von dem auf die Gesetzgebung für das ganze Großherzogthum sich beziehenden Vorbehalt anderen Gebrauch zu machen, als dieses dem anderen mit Verfassung versehenen Theile des Landes gegenüber geschehe, daß also, soweit irgend thunlich, vor Emanirung von Gesetzen, welche das ganze Großherzogthum befassen sollen, zuvor das rathsame Erachten der Vertreter des Fürstenthums erfordert werden würde.'
- Graf Beust ist entzückt, er ist Kanzler des Maria-Theresia-Ordens und dadurch College der Fürsten Kaunitz und Metternich und des alten Thugut geworden.
- Der Schreiber der Conciliumsbriefe der 'Augsb. Allg. Ztg.' behauptet als etwas in Rom ganz Bekanntes, daß Pius IX., obwohl von ganz hervorragender Gelehrsamkeit, doch bezüglich theologischer Kenntnisse mit keinem seiner Vorgänger seit 300 Jahren verglichen werden könne. Einer aber, der viel weiß, erklärt sich nicht für unfehlbar; denn der weiß am besten, daß er ungeheuer viel nicht weiß, also nichts weniger als unfehlbar ist.
- In Rom ist die Stunde der Entscheidung gekommen, am 14. Mai stand die Unfehlbarkeit auf der Tagesordnung des Concils. Vielen der Prälaten war bange geworden, sie nahmen Urlaub, die 100 muthigsten, vielleicht auch wohlmeinendsten und klügsten, meldeten sich als Oppositionsredner an.
- Papst Pius IX. hat am 13. Mai seinen 78. Geburtstag gefeiert. Er ist der älteste unter den Regenten; ihm folgen der Herzog von Anhalt und der König von Preußen.
- Im norddeutschen Bunde wird die diesjährige Rekruteneinstellung bei der Cavallerie und reitenden Artillerie Mitte October, bei der Garde zu Fuß Anfang November und bei den Linientruppen zu Fuß Mitte December erfolgen.
- Die Philologen und Geschichtsforscher sind in freudiger Aufregung, daß in Liegnitz eine verlorene Handschrift des Livius gefunden wurde, welche die Vierte Decade fast vollständig enthält.
- Die Engländer erkennen bereits die Gefahr die ihrem ostindischen und australischen Handel durch den Suezkanal droht. Auf der Themse und dem Clyde werden bereits Schiffe für die Fahrt durch den Kanal gebaut. An die deutschen Kaufleute und Fabrikanten tritt unter diesen Umständen die Nothwendigkeit heran, sich einen berechtigten Antheil an diesem Handel zu sichern. Dazu empfehlen sich schnelle und reguläre Fahrzeuge von nicht zu großem Tonnengehalt. Will Deutschland im Welthandel concurriren, so muß es im Ein- und Verkauf direct auf die Märkte gehen. England liefert in einem Jahre für 35,118,000 Pfd. St. (240 Mill. Thlr.) Artikel nach Ostasien. Diese Artikel bestehen in Baumwollgeweben, Tuchen, Garn, wollenen Waaren, Stahlwaaren, Maschinen. Ostasien liefert fast allein Rohstoffe: Baumwolle, Flachs, Hanf, Wolle, Seide, Thee, Kaffee von zusammen 10,460,000 Ctrn. Die Concurrenz mit England würden folgende deutsche Artikel bestehen können: Baumwollengarne aus Elberfeld, Barmen, Düsseldorf, Sachsen; die Waaren des Thüringer Waldes, Porcellan, Glas; Baumwollengewebe, die als Leibes- und Kopfbekleidung nach Ostindien geführt werden; die in der Lausitz verfertigten Halbleinen. Besonders ist Deutschland an Tuchen und Flanellen England überlegen. Sehr bedeutend würde sich der Gewinn für Deutschland gestalten, wenn namentlich die Süddeutschen Bahnen Frachtermäßigungen eintreten ließen.
- Seit alter Zeit ziehen die Breslauer Bürger, Studenten und Soldaten am Bußtage Nachmittags hinaus zur Schwedenschanze und lagern sich und kneipen fröhliche Diesmal gab's blutigen Krieg und zwar unter den Studenten. Das katholische Studenten-Corps 'Winfridia' wollte nicht leiden, daß die Burschenschaften und Corps der Raczeks die bekannten Studentenlieder sangen: 'Der Papst lebt herrlich in der Welt' oder 'Freifrau Droste-Vischering' und fing Scandal an. Dreimal wurde der Angriff erneuert, bei dem Jedem zur Waffe diente, was er gerade zur Hand hatte. Es kamen sehr erhebliche Verwundungen vor und die Gensd'armen machten 6 Gefangene.
- In Java kennt man für Pferde, welche vom Reiten gedrückt sind, ein billiges und sicheres Heilmittel. Ohne jedes Schneiden und Brennen wird die Wunde mit Wasser rein gehalten und zweimal täglich mit gebranntem und fein geriebenem Kaffee bestreut. Trotz des javanischen Klima's, welches für jede Wunde gefährlich ist, werden die auf solche Weise behandelten Pferde in kurzer Zeit geheilt. Da der Kaffee theurer geworden ist, wird man im Zollverein künftig "gedrückten Pferdekaffee" billig verkaufen müssen, wie man billiges Viehsalz bekommt.
- Mancher kann das Glück nicht Vertragen. Der Einnehmer Arnold in Rodalben in der Pfalz schnappte vor Freude über, als er 70,000 fl. in der bayerischen Prämienanleihe gewonnen.
- In Berlin zeigte sich ein Kunstschlosser mit

[ => Original lesen: 1870 Nr. 40 Seite 2]

einem zweiräderigen Velocipede auf einem 40 Fuß hoch gespannten Seile. Durch einen Windstoß kam das Seil ins Schwanken, er stürzte und brach das Genick. - Glücklicher gelang Napoleon das Seiltanzen beim Plebiscit, so glücklich, daß ihm alle Fürsten Europa's gratulirt haben. Vor Freude setzte er sich mit Frau und Söhnlein in den Wagen und fuhr durch alle Straßen von Paris.
- Papa Strousberg hat viel Geld, aber auch viel Sorge und Aerger. Sein ältester Sohn ist ein lockerer Zeisig und macht das Geld seines Vaters mit Virtuosität mobil. In kürzester Zeit verklopfte er 200,000 Thlr., so daß der Alte in die Zeitungen setzen ließ, er zahle nichts mehr für ihn. Die Entführung einer blutjungen, bildschönen, leichtsinnigen Frau war sein neuestes, aber mißglücktes Kunststück; die Frau reiste von Berlin ab, Strousberg jun. aber konnte ihr nicht folgen, denn sein Vater hatte Wind bekommen und ihn mit einem strengen Hofmeister, einem alten Offizier, zum andern Thor hinaus nach der Türkei auf Reisen geschickt.
- Der junge Prinz Arenberg in Petersburg ist durch einen entlassenen Diener ermordet und beraubt worden; der Mörder waren zwei, die einen energischen Kampf mit ihrem Opfer bestehen mußten. Der gewaltsame Tod ist ein Familienschicksal. Die Großmutter des Prinzen wurde in Paris guillotinirt, seine Tante starb eines gewaltsamen Todes und sein Bruder durch einen Sturz mit dem Pferde. Die Einkünfte des Ermordeten beliefen sich auf 1 Mill. Gulden.
- Zwei Pariser Bürger begegnen sich am Tage der Abstimmung auf der Straße. - Werden Sie Ihre Stimme abgeben? - Ja. - Wie, Sie stimmen: Ja? - Nein! - Also Sie stimmen Nein? - Ja! - Ich verstehe Sie nicht. Stimmen Sie Ja oder Nein? - Nein! - Kopfschüttelnd trennten sich die beiden Biedermänner, Keiner war aus dem Andern klug geworden.


Anzeigen.

Unterm heutigen Tage ist in das hiesige Handelsregister sub. Nr. 37 Fol. XXIV eingetragen:

Firma: J. Borchard.
Ort d. Niederlassung: Schönberg.
Name und Wohnort des Inhabers: Kaufmann Isaac Borchard in Schönberg.
Schönberg im Fürstenthum Ratzeburg, den 16. Mai 1870.
Das Handelsgericht.
W. Saur.
A. Dufft.


Bekanntmachung.
Zum öffentlich meistbietenden Verkaufe des zur Concursmasse des Bierbrauers Kiesewetter hieselbst gehörenden Hauses cum pert. ist dritter und letzter Termin auf Dienstag den 7. Juni d. J., Mittags 12 Uhr, anberaumt, und wird derselbe im Geschäftslocal des unterzeichneten Amtsgericht abgehalten werden.
Ratzeburg den 11. Mai 1870.
Königlich Herzogliches Amtsgericht.
Sachau.
(L. S.) Bodmer.


Gelder, die mir anvertraut werden, kann ich jeder Zeit zu der bekannten großen Sicherheit und zu fünf pro Cent verzinslich unterbringen.
Schönberg, 16. December 1869.
Kindler, Advocat.


Einen Bescheid des Bundesrathes, wie er nach vielen Zeitungen dieser Tage mir auf die Ratzeburger Verfassungs-Petitionen zugegengen sein soll, habe ich bis jetzt noch nicht erhalten.
Kindler, Adv.


Gesucht werden zu Johannis d. J. gegen vorzügliche hypothekarische Sicherheit und 4 pCt. Zinsen, 7000 Thaler in benachbarten Gütern, sowie mehere Pöste von je 1600, 1500, 1000, 500, 400, 300, 200 und 100 Thaler etc. in Schönberger und ländlichen Grundstücken. Hierauf Reflectirende ersuche um baldige Anmeldungen von Capitalien.
Carl Bade.


Als sicheresMittel gegen Heiserkeit, Husten, Verschleimung, Halsbeschwerden u.s.w. ist mein weißer Kräuter-Brust-Syrup in Flaschen à 1 Thlr., 24 ßl. und 12 ßl. von mir in langjähriger Praxis stets mit gutem Erfolg angewendet.
Dr. med. Hoffmann.
Anmerkung.
Mit Vergnügen ergreife ich die Gelegenheit, einer Sache die Wahrheit zu geben.
Ich litt nämlich seit längerer Zeit an einem furchtbaren Husten, verbunden mit großer Heiserkeit. Nachdem ich durch Gebrauch von zwei Flaschen des Dr. med. Hoffmann's weißen Kräuter-Brust-Syrup aus der Handlung des Herrn J. G. Schmidt "in der Nonne" zu Torgau, welcher mir empfohlen worden war, mein großes Uebel gänzlich verloren hatte, halte ich es für meine Pflicht, jedem deratigen Kranken dieses sehr bewäherte Heilmittel aufs Beste zu empfehlen.
Richter, Gutsbesitzer in Dobrichau.
Für Schönberg hält Lager Herr Aug. Spehr.


Stets vorräthig!
Bruchbänder, einfache und doppelte in reicher Auswahl und in verschiedenen Sorten, Suspensor (Tragbeutel), Klystirspritzen, practisch und einfach zum Selbstgebrauch, Wundspritzen zu jeglichem Gebrauch, runde und Flügel-Mutterkränze, Milchpumpen oder Warzenzieher, die Warze hervorzuholen und die Milch damit abzunehmen, Warzendeckel, zum Gebrauch bei wunder Warze, Brustgläser, zum Schutz wegen Nässen der Milch, Gummi-Zahnringe, sehr gut für Kinder beim Zahnen, Gummi-Luftkissen, Stechbecken und Eisbeutel mit festem Verschluß für Kranke, Gummi-Zahnkitt, gut für hohle Zähne, sowie durch Anerkennung sehr empfgehlenswerth wasserdichtes Gummi-Leinen, practisch in Wiegen zum Schutz des Durchnässens für die Betten, und ächte Milchsauger von reinem Gummi sind stets zu haben in Schönberg bei Emil Jannicke, Handschuhmacher und Bandagist.


Specialität für Dresch-Maschinen.
Hand-Dreschmaschinen zu Thlr. 50 1/3, mit Strohschüttler und Schwungrad zu Thlr. 71 1/2.
Göpel-Dreschmaschinen ohne Strohschüttler 131 1/2, mit Strohschüttler 154 1/2.
Franco jeder Eisenbahnstation, unter Garantie für leichten Gang, vollkommenen Reindrusch ohne Beschädigung der Körner und Solidität.
Abbildungen und Beschreibungen werden auf Wunsch gesandt.
Heinrich Lanz in Mannheim.


Epileptische Krämpfe (Fallsucht) heilt brieflich der Specialarzt für Epilepsie Doctor O. Killisch in Berlin, Jetzt: Luisenstraße 6. - Bereits über Hundert geheilt.


[ => Original lesen: 1870 Nr. 40 Seite 3]

Nur einen Thaler Crt. (2 Fl. österreich. Oder 1 Fl. 45 Kr. Südd. Währ.)
kostet die Betheiligung an der von der Herzogl. Braunschweigischen Landesregierung genehmigten und garantirten großen Prämien-Verloosung, ausgestattet mit ganz bedeutenden Treffern von 1000, 5000, 10.000, 15.000, 20.000, 40.000, 60.000, 80.000 Thalern u.s.w. - Plan auf Verlangen gratis.
Die nächste Ziehung findet im folgenden Monat statt.
Aufträge mit baar (Papiergeld, Brief- und Wechselmarken), oder Ordre zur Postnachnahme wolle man bis 8. Juni c. einsenden an G. Daubert jun. In Braunschweig, Poststraße Nr. 6.
NS. Wiederverkäufer erhalten Rabatt.


Einige gut erhaltenen starke Omnibus-Wagen sind preisgünstig abzustehen. Näheres durch C. Winter, Kirchenstraße 10.
Schwerin i. M.


Feuerversicherungbank für Deutschland in Gotha.
Nach dem Rechnungsabschlusse der Bank für 1869 beträgt die Ersparniß für das vergangene Jahr 73 Procent der eingzahlten Prämien.
Jeder Banktheilnehmer in hiesiger Agentur empfängt diesen Antheil nebst einem Exemplar des Abschlusses vom Unterzeichneten, bei dem auch die ausführlichen Nachweisungen zum Rechnungsabschlusse zu jedes Versicherten Einsicht offen liegen.
Denjenigen, welche beabsichtigen, dieser gegenseitigen Feuerversicherungs-Gesellschaft beizutreten, giebt der Unterzeichnete bereitwilligst desfallsige Auskunft und vermittelt die Versicherung.
Schönberg, den 13. Mai 1870.
Chr. Schrep, Agent der Feuerversicherungsbank f. D. in Gotha.


Am Montag den 13. Juni d. J. wird in Schlutup ein Kram- und Viehmarkt abgehalten werden.
Der Vorstand.


Lager von Tapeten und Borden & Rouleaux in guter Auswahl bei C. Schwedt.
Großherzogliches Stadtgericht.


Herren- und Damen-Stiefel in allen Sorten werden von mir auf das Schnellste und Beste verfertigt.
Sehr schöne Zeugstiefel in Grau, Braun, Schwarz u.s.w.
Verschiedne Arten Lederstiefel, von den feinsten bis zu den stärksten.
Aechte Pariser Mode-Stiefel für Damen in Zeug und Leder.
Haus- oder Morgenschuhe mit und ohne Hacken.
Pantoffeln in allen Sorten.
Herren-Stiefel in verschiedenem Leder, sowie nach jeder Mode.
Stiefeletten, Schaft- und ächte wasserdichte Stiefel.
Kropstiefel, Faltenstiefel, Jagd- und Reitstiefel, von den feinsten bis zu den stärksten.
Galloschen für Herren und Damen.
Kinder-Schuhe in Zeug und Leder, sowie alle vorkommenden Reparaturen an den genannten Artikeln werden sorgfältig und pünklich ausgeführt.
Schönberg im Mai 1870.
A. F. Kirstein, Herren- und Damen-Schuhmacher.
Siemzerstraße, im Hause des Kürschnermeisters Gartz.


Sensenverkauf zu beachten!
von Schmied Präfke für das Fürstenthum Ratzeburg.
Seit 1864 habe ich bis jetzt neben meiner Schmiedearbeit einen Sensenverkauf übernommen; derselbe hat sich von Jahr zu Jahr erhöht und verbreitet. Ebenso ist es vielen Leuten bekannt und findet Grund, daß ich im Jahre 1868 185 Sensen verkauft habe, denn Jeder, der in diesem Jahre Sensen von mir gekauft hat, weiß, daß ich reelle Bedingungen halte und keinen Menschen, betrüge. Im vorigen Jahre habe zur Ausübung des Hausirhandels von der hiesigen Behörde die Genehmigung erhalten. Doch habe ich trotz großer Mühe und Redlichkeit nur 98 Sensen verkauft, denn wohin ich kam, war es schon von fremden Sensenträgern mehrentheils besetzt, die dem Publikum eine billige Speise vorlegten. Solchen Leuten, die von ihnen Sensen übernommen und ihren Namen unterschrieben haben, haben sie erst den Mund geschmiert und nachdem den Geldbeutel. - Denn viele wußten, als sie ihren Namen unterschrieben, nicht, was dieser Zettel zu bedeuten habe. Selbst arme Tagelöhner, die sich den ganzen Tag für ihre Familien sauer werden lassen müssen, wurden nicht verschont. Deßhalb warne ich Alle, die Sensen zu ihrem Gebrauche bedürfen, ihren Namen oder drei ††† zu unterschreiben; diese drei ††† bedeuten auch so viel als eine Namensunterschrift. Ich weiß gewiß, wer sich auf solche Weise fangen läßt, wird in der Güte der Sensen betrogen oder sie kommen überhaupt nicht in seine Hände.
Ich mache dagegen die Anzeige, daß ich gewiß jeden Menschen reell behandle und bei mir mehrere Sorten sehr guter Sensen wieder zu haben sind, als:
1. mehrere Sorten Gußstahl-Sensen von 1 Thlr. 8 ßl. bis 1 Thlr. 16 ßl.;
2. Amerikanische Sensen à Stück 1 Thlr. 24 ßl.
3. Gute Korn-Schmiedesensen à Stück 2 Thlr.
Zugleich bemerke ich noch, daß bei mir gekaufte Schmiedesensen, welche abgebraucht sind, und die mir der Ankäufer wieder überlassen will, von mir zu 16 ßl. à Stück zurückgenommen werden. Ich leiste für alle Sorten meiner Sensen Garantie.
Ich mache die Herren Landbewohner noch aufmerksam, daß bei mir sehr gute Schafscheeren zu haben sind à Stück 30 ßl., für die ich 3 Jahre garantire, und erlaube mir noch zu melden, daß, so viel als mir erlaubt steht, ich hausiren kann mit meinen Sensen, wo ich will.
Meine Wohnung ist beim Bäckermeister Herrn Vielhaack.
Schmied Präfke.


Steinerne Schweintröge à Fuß 36 Schilling (Mecklenburg), in jeder beliebigen Länge empfiehlt H. Wulff.
Ziethen im Mai 1870.


Da ich mich hieselbst als Reifschläger etablirt habe, so empfehle ich mich einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum mit allen in diesem Fache vorkommenden Arbeiten angelegentlichst, billige und prompte Bedienung zusichernd.
Hochachtungsvoll H. Licht, Reifschläger.
Schönberg, den 19. Mai 1870.


[ => Original lesen: 1870 Nr. 40 Seite 4]

Logo der Hagelassekuranz Die Hagel-Assecuranz-Societät für das Fürstenthum Ratzeburg, gegründet auf Gegenseitigkeit und Allerhöchst bestätigt im Jahre 1847, welche durch ihre Einrichtung die unzweifelhafteste Sicherheit gewährt, -- welche die vorkommenden Schäden durch Abschätzung von ihren eigenen Mitgliedern in anerkannt coulantester Weise regulirt und deren Beiträge (im verflossenen Jahre nur wiederum 1 Schilling (Mecklenburg) pro 100 Taler (Mecklenburg) Versicherungssumme, während alle anderen Gesellschaften 32 bis 48 Schilling (Mecklenburg) erhoben) nach einem 22jährigen Durchschnittspreise die niedrigsten aller derartigen Versicherungs-Gesellschaften sind - ladet hiemit alle Diejenigen, welche ihre Feldfrüchte gegen Hagelschlag versichern wollen, zum Eintritt in diese gemeinnützige Anstalt freundlichst ein.
Statuten und Antragsformulare sind bei den unterschriebenen Directionsmitgliedern jederzeit gratis zu haben.
Schönberg, den 28. April 1870.
Direction der Hagel-Assecuranz-Societät für das Fürstenthum Ratzeburg.
A. Wigger. Wilh. Heincke.
Bade-Ollndorf. Mette-Pahlingen. Lenschow-Grieben. Böttcher-Wendorf. Kröger-Lockwisch. Heitmann Klocksdorf.


Man biete dem Glücke die Hand!
ev. 250.000 als höchsten Gewinn bietet die neueste große Geld-Verloosung, welche von der hohen Regierung genehmigt und garantirt ist.
Es werden nur Gewinne gezogen und zwar planmäßig kommen in wenigen Monaten 26.900 Gewinne zur sicheren Entscheidung, darunter befinden sich Haupttreffer von a250.000, 150.000, 100.000, 50.000, 40.000, 30.000, 25.000, 2 mal 20.000, 3 mal 15.000, 4 mal 12.000, 4 mal 10.000, 5 mal 8000, 7 mal 6000, 21 mal 5000, 35 mal 3000, 126 mal 2000, 205 mal 1000, 255 mal 500, 350 mal 200, 13.200 mal 110 etc.
Die nächste 2. Gewinnziehung dieser großen vom Staate garantirten Geld-Verloosung ist amtlich festgestellt und findet schon am 18. und 19. Mai 1870 statt und kostet hierzu
1 ganzes Original-Staats-Loos nur Thlr. 4. - Sgr.
1 halbes Original-Staats-Loos nur Thlr. 2. - Sgr.
1 viertel Original-Staats-Loos nur Thlr. 1 - Sgr.
gegen Einsendung, Posteinzahlung oder Nachnahme des Betrages.
Alle Aufträge werden sofort mit der größten Sorgfalt ausgeführt und erhält Jedermann von uns Original-Staats-Loose selbst in Händen.
Den Bestellungen werden die erforderlichen amtlichen Pläne gratis beigefügt, und nach ihrer Ziehung senden wir unseren Interessenten unaufgefordert amtliche Listen.
Die Auszahlung der Gewinne erfolgt stets prompt unter Staats-Garantie und kann durch directe Zusendungen oder auf Verlangen der Interessenten durch unsere Verbindungen an allen größeren Plätzen Deutschlands veranlaßt werden.
Unser Debit ist stets vom Glücke begünstigt und hatten wir erst vor Kurzem wiederum unter vielen anderen bedeutenden Gewinnen 3 mal die ersten Haupttreffer in drei Ziehungen laut officiellen Beweisen erlangt und unseren Interessenten selbst ausgezahlt.
Voraussichtlich kann bei einem solchen auf der solidesten Basis gegründeten Unternehmen überall auf eine sehr rege Betheiligung mit Bestimmtheit gerechnet werden, man beliebe daher schon der nahen Ziehung halber alle Aufträge baldigst direct zu richten an S. Steindecker & Comp., Bank- und Wechsel-Geschäft in Hamburg.
Ein- und Verkauf aller Arten Staatsobligationen, Eisenbahn-Actien und Anlehens-Loose.
Um Irrungen vorzubeugen, bemerken wir ausdrücklich, daß keine ähnliche vom Staate wirklich garantirte Geld-Verloosung vor obigen amtlich planmäßig festgestellten Ziehungstermin stattfindet, und um allen Anforderungen möglichst entsprechen zu können, beliebe man gef. Aufträge für unsere Original-Staatsloose baldigst uns direct zugehen zu lassen.
D. O.


Zur Bepflanzung der Blumen-Gruppen empfiehlt Unterzeichneter:

Fuchsien, Heliotropen, Verbenen, Pelargonien, Phlor, Petunien, Levkojen, Astern und viele andere für den Garten passende Floristen-Blumen.
Ergebenst Carl Sörensen, Handelsgärtner.
Schönberg im Mai 1870.


Verlobungs-Anzeige.
Lehrer H. Schröder
Sophie Baer.
Schöböcken.
Schönberg.


Drains u. Mauersteine sind zu billigen Preisen auf meiner Ziegelei zu haben.
Lüdersdorf den 9. Mai 1870.
J. Köhncke.


Kirchliche Nachrichten.
Schönberger Gemeinde.

Geboren:
5. Mai. Dem Zimmergesell Staaß in Radingsdorf ein Sohn.
Dem Damenschneider Lohse vor Schönberg ein Sohn.
11. Mai. Eine uneheliche Tochter in Schönberg.
12. Mai. Dem Arbeitsmann Franck vor Schönberg ein Sohn.
13. Mai, ein unehelicher Sohn zu Petersberg.
15. Mai. Dem Arbeitsm. Ditz vor Schönberg eine Tochter.

Gestorben:
8. Mai. Heinrich Hamann zu Olndorf, fast 6 M. alt.
10. Mai. Engel Maria Arph, geb. Peters aus Blüssen, Arbeitsm.-Frau vor Schönberg, 52 J. alt.
11. Mai. Johannes Wilhelm Friedrich Baumast, Justizamts-Registrator und notar. public. hieselbst, 33 J. und fast 10 M. alt.
13. Mai. Hans Heinrich Storm, Hausw.-Altentheiler zu Lindow, 58 J. 2 M. alt.
14. Mai. Wilelmine C. M. Möller, Arbeitm.-Tochter zu Petersberg, fast 3 J. alt.
17. Mai. Peter Heinrich Voß, Hausw.-Sohn, unverheir. Schustergesell zu Petersberg, 54 J. 3 M. alt.
19. Mai. Hartwig Studt, Reifer vor Schönberg. 51 J. 7 M. alt.

Copulirt:
6. Mai. Heinrich Carl Daniel Wulf, Barbier zu Grevesmühlen, und Maria Sofia Elisabet Cummerow hieselbst.
Jochen Heinrich Maaß, Büdner zu Rupensdorf, und Catherine Engel Magdal. Strohkirch hieselbst.
Hans Heinrich Schmuck aus Strohkirchen, angehender Arbeitsm. zu Sabow, und Margareta Elisabet Jabst aus Menzendorf zu Sabow.
13. Mai. Jahann Joachim Mette, Hausw. Zu Palingen, und Catharina Maria Burmeister zu Bechelsdorf.

Sonntag den 22. Mai.
Früh-Kirche: Pastor Kämpffer.
Vormittags-Kirche: Pastor Fischer.
Amtswoche: Pastor Fischer.


Meteorologische Beobachtungen.
Mai
1870.
Barometer   Wärme   Wind Stärke  
Paris. Lin.
300 +
niedrigste
°R.
höchste
°R.
       
17.
18.
19.
38.50
40.72
39.59
8.9
7.4
7.0
14.3
17.6
18.3
W
SW
SW
2
1
2
zieml. heit.
heiter.
wolkig.


Zinsfuß für Darlehen aus der Ersparniß- und Vorschuß-Anstalt in Schönberg 5 %.


Markt=Preise in Lübeck.
Butter, Meckl. d. Pf.13 - 13 1/2 Schilling (Mecklenburg),
Holst. d. Pf.13 1/2 - 14 Schilling (Mecklenburg),
Hühner d. St.18 - 20 Schilling (Mecklenburg),
Küken d. St.14 - 15 Schilling (Mecklenburg),
Tauben d. St.6 - 7 Schilling (Mecklenburg),
Schinken d. Pf.11 Schilling (Mecklenburg),
Schweinskopf d. Pf.6 Schilling (Mecklenburg),
Wurst d. Pf.11 Schilling (Mecklenburg),
Eier 8-9 St.4 Schilling (Mecklenburg),
Kartoffeln d. Faß.7 Schilling (Mecklenburg).


Getreide=Preise in Lübeck.
(pro Sack in Lüb. Crt.)
 PfundMark (Lübeck)Schilling (Mecklenburg)
Weizen23018-188
Roggen22014 1/2-1412
Gerste20011-118
Hafer17010-108
Erbsen20014-15-
Wicken240---
Buchweizen200---
Winter=Rapssaat200---
Winter=Rübsen200---
Schlagleinsaat20019-208


(Hiezu eine Beilage.)


Herausgegeben unter Verantwortlichkeit von L. Bicker in Schönberg.


[ => Original lesen: 1870 Nr. 40 Seite 5]

Beilage
zu Nr. 40 der Wöchentlichen Anzeigen für das Fürstenthum Ratzeburg.
Schönerg, den 20. Mai 1870.


Aus der guten alten Zeit.
(Fortsetzung.)


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