No. 38
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 11. Mai
1869
neununddreißigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1869 Nr. 38 Seite 1]

- Das alte Kunststück des Theilens und Herrschens möchte Napoleon auch wider die Gotthard=Bahn in der Schweiz in Anwendung bringen. Es paßt ihm nicht, daß Deutschland, die Schweiz und Italien durch ein eisernes Band verbunden werden und in lebhafter Verkehr treten sollen. Er hält die Leute und Völker lieber auseinander und läßt einstweilen die Pariser Zeitungen verschämten Protest einlegen.
- Am 3. Mai hat Preußen die bekannten 3 Millionen Gulden an die Stadt Frankfurt ausgezahlt.
- König Ludwig von Bayern hat zum Ausbau der Thürme des Regensburger Doms 8000 Gulden geschenkt.
- Oberst Cohousen in Berlin versteht sich auf's Schatzgraben wie keiner. Er hat sich nach Hildesheim begeben, wo man im vorigen Jahre den großen Silberfund gethan hat und will weiter graben, weil er noch größere Schätze zu heben hofft.
- In einem einsamen, von der Welt und dem großen Verkehr abgelegenen Dörflein, in Schopernau im Bregenzer Walde, ist ein Bauer Michel Felder gestorben, der sich in der Welt einen großen Namen gemacht und zwar mit der Feder. Michel Felder war ein armes Bäuerlein, der mit Pflug, Dreschflegel und Holzart hart arbeitete, aber überall seine eigenen Gedanken hatte. In freien Stunden und im langen Winter studirte er eifrig, was die größten Geister über Welt und Menschen dachten und bildete seinen eigenen Geist immer weiter aus. Jeden Gulden für ein Buch mußte er hart erarbeiten. Endlich schrieb er selber ein paar Bücher, welche die 'sonderlinge' und 'Reich und Arm' betitelt sind und großes Aufsehen machten; denn die Leute in der Stadt, die sonst immer in die Bauern hinein schreiben, lesen mit Staunen, wie ein geist= und gemüthvoller Bauer aus sich und den Menschen und Kämpfen seiner engen Heimath herausschrieb in die Welt, und Manchem ging eine neue Welt durch Michel Felder auf.
- Unter den Frauen in Paris werden die Perücken à la Pompadour wieder Mode. Die Wülste der Perücken fallen wie Wolken auf die Schultern nieder und werden durch Bandknoten geschmückt. Die Perücken sind leicht gepudert und auf ihnen sitzt ein kleiner kecker Dreimaster.
- Auf dem Rigi wird eine Eisenbahn gebaut. Das System dieser Bahn ist das der Zahnstange oder des Zahnrades, das sich in Amerika zuerst praktisch bewährt hat. Jeder Zug wird 75 Personen auf einmal in die Höhe befördern, der Zug kann überall mit einem Ruck zum Stillstehen gebracht werden. Schade, daß mit dieser Bergbahn eine Stück Reiseromantik wieder verloren geht; denn das Besteigen des romantischen Berges zu Fuß oder zu Pferd war doch schöner. Die junge Welt wird das Gehen ganz verlernen, sogar der Handwerksbursch mit seinem Felleisen und der Student mit seinem Ränzel geht nicht mehr zu Fuß frisch und frei durch die Welt, sondern setzt sich auf die Eisenbahn und von einer Straße zur andern fährt man mit seinem eigenen Strampelwagen (Velocipede). Nur die Turner und die Soldaten üben noch das Gehen, es wüßte sonst Mancher nicht, daß er seine Beine zu etwas anderem hat als zum Sitzen.
- Um 130 Mill. Gulden kommt in Europa jährlich Holz in den Handel. Schweden und Norwegen exportirten jährlich an Holz nahezu einen Werth von 80 Mill. Gulden, welchem sich zunächst das österreichische Holz mit ca. 30 Mill. Gulden anschließt. Um je 6 Mill. Gulden gelangt Holz aus dem Weichselgebiete, aus Rußland und aus den Vereinigten Staaten von Amerika in den Handel. Als Consumenten dieses Holzquantums treten Frankreich und England in den Vordergrund, welch letzteres seinen Holzverbrauch von beinahe 50 Mill. Gulden größtentheils aus Schweden und Norwegen deckt. Die Nordseehäfen scheinen beim Export mit ca. 16 Mill. Gulden betheiligt, und da sind es wieder Schweden und Norwegen, welche die namhaftesten Summen liefern. Spanien, Portugal und die Häfen des Mittelmeeres beziehen im Ganzen für zehn Millionen Gulden Holz jährlich; davon vier Millionen Gulden aus Oesterreich und für sechs Million Gulden aus Schweden und Amerika.
- Die armen reichen Leute sind durch eine neue Erfindung um allen Schlaf gekommen. Kein Wunder, während sie schlafen, könnte ein Dieb einbrechen und mit Hülfe einer Bohr= und Feilmaschine ihren eisernen Geldschrank so geräuschlos öffnen, daß kein Ohr etwas davon vernimmt. Diese leis und sicher arbeitende Bohr= und Feilmaschine ist eine Erfindung einer gewissen Sorte bescheidener Menschen in Berlin, deren Verdienst erst von der Geheimpolizei ans Licht gezogen worden ist. Den Polizisten und Sachverständigen standen die Haare zu Berge, wie schön die neue Maschine arbeitet.
- In der Werkstätte eines Gelbgießers in Basel bricht Nachts Feuer aus und ergreift die Treppe zum ersten Stockwerk. Oben schlafen in einem Zimmer zwei Mägde und vier Knaben, die Kinder der abwesenden Herrschaft. Den zwei Mägden und zwei Knaben gelingt es, sich zu retten. Unten sieht die eine Magd, daß die beiden andern Knaben fehlen. 'Ich muß sie retten!' ruft sie und stürzt in's Haus. 'Zurück, zurück!' ruft die Menge, sie aber dringt durch Flammen und Qualm in's Haus und über die brennende Treppe und kehrt nicht wieder. Sie wurde ein Opfer ihres Heldenmuths sammt den beiden Knaben.
- Baron v. d. Decken erzählt in seinem Reisebericht von den Dschagga=Negern in Ostafrika von einer Einrichtung, die auch für uns civilisirte Europäer sehr der Beherzigung werth ist. Zur Vogeljagd bedarf es unter diesem Volke einer besondern Erlaubniß, von der die Geier aber als Bodenreiniger gänzlich ausgeschlossen sind. Alle Vögel stehen unter dem Schutz des Gesetzes, weil man in ihnen die besten Bundesgenossen des Landwirths verehrt.
- Ein schlechter Spaß wurde in Berlin bei Gelegenheit eines Polterabends gemacht. Einer der Gäste hatte einen Glacehandschuh mit nassem Sand anfüllen und oben zunähen lassen. Bei der Abendtafel reichte er während des Desserts den Handschuh seiner Nachbarin, ihr zuflüsternd: 'Lassen Sie's unter dem Tisch stillschweigend weitergehen.' Nachdem der Handschuh aus einer Hand in die andere

[ => Original lesen: 1869 Nr. 38 Seite 2]

gegangen war, gelangte er endlich auch in die eines jungen Mädchens, das soeben erst in der heitersten Laune mit seinem Nachbar angestoßen hatte. Die junge Dame stieß einen herzzerreißenden Schrei aus und fiel in Ohnmacht. Sie hatte geglaubt, eine Todtenhand in der ihrigen zu halten. Der Ohnmacht folgte ein hitziges Nervenfieber.
- In dem Weichselhafen Kurzebrack wohnt ein Fischer Namens Krupp, der sich mit seiner einzigen Tochter durch Fahrten auf seinem Weichselkahn bisher dürftig ernährte. Der Kahn war einer größeren Reparatur bedürftig, der arme Schiffer aber hatte das Geld nicht dazu, es waren 400 Thlr. erforderlich. Der Vater ist rathlos und sieht mit großer Besorgniß in die Zukunft. Die Tochter ist guten Muths, sie setzt sich und schreibt an ihren Namensvetter Krupp in Essen und stellt ihm ihre verzweifelte Lage vor. Dieser erkundigt sich, hört, daß die Fischerfamilie brav ist, und sendet nicht 400 Thlr. leihweise, sondern macht 500 Thlr. zum Geschenk.
Der Steamer des "Nordamerikanischen Lloyd Northern Light" wurde am 1. Mai c. von Herrn Dührssen und Lübbers in Kopenhagen ab Kopenhagen nach New=York expedirt und zwar mit 820 Passagieren und voller Ladung. - Laut Kabel=Telegramm von Newyork ist der erste Dampfer des 'Nordamerikanischen Lloyd' "Ariel," Capitain Timmermann, welcher im vorigen Monat von Herren Dührssen & Lübbers in Hamburg und Kopenhagen ab Kopenhagen expedirt wurde, glücklich daselbst angekommen.


Ein Verbrecher.
(Erzählung von Friedrich Friedrich.)
(Fortsetzung.)

[ => Original lesen: 1869 Nr. 38 Seite 3]

Ein Verbrecher.
(Erzählung von Friedrich Friedrich.)
(Fortsetzung.)


Anzeigen.

Bekanntmachung.

Die Musterung der Militairpflichtigen des Aushebungsbezirks für das Fürstenthum Ratzeburg wird an den nachbenannten Tagen stattfinden, und zwar in Schönberg im Hause der Gastwirthin Boye

am Dienstag den 18. Mai c. für Stadt Schönberg, Vogtei Schönberg und die zurückgestellten früheren Jahrgänge der gedachten Ortschaften.
am Mittwoch den 19. Mai c. für die Vogteien Rupensdorf und Schlagsdorf, sowie für die Zurückgestellten früherer Jahrgänge dieser Vogteien.
am Freitag den 21 Mai c. für die Vogteien Stove und Mannhagen mit den Gütern, für die Zurückgestellten dieser Vogteien und der Güter, sowie das Classifications=Geschäft.
am Sonnabend den 22. Mai c.: Loosung, jedes Mal Morgens 8 Uhr.

Es wird hierzu das Nachstehende bemerkt:

1) Zur Musterung haben sich bei Vermeidung der in den §§ 176 ff. der Militair=Ersatz=Instruction vom 26. März 1868 angedrohten Strafen zu gestellen:

a) alle in dem Zeitraum vom 1. Juli 1848 bis ultimo December 1849 einschließlich Geborenen;
b) alle in den Jahren 1846 bis 1. Juli 1848 incl. und in früheren Jahren Geborenen, welche noch keine endgültige Entscheidung über ihre Militairpflicht erhalten haben, mithin die zurückgestellten, disponibel Gebliebenen früherer Jahrgänge u. s. w.

und zwar ad b unter Mitbringung ihrer Loosungs= und Gestellungsscheine.

2) Die Ortsbehörden haben sämmtliche im Orte anwesende und in den Stammrollen verzeichnete, resp. seit Aufstellung derselben zugegangene oder zugewanderte Militairpflichtige des laufenden Jahrganges, nicht minder die sub Nr. 1 b aufgeführten Individuen zu dem betreffenden Tage, der festgesetzten Stunde und an den bestimmten Ort vor der Kreis=Ersatz=Commission zu beordern und dieselben entweder persönlich, oder durch einen genügend instruirten zuverlässigen Bevollmächtigten vorzustellen.

3) Auch ist seitens der Ortsbehörden dafür Sorge zu tragen, daß in dem Musterungstermine die noch fehlenden Geburtsscheine derjenigen, welche nicht in der Geburtsliste stehen, zur Vorlage gebracht und ferner, daß über alle in den Stammrollen verzeichneten Individuen, welche inzwischen den Ort oder Bezirk verlassen haben, zuverlässige Nachrichten über den gegenwärtigen Aufenthalt gegeben werden können. Inzwischen zugezogene oder zugewanderte Individuen können in den Stammrollen sofort als Zugang nachgetragen werden.
Die Stammrollen sind im Musterungstermine wieder vorzulegen.

4) Alle zur seemännischen Bevölkerung gehörigen Militairpflichtigen, nämlich:

a) Seeleute von Beruf, d. h. Leute, welche mindestens ein Jahr auf See=, Küsten= oder Haff=Fahrzeugen oder Booten gefahren sind;
b) See=, Küsten= und Haff=Fischer, welche die Fischerei mindestens ein Jahr lang gewerbsmäßig betrieben haben;
c) Schiffszimmerleute, welche zur See gefahren sind;
d) Maschinisten, Maschinisten=Assistenten und Heizer von See= und Flußdampfern, vergleiche § 5 und 34 der Militair=Ersatz=Instruction, werden aufgefordert, die über ihre Fahrzeit, resp. über ihre gewerbliche Qualification Auskunft gebenden Papiere etc. zu beschaffen und bei ihrer Gestellung vorzulegen.

5) Gesuche um Zurückstellung vom Militairdienst, Reclamation, - vergl. § 42 ff. der Militair=Ersatz=Instruction - werden sofort im Musterungstermin entschieden werden. Die Ortsbehörden werden aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, daß derartige Gesuche nach Vorschrift des § 4 Nr. 13 der Verordnung vom 2. Mai v. J. gehörig vorbereitet und mit den nöthigen Attesten versehen, im Termin vorgelegt werden können. Auch sind in Fällen, wo die Kränklichkeit und Altersschwäche der Eltern den Reclamationsgrund bildet, oder wo erwachsene Brüder des Reclamirten zur Vertretung desselben in seinen häuslichen Verhältnissen nicht

[ => Original lesen: 1869 Nr. 38 Seite 4]

geeignet sein sollten, diese Personen mit zur Stelle zu beordern, soweit ihr Gesundheitszustand die Gestellung zuläßt, oder sonst ärztliche Atteste über ihren Gesundheitszustand beizubringen.
Wird den gesetzlichen Vorschriften über Anbringung der Reclamationen nicht genügt, oder werden derartige Gesuche erst nach dem Musterungstermine angebracht, so wird die Zurückweisung unausbleiblich erfolgen.

6) Das Vorhandensein von solchen Fehlern und Gebrechen, welche für den Arzt nicht sogleich erkennbar sind, z. B. Schwerhörigkeit, Blödsinn u. s. w. muß durch glaubhafte Atteste seitens der Orts=Polizeibehörde, des Ortsgeistlichen und sonstiger zuverlässiger Persönlichkeiten nachgewiesen werden.
Zur Nachweisung von Epilepsie wird auf die Bestimmung in § 74 Nr. 5 der Ersatz=Instruction aufmerksam gemacht.

7) Die Ortsbehörden haben die Militairpflichtigen während der Hin= und Rückreise zu den Musterungen in Aufsicht zu halten, damit Klagen über Ungehörigkeiten der Ersatz=Mannschaften vermieden werden.

8) Die Loosung der zur jüngsten Altersclasse gehörigen, der in der Zeit vom 1. Juli 1848 bis ultimo December 1849 geborenen Militairpflichtigen, findet nach beendigtem Geschäfte für sämmtliche Militairpflichtige des Aushebungsbezirks ohne Unterbrechung am Sonnabend den 22. Mai cur. in Schönberg, Morgens 8 Uhr statt.
Wenn die Mililairpflichtigen dazu nicht erscheinen , so zieht ein Mitglied der Commission für sie das Loos.
Das Nichterscheinen im Loosungstermin hat keinerlei Nachtheil zur Folge.

9) Mannschaften der Reserve, welche auf Grund der Bestimmungen der Hohen Großherzoglichen Landes=Regierung vom 2. Juni 1868 wegen ihrer häuslichen Verhältnisse zurückgestellt zu sein wünschen, haben sich mit ihren Papieren während der angesetzten Musterungstermine bei der Kreis=Ersatz=Commission zu melden.

Schönberg den 15. April 1869.

Der Civil-Vorsitzende der Kreis-Ersatz-Commission des Aushebeungsbezirks für das Fürstenthum Ratzeburg.
F. Graf Eyben.


Präclusiv-Bescheid.
In Sachen betreffend die Niederlegung eines Hypothekenbuches über die zu Gr. Mist belegene Vollstelle c. p. des Hauswirths Jochen Heinrich Retelsdorf daselbst giebt das Großherzogliche Justiz=Amt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg auf das am 30. April c. abgehaltene Liquidations=Protocoll, nachdem die öffentliche gehörige Bekanntmachung dieses Termins zu den Acten docirt worden, hierdurch den Bescheid:
daß alle weder in dem Liquidationstermine am 30. April c. noch bis jetzt angemeldeten und von der Anmeldungspflicht nicht ausgenommenen Realrechte an dem proclamirten Grundstücke sowohl gegen den jetzigen als künftigen Besitzer desselben erloschen sein sollen.
Von Rechts Wegen!
Schönberg, den 1. Mai 1869.
C. L. v. Oertzen.
(L. S.) A. Dufft.


In Sachen betreffend die Niederlegung eines Hypothekenbuches über das zu Schönberg im Neuenwall belegene Wohnhaus c. p. des Arbeitsmannes Johann Peter Reimers giebt das Großherzogl. Justiz=Amt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg auf das am 30. April c. abgehaltene Liquidations=Protocoll, nachdem die öffentliche gehörige Bekanntmachung dieses Termins zu den Acten docirt worden, hierdurch den Bescheid:
daß alle weder in dem Liquidationstermine am 30. April d. J. noch bis jetzt angemeldeten und von der Anmeldungspflicht nicht ausgenommenen Realrechte an dem proclamirten Grundstücke sowohl gegen den jetzigen als künftigen Besitzer desselben erloschen sein soll.
Von Rechts Wegen!
Schönberg, den 3. Mai 1869.
C. L. v. Oertzen.
(L. S.) A. Dufft.


Verkaufs=Anzeigen.

Am Dienstag , den 18. Mai, Morgens von 9 Uhr an, soll im Hause des Krügers Hecht in Schlagsdorf in öffentlicher Auction gegen gleich baare Zahlung verkauft werden:

1 Koffer, 1 Lade, Frauenkleidungsstücke, 15 1/2 Ellen weißes wollenes Zeug, 11 Ellen Beiderwand, 9 Bolzen Leinwand, 1 Bolzen Tischzeug, 55 Pfund Flachs.

Schlagsdorf, den 29. April 1869.
Krüger, Landreiter.


Vermischte Anzeigen.

Die Eröffnung der Ersparniß- und Vorschuß-Anstalt in Schönberg wird mit dem diesjährigen Johannistermine stattfinden.
Die Ersparniß=Anstalt nimmt Einlagen in der Regel nur bis zum Belaufe von 150 Thlr. Crt. an, und verzinst dieselben alljährlich mit ein und drei viertel Schilling auf jeden eingelegten Thaler.
Unkosten für Sparkassenbücher, Porto etc. werden nicht berechnet.
Die Vorschuß=Anstalt gewährt Darlehen in beliebigen Summen auf drei Monate und in der Regel gegen 6 % Zinsen aufs Jahr. Kosten, Provision etc. werden nicht wahrgenommen und die Zinsen bei der Anleihe nicht vorweg abgezogen.
Die Vorschuß=Anstalt nimmt aber auch fremde Gelder und zwar in beliebigen Summen zur Verzinsung an. Die Anmeldung solcher Gelder ist bis auf Weiteres bei einem der unterzeichneten Directoren, später im Locale der Anstalt zu beschaffen.
Wir haben das statutenmäßig einzuzahlende Grundkapital der Anstalt mit 9000 Thlr. Cour. zu Johannis d. J. unterzubringen und wünschen, dasselbe in speciellen Hypotheken hier im Lande gegen 4 % Zinsen zu belegen; es können demgemäß nur solche Grundstücke in Betracht kommen, welche mit Hypotekenbüchern versehen sind. Anmeldungen sind bis auf Weiteres gleichfalls bei einem der unterzeichneten Directoren, und zwar bis spätestens 14 Tage vor dem diesjährigen Johannistermine zu beschaffen.
Die weiteren Bestimmungen werden demnächst bekannt gemacht werden.
Schönberg, den 7. Mai 1869.
Das Directorium der Ersparniß= und Vorschuß=Anstalt in Schönberg.
R. Rackow, Adv. C. Drevs. Wigger. Burmeister. W. Saß.


Meine Verlobung mit Fräulein Anna Hofmann, dritten Tochter des Herrn Hofmann auf Markendorf, beehre ich mich allen Freunden und Bekannten in der Heimath hierdurch ergebenst anzuzeigen.

Jüterbogk, den 2. Mai 1869.
Otto Fischer, Premier-Lieutenant im Brandenb. Feld-Artillerie-Regiment Nr. 3, General-Feldzeugmeister.


Alle Diejenigen, welche im bevorstehenden Termine Gelder und Sparkassen=Bücher durch mich an die Sparkasse in Schwerin zu dem jetzt erhöhten Zinsfüße besorgt zu haben wünschen, werden ersucht, solche bis spätestens zum 24. Juni bei mir abzugeben.
J. P. Bade.


Hiezu eine Beilage.


Herausgegeben unter Verantwortlichkeit von L. Bicker in Schönberg.


[ => Original lesen: 1869 Nr. 38 Seite 5]

Beilage
zu Nr. 38 der Wöchentlichen Anzeigen für das Fürstentum Ratzeburg.
Schönberg, den 11. Mai 1869.


Ludwig Creutzfeldt empfiehlt sein Lager von Tuch und Buckskin zu billigen Preisen. 9/4 schwarze Düffel, Elle 40 ßl., die neuesten Kleiderstoffe von 5 ßl. an, worunter prachtvolle große schottische Muster, große Auswahl von Cattune, Umschlagetücher und Double=Shawls, abgepaßte Blousen, die neuesten Jacquettes und Regenmäntel, Schwarze Brocat=Bänder, Elle 4 ßl., breite Hut= und Mützen=Bänder, Elle 8 und 10 ßl., Pique und seidene Westen, Stück 16 ßl., große Auswahl von Besatz und Knöpfen u. s. w.
Ludwig Creutzfeldt.


Nordamerikan. Lloyd.
Directe Passagier=Dampfschifffahrt zwischen Kopenhagen und New-York mit den großen prachtvoll eingerichteten amerikanischen Dampfschiffen.
Abgangstage:
Ocean Queen den 15. Mai, ferner den 15. und 30. jeden Monats.
Guiding Star den 4. Juni, ferner den 15. und 30. jeden Monats.
Fulton den 20. Juni, ferner den 15. und 30. jeden Monats.
Passagierpreis:
1. Kajüte 200 Rd. Rm.
2. do. 130 Rd. Rm.
Zwischendeck 70 Rd. Rm.
Kinder bis 12 Jahren bezahlen die halbe Passage, Säuglinge 4 Rd.
Im Passagepreis ist inbegriffen vollständige und reichliche Kost von Kopenhagen bis New=York, ärztliche Hülfe und Medicin im Krankheitszufall.
Kajütspassagiere haben 20 Cubikfuß und Zwischendeckspassagiere 10 Cubikfuß Fracht frei.
Jedem Schiff wird ein von der Compagnie bezahlter Dollmetscher und Condukteur beigegeben.
Passagiere müssen sich in Kopenhagen 48 Stunden vor der bestimmten Abgangszeit einfinden.
Die Fracht von Kopenhagen ist Pfd. Strl. 1. 10 pr. Ton mit 15 % Primage.
Hinsichtlich der Fracht beliebe man sich an C. K. Hansen in Kopenhagen zu wenden.
Ueber Passage ertheilt das Nähere auf mündliche oder schriftliche Anfragen N. P. Frederiksen, autor. Agent, St. Anna Plads 24, Kopenhagen.
NB. Die Schiffe sind den Ansprüchen und Bedingungen, welche vor deren Abgang vom Justizministerium zugestellt werden, unterworfen, in Folge des Auswanderungsgesetzes § 3.
Für die Direction:
Dührssen & Lübbers.


Einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich auch Düffel, Flanell=Decken und gewöhnliches Wollenzeug bei selbst gelieferter Wolle anfertige, auch Wolle kratze und Spinne, wozu ich mich bei reeller und guter Bedienung bestens empfehle.
Indem ich noch bemerke, daß alle genannten Waaren zum Verkaufe bei mir stets vorräthig sind, bitte ich um recht zahlreichen Zuspruch.
J. Voß, Tuchmachermeister.
Hinterstraße Nr. 76.


Zeugniß.
Die Stollwerck'schen Brust=Bonbons habe ich einer nähern Prüfung unterworfen und nachdem ich mich von ihrer vortrefflichen Composition überzeugt, keinen Anstand genommen, sie meinen Patienten zu empfehlen. Ich bescheinige hiermit öffentlich, daß ich der Caramellen günstige Wirkung bei selbst langwierigen Catarrhen, ganz besonders bei Reizhusten, wahrzunehmen vielfach Gelegenheit hatte.
Districtsarzt Dr. Walloth.
In versiegelten Packeten mit Gebrauchsanweisung à 4 Sgr. = 6 1/2 Schilling (Mecklenburg) stets auf Lager in Schönberg bei Carl Bade; in Carlow beim Kaufmann Siebenmark; in Dassow bei H: C. Bühring; in Grevismühlen bei Wilh. Hagen und in Rehna bei H. Schreiber.


Eine in den letzten Tagen empfangene Partie von eleganten
Damentaschen,
Portemonnaies und
Cigarrentaschen
theils mit Hebelverschluß und Neusilberbeschlag, empfehle zu sehr billigen Preisen.
Buchbinder C. Sievers.


Velocipeden
2 rädrig zu 18 Thlr.,
3 rädrig zu 21 Thlr.,
stark und elegant gearbeitet, empfiehlt H. Schreiber.
Rehna.


Arco Entlaufen 1 Hund, dessen Abstammung Affenpintscher und Bulldogge=Race, mit abgeschnittenen Ohren und Schwanz, graugelb von Farbe, mit weißer Brust und weißen Füßen und auf den Namen "Max" hörend. Dem Widerbringer 1 Taler (Mecklenburg) Belohnung. Näheres bei Aug. Spehr.
Schönberg, den 10. Mai 1869.


[ => Original lesen: 1869 Nr. 38 Seite 6]

Mein Lager von Tapeten und Rouleaux empfehle ich zur geneigten Abnahme bestens, sowie meine Eisenwaarenhandlung in sehr vielen Artikeln, als:
Schneidewerkzeuge, alle Arten Möbelbeschläge, Thürenbeschläge, Baubeschläge, alle Arten Nägel, Schrauben u. s. w. ferner Gußeisenwaaren, als Keller=, Stall=, Haus= und Dachfenster, Ofenthüren, Ofenröhren, Rosten, Platten, Sparherdplatten und =Oefen und =Thüren. Emaillirte Kochgeschirre zu billigen Preisen.
C. Schwedt.


Aus der Fabrik des Herrn J. F. C. Witte, Apotheker 1. Klasse in Berlin, sind mir folgende, wegen ihrer chemischen Reinheit rühmlichst bekannte Seifen in Depot gegeben, als:

Glycerin Transparent=Seife pr. St. 8 Schilling (Mecklenburg), dutzendweise billiger.
Prima Veilchenseife pr. St. 8 Schilling (Mecklenburg), dutzendweise billiger.
Adlerseife in allen Farben pr. St. 4 Schilling (Mecklenburg), dutzendweise billiger.
Prima Bimsteinseife pr. St.3 Schilling (Mecklenburg), dutzendweise billiger.
Medicinische Theerseife pr. St. 4 Schilling (Mecklenburg), dutzendweise billiger.
Prima Gallseife pr. St. 2 Schilling (Mecklenburg), dutzendweise billiger.

welche ich, sowie auch ächtes Eau de Gologne pr. 1/1 Flasche 18 Schilling (Mecklenburg), feinstes Pariser Eß=Bouquet pr. Flacon 16 Schilling (Mecklenburg), dem geehrten Publikum bestens empfehle.
Carl Bade.


Die Manufactur- und Modewaaren-Handlung von Ludwig Edelstein, in Lübeck, Sandstraße 929.
empfiehlt ihr jetzt vollständig eingetroffenes Lager, als:

gute 6/4 breite Cattune von 4 Schilling (Mecklenburg) an,
feine 6/4 breite französ. Percals von 5 Schilling (Mecklenburg) an,
feine 6/4 breite Jaconnets von 5 3/4 Schilling (Mecklenburg) an,
feine 6/4 breite französ. Piqué's zu 7 Schilling (Mecklenburg),
Barège, Lenos, Mohairs u. Alpacca's von den billigsten bis zu den feinsten Qualitäten,
rein wollene schottische Popeline und Velour=Ripse von 12 Schilling (Mecklenburg) an,
gestr. u. carr. 8/4 breite Gardinen von 3 Schilling (Mecklenburg) an,
brochirte 8/4 breite Gardinen mit Feston von 4 Schilling (Mecklenburg) an,
12/4 wollene gedruckte Cachmir=Decken von 3 Mark (Lübeck) an,
französische gewirkte Long=Shawls von 25 Mark (Lübeck) an bis zu den feinsten Sorten,
gefütterte Sonnenschirme von 35 Schilling (Mecklenburg) an,
wollene Jackettes von 4 Mark (Lübeck) an,
seidene und wollene Umhänge in großer Auswahl.


Durch vortheilhafte Einkäufe bin ich in der Lage, als besonders billig und preiswürdig zu empfehlen:

schwarze Tuche von 44 ßl. an bis 3 Thaler pr. Elle,
schwarze Buckskins ins von 1 Thl. 24 ßl. an bis zu 3 Thl. pr. Elle,
farbige Sommer= und Winter Buckskins von 1 Thl. 8 ßl. bis 3 Thl. 16 ßl.,
halbwoll. Sommer=Buckskins von 14 ßl. an.
glatte und gemusterte Drells und Hosenzeuge,
Kleiderstoffe, Cattune und bedr. Stouts etc.
3/4 und 8/4 Bettdrelle und weiße Leinen.

Ratzeburg im April 1869.
Wilh. Harmsen.


Mein Lager von Tapeten und Borden, sowie von Rouleaux in vielen geschmackvollen Mustern empfehle ich dem geehrten Publikum zur Abnahme bestens.
Maler Wolgast.


Eigengemachte Rockszeuge 6 1/2/4 und 7/4 breit, in den neuesten geschmackvollsten Mustern und bester Qualität empfiehlt C. H. M. Stave.
Lübeck, weiten Krambuden 245.
Wiederverkäufer erhalten entsprechenden Rabatt.


Grabkreuze in großer Auswahl.
Die Verbindung mit den besten Fabriken macht es mir möglich, die Grabkreuze außerordentlich gut und billig zu liefern.
C. Schwedt.


Bei mir sind Pflanzen von allen Sorten Kohl, Sellerie, Poro, Sommerblumen, sowie Sommer=Levkojen, Phlox. Astern u. dgl. vorräthig.
W. Bartold, Gärtner.


Drain's, prima Qualität, pro mille:

1 1/2"
5 Taler (Mecklenburg)
2"
8 Taler (Mecklenburg)
3"
15 Taler (Mecklenburg)
4"
24 Taler (Mecklenburg)
5"
32 Taler (Mecklenburg)
6"
60 Taler (Mecklenburg)

Mauersteine, Dachpfannen stehen zum Verkauf auf der Ziegelei zu Söhren, 1/2 Meile von Ratzeburg.
Kogel pr. Ratzeburg.
L. Harms.


Vor einer geraumen Zeit wurde das Grabkreuz meiner seligen Tochter zu Carlow muthwilligerweise abgebrochen und habe ich es wieder herstellen lassen. Jetzt ist es wieder abermals in drei Stücken abgebrochen. Ich verspreche Demjenigen, welcher mir den frechen Thäter so nachweiset, daß ich ihn gerichtlich belangen kann, 5 Thaler Belohnung.
Rehna.
Maria Labann, Landreiterwittwe.


Am zweiten Pfingsttage wird bei mir Tanzmusik stattfinden, wozu ich freundlichst einlade.
Krüger Creutzfeldt in Carlow.


Meteorologische Beobachtungen.
Mai
1869.
Barometer   Wärme   Wind Stärke  
Paris. Lin.
300 +
niedrigste
°R.
höchste
°R.
       
7.
8.
9.
10.
29.97
31.61
34.19
34.30
10.3
9.2
8.8
6.8
17.1
17.2
14.1
15.5
SSW
SSO
W
ONO
1
1
0
0
wolkig.
-
trübe.
heiter.

Am 7., 8. und 9. auf 1 []' 27, 7 u. 4 Cubz. Reg.


Markt=Preise in Lübeck.
Butter, Meckl. d. Pf.12 - 13 Schilling (Mecklenburg),
Holst. d. Pf.13 - 14 Schilling (Mecklenburg),
Hühner d. St.14 - 18 Schilling (Mecklenburg),
Küken d. St.6 - 8 Schilling (Mecklenburg),
Tauben d. St.5 - 6 Schilling (Mecklenburg),
Schinken d. Pf.9 - 10 Schilling (Mecklenburg),
Schweinskopf d. Pf.5 - 6 Schilling (Mecklenburg),
Wurst d. Pf.9 - 10 Schilling (Mecklenburg),
Eier 8 -9 St.4 Schilling (Mecklenburg),
Kartoffeln d. Faß.5 - 6 Schilling (Mecklenburg).
Spargel d. Pf.6 - 7 Schilling (Mecklenburg),


Getreide=Preise in Lübeck.
(pro Sack in Lüb. Crt.)
Weizen18 - 18Mark (Lübeck)4Schilling (Mecklenburg)
Roggen15 - 15Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Gerste14 - 15Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Hafer11 1/2 - 12Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Erbsen15 - 16Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Wicken16 - 17Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Buchweizen15 - 16Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Winter=Rapssaat-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Winter=Rübsen-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Schlagleinsaat20 - 20Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
 
WeizenmehlNr.0: 23Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg),
Nr.1: 21Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg),
Nr.2: 16Mark (Lübeck)
pr. 200 Pfund Netto zum Consum.


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