No. 47
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 12. Juni
1866
sechsunddreißigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1866 Nr. 47 Seite 1]

- Ob wir Krieg oder Frieden bekommen, dies wird sich wahrscheinlich heute, Montag, entscheiden, denn Oesterreich hat auf Montag den 11. Juni die holsteinischen Stände einberufen, Preußen hat aber in einer Depesche nach Wien verlangt, daß Oesterreich diese vertragswidrige Einberufung sofort zurücknehme. Oesterreich biegt aber nicht mehr aus, sondern läßt es zum Bruche kommen, und König Wilhelm hat in den letzten Tagen den Krieg für unvermeidlich erklärt.
- Holstein ist in Folge dieser österreichischen Maßregel von den Preußen besetzt und die österreichischen Truppen und Statthalterschaft haben sich unter Protest nach Altona und seiner Umgebung zurückgezogen.
- Preußen hat den Großmächten erklärt, es werde gegen die rechtsungültige Einberufung der holsteinischen Stände durch Oesterreich zunächst friedliche Schritte thun; Preußen wünsche eine Berufung der Gesammtvertretung Schleswigs und Holsteins.
- Die preußischen Garden sind nach mancher Zögerung aus Berlin ausmarschirt. Der König reist später nach, mit ihm die Minister Bismarck u. Roon und General v. Moltke, der Chef des Generalstabes. Der Kronprinz kommandirt die Armee in Schlesien, Prinz Friedrich Carl die Armee in Sachsen. Am 7. Juni versammelte sich die königliche Familie noch einmal am Grabe Friedrich Wilhelm III.
- Die Preußen behaupten steif und fest, daß die Oesterreicher ihnen Schlesien wieder abnehmen wollen; vielleicht lasse es dann Venetien fahren. Schlesien geben aber die Preußen nicht wieder her; sie haben dort fünf Armeecorps aufgestellt, die Festungen mit gezogenen Geschützen armirt und verproviantirt. An Schlesien, das der alte Fritz mit drei Kriegen eroberte, hangen ihre größten Ueberlieferungen. Der König wird eine Proclamation an Heer und Volk erlassen, aber erst dann, wenn der Krieg ausgebrochen ist; denn anfangen will Preußen um keinen Preis.
- Wenn es nur erst zum Losschlagen käme! ruft so mancher unter den deutschen Geschäftsleuten aus; der gegenwärtige Zustand der Unentschiedenheit ist unerträglich; ist der Krieg erst da, dann wird es besser! Was soll denn besser werden? Darauf fehlt jede befriedigende Antwort. Freilich wer glaubt, der Krieg werde nur von kurzer Dauer sein, der mag den baldigen Ausbruch desselben herbeiwünschen; aber wer weiß denn, daß das Kriegswetter rasch vorüberziehen, daß mit ein paar Hauptschlägen Alles entschieden sein werde? Ist denn die eine der kämpfenden Parteien von vorn herein der andern so weit überlegen, daß man unbedingt auf raschen Sieg derselben rechnen kann? Weder wird Benedek so schnell nach Berlin kommen, noch werden die Preußen so leicht in das Herz Oesterreichs vordringen oder den Süden Deutschlands bezwingen können. Der Kampf wird jedenfalls ein sehr hartnäckiger werden. Und mit dem Kampf wird die Erbitterung wachsen und dadurch eine baldige Rückkehr zum Frieden erschwert werden. Ertragen wir den allerdings unbehaglichen gegenwärtigen Zustand so lange wie möglich; vielleicht findet sich doch noch ein Weg zu friedlicher und billiger Ausgleichung. Die Schrecken des Krieges kommen immer noch zeitig genug.
- Die Geistlichen in Berlin hatten in diesen Wochen alle Hände voll zu thun; denn Hunderte von Landwehrmännern haben sich, ehe sie in den Krieg zogen, mit ihren Bräuten trauen lassen.
- In der Festung Cosel in Schlesien blieben nur 200 Bürger zurück; alle andern verlassen ihre Vaterstadt, weil sie sich bis zum 3. Juni nicht auf 1/2 Jahr verproviantiren konnten.
- Es heißt, die österreichischen und preußischen Bäder würden neutral erklärt werden.
- Der Herzog von Hamilton hat ein Füllen von untadeligem Stammbaum für 30,000 Gulden ersteigert.
- Bei Helgoland ist ein englisches Kriegsschiff angekommen, um die Einwohner zu strafen. Diese wollen nämlich die Steuern, die ihnen der englische Gouverneur aufgelegt hat, nicht zahlen. Sie haben sich einstecken lassen, aber keinen Heller bezahlt, inzwischen jedoch eine Petition nach London geschickt, auf deren Antwort sie schmerzlich warten.
- Die Stadt Berlin hat 3545 Soldatenfamilien während des Feldzugs zu ernähren.
- In den vom Krieg bedrohten südlichen und nördlichen Provinzen Oesterreichs sind die Gesetze zum Schutz der Freiheit der Person und des Hausrechts außer Kraft gesetzt und Militairstrafgerichtsbarkeit und Standrecht eingeführt.
- In und um Görlitz, wo größere Truppenmassen zusammengezogen sind, haben die Preise der Lebensmittel eine ganz ungewöhnliche Höhe erreicht.
- Ein unliebsamer Gast, die Cholera, hat sich an manchen Orten Deutschlands, Frankreichs, der Türkei und anderswo gezeigt. Man hat begründete Furcht vor ihrer weiteren Ausbreitung.
- Die Bundesfestungen Mainz und Rastatt sind für neutral erklärt, die Preußen und Oesterreicher verlassen dieselben. Diese beiden Anträge hat der Bund angenommen. Mainz wird zum großen Theil von den Thüringschen und Nassauischen Truppen mit Artillerie besetzt.
- Unter den Lehrern der bayerischen Residenzstadt München besteht ein Privatwittwen= und Waisen=Verein, der ein baares Vermögen von 69,288 fl. besitzt. Jede Wittwe bezieht aus diesem Verein jährlich 156 fl., die Waise 31 fl. 12 kr., die Doppelweise 62 fl. 24 kr. Die Pflichtbeiträge sind monatlich 30 kr.

[ => Original lesen: 1866 Nr. 47 Seite 2]

Mutterliebe. Auf einer kleinen Eisenbahnstation in Böhmen beobachteten die Bahnbeamten ein altes Mütterchen, das sich zu jedem Militairzuge einstellte und geduldig wartete, bis der letzte Wagen vorüber war. Wieder brauste ein Militairzug heran und das Mütterchen war auf seinem Posten; plötzlich ertönt aus einem Wagen ein Schrei, die Alte antwortet, ein junger Soldat schwingt sich auf die Brüstung des Wagenfensters und springt, während der Zug langsam fährt, auf den Damm. Im nächsten Augenblick liegen sich Mutter und Sohn in den Armen. Zehn Meilen Wegs hatte das alte Mütterchen zu Fuße gemacht, um ihren Sohn zwei Minuten lang sehen zu können. Der Schaffner mahnt den Jäger zur Eile, noch ein Kuß, eine Umarmung, der Soldat springt wieder in den Wagen, der Zug eilt davon. Die Alte sinkt in die Knie und streckt schluchzend die Arme aus, bis der letzte Wagen ihren Blicken entschwunden ist.
- Ein Landwehrmann K., der gegenwärtig in einem Dorfe in der Nähe Berlins in Quartier liegt, erzählt folgendes Kriegsabenteuer: Die unsauberen Betten, welche der Quartiergeber den Soldaten anbot, wurden ausgeschlagen und das Nachtlager auf dem Heuboden vorgezogen. Unter scherzhaften Unterhaltungen vergeht eine Stunde, schließlich aber fangen die Soldaten an, sich im Scherze zu ringen, bis sie endlich ermüdet einschlafen. Plötzlich werden mitten in der Nacht die Soldaten durch einen lauten Ruf nach Hülfe aufgeweckt. "Kommt zu Hülfe, mich haben die Sauen unter!" ertönte es aus der Tiefe, und deutlich erkennen die Soldaten an der Stimme ihren Kameraden. Durch die Bewegungen bei dem Ringen haben sich die Bretter und Stangen, auf denen das Heu gelagert ist, verschoben, und bei einer Bewegung im Schlafe ist das Brett herunter und unser Held aus den Wolken 12-15 Fuß tief in den Schweinestall gefallen mitten auf die große Sau, die ihre Jungen gefährdet glaubte und wuthentbrannt Angriffe auf den seltsamen Eindringling aus der Höhe machte; noch zur rechten Zeit brachten die Kameraden Hülfe. Der durchgefallene Landwehrmann ist mit einem blauen Auge und einigen Verwundungen am Beine davongekommen.
- In Pankow bei Berlin wurden drei Landwehrleute einem Bauer in's Quartier gelegt. Dieser wies sie in den Stall und schickte ihnen ein Napf Grütze mit einem Blechlöffel. Da er auf ihre Protestationen entgegnete: Für Euch Herumtreiber ist das lang' gut! so fielen sie über ihn her und prügelten ihn durch. Der Officier wurde herbeigerufen und gab den Soldaten Recht. Von den drei Landwehrleuten war einer ein Maurermeister, der andere ein Bauführer, der dritte ein tüchtiger Kaufmann.
- Unter der Aufschrift "Die Bibel und die Kroaten" giebt der "Evangelische Kirchenanzeiger" den preußischen Soldaten folgenden Wink auf den Marsch mit. Ein alter preußischer Kriegsknecht trug in seinem Tornister die Bibel, das Erbstück seiner Mutter mit herum; in einem Gefecht drang die mörderische Kugel eines Kroaten in die Bibel, ging durch Moses und die Propheten, durch die Apokryphen und blieb endlich vor dem Titelblatt des neuen Testaments, auf dem das Lamm Gottes abgebildet war, stehen. Gehet hin und thut desgleichen ruft der Anzeiger.
- Das Schuldgefängniß in Berlin, wo böse Schuldner auf Kosten ihrer Gläubiger unter Glas und Rahmen sitzen, hat sich seit der Mobilmachung sehr geleert. Ein Einberufener machte seinem Gläubiger sofort Anzeige von seiner Standesveränderung und bat ihn spöttisch sogar um ein Anlehen zur Feldequipage; ein paar Stunden darauf schickte ihm der Gläubiger 10 Thaler und seine Karte mit dem Wunsche: glücklicher Marsch!


Eine westphälische Dorf= und Kriegs=Geschichte.
[Erzählung]
(Fortsetzung.)

[ => Original lesen: 1866 Nr. 47 Seite 3]

Eine westphälische Dorf= und Kriegs=Geschichte.
[Erzählung]
[Fortsetzung.]


Anzeigen.

Antragsmäßig soll über die zu Schlagbrügge belegene, dem Hauswirth Joachim Christoph Ollrogge gehörende Vollstelle c. pert. ein Hypothekenbuch niedergelegt werden, und werden daher alle Diejenigen, welche Realrechte an diesem Grundstücke zu haben vermeinen und deren Eintragung in das anzulegende Hypothekenbuch verlangen, zu deren Anmeldung auf Freitag, den 15. Juni d. J., Morgens 11 Uhr, peremtorisch und unter dem Nachtheil hiermit aufgefordert, daß alle nicht angemeldeten und von der Anmeldungspflicht nicht ausgenommenen Realrechte an dem proclamirten Grundstücke sowohl gegen den jetzigen, als künftigen Besitzer desselben erloschen sein sollen.
Ausgenommen von der Anmeldungspflicht sind jedoch diejenigen Gläubiger, welche ihre Forderungen auf einem mit dem Siegel des Gerichts versehenen, vor dem Liquidationstermine ihnen vorzulegenden und von ihnen zu unterzeichnenden Postenzettel richtig und vollständig aufgeführt gefunden haben.
Schönberg, den 22. März 1866.
Großherzogl. Justiz=Amt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
C. L. v. Oertzen.
(L.S.) O. Reinhardt.


Auf Antrag Dris. W. Brehmer für
den Bauervogt Hans Hinrich Jochim Ehlers zu Behlendorf, den Schmied Johann Christian Gottlieb Kammerhoff zu Behlendorf, den Erbpächter Johann Friedrich Thomas Klempau zu Cronsforde, den Vollhufner Johann Heinrich Friedrich Wegner zu Giesensdorf, den Vollhufner Friedrich Wulff zu Giesensdorf, den Viertelhufner Hans Heinrich Langhans zu Giesensdorf, den Insten Johann Hinrich Christian Burmester zu Giesensdorf, den Schuhmacher Johann Heinrich Friedrich Schütt zu Giesensdorf, Anna Magdalena Elisabeth geb. Wulff, verwittwete Prösch, jetzt des Bauernvogts Johann Hinrich Christoph Stooss zu Harmsdorf Ehefrau cum cur. mar., den Vollhufner Johann August Heinrich Koop zu Harmsdorf, den Vollhufner Johann Hinrich Kahl zu Harmsdorf, den Vollhufner Johann Heinrich Franz Mahncke zu Harmsdorf, den Vollhufner Johann Heinrich Hans Meyer zu Harmsdorf, den Vollhufner Johann Heinrich August Wulff zu Harmsdorf, den Halbhufner Hans Heinrich Franz Mahncke, zu Harmsdorf, den Dreiviertelhufner Franz Jochim Heinrich Kemp zu Hollenbeck, Maria Elise Sophia Mahncke, per tut. partem Vollhufner Johann Heinrich Franz Mahncke zu Harmsdorf und den Insten Nicolaus Hinrich Thomas Lessau zu Hollenbeck, werden hiedurch alle diejenigen, welche an die den genannten Imploranten gehörigen Stellen oder an eine derselben, oder an die auf denselben befindlichen Gebäude dingliche Ansprüche zu haben und der Eintragung der auf dem Hypothekenbuchfolium der ganzen Stellen, einschließlich der Gebäude, als erste Schuld zu protocollirenden gutsherrlichen Abgaben, der Forderung des Senator Dr. Heinrich Brehmer von 200 Mark (Lübeck), Michaeli mit 5 % an die Halbhufe der Maria Elise Sophia Mahncke in Hollenbeck, sowie der Forderungen des Bauervogts Diestel in Schmielau von 600 Mark (Lübeck) N 2/3, Michaelis à 3 %, 300 Mark (Lübeck) Ct. Michaelis à 3 % und 100 Mark (Lübeck) Ct., Michaelis à 3 % an die Vollhufe des Johann Heinrich Hans Meyer in Harmsdorf, widersprechen zu können vermeinen, aufgefordert und schuldig erkannt, solche Ansprüche und resp. Widersprüche binnen doppelter sächsischer Frist vom Tage der erlassenen Proclams an, also spätestens bis zum 30. August d. Js. im hiesigen Gerichte ordnungsmäßig geltend zu machen (Auswärtige unter Bestellung eines Bevollmächtigten) und zwar unter dem Rechtsnachtheile, daß sie widrigenfalls damit ausgeschlossen werden sollen und auf die für die gedachten einzelnen Stellen zu eröffnenden Hypothekenbuchfolien der Imploranten die gutsherrlichen Abgaben als erste Schuld und nach derselben auf der Halbhufe der Maria Elise Sophia Mahncke zu Hollenbeck die Forderung des Senator Dr. Heinrich Brehmer von 200 Mark (Lübeck), Michaelis mit 5 % und auf der Vollhufe des Johann Heinrich Hans Meyer in Harmsdorf die Forderungen des Bauervogts Diestel in Schmielau von 600 Mark (Lübeck) N 2/3, Michaelis à 3 %, 300 Mark (Lübeck) Ct., Michaelis à 3 %, und 100 Mark (Lübeck) Ct., Michaelis à 3 %, eingetragen werden sollen.
Lübeck den 1. Juni 1866.
Das Stadt= und Landgericht.
Zur Beglaubigung
W. Gädeke Dr.


Bekanntmachungen.

Die zum Einstellungsjahrgang "1. December" 1859 gehörigen Mannschaften des Großherzoglichen Contingents, einschließlich der Noncombattanten, werden am 1. Juni d. J. verabschiedet. Gegen Einreichung des Urlaubspasses wird daher von diesem Termin an der Abschied ertheilt.
Zugleich wird bemerkt, daß viele Mannschaften aus früheren Jahrgängen ihre Abschiede noch nicht abgeholt haben, letztere können ebenfalls gegen Einreichung des Urlaubspasses in Empfang genommen werden.
Neustrelitz, den 31. Mai 1866.
Großherzogliches Militärkommando.
von Gagern.


Verkaufsanzeigen.

Holzverkauf.
Unter den bekannten Bedingungen sollen gegen baare Zahlung im Kleinfelder und Sülsdorfer Zuschlage am Donnerstag den 14. Juni meistbietend verkauft werden:

50 Faden eichen Kluft=, Knüppel= und kl. Knüppelholz,
3 do. buchen Knüppelholz und
7 1/2 Faden tannen Kluft= und Knüppelholz.
Ferner bei freier Concurrenz:
2 Fuder geringes eichen Heisterholz und
5 1/2 Faden tannen Stämme,
und wollen sich Kaufliebhaber Morgens 8 Uhr am Schlagbaum des Kleinfelder Zuschlages auf dem Wege von Schönberg nach Zarnevenz einfinden.
Schönberg, d. 6. Juni 1866.
Danckwarth.


Vermischte Anzeigen.

Der Landkasten in Rostock giebt jetzt vier pro Cent jährlicher Zinsen für die bei mir für ihn beschafften Einzahlungen in den halbjährlichen Terminen zu Johannis und Antoni. Da das Geld verwendet wird zu Landeshülfen für Chaussee, Kanal= und Eisenbahnbauten und da gesetzlich jeder Mecklenburg=Schwerinsche Gutsbesitzer, sowie die Großherzoglichen Domainen und städtischen Besitzungen für Zahlung der Zinsen und Rückzahlung des Capitals nach halbjähriger Kündigung mit ihrem gesammten Besitz zur ersten Hypothek haften; so gewähren diese Landkasten Obligationen die allergrößte Sicherheit und werden deshalb auch vorzugsweise von Vormundschaften, Obervormundschaften und selbst auswärtigen Sparkassen benutzt.

[ => Original lesen: 1866 Nr. 47 Seite 4]

Landkasten=Obligationen liegen bei mir zur Ansicht bereit und Kosten sind mit den Belegungen, Zinszahlungen und Rückzahlungen überall nicht verbunden, weshalb ich jetzigen Einzahlungen oder auch nur Anmeldungen zum nächsten Antoni=Termine entgegensehe.
Schönberg, den 11. Juni 1866.
Kindler, Advokat.


In Gemäßheit einer Verfügung der Hohen Großherzoglichen Landes=Regierung in Neustrelitz vom 23. Mai wird der vom 1. Juni d. J. ab geltende Preiscourant für geaichte eiserne Gewichte beim hiesigen Aichungsamte hierdurch zur allgemeinen Kenntniß gebracht.
[Tabelle siehe im Abbild der Originalseite]
Schönberg, den 31. Mai 1866.
Für das Großherzogliche Aichamt.
Ludwig Vogel.


Nachdem von den früher gesuchten Geldpösten manche erledigt, sind nun zu Johannis noch zu belegen:

a) in hiesigen Landstellen gegen gute Sicherheit 2 Pöste von 1000 Thlr., 1 von 500 Thl., 2 von 400 Thl., 1 von 350 Thl., und 3 von 300 Thl.;
b) in städtischen Grundstücken gegen sichere Hypothek 3 Pöste von 1000 Thlrn., 2 von 600 Thl., 1 von 550 Thl., 1 von 500 Thl., 1 von 300 Thl., 1 von 200 Thl.;
c) in der Nachbarschaft gegen sichere Hypothek 4 Pöste von 1000 Thalern mit Zahlung von 4 pCt. Zinsen.
Capitalisten, die hiervon Gebrauch machen wollen, können das Nähere bei mir erfragen.
J. P. Bade.


Maschinenbau=Anstalt von J. Arndt Lübeck Fischergrube Nr. 413.
Der Unterzeichnete erlaubt sich die ergebene Anzeige, daß er am heutigen Tage hierselbst eine Maschinenbau=Anstalt eröffnet hat, und empfiehlt sich zur Anfertigung von allen in das Maschinenfach gehörigen Artikeln, insbesondere Dampfmaschinen, Mühleneinrichtungen, landwirthschaftlichen Maschinen Gegenständen zum Schiffsbau, Pumpen, Wasserleitungen u. s. w. sowie zu Reparaturen aller Art. Prompte und reelle Bedienung wird zugesichert.
Lübeck den 1. Juni 1866.
J. Arndt.


Ludwig Vogel, Uhrmacher.
empfehle ergebenst mein stets assortirtes Lager von allen Sorten Uhren zu billigen Preisen, indem ich für die Güte der Werke dauernd garantire.
(Cylinderuhren schon von 7 Thlrn. an.)
Ferner: goldene, silberne, Talmi= und sehr viele andere Sorten Ketten und Medaillons, Schlüsseln mit Gegengesperr etc. etc., Barometer, Thermometer (besonders zum Buttern nöthig), Alkoholometer, Wasserwaagen (das beste Werkzeug beim Drainiren) Fernrohre, Lupen und Trichinenlupen etc. etc.
Reparaturen billigst und gut.


Alle Diejenigen, welche im bevorstehenden Termin Gelder und Sparkassenbücher durch mich an die Sparkasse in Schwerin besorgt zu haben wünschen, werden ersucht, solche bis spätestens zum 28. Juni bei mir abzugeben.
J. P. Bade, Buchbinder.


Theerseife, wirksamstes Mittel gegen alle Arten Hautunreinigkeiten, empfiehlt à Stück 8 Schilling (Mecklenburg) J. F. Eckmann.


Auf dem Hofe Kl. Rünz wird zu Michaelis eine Köchin und ein Viehmädchen gesucht.


Runkelrüben=, Sellerie=, Porro= und Braunkohlpflanzen sind zu haben beim Bäckermeister Oldenburg.


Ordinairen Melis in Broden d. Pfund 5 ßl.,
Feinen do. do. 5 1/2 ßl.,
Raffinade do. 6 ßl.,
ff. Raffinade do. 6 1/4 ßl.
gutschmeckenden Caffee von 9-14 ßl. pr. Pfund empfiehlt C. L. Creutzfeldt.


Theerseife, d. Stück 3 und 6 ßl., sowie Mandel= u. Cocusseifen etc. empfiehlt C. L. Creutzfeldt.


Mauersteine und Drain's sind nun wieder von mir auf meiner Ziegelei zu haben.
J. J. Köhncke.
Lüdersdorf den 11. Juni 1866.


Tivoly-Theater in Schönberg.
Im Garten der Frau Wittwe Boye Mittwoch den 13. Juni 1866. Die weibliche Heldin oder: Husar und Grenadier Lustspiel in 1. Akt in Alexandrinern, von Marsand. Hierauf Nichten und Tanten, Lustspiel in zwei Akten von Görner. Zum Schluß Hans und Hanne, Vaudeville in 1 Akt von Friedrich, Musik von Stiegmann. Freitag den 15. Zum Erstenmale: Der Wilderer, Schauspiel in 5 Akten von Gerstäcker.
H. L. Schäffer Wittwe.


Hiedurch die ergebene Anzeige, daß ich von Herren Kollmann & Schetelich die Niederlage von:
Pflugbeschlag erhalten habe, womit ich mich zum Fabrikpreise bestens empfohlen halte.
Heinrich Pless, Lübeck, Große Burgstraße Nr. 606.


Meteorologische Beobachtungen.
1866
Juni
Barometer   Wärme   Wind Stärke  
Paris. Lin.
300 +
niedrigste
°R.
höchste
°R.
       
8.
9.
10.
11.
40.59
40.38
38.46
36.15
10.0
10.5
12.4
14.1
17.8
20.5
21.8
17.8
NNW
N
WSW
W
0
0
1
2
wolkig.
heiter.
wolkig.
-

Am 10. Nachm. Gew. u. 7 Kubz. Reg. auf 1 Qf.


Markt=Preise in Lübeck.
Butter, Meckl. d. Pfund10 1/2 - 11 Schilling (Mecklenburg).
Holst. d. Pfund11 Schilling (Mecklenburg).
Enten, d. St.16 - 20 Schilling (Mecklenburg).
Hühner, d. St.12 - 16 Schilling (Mecklenburg).
Tauben, d. St.4 Schilling (Mecklenburg).
Schinken, d. Pfund7 1/2 - 8 Schilling (Mecklenburg).
Schweinskopf, d. Pf.4 1/2 - 5 Schilling (Mecklenburg).
Wurst d. Pfund9 - 10 Schilling (Mecklenburg).
Eier 9 St. für4 Schilling (Mecklenburg).
Häringe 4 St. für2 Schilling (Mecklenburg).
Kartoffeln, d. Faß.4 - 5 Schilling (Mecklenburg).
Küken d. St.8 - 10 Schilling (Mecklenburg).


Getreide=Preise in Lübeck.
(per Sack in Lüb. Crt.)
Weitzen16 - 17Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Roggen12 1/2 - 13Mark (Lübeck)4Schilling (Mecklenburg)
Gerste12 - 12Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Hafer10 1/2 - 11 Mark (Lübeck)4Schilling (Mecklenburg)
Erbsen15 - 16Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)
Wicken16Mark (Lübeck)18Schilling (Mecklenburg)
Buchweizen11 - 12Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Winter=Rapsaat-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Rübsen.-Mark (Lübeck)-Schilling (Mecklenburg)
Schlagleinsaat20 - 21Mark (Lübeck)8Schilling (Mecklenburg)


Herausgegeben unter Verantwortlichkeit der Buchdruckerei von L. Bicker in Schönberg.


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