No. 7
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 12. Februar
1864
vierunddreißigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1864 Nr. 7 Seite 1]

- Um ein richtiges Bild von den Vorgängen des 5. und 6. Februar auf dem Kriegsschauplätze zu geben, versucht die K. Z. folgende Orientirung: Die ersten Operationstage bezweckten und erreichten das Zurückwerfen des Feindes in seine eigentliche Verteidigungslinie, also in die reine Defensive, um demnächst möglichst ungesehen denjenigen Stoß auszuführen, welche jene Vertheidigungslinie zu durchbrechen geeignet war. Deshalb die Gefechte bei Eckernförde, Cosel und Missunde (Preußen), wodurch die Dänen hinter die Schlei geworfen wurden, ebenso die Gefechte bei Lottorf und Geltorf und die Wegnahme des Königsbergs (Oestreicher), wodurch die Dänen hier auf die Hauptstellung des Dannewerks reducirt wurden. Es handelte sich nun darum: Wo angreifen? Um die Dannewerkstellung bei ihrer bekannten Stärke zu nehmen, dazu hatte es eines vorgängigen Geschützkampfes und demnächst eines mit vielen Opfern zu erkaufenden Sturmes auf die Schanzen bedurft. Die Vorbereitung dazu war durch das Emplacement der Preußischen gezogenen Zwölfpfünder auf dem Königsberg getroffen. Der für die Dauer empfindlichste Punkt (Missunde) ist taktisch so stark, daß, wenn er ernstlich vertheidigt wird, er gar nicht oder nur mit ungeheuren Opfern zu nehmen ist. Prinz Friedrich Carl mußte also erforschen, ob die Dänen Missunde vertheidigen wollten, und als er durch seine Recognoscirung ihre Absicht, es zu verteidigen, erkannt hatte, da marschirte er geräuschlos mit dem ganzen preußischen Corps auf Arms ab, wobei er aber nämlich vor Missunde so viel Truppen stehen lassen mußte, um den Dänen den Ausgang dort zu wehren und sie auch mit Artilleristen dort fortwährend zu beunruhigen und zu fesseln. Gegenüber Arnis stand diesseits der Schlei das preuß. Corps nun seit dem 5. Nachmittags 4 Uhr concentrirt. Natürlich war aber auch dieser Punkt, wie die nächst gelegene mögliche Uebergangstelle Kappeln, von den Dänen besetzt. Gelang es dem Prinzen, hier überzugehen, während die Hauptmacht der Dänen bei Schleswig blieb, so war der Feind bei seinem Rückzuge auf Flensburg, dem einzig möglichen, nicht nur bedroht, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach sogar abgeschnitten. Diese Erwägung veranlaßte denn wohl den dänischen General, als er die Nachricht von dem bedrohenden Uebergang der Preußen bei Arnis erhielt, die berühmte Stellung am Dannewerk ohne weiteren Kampf in der Nacht vom 5. zum 6. zu räumen. Der Prinz Friedrich Carl erzwang denn nach einem Gefecht, wobei die dänische Positions=Artillerie vor Arnis in seine Hände fiel, den Uebergang und die Gelegenheit zum Brückenschlag, worüber aber die Nacht und die ersten Morgenstunden vergingen. Seit Vormittag des 6. befindet er sich im Vormarsch auf Flensburg. Hätte die dänische Armee die Nacht noch gezögert und am Morgen des 6. in ein Gefecht sich verwickelt, nur sehr allmählig abziehen können, so wäre der Rückzug nach Flensburg schwerlich ausführbar gewesen. So ist die Diversion des Prinzen die eigentliche entscheidende gewesen, welche die Alliirten in den Besitz des Dannewerks gesetzt hat, ohne die Opfer eines Sturmes.
- Am 6., Abends, hat die Verfolgung der Dänen unter persönlicher Leitung des österreich. Feldmarschall=Lieutenants v. Gablenz mit Husaren und Artillerie begonnen und ist bis Oeversee fortgesetzt worden, wo unter Mitwirkung der Brigade Nostitz ein blutiges Treffen stattgefunden hat. Die Dänen leisteten hartnäckigen Widerstand. Die K. K. Truppen kämpften bewunderungswürdig. Sechs schwere Geschütze, zahlreiche Munitionsfuhrwerke u. Kriegsgeräthschaften nebst 200 Gefangenen fielen denselben in die Hände.
- Die von Lübecker und Hamburger Blättern gebrachten Nachrichten aus Schleswig von der Einnahme der Stadt Flensburg, einem dort stattgehabten furchtbarem Straßenkampfe, an welchem sogar die Bevölkerung Theil genommen haben sollte, ferner von der Eroberung der Düppeler Schanzen etc. etc. werden von der K. Z. sämmtlich als unwahr bezeichnet. Der Sachverhalt ist folgender: Die Verfolgung der Dänen auf ihren schon vor dem Kriege eingeübten Eilmärschen hatten die Oestreicher übernommen, während die Preußen auf dem linken Flügel vorrückten. Bei dem schlechten Wetter konnten nur die Oestreicher auf der Chaussee bei Vilschau den Feind noch erreichen, und bestanden dort mit heldenmüthigher Bravour ein siegreiches Gefecht. Da sie nach demselben der Ruhe bedurften, zogen die Preußen vorauf, und Feldmarschall Wrangel mit ihnen am Sonntag in Flensburg ein, welcher Ort bereits von der vom Prinzen Friedrich Carl vorausgeschickten Cavallerie besetzt fand. - Die Deutschen Truppen wurden in Flensburg auf das Freundschaftlichste empfangen, sogar war Abends die Stadt illuminirt.
- Das nächste Vorgehen wird wohl gegen die Düppeler Schanzen erfolgen, und zwar sollen dazu die preuß. Garden ausersehen sein. Vor Düppel aber kann noch ein ernster Kampf bevorstehen.
- Oestreichische Offiziere, die seiner Zeit bei Solferino und Magenta mitfochten, versichern: der Kampf am 6. zwischen Schleswig und Flensburg sei mörderischer gewesen, als in Italien. Gegen sich dichtes Schneegestöber. Regiment König von Belgien ist fast aufgerieben, ebenso das dän. Re=

[ => Original lesen: 1864 Nr. 7 Seite 2]

giment Kopenhagen. Die Straßen bedeckt mit Leichen, Verwundeten, Pferden, Kanonen und Wagen aller Art. Bei Oeversee handgemein mit Kolben und Bajonetten. Das Gros der Dänen war schon Sonnabend spät in den Düppeler Schanzen. Herzog Wilhelm von Württemberg sind zwei Zehe abgeschossen. Mangel an Aerzten, Charpie etc.
- Ueberall, wo die Deutschen Truppen in Schleswig einrücken, werden sie von der Deutschen Bevölkerung als Befreier begrüßt. Wie übrigens die Dänen noch vor ihrem Abzuge in Schleswig gehaust haben, davon hört man jetzt wahrhaft bejammernswerthe Berichte. Auf einem Gute wurde, außer dem Wagenpferde des Herrn, kein Pferd, auf einem andern Gute nur das Butterpferd zurückgelassen; ein Bauerndorf ist total ausgeplündert, alle Pferde sind mitgenommen und die armen Bauern außerdem sehr hart behandelt. Aehnlich lauten alle Berichte aus dem Süden Schleswigs.
- In Eckernförde, wo die Preußen ebenfalls mit ungeheurem Jubel empfangen wurden, ist man mit der Herstellung von Lazarethen beschäftigt, es soll dort an Vielem fehlen, da die Dänen alles Dahingehörende zerstört oder mitgenommen haben. - In Kiel sind zur Pflege der Verwundeten Diaconissinnen aus Berlin eingetroffen.
- Die wenigen und im Allgemeinen ziemlich unbedeutenden Ortschaften im Süden der Danewerke, dieser traurigen Moorgegend, sind vollständig ausgefressen," nicht um schweres Geld ist etwas Eß= oder Trinkbares aufzutreiben.
- Die größte Anerkennung wird der Tapferkeit der österreichischen Truppen gezollt. Unter ihnen war es die Brigade Contrecourt, die mit außerordentlicher Bravour gefochten und namentlich das Regiment Martini ist es, das furchtbar gelitten hat. Major Stampfer fiel; beim Abschiede hatte er seinen Freunden in Hamburg gesagt: "Wir wollen Euch halt zeigen, daß die Brigade Condrecourt was Anderes kann, als auf Hamburger Turner schießen!" Beim Eintreffen dieser Brigade wurden den Hamburger Turnern bekanntlich ihre Waffenübungen untersagt.
- Schleswig und Holstein sind weit und breit mit Schnee bedeckt; von allen Seiten werden Bauernfuhren requirirt, die Verwundeten abzuholen. - Zwischen Rendsburg und Flensburg sind keine Dänen mehr zu finden.
- Während der Räumung der Danewerke haben die Dänen auch Tönningen und Friedrichsstadt, den äußersten linken Flügel der Danewerkstellung, verlassen.
- In Kopenhagen selbst herrscht die größte Erbitterung und unbeschreibliche Entrüstung über die Räumung der Dannewerke und den Rückzug der dän. Armee hinter Düppel. Wie diese Nachricht dort eintraf, setzte der Reichsrath seine Sitzung aus, den Herren der Börse war der Schreck dermaßen in die Glieder gefahren, daß sie an dem Tage ihre Geldcourse zu notiren vergaßen. Zwei Tage später erklärte der Minister Monrad in einer außerordentlichen Sitzung des Reichsraths, der König sei ohne Antheil am Rückzuge, die Handlungsweise des Obergenerals der Armee sei unerklärlich, und sei derselbe nebst seinem Stabschef deshalb zurückberufen und der Oberbefehl interimistisch dem General Lüttichau übertragen worden.
- In Kopenhagen wurde bekannt gemacht, daß sämmtliche Zollstellen im Königreiche beauftragt sind, alle an den Zollstellen selbst, oder in deren Districten befindlichen Fahrzeuge anzuhalten und mit Beschlag zu belegen, die in preußischen, österreichischen oder andern deutschen Staaten zu Hause gehören. In Folge dessen sind unter mehreren andern deutschen Schiffen, die in dänischen Häfen ihre Winterquartiere aufgeschlagen hatten, auch 3 Schiffe unseres Nachbarstaates Lübeck in dem dän. Hafen Helsingör mit Beschlag belegt worden. - Preußen hat dieselben Maßregeln gegen dänische
Schiffe ergriffen und bereits ebenfalls Beschlagnahmen dän. Schiffe vorgenommen.
- S. K. H. der Großherzog von Mecklenburg=Schwerin ist am 4. Februar nach dem Kriegsschauplatze in Schleswig gereist, wo er sich in das Hauptquartier des Marschalle Wrangel begeben hat.
- Zur Vertheidigung seiner Elbeinfahrt rüstet Hamburg mehrere Kanonenboote aus, die mit gezogenen 90pfündigen Gußstahlkanonen aus der Krupp'schen Fabrik in Essen armirt werden und nächstens fertig sein sollen.
- Schwerin. Der Graf Schlieffen=Schlieffenberg fordert in einem Aufruf die Mecklenburger auf, verwundete Officiere und Mannschaften der verbündeten Armee zur häuslichen Pflege bis zur Wiederherstellung bei sich aufzunehmen.
- Auf preuß. und hannov. Bahnhöfen passirten bereits auf der Reise nach Schleswig Angehörige mehrerer, im Kampf für Deutsches Recht und Deutsche Ehre in Schleswig theils verwundeter, theils getödteter Officiere. Sie begegneten überall herzlicher und tiefer Theilnahme.
- Zur Bestellung der von der Großherzoglich Mecklenburg=Strelitz'schen Regierung den Unternehmern der projectirten Eisenbahnstrecke Lübeck=Kleinen auferlegten Caution waren drei der engl. Unternehmer in Begleitung des Inhabers der Lübecker Handlungsfirma Lange und Knuth am Mittwoch in Schönberg anwesend und deponirten alsbald bei dem Großherzoglichen Commissarius in dieser Eisenbahn=Angelegenheit, dem Herrn Oberlanddrost Graf von Eyben, die stipulirte Summe von 22,000 Taler (Mecklenburg) Ct. Mit der Niederlegung dieser Caution ist jedoch der Bau der Bahn noch immer nicht gewährleistet, sondern durch die Annahme obiger Summe verpflichtet sich die Großherzogl. Landes=Regierung nur, bis zum Nachweis des erforderlichen Baucapitals, so wie bis Einreichung des annehmbaren Gesellschafts=Statuts, welche beiden Punkte nach neun Monaten erfüllt sein müssen, mit keinen anderen Unternehmern in Unterhandlung zu treten.
- Die Cautionsbestellung bei den Regierungen von Mecklenburg=Schwerin und Lübeck soll ebenfalls bereits erfolgt sein.
- Der Graf von Paris, der am spanischen Hofe mit größter Auszeichnung empfangen wurde, hat sich mit der ältesten Tochter des Herzogs von Montpensier, einer Nichte der Königin, Infantin Donna Isabella, verlobt.
- In Schleswig sind 26 dänische Feldgeschütze eingebracht, auf der Straße von Schleswig nach Flensburg standen 30 Kanonen ohne Bespannung. In Flensburg ist es zu einem furchtbaren Straßenkampfe gekommen. Die Dänen haben Flensburg geräumt.
- Von den durchmarschirenden Oestreichern wissen die Breslauer nicht genug zu erzählen. Z. B. im Schweidnitzer Keller saßen zwei östreichsche Unteroffiziere, als zwei Lieutenants derselben Armee erschienen. Zum nicht geringen Erstaunen der Anwesenden forderten die Unterofficiere die Lieutenants im Du=Commant auf, sich zu setzen, indem sie denselben ihre Seidel kredenzten. Aus den Erzählungen der Officiere erfuhr man, daß die intime Bekanntschaft von den Schlachtfeldern zu Magenta und Solforino datire, auf welch letzterer der eine Oestreicher, ehemals Schweinehirt in den ungarischen Pußten, Officier geworden war. - Als Morgens ein Regiment vom Barbara=Kirchhof zur Abfahrt nach dem Bahnhof marschiren sollte, wurde dem Hauptmann gemeldet, daß noch 3 Mann fehlten. Ohne zornig zu werden , sagte dieser zum Feldwebel: Na schauens, so wartens noch etwas, sie werden schon kommen. - Bekanntlich bleiben die Kranken der östreichischen Armee vorläufig in preußischen Lazarethen. Gestern richtete der Rittmeister eines Regiments vor der Front die Aufforderung an die Soldaten es möge hervortreten, wer krank sei. Unter andern trat ein Soldat mit einem

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durch den Schlag eines Pferdes verwundeten Finger hervor. Der Rittmeister sagte zu ihm: Ihr werdet ins preußische Lazareth gethan. Antwort: J geh nit, Herr Rittmeister. In verschärftem Tone erfolgt der zweite Befehl: Ihr werdet ins preußische Lazareth gehen. Antwort: J geh nit, Herr Rittmeister. Darauf sagte der Rittmeister: Na, dann tretens wieder ein. - Ein Feldwebel meldete seinem Lieutenant Folgendes: Schauens, Herr Lieutenant, wenn's Zeit haben, möcht' ich Ihnen wohl ein kleines Rapportel machen. - Was habt's? Hierauf macht der Feldwebel Mittheilung von einer kleinen Auslage - Also a Silbersechserl, na da ist's. - Bei diesem gemüthlichen Verkehr sind die Stockprügel noch immer nicht abgeschafft. Gestern erhielt ein Soldat, welcher zu spät nach seinem Quartier gekommen war und zu viel in der Biervertilgung geleistet hatte, auf dem Kasernenhofe 15 Stockprügel. Dem seltsamen Schauspiel sah eine große Anzahl preußischer Soldaten und Civilpersonen zu. Charakteristisch ist die Aeußerung eines preußischen Rekruten, welche erfolgte, als der Delinquent einen Schmerzenschrei ertönen ließ, daß er sich doch lieber drei Tage einsperren ließe.
- Auf allen Vieren. Marschall Wrangel wurde von einem Hamburger Millionair zu vier verschiedenen Festivitäten (Diner, Concert, Ball und Souper) geladen. Der Marschall, welcher zur deutschen Sprachlehre in einem gespannten Verhältnisse steht, antwortete: "Ich werde auf allen Vieren kommen."


Anzeigen.

Am Montag den 29. d. M., Morgens von 9 Uhr an, sollen in der Wohnung der Schlosserwittwe Wendland hieselbst in öffentlicher Auction gegen sofortige Baarzahlung verkauft werden:

1 Sopha, 2 Kommoden, 1 Klapptisch, 2 Schränke 1 eich. Koffer, 1 eich. Lade, 3 Bettstellen, 2 Unterbetten, 2 Ueberbetten, 1 Pfühl, 6 Bettlaken, Mannskleidungsstücke, das vollständige Geräthe zum Brunnenmachen, das vollständige Schlosserhandwerkszeug und sonstige Mobilien, Haus, Küchen= und Garten=Geräthe aller Art. - Das Brunnengeräthe und das Handwerkszeug sollen von 11 Uhr an auf den Bot kommen.
Carlow den 9. Januar 1864.
Struck.


Am Montag d. 22. d. M., Morgens 11 Uhr sollen beim Gastwirth Herrn Fick die beiden vor dem Sabower Thore, zwischen Krellenberg und Boye, belegenen Bauplätze öffentlich meistbietend verkauft werden.
Die Verkaufsbedingungen sind beim Schuhmachermeister Friedrichs einzusehen.
Die Bevollmächtigten.


Vermischte Anzeigen.

Vom 2. Februar cr. ab werden die Großherzoglichen Landbeschäler

Boradil, br. Hgst. v. Y. Boradil;
Orpheus, Sch.=Hgst. v. Predictor;
Waidewuth, Fuchs Hgst. v. Jupiter;
auf der Station Schönberg zur Benutzung des pferdezüchtenden Publicums aufgestellt sein.
Neustrelitz, 22. Januar 1864.
Großherzogliches Marstall=Amt.
v. Bernstorff.


Der unbekannte Absender einer beim unterzeichneten Postamte vor einiger Zeit aufgegebenen Kiste an den Malergehülfen F. Kanitz beim Malermeister Jansen in Dorum (Hannover) wird, hierdurch aufgefordert, sich binnen 4 Wochen zwecks Empfangnahme der aus Dorum zurückgekommenen Kiste beim hiesigen Postamte zu melden.
Schönberg den 4. Febr. 1864.
Großherzogl. Postamt.
F. Saß.


Zu Ostern d. J. wird eine Aufnahme neuer Zöglinge in das Großherzogliche Schullehrer=Seminar stattfinden; die Aufnahmeprüfung, zu welcher sich junge Leute, die das 18. Lebensjahr erreicht haben, melden dürfen, wird Dienstag den 16. Februar von 8 Uhr Morgens an abgehalten werden.
Die Meldung geschieht durch Einsendung eines von dem Seminar=Aspiranten selber angefertigten und geschriebenen Lebenslaufes an den Unterzeichneten, worin namentlich über den Gang der Bildung und Vorbereitung für das Schulamt, sowie über den bisherigen Aufenthaltsort und die etwaige Dienststellung berichtet wird. Derselben muß ein Taufschein beigelegt sein; ein Zeugniß des competenten Physikus über die gesunde Beschaffenheit der Brust, des Gesichts und Gehörs; ein von dem betreffenden Prediger auszustellendes Zeugniß über die religiöse und sittliche Befähigung und über die untadelhafte Führung; endlich eine vom Vater oder Vormund vollzogene und von der Ortsobrigkeit beglaubigte Bescheinigung über das Vorhandensein der erforderlichen Geldmittel zur Bestreitung des Pensionsgeldes (5 Taler (Mecklenburg) Gold Eintrittsgeld und jährlich 25 Taler (Mecklenburg) Ct.) auf drei Jahre.
Mirow den 25. Januar 1864.
K. Becker.


Für die Heilung der in dem bereits blutig begonnenen Kriege verwundeten Truppen sind in Kiel, Rendsburg u. s. w. große Lazarethe errichtet und bereits Aufforderungen von Hülfsvereinen um Zusendung, namentlich von Geld, ferner von altem Leinen, Charpie, Binden, Bettlaken, wollnen Decken, Hemden, Strümpfen, Pantoffeln, Lazarethmänteln, eingemachten Früchten u. s. w. erlassen. Die Unterzeichneten haben sich daher vereinigt, solche Gaben zu dem Zweck entgegen zu nehmen und sofort wohlverpackt an den Hülfsverein für Lazarette in Kiel einzusenden. In erfreulichster Weise sind bereits größtentheils aus Schönberg so zahlreiche Beiträge eingetroffen, daß schon am Montag Abend eine Sendung von 391 Pfund abgehen konnte, eine ähnliche folgte am Donnerstag. Fernere Gaben auch vom Lande werden gerne entgegen genommen und sofort befördert.
Schönberg den 12. Januar 1864.
Kaempffer. G. Grapow. Klöckner. F. Stüve. C. Köhler. L. Vogel. C. Bade.


Auf der Ziegelei zu Holdorf sind Drainröhren von 1 1/2, 2, 3, 5 und 6 Zoll Weite zu verkaufen.


Eine bekannte und geachtete Persönlichkeit, Herr Particulier Rautenstrauch in Frankenstein, äußert seinen Dank für den Fenchel=Honig=Extrakt von L. W. Egers in Breslau, Blücherplatz Nr. 8, (Niederlage für Schönberg bei C. Sievers, Buchbinder) folgendermaßen:
In Folge einer heftigen Brustentzündung meiner Tochter hatte sich gleichzeitig ein starker stockender Husten festgelagert, welcher durch verschiedene Arzneimittel nicht zu beseitigen war. Ich bekam den Rath, es einmal mit dem L. W. Egers'schen Honig=Extrakt zu versuchen, welchen ich mir gleich beim Herrn Kaufmann Benedix hier verschaffte. Der gute Erfolg blieb nicht aus, und meine Tochter ist von allen Uebeln der Brustentzündung und des starken Hustens mit Lösung des Auswurfs von einer Flasche gänzlich befreit. Mit anerkennendem Danke bezeuge ich dies zur Aufmerksamkeit ähnlicher Kranken.
Frankenstein, den 15. November 1863.
Rautenstrauch.


[ => Original lesen: 1864 Nr. 7 Seite 4]

Dr. Borchardt's arom.=medic. Kräuterseife in Päckchen zu 10 Schilling (Mecklenburg), sowie Dr. Suin de Boutemard's arom. Zahnpasta in Päckchen zu 10 und 20 Schilling (Mecklenburg) sind in bekannter Güte und Trefflichkeit unverändert für Schönberg nur allein ächt zu haben bei J. P. Bade.


Dr. Beringuier's arom.=med. Kronengeist (Quintessenz d'Eau de Cologne) von hervorragender Qualität - nicht nur als köstliches Riech= und Waschwasser, sondern auch als herrliches medikamentöses Unterstützungsmittel, welches die Lebensgeister ermuntert und stärkt; à Originalflasche 20 Schilling (Mecklenburg).
Dr. Beringuier's Kräuter-Wurzel-Haar-Oel
zusammengesetzt aus den bestgeeignetsten Pflanzen=Ingredienzien und öligen Stoffen zur Erhaltung, Stärkung und Verschönerung der Haupt= und Bart=Haare, sowie zur Verhütung der so lästigen Schuppen= und Flechtenbildung; à Originalflasche 12 Schilling (Mecklenburg).
Von diesen bei den überall Epoche machenden Novitäten befindet sich in Schönberg das alleinige autorisirte Localdepot bei
Wilh. Heincke.


Am Dienstag den 26. Januar beginnt unser diesjähriger Ausverkauf von Manufacturwaaren, darunter auch verschiedene Cattune und baumwollene Zeuge zu sehr billigen Preisen.
U. Beermann & Co.,
Lübeck, Klingberg 927.


Die Verlobung unserer Tochter Marie mit dem Buchbinder Carl Sievers hieselbst erlauben wir uns Freunden und Bekannten hiedurch ergebenst anzuzeigen.
Schönberg, den 6. Februar 1864.
Sattlermeister Bohnhoff und Frau.


Junge Leute können unter außerordentlich günstigen Bedingungen als Stellvertreter im hamburgischen Militair eintreten. Nähere Nachricht ertheilt das Stellvertretungs-Bureau in Hamburg. Briefe sind zu adressiren J. Hollander & Co. in Hamburg.


Geschäftseröffnung.
Mit dem heutigen Tage habe ich hier unter meiner Firma
J. H. Sterly
ein Material=, Kurzwaaren=, Porzellan= und Eisengeschäft,
als Kochgeschirre u. s.w. eröffnet und empfehle dieses Unternehmen einem geneigten Wohlwollen.
Hochachtungsvoll
J. H. Sterly.
Wohnlocal in dem früheren Lichtfabrikanten und Kaufmann Saß'schen Hause.
Dassow im Januar 1864.


Die Dittmer'Sche Buchhandlung in Lübeck,
Königstraße bei St. Catharinen Nr. 669.
empfiehlt zu bekannten billigen Preisen ihr reichhaltiges Lager der beliebtesten älteren und neueren Erscheinungen aus allen Zweigen der Literatur, insbesondere:
Bilder und ABC-Bücher für ganz kleine Kinder, Jugendschriften für Knaben und Mädchen von 3-16 Jahren, Schulbücher, Wörterbücher, Atlanten, Landkarten, Schreib= u. Zeichen=Vorlagen, Romane, Classiker, Reise=Handbücher, Kochbücher, Volksschriften, Volkskalender etc.
Alle nicht vorräthigen Bücher werden jederzeit in kürzester Frist und ohne Kostenaufschlag von den Verlagsörtern besorgt. Auch
Musikalien
von welchen jedoch kein Lager gehalten wird, sind stets am vortheilhaftesten durch oben genannte Buchhandlung zu beziehen, welche mit allen Musikalien=Verlagshandlungen Deutschlands in direcer Geschäftsverbindung steht.


Landwirthschaftlicher Club im Hause des Herrn Aug. Spehr, Mittwoch den 17. Februar.


Verlangt wird zu Ostern in einer Familie auf dem Lande: Ein Pferdeknecht, ein Viehknecht, ein Feldmädchen. Näheres in der Expedition der Anzeigen.


Karten vom Kriegsschauplatze in Schleswig=Holstein, von 2 Schilling (Mecklenburg) bis 32 Schilling (Mecklenburg), sowie allgemeine und vollständige Rechentabellen zur augenblicklichen und sichern Lösung aller im häuslichen und öffentlichen Verkehrsleben öfter vorkommenden Rechnungsaufgaben à 28 Schilling (Mecklenburg), empfiehlt J. P. Bade.


Ein Sohn rechtlicher Eltern, der Lust hat, die Damen=Schusterei zu lernen, wird zu Ostern gesucht von C. Kind, Damen=Schuhmacher in Rehna.


Im vor. Jahre sind mir 1 Hecke mit Schlagbaum und in diesem Jahre, vor etwa 4 Tagen, 2 Hecken gestohlen worden. Wer mir den Thäter so nachweist, daß ich ihn gerichtlich belangen kann, erhält 5 Thaler Belohnung.
Hauswirth P. H. Arndt in Sabow.


Kirchliche Nachrichten.
Schönberger Gemeinde.
In der Zeit vom 29. Jan. bis 11. Febr.

Geboren: Den 31. Januar dem Arbeitsmann vor Schönberg F. Bade ein Sohn.- Dem Arbeitsm. zu Olndorf J. H. Maaß Zwillingstöchter. - D. 2. Febr. dem Kiepenmacher J. P. Harms hieselbst ein S. - Dem Schneidermeister H. P. F. Otto hieselbst eine T. - D. 7. Febr. dem Chausseegeld=Einnehmer Volkmann zu Kl. Siemz eine T.

Gestorben: D. 30. Jan. Louise Freitag, geb. Bekmann, Hausw.=Wittwe zu Gr.=Siemz, 77 J. 1 M. alt. - D. 8. Febr. Anna Elis. Magd. Wilms, geb. Retelsdorf, Arbm.frau in Resdorf, fast 35 J. a.

Copulirt: D. 29. Jan. Jochen Peter Ahrendt, hies. Arbm., und Anna Cathar. Woisin hies. - Franz P. A. Buchholz, hies. Arbm., und Margar. Elisab. Eggert auf hies. Bauhofe.

Sonntag den 14. Febr.
Vormittagskirche: Pastor Fischer.
Nachmittagskirche: Pastor Kämpffer.

Bußtag den 19. Februar
Vormittagskirche: Pastor Fischer.
Nachmittagskirche: Pastor Kaempffer.


Getreide= und Markt=Preise in Lübeck am 10. Februar 1864.
Weitzen1Taler (Mecklenburg)2 - 8Schilling (Mecklenburg)
RoggenTaler (Mecklenburg)40 - 45Schilling (Mecklenburg)
Gerste-Taler (Mecklenburg)34 - 36Schilling (Mecklenburg)
HaferTaler (Mecklenburg)32 - 33Schilling (Mecklenburg)
ErbsenTaler (Mecklenburg)36 - 44Schilling (Mecklenburg)
WickenTaler (Mecklenburg)36 - 42Schilling (Mecklenburg)
BuchweizenTaler (Mecklenburg)32 - 36Schilling (Mecklenburg)
Winter=RapssaatTaler (Mecklenburg)23 24Mark (Lübeck)
RübsenTaler (Mecklenburg)22 23Mark (Lübeck)
SchlagleinsaatTaler (Mecklenburg)18 - 20
Butter10Schilling (Mecklenburg)pr.Pfund
Kartoffeln pr. Faß4 - 5Schilling (Mecklenburg).


(Hiezu: Officieller Anzeiger Nr. 3.)


Herausgegeben unter Verantwortlichkeit der Hofbuchdruckerei von L. Bicker in Schönberg.


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