No. 38
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 18. September
1863
dreiunddreißigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1863 Nr. 38 Seite 1]

Zur Untersuchung und Aushebung der aus dem Geburtsjahre 1842 in das Großherzogliche Militair zu stellenden Rekruten ist

Donnerstag der 15. October d. J. et. seq.

angesetzt und haben sich sämmtliche militairpflichtige junge Leute an diesem Tage Morgens 9 Uhr hier einzufinden und die ihnen zu behändigenden Gestellscheine unfehlbar wieder mitzubringen.

Schönberg, den 17. September 1863.

Großherzogl. Mecklenb. Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
F. Graf Eyben.


- Ein Bündniß zwischen Schweden und Dänemark soll so gut wie fertig sein, aber erst im Falle eines deutschen Angriffs auf Schleswig in Wirksamkeit treten. Ein Fall, der, wenn nur erst die Bundesexecution Holsteins in Vollzug kommt, ungemein leicht eintreten kann.
- Zwei Nachrichten kommen aus Amerika, die für den Süden bedenklich lauten, 1) ist die Festung Sumter von den nördlichen Truppen genommen und 2) wollen die Südstaaten 500,000 Neger zum Heere ausheben und ihnen nach Beendigung des Krieges je 50 Acker Land und die Freiheit geben. Das sieht allerdings aus, als wenn sie auf dem letzten Loche blasen.
- Einer der besten russischen Spione in Paris schrieb an die russische Regierung in Warschau: verhaftet rasch den Pfarrer Dodicki (in einem Dorfe bei Warschau) und thut Haussuchung, er kennt die geheime polnische Regierung und ihre Geheimnisse! Bei der Haussuchung fand sich nichts als der Pfarrer, und der sah so einfältig aus, daß die Russen selber sagten: wir sind angeführt. Sie wollten ihn wieder laufen lassen, da kam ein neuer Brief aus Paris; Dodicki ist einer der Häupter der Polen und die polnischen Comitees in London und Paris sind über seine Verhaftung äußerst bestürzt. - Dodicki wurde mit allen Martern bestürmt und blieb dabei: ich weiß nichts, Ihr irrt euch in mir alten Mann! Als ihm eine Domherrnstelle versprochen wurde, thauete er auf. Schickt mir einen Beichtvater, bat er, er soll mich meines, der geheimen Regierung gegebenen, Eides entbinden, ehe ich spreche. Dies geschah, es wurde ihm ein zuverlässiger Beichtvater gesandt; als die Russen nach einer halben Stunde in die Zelle traten, lagen Beichtvater und Beichtkind todt da; sie hatten Blausäure getrunken.
- Der Hofphotograph Albert in München hat ein kostbares Lichtbild; es stellt die zum Fürstentag in Frankfurt versammelten deutschen Fürsten getreu nach der Natur aufgenommen in einer Gruppe dar. Dem glücklichen Künstler sind für die seltene Platte 5000 Gulden vergeblich geboten worden. Das Lichtbild hat einen einzigen Mangel: den König von Preußen etc. Wenn Herr Albert diesen Mangel beseitigt, hat ihm ein Patriot runde 10,000 Gulden geboten.
- Die Stadt Frankfurt hat sich den Fürstentag 130,000 Gulden kosten lassen; die Bürger rechnen im Stillen nach, zu wie viel Procent das Geld sich in ihren Taschen rentirt hat.
- In vielen Städten Deutschlands treten Männer zusammen, um eine würdige Feier des 18. October, des 50. Jahrestages der Schlacht bei Leipzig, anzuregen und vorzubereiten. Auch in Schönberg sind bereits Ideen zur Feier ausgesprochen, die aber noch zu keinem Schlusse geführt haben.
- Um mit seinen Ungarn Frieden zu machen, gedenkt der Kaiser von Oesterreich seine frische und gewinnende Persönlichkeit einzusetzen. Er wird nach Pest gehen, aber zuvor die Millionen Scheffel Getreide in den Herzen der Ungarn aufgehen lassen, die er ihnen neuerdings geschickt hat. Man scheint auf beiden Seiten des langen Haders müde zu sein und zu fühlen, daß man sich braucht.
- Aus dem amerikanischen Bürgerkriege wird ein gräßlicher Auftritt berichtet. Die Stadt Lawrence in Kansas mit etwas über 3000 Einwohnern hielt treu und standhaft zur Union und hatte den größten Theil ihrer waffenfähigen Mannschaft zum Heere gestellt. In der Nacht des 21. August brach Quanterell, ein berüchtigter Guerillahäuptling der Sklavenpartei, mit seiner wilden Horde über die Stadt herein, besetzte alle Ausgänge und überfiel die Einwohner im Schlafe, das Signal zum Würgen, Sengen und Brennen gebend. Seine entmenschten Schaaren hausten wie Tilly's Kroaten in Magdeburg. Mit indianerartigem Mordgeheul dringen sie in die Häuser und Schlafkammern und metzeln alle Männer nieder, die ihnen vorkommen. Weiber und Kinder klammern sich an Väter und Brüder und flehen auf den Knieen die Mordhunde um Schonung an; umsonst: kaltblütig wird den Unglücklichen das Pistol auf Brust oder Stirn gesetzt und den Angehörigen nur der blutige Leichnam gelassen. In den Straßen entsteht eine furchtbare Hetzjagd auf die Fliehenden, kaum Einer entrinnt, die Häuser, in denen sich Fliehende setzen, werden in Brand gesteckt, auf eine Schaar, die sich an den Fluß geflüchtet, wird Salve auf Salve gegeben, bis die letzten niedergestreckt sind, 25 Neger=Rekru=

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ten werden auf der Stelle kannibalisch niedergemetzelt. Die Mordbande vertheilte sich schließlich und raubte und plünderte was sie forttragen konnte, den Frauen wurden die Ringe aus den Ohren und von den Fingern gerissen, und alles, was nicht tragbar war, zertrümmert und vernichtet. Eine große Feuersbrunst, die zwei Drittel der Stadt in Asche legte, beleuchtete die Mordnacht. Die Stadt, eine der blühendsten in Kansas, ist im Grunde zerstört, an Hab und Gut sind zwei Millionen Dollars unwiderbringlich vernichtet und zwei Drittel der männlichen Einwohner ermordet. Bei Tagesanbruch flüchtete die berittene Bande über die nahe Grenze. So erzählen amerikanische Briefe der Weser=Ztg.
- Die deutschen Land= und Forstwirthe haben von Königsberg i. P. aus die Gestüte in Georgenburg, Weedern, Pogrimmen, Tarputschen etc. besucht und nach gründlicher Besichtigung der Stutenstämme und ihrer sorgsamen Aufzucht erklärt, daß sie eine derartige Vorzüglichkeit nicht erwartet hätten. Nicht geringe Bewunderung fand die bäuerliche Pferdezucht in Litthauen. Viele Bauern forderten für eine Zuchtstute 800 Taler (Mecklenburg).
- Unter den Astronomen stritt man vor Kurzem noch darüber, ob die Lichtstärke der Sonne nach dem Rande zu abnehme. Durch die Photographie ist dieser Streit entschieden worden. In der britischen Naturforschergesellschaft zu Manchester zeigte Klind jüngst eine große Photographie der Sonne vor, welche unzweifelhaft erkennen ließ, daß die Lichtstärke vom Mittelpunkte nach dem Rande rasch abnimmt.
- In Rozay in der Bretagne war Wettrennen; die reichsten und vornehmsten Herren der Provinz waren versammelt und die edelsten Pferde, von zierlichen Jockeys geritten, harrten des Zeichens zum Ablauf. Da kommt, sein sattelloses Pferd an der Halfter nachziehend, ein junger Bauer. "Ich will mitreiten!" - "Ihr?" fragten die Herren und lächelten. "Euer Pferdchen ist zu klein und Ihr seid zu schwer." -"Ich probir's!" - "Gut, aber der Einsatz beträgt 10 Napoleonsd'or!" - "Hier sind sie!" - Das Rennen beginnt, das Pferdchen fährt wie der Blitz dahin, aber an der ersten Barriere stürzt der Reiter hinunter und die Halfter reißt; im Nu ist er wieder oben und spornt mit Zungenschlag sein Thierchen an, es fliegt über das 4. und 5. Hinderniß, vor dem 6. stutzt es und will die Barriere umgehen. Alle Welt gibt den Bauer verloren; der aber gibt seinem Thierchen einen leichten Schlag, legt seine Arme um den Kopf des Thieres, "en avant, en avant!" und hinüber fliegt das muntere Thier und kommt zuerst an dem Zelte des Preisrichters an, wo Roß und Reiter mit ungeheurem Jubel empfangen wurden.
- Ein uraltes Räthsel fragt: was ist das? Zuerst geht es auf Vieren, dann auf zweien und zuletzt auf Dreien. Die Auflösung ist bekanntlich der Mensch. Eine Frau in Glauel bei Cöln macht aber eine Ausnahme, denn sie zählt gut ihre 102 Jahre und geht ohne Stock und ungebeugt ihren Arbeiten in Haus und Feld nach. Ihr jüngster 68jähriger Sohn fährt ihr wacker nach, er trägt mit Leichtigkeit seinen Sack Roggen die Bodentreppe hinauf.
- (Mancherlei.) König Max von Baiern wird in den ersten Tagen des October eine Reise nach Rom antreten und daselbst bis zum Mai des künftigen Jahres verweilen. - Bei einem Wettrennen in London konnten die besten arabischen Pferde gegen englische Renner nicht aufkommen, sie wurden jedesmal besiegt. - Napoleon hat seinen vertrauten Freund und Minister, Grafen Fialian de Persigny, zum Herzog ernannt. - Die Kosten der Hebung des Dampfers Ludwig, jetzt "Ludwig Bauer" genannt, haben 80,000 Fr. betragen. - In Emmerich am Rhein fand man auf einem Acker einen Strauch mit 136 Kartoffeln, die zusammen 11 Pfund wogen.
- Eine Entgegnung auf den Aufsatz über den Schönberger Bahnhof in der vor. Nummer der Anzeigen mußte, weil zu spät eingeliefert, für die kommende Nummer zurückgelegt werden.
D. H.


Zur öffentlich meistbietenden Verpachtung der Meiereien

1) Mechow nebst Wietingsbäk,
2) Gr. Molzahn und
3) Schlagsdorf,
welche Johannis 1864 aus der Pacht fallen, ist vor dem unterzeichneten Großherzoglichen Domainen=Amte Termin auf Sonnabenden 26. September d. J., Morgens 11 Uhr, anberaumt worden, wozu Pachtliebhaber eingeladen werden.
Dem hohen Kammer= und Forst=Collegio bleibt die Entscheidung über die Annehmlichkeit des Gebots und die Wahl unter den drei Meistbietenden vorbehalten und haben diese, falls sie nicht schon Kammerpächter sind, sofort eine Conventionalpön, und zwar bezüglich
1) Mechow und Wietingsbäck von 3000 Taler (Mecklenburg),
2) Gr. Molzahn von 3000 Taler (Mecklenburg) und
3) Schlagsdorf von 2000 Taler (Mecklenburg) Pr. Court.,
zu bestellen und sich über ihre bisherige Führung und öconomische Tüchtigkeit, sowie über das zur Annahme der Pachtstücke resp. erforderliche Vermögen auszuweisen.
Die Contractsbedingungen können in der hiesigen Amts=Registratur 14 Tage vor dem Termine eingesehen und die Pachtstücke nach zuvoriger Meldung auf den resp. Höfen in Augenschein genommen werden.
Schönberg, den 15. August 1863.
Großherzoglich Meckl. Domainen=Amt.
F. Graf Eyben.


In der Concurssache des Maurermeisters Oldenburg zu Schönberg ist zum Versuch einer vergleichsweisen Niederlegung dieses Debitwesens ein Termin auf Freitag den 25. dieses Monats, Morgens 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte hieselbst anberaumt, wozu alle nicht präcludirten Oldenburgschen Concursgläubiger unter dem Nachtheil der Zustimmung in die Gerichtsseitig zu machenden und von den erschienenen Gläubigern angenommenen Vergleichspropositionen hiedurch peremtorisch geladen werden.
Die genannten Concursgläubiger können zwar durch Bevollmächtigte auftreten, deren Ablehnungen sind aber nur im Fall einer auf Widerspruch gerichteten Special=Vollmacht zu beachten. Bloße schriftliche Erklärungen werden überall nicht berücksichtigt.
Schönberg, den 8. Septbr. 1863.
Großherzogl. Justizamt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
C. L. v. Oertzen.
(L.S.) A. E. C. Zimmermann.


Verkaufsanzeigen.

In dem am 28. v. M. in der Debitsache des Maurermeisters Oldenburg hieselbst abgehaltenen Verkaufstermin sind für die zur Concursmasse gehörenden Grundstücke 4100 Taler (Mecklenburg) Pr. Cour. geboten, was hiedurch bekannt gemacht wird mit dem Bemerken, daß der auf den 18. September d. J. anberaumt gewesene Ueberbotstermin auf Freitag den 9. kommenden Monats October, Morgens 12 Uhr, hiemit verlegt wird.
Schönberg, den 8. Sept. 1863.
Großherzogl. Justiz=Amt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
C. L. v. Oertzen.
(L.S.) A. E. C. Zimmermann.


Die auf der Mühlenbäck bei Ratzeburg belegenen, den Gebrüdern Hasse zu Lübeck gehörenden sechs Kupfer= und Messing=Mühlen, so wie das Herrenhaus und die früher sogenannte Bruhn'sche Hofstelle sollen mit sämmtlichem Zubehör an Gebäuden, Ländereien und Rechten auf Antrag der genannten Besitzer in dem zu diesem Zweck auf

[ => Original lesen: 1863 Nr. 38 Seite 3]

Dienstag den 6. October d. J. 1863, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Verkaufstermine öffentlich meistbietend verkauft werden, zu welchem Kaufliebhaber mit dem Bemerken hiedurch geladen werden, daß die bereits entworfenen Verkaufsbedingungen, nebst Karte, Vermessungsregister und Abgabenverzeichniß in der Expedition dieses Blattes, auf der Registratur des Großherzoglichen Justizamts hieselbst nach zuvoriger Meldung, so wie bei dem Meister Heinrich Ohst auf der Bäck, bei den Gebrüdern Hasse zu Lübeck, und bei deren legitimirten Anwalte, Herrn Advocat Rackow hieselbst einzusehen, auch von dem letzteren abschriftlich zu beziehen sind. Zur Nachricht für etwaige Kaufliebhaber wird ferner noch bemerkt:

1) daß die qu. Grundstücke zunächst einzeln in 7 Abtheilungen und dann zusammen versteigert werden sollen, und daß Verkäufer sich vorbehalten, entweder den Einzel= oder den Gesammtverkauf gelten zu lassen.
2) daß der Flächeninhalt der erwähnten Grundstücke und die Versicherungssummen folgende sind:
a. des massiv gebaueten Herrenhauses mit Scheune und Kathen, versichert zu 4050 Taler (Mecklenburg) Pr. Ct., nebst Ländereien 2791 []Ruthen.
b. der untersten Kupfermühle nebst dazu gehörigen Gebäuden, versichert zu 3060 Taler (Mecklenburg) P. Ct., mit Ländereien 1376 []Ruthen.
c. der zweiten Mühle c. p. versichert zu 2440 Taler (Mecklenburg) PC., mit Ländereien 965 []Ruth.
d. der dritten Mühle c. p., versichert zu 2590 Taler (Mecklenburg) PC., 819 []R.
e. der vierten Mühle c. p., versichert zu 2930 Taler (Mecklenburg) P. C., 1731 []R.
f. der fünften Mühle c. p., versichert zu 2370 Taler (Mecklenburg) P. C., 1767 []R.
g. der sechsten und obersten Mühle c. p., versichert zu 3800Taler (Mecklenburg) P. C., 3531 []R.
3) Daß die Bäck ungefähr eine Viertel=Meile vom Bahnhof in Ratzeburg entfernt liegt.
Schönberg, den 26. August 1863.
Großherzogl. Justizamt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
C. L. v. Oertzen.
L.S. A. E. C. Zimmermann.


Im Auftrage der Landreiter Sieverschen Erben hieselbst setze ich Termin zum Verkaufe ihrer an der Chaussee nach Lübeck hier gelegenen Grundstücke auf Sonnabend den 19. Septbr. d. J., Vormittags 11 Uhr, im Hause der Frau Ackerbürgerwittwe Boye hieselbst an, wozu Kaufliebhaber sich geneigtest einstellen wollen.
Die Grundstücke bestehen in dem Wohnhause von ungefähr 49 Fuß Breite sammt dazu gehörendem, reichlich 14 Fuß breitem Thorwege, ferner in einem Nebenhause von etwa 33 Fuß Breite und endlich in einem zwischen beiden gelegenen zu einem Bauplatze sich eignenden Hofplatze und sollen in dieser Reihenfolge zuerst die einzelnen und dann sämmtliche Grundstücke zusammen einschließlich des fast 1 Scheffel Aussaat enthaltenden mit schönen Obstbäumen besetzten Gartens zum Auf= und Mehrgebot gebracht werden.
Da zur Sicherheit der Sieverschen Gläubiger die Uebernahme der gesammten Forderungen dem am Meistgebot gebliebenen Käufer übertragen oder sonst der Gesammtbetrag dieser Schulden statt der Auszahlung an die Verkäufer gerichtlich zur Befriedigung der Gläubiger deponirt werden wird, so ist die für alle Grundstücke im Verkaufstermin zu zahlende Conventionalpön auf nur 200 Taler (Mecklenburg) bestimmt, und wollen Kaufliebhaber die übrigen Bedingungen acht Tage vor dem Termine bei der Wittwe Sievers oder bei mir einsehen.
Schönberg, den 2. Septbr. 1863.
Kindler, Advokat, als Notar.


Auction über Bretter in Lübeck.
Am Mittwoch den 23. September, Vormittags präcise 11 Uhr, sollen am Dampfschiffshafen bei der Pallisadenpforte am Burgthore:

[Tabelle siehe im Abbild der Originalseite]

öffentlich meistbietend verkauft werden durch den beeidigten Makler Joh. N. Stolterfoht Gottl. Sohn.


Am Freitag den 25. Septbr., d. J., Morgens 9 Uhr, werde ich im Kruge zu Selmsdorf die folgenden Gegenstände, als:

1 eichener Koffer, 2 eichene Laden, 1 Wanduhr, 3 Schränke, 2 Tische, Stühle, 2 Bettstellen und sonstige Sachen; ferner: 2 Ziegen und 1 großes Schwein,
öffentlich meistbietend gegen gleich baare Bezahlung verkaufen.
Arbeitsmann Siggelkow in Selmsdorf.


Am Montage den 28. September, Morgens 9 Uhr, sollen folgende Sachen in der Schmiede zu Gr. Molzahn öffentlich an den Meistbietenden gegen baare Zahlung verkauft werden:

2 Schenkschränke, 1 großer Klapptisch, 1 Schlafkomode, 7 Bettstellen, Tische, Stühle, 1 Bank, Kessel, Grapen, sonstiges Küchengeschirr, mehrere kupf. Töpfe, 1 Kommode, 1 großer Schrank, 1 Kleiderschrank, altes und neues Schmiedeeisen, eine große Auswahl Schmiede=Geräthschaften, 1 Chatulle mit Aufsatz, Bücher und was sich sonst noch vorfindet.


Bekanntmachung.
Die Einzahlung der nicht unbedeutenden restirenden Beiträge zur Armensteuer an die resp. Armenvorsteher wird in den nächsten Tagen entgegengesehen, später aber müssen die Listen zur executiven Einforderung abgegeben werden.
Schönberg den 3. Septbr. 1863.
Die Armenbehörde.


Frischen gothländischen und Segeberger Kalk, sowie sehr billige eiserne Grapen empfiehlt Ch. Vock.
Für guten Leinsamen zahle ich pr. Pfund 2 Schilling (Mecklenburg).


Meine Dampf=Fabrik zum Braken und Schwingen des Flaches in Schönberg
liefert durch die Vorzüglichkeit der Maschinen, namentlich durch das in gleichmäßig erwärmten Oefen stattfindende Dörren des Flachses an Farbe, Weichheit und Stärke ein ausgezeichnetes Fabrikat.
Gegen Feuersgefahr wird das bei mir liegende Rohprodukt wie Fabrikat versichert.
Mit dem geschwungenen Flachs wird zugleich die Nachschwinge=Heede abgeliefert.
Preis per 100 Pfund gerötheten Flachs 30 Schilling (Mecklenburg) pr. Ct.
Von Mitte September dieses Jahrs an wird jeder Auftrag prompt und reell ausgeführt werden.
Bauhof Schönberg den 24. August 1863.
C. Drevs.


Zum Beitritt in den seit Jahren bestandenen und die günstigsten Resultate erzielenden Militair=Stellvertreterverein zu Grevesmühlen ladet ergebenst ein und ertheilt nähere Auskunft J. P. H. Spehr.
Schönberg im August 1863.


[ => Original lesen: 1863 Nr. 38 Seite 4]

General-Debit für Deutschland.
Baker-Guano (75 pCt. phosphorsaurer Kalk garantirt.) bei über 300 Ctr. 2 3/4 Taler (Mecklenburg), bei über 100 Ctr. 2 11/12 Taler (Mecklenburg), bei unter 100 Ctr. 3 Taler (Mecklenburg),
Baker-Guano-Superphosphat (grosse Medaille der Ausstellung in Hamburg) 18 bis 22 pCt. in Wasser lösliche Phosphatsäure enthaltend, bei 100 Ctr. 3 Taler (Mecklenburg), bei unter 100 Ctr. 3 1/4 Taler (Mecklenburg) per 100 Pfund Brutto, in Säcken, per comptant ab Hamburger Depot.
Hamburg, Neuer Wandrahm 1.
Emil Güssefeld.


Mühlenstein-Fabrik und Lager in Lübeck.
Den Herren Mühlenbesitzern und Mühlenbauern empfehlen wir unsere Fabrik und Lager von französischen Mühlensteinen in verschiedenem Durchmesser, rheinischen und sächsischen Mahl= und Schrotsteinen in allen Größen, englischen Graupensteinen, gußstählernen Mühlenbicken und Seidengaze. Auch übernehmen wir alle in dieses Fach schlagende Arbeiten unter Zusicherung prompter und reeller Bedienung bestens.
Auch machen wir gleichzeitig darauf aufmerksam, daß wir von Herrn Ch. Callies in Dassow das bisher geführte Mühlenstein=Lager mit übernommen und nach Lübeck verlegt. Wie ersuchen, das dem Herrn Callies geschenkte Vertrauen und Wohlwollen auch uns zu Theil werden zu lassen.
Carl Vesper & Co., in Lübeck, an der Trave 810, Ecke vom kleinen Bauhof.


Die Grundbesitzer und Einwohner der Umgegend von Schönberg, die selbst Zeug machen lassen, und es zu Römnitz walken lassen wollen, werden ersucht, dasselbe bei dem Herrn Färber Breul in Schönberg abzugeben, da dieser die Besorgung übernommen hat. Für gute Walkarbeit wird garantirt.
H. Vorbeck, Walkmüller.
Römnitz 1863.


Allerneueste große Geldverloosung deren Ziehung am 24. September a. c. beginnt.
Zur Entscheidung kommen:
Der größte Gewinn event. 200,000 Mark
1 à 100,000, 1 à 50,000, 1 à 30,000, 1 á 20,000, 1 à 15,000, 8 à 10,000, 2 à 8000, 2 à 6000, 4 à 5000, 8 à 4000, 31 à 3000, 50 à 2000, 6 à 15000, 6 à 12000, 106 à 1000, 106 à 500, 6 à 300, 106 à 2000 etc. etc.
Zu dieser höchst vortheilhaften und sehr interessanten Verloosung sind
Ganze Original=Loose à 2 Thlr.,
Halbe Original=Loose à 1 Thlr.,
Viertel Original=Loose à 1/2 Thlr.
gegen Einsendung des Betrages in Cassen=Anweisungen oder Briefmarken sowie unter Postnachnahme zu beziehen von
B. Silberberg, Banquier, Geldwechsel und Staats=Papier=Geschäft in Hamburg.


Imker=Verein am Sonntag d. 20. September, Nachmittags 2 Uhr.
Versammlung im Locale der Frau Wittwe Boye.


Tuch, Buckskin, Düffel und halbwollene Rocks- und Hosenstoffe, sowie alle anderen Manufacturwaaren, empfiehlt billigst
Carl Kreutzfeldt in Lübeck, Grosse Burgstrasse Nr. 723.


Am Dienstage d. 15. Sept. ist auf dem Wege durch Schönberg ein Portemonnaie mit 2 Thaler und einigen Schillingen baarem Gelde von einem Arbeiter volleren worden. Der ehrliche Finder wird dringend ersucht, das Verlorene beim Schlachtermeister Daniel Stockfisch gegen eine Belohnung abzugeben.


Von den von mir verspielten beiden gestickten Unterröcken fiel der erste auf Nr. 59., der zweite auf Nr. 163.
Karoline Buschow.


Mein Eber von guter bester Race belegt auch fremde Sauen.
Lüdersdorf.
Gastwirth Fahrenkrug.


Unterzeichneter ist gewilligt, am Montag und Dienstag den 21. und 22. September d. J. beim Gastwirth Murjahn in Ziethen von mir selbst verfertigte leinene Damast=Tischzeuge in fünf verschiedenen Mustern in folgenden Gewinnen verschießen zu lassen:
1) Ein Tischtuch von 3 Ellen und 2 Theeservietten zu 10 Taler (Mecklenburg) 24 Schilling (Mecklenburg), 2) 3 Theeservietten zu 9 rth., 3) Ein Tischtuch von 3 Ellen und 1 Theeserviette zu 7 rth. 24 Schilling (Mecklenburg), 4) 2 Theeserv. zu 6 rth., 5) 2 Theeserv. zu 6 rth., 6) 1 Theeserv. zu 3 rth., 7) 1 Theeserv. zu 3 rth., 8) 1 Theeserv. zu 3 rth., 9) 1 Theeserv. zu 3 rth., 10) 1 Theeserv. zu 3 rth.;
zusammen für 54 Taler (Mecklenburg).
Die ersten Gewinner haben die Auswahl, in verschiedenen Mustern zu wählen. - Auf ein Loos von 3 Schüssen fällt nur 1 Gewinn. - Das Loos kostet 16 Schilling (Mecklenburg).
Ziethen 1863.
P. Behrling, Webermeister.


Kirchliche Nachrichten.
Schönberger Gemeinde.
In der Woche vom 10. bis 17. September

Geboren: Den 11. dem Hauswirth Oldenburg in Wahlsdorf ein S. - D. 12. dem Bäckermeister Oldenburg in Schönberg eine T. - D. 14. Sept. eine unehel. T. vor Schönberg.

Gestorben: D. 15. Hans Heinrich Woisin, Schneidergeselle zu Kl. Siemz, 24 J. 10 M alt. Brustkrankheit. -D. 16. die Hauswirthin Creuzfeld, geb. Eckmann, zu Niendorf, in Folge des Wochenbettes. - D. 16. die Ehefrau des Rademachermeisters Runge zu Rabensdorf, 38 J. a., in Folge der Entbindung.

Sonntag den 20. September
Frühkirche: Pastor Fischer. - Vormittagskirche: Pastor Kämpffer. - Es wird das Erntedankfest gefeiert.


Getreide= und Markt=Preise in Lübeck am 16. September 1863.
Weitzen1Taler (Mecklenburg)16 - 21Schilling (Mecklenburg)
Roggen1Taler (Mecklenburg)2 - 4Schilling (Mecklenburg)
Gerste-Taler (Mecklenburg)36 - 42Schilling (Mecklenburg)
HaferTaler (Mecklenburg)32 - 36Schilling (Mecklenburg)
ErbsenTaler (Mecklenburg)50 - 52Schilling (Mecklenburg)
WickenTaler (Mecklenburg)40 - 44Schilling (Mecklenburg)
BuchweizenTaler (Mecklenburg)36 - 42Schilling (Mecklenburg)
Winter=RapssaatTaler (Mecklenburg)25 26Mark (Lübeck)
RübsenTaler (Mecklenburg)24 25Mark (Lübeck)
SchlagleinsaatTaler (Mecklenburg)20 - 21
Butter10Schilling (Mecklenburg)pr.Pfund
Kartoffeln pr. Faß6 - 8Schilling (Mecklenburg).


Redaction, Druck und Verlag von L. Bicker.


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