No. 5
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 30. Januar
1863
dreiunddreißigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1863 Nr. 5 Seite 1]

- Aus Polen sind ernste Nachrichten eingegangen. Die Rekrutirung hat, wie es scheint, Anlaß zum Ausbruch des längst erwarteten Aufstandes gegeben; an mehreren Stellen gleichzeitig sollen die Unruhen ausgebrochen sein. Bei Plock scheinen die Insurgenten vollständig concentrirt und den kaiserlichen Truppen Widerstand geleistet zu haben. Man zweifelt nicht an der Erfolglosigkeit dieser verzweifelten Versuche, da die russische Regierung seit langer Zeit darauf vorbereitet ist. Warschau ist ganz ruhig. Die Insurgenten werden in allen Gouvernements durch das Militär verfolgt. Die neuesten zuverlässigsten Nachrichten melden, daß der Aufstand in Warschau völlig niedergeschlagen ist und die baldige Unterdrückung der Insurrection auf dem Lande zuversichtlich erwartet wird. Aus dem Großherzogthum Posen sind die beruhigendsten Nachrichten eingegangen. Nirgends findet sich eine Spur von Verbindung mit den Insurgenten; selbst die preußische Grenze ist ruhig.
- Auch der Herzog von Coburg bedankt sich für den griechischen Thron, wie alle bisherigen Throncandidaten. Wer übrigens König von Griechenland wird, muß einen vollen Geldbeutel mitnehmen, denn viele Griechen wollen regieren, aber nur wenige können Steuern bezahlen; so ist der Staatsschatz leer und Schmalhans Küchenknecht. Auch mit dem englischen Heirathsgut der ionischen Inseln steht's mißlich. Die Herren Kaufleute dort sind zu gute Rechner, als daß sie mit dem Mutterland sich Hals über Kopf vereinigten. Der engl. Statthalter mit seinen Soldaten, Matrosen, Beamten etc. hat ihnen jährlich an 13 Mill. Franks eingetragene der Statthalter und seine Millionen fallen weg, wenn die Inseln an Griechenland fallen; das hat die rechnenden Herren kopfscheu gemacht.
- Die Franzosen in Mexiko dringen langsam aber sicher vor, wie die Wanzen. Sie haben jetzt das wichtige Puebla genommen und treten den Marsch nach der Hauptstadt Mexiko an.
- Die Union macht ein neues Anlehen 1100 Mill. Dollars in Schatzscheinen. Ihr Sieg bei Murfreesboro bestätigt sich. Präsident Lincoln will Negerregimenter bilden, um die Freiheit der Neger zu sichern. Wehe aber den Schwarzen, die in Feindeshand fallen!
- Mit seinem sechsten Jahre erhielt der kaiserliche Prinz von Frankreich am 20. Jan. einen Erzieher, und ist damit der Aufsicht seiner bisherigen Gouvernanten entwachsen. Ein Gouverneur wird dem Prinzen jedoch nicht gegeben, da der Kaiser seine Erziehung selbst leiten will; sicher befürchtet er, daß dem Kleinen sonst nicht die rechten Kniffe beigebracht werden.
- In Kassel hat General von Haynau ein Ende mit Schrecken genommen, er hat sich selbst entleibt, wie die gerichtliche Untersuchung herausstellte. Die Spitzkugel seines Terzerols ist im Schädel stecken geblieben, so daß am Kopf keine äußere Verletzung zu bemerken war.
- Die Wittwe eines jüngst im amerikanischen Kriege gefallenen Frankfurters erhielt auf dem amerikanischen Generalconsulat 225 Gulden ausgezahlt und bekam die gleiche Summe als lebenslängliche jährliche Pension zugesichert.
- Für die Bibliothek der Stadt und des Gymnasiums ist in Augsburg eine große Kiste mit Büchern und Landkarten aus Paris eingetroffen. Der Geber ist ein dankbarer Schüler, der sich seiner in Augsburg verlebten Jugendjahre noch gern erinnert, der Kaiser Napoleon.
- Der Papst will in dem neuen Jahre wichtige Reformen in dem Kirchenstaat einführen. Die Justiz soll von der Verwaltung getrennt werden, das öffentliche und mündliche Verfahren soll sowohl in Criminal= als auch in Civilsachen hergestellt und den Geistlichen das Heirathen erlaubt werden.
- Aus Travemünde wird der L. Z. geschrieben: Der Häring ist angekommen! das ist gegenwärtig das wichtige Wort, welches unser Städtchen, namentlich unsere Fischer und Arbeitsleute bewegt, obwohl die heftigen Nordwestwinde hierbei störend wirkten. Mit den Häringen ist ein seltener Gast angekommen, der sich sonst in unsern Gewässern wenig blicken läßt, nämlich ein s. g. Nordcap. Das Thier wurde halbtod an den Strand des mecklenburgischen Gutes Rosenbagen getrieben und von dessen Besitzer mit Hülfe von 4 Pferden ans Land geschafft.
- Bei einem Ehepaar in Berlin stand Zank und Streit an der Tagesordnung, denn der Mann war ein Trunkenbold. Als es neulich wieder Debatten gab, sagte der Mann, ich hänge mich auf! Er ging in die Kammer und blieb lange aus, die Frau sah endlich nach und fand den Mann an einem Handtuch hängen und schon ganz blau; sie schnitt ihn ab und traktirte ihn so lange mit Ohrfeigen, bis er wieder ins Leben kam. Er war vor Dankbarkeit ordentlich gerührt.
- Die ganz ungewöhnlichen Witterungsverhältnisse in diesem Winter beschäftigen viele denkende Köpfe. Ein Engländer erklärte die auffallend warme Witterung durch die in diesem Jahre stärkere Ausdehnung des Golfstroms. Dove in Berlin sagt, die Witterungsverhältnisse des laufenden Winters seien denen des Jahrs 1855 im Ganzen gleich, indem auch damals ein früher Winter im November und mildes Wetter um Weihnachten eingetreten sei. Die Ursache davon sei der Kampf des zurückfließenden oberen Passates und des aus Asien vordringenden kalten Luftstroms. Als nämlich in den letztem Tagen des November der östliche

[ => Original lesen: 1863 Nr. 5 Seite 2]

Luftstrom über Deutschland hinweg ging, trat hier empfindliche Kälte ein, während der über Spanien und England nach Rußland strömende Passat die Temperatur in diesen Gegenden erhöhte. Mitte December fiel der Passat über Deutschland herab und veranlaßte hier die zur Zeit eintretenden Regengüsse. Diese Erscheinungen erklären auch den großen Unterschied der Witterungsverhältnisse Europas im Vergleich mit Nordamerika.
- Der Herzog v. Aumale hat ein berühmtes Bild für 90,000 Fr. gekauft, was ein erfreulicher Beweis dafür ist, daß für die Söhne Louis Philipps auch nach der Beraubung durch Louis Napoleon noch etwas übrig geblieben ist.


Die sogenanten guten alten Zeiten.
(Schluß.)

Nein guter alter Sepp, so gut wie ihr euch einbildet, war es nicht in der guten alten Zeit, und so schlimm wie ihr meint, ist's nicht in der neuen. Die gute alte Zeit hat ausgedient und die neue hat's ihr abgewonnen. Wir sind nicht stehen geblieben auf der Stufe, die unsere Väter eingenommen, nein wir sind vorwärts geschritten zum bessern und sind auf dem Wege zum besten, und zwar nicht allein auf dem Wege der Wissenschaft, der Gelehrsamkeit, nein auch auf dem der praktischen Erfahrung und was unmittelbar in unser Leben eingreift und unser materielles Wohl und Weh ist. Und was die Menschen betrifft und die Menschlichkeit, die Nächstenliebe und die Nächstenhülfe, über deren Verfall der alte Marte so sehr jammert, so sind wir jetzt himmelweit besser dran, als in den guten alten Zeiten. Freilich wenn jetzt dem Marte Sepp sein Haus abbrennte, würden seine Nachbaren sich dafür bedanken, es wieder neu aufzubauen, nein die Nachbaren würden sagen, der Marte ist ein braver, tüchtiger und ein vorsichtiger Mann, der hat sein Haus versichert, und die Aachen=Münchener Feuerversicherungs=Gesellschaft oder der Phönix, die bauen ihm ein neues Haus und seinen ganzen Schaden ersetzen sie ihm bis auf den Kreuzer. Ist aber der Marte ein gewissenloser Mensch, so werden die Nachbaren sagen: und hat sein Hab' und Gut nicht versichert, nun so muß er's haben, und einem Menschen, der mit solcher Dummheit geschlagen ist, dem ist nicht zu helfen. Und die Nachbaren, die also sagen, die haben Recht, und es ist nicht schnöde Selbstsucht, die sie also sprechen macht, nein, es ist einfach Gerechtigkeit, denn die verrufene neue Zeit macht es jedem möglich, sich selbst zu helfen, und selber ist der Mann! Nämlich eins der vielen Kinder dieser von Marte bejammerten neuen Zeit ist auch das Vereinswesen. Dieses Vereinswesen aber ist das Einstehen Aller für Einen und Eines für Alle; trifft sich ein Unglücksfall, so sind es nicht allein deine Nachbaren, die dir beispringen, nein es sind tausende und aber tausende, die dir helfen ohne dich zu kennen. Denn es ist die Bestimmung des Vereinswesens, den materiellen Nachtheil, der dich in Folge von Unglücksfällen treffen kann, dadurch auszugleichen, daß eine möglichst große Zahl Nichtbetroffener dir den Nachtheil tragen hilft, d. h. ihn dir vergütet. Mit deinem Beitritt in dieses Vereinswesen und mit einem verhältnißmäßig sehr geringen jährlichen Beitrag kannst du dich vor den Folgen zahlreicher Unglücksfälle schützen. Der Ruf "Feuer" hat vieles von seinem früheren Schrecken verloren, die auf deine Felder hereinbrechenden Wasserfluthen, wenn sie dir nur das nackte Leben lassen, erfüllen dich nicht mehr mit dem frühern Entsetzen, der Hagel, der deine Saaten niederschlägt, schlägt nicht mehr dich selbst und deinen Muth zu Boden, die Seuche, die deinen Viehstand vernichtet, vernichtet nicht deine Hoffnung auf Glück und Wohlstand, denn als gewissenhafter Hausvater hast du dich in den Tagen des Verdienstes mit einem kleinen Theile deines Ueberflusses in die Feuer=, Wasser=, Hagel= und Viehversicherung eingekauft und dich damit vor den Folgen der Unglücksfälle gesichert, die in der guten alten Zeit dich zu Grunde gerichtet haben würden.
Ja selbst der Tod hat durch das Versicherungswesen seine Schrecken verloren, denn man kann auch sein Leben versichern. Freilich nicht so wie vielleicht mancher denkt und wünscht, daß man sich mit ein paar Thaler jährlich die Unsterblichkeit erkaufen könnte, nein sterben müssen wir alle. In den guten alten Zeiten, wenn der unbemittelte Mann, der Bürger, der Handwerker, der Tagelöhner noch so fleißig und sparsam lebte, so konnte es ihm nach einem Leben voll Gesundheit und Kraft kaum gelingen, ein hundert Thaler zu hinterlassen. Wenn aber Krankheit das Ersparte aufgezehrt, wenn der unerbittliche Tod den Vater unerwartet abruft, da ist wohl mancher Ehrenmann in Verzweiflung gestorben, da sein letzter Schmerzensblick auf Weib und Kind fiel, die jammernd sein Todtenbett umstanden, denn mit ihm starb ihr Ernährer und was er ihnen hinterlassen konnte, das war Hunger und Elend. Jetzt aber kann sich ein fleißiger Familienvater diesen Verzweiflungsschmerz auf dem Todbette ersparen, denn mit einem kleinen jährlichen Beitrag in eine Lebensversicherungsgesellschaft kann er, der Tod mag ihn abrufen wann er will, seiner Familie ein Kapital sichern, das er niemals zu ersparen im Stande gewesen wäre. Ja die Lebensversicherungen sind eine der größten Wohlthaten unserer Zeit. In England sind sie seit 1560 eingeführt, und der Engländer vom reichen Lord bis zum Fabrikarbeiter herunter meint, er habe sein Leben nicht, wenn er es nicht irgendwo versichert. Bis zu uns herüber haben sie jetzt ihre lebensversichernde Sorgfalt erstreckt. Bei uns in Deutschland hat die Sache viel später angefangen und geht nicht so rasch voran wie in England, gut Ding will Weile haben, aber doch geht es, und seitdem die erste deutsche Lebensversicherung in Gotha gegründet worden ist, haben mehre andre Gesellschaften sich aufgethan und bereits so viel Boden gewonnen, daß zu hoffen steht, die Zeit sei nicht fern, wo auch in Deutschland jeder sein Leben versichern kann und somit eine heilige Pflicht gegen seine Familie erfüllt.
so viel über die eine Wohlthat der verrufenen neuen Zeit, das Vereinswesen. Demselben verdanken wir außerdem noch: die Kranken=Unterstützungs=Vereine, die Irren= und Siechenhäuser, u. s. w. Ueberall sorgt das Vereinswesen für die Unglücklichen. Ueberall zeigt unsere verrufene neue Zeit ein Fortschreiten der reinen Menschlichkeit im Sinne der reinen Lehre des Christenthums. Wenn jetzt aber einer kommt und jammert über die Zeiten und sagt: "Ja, zu meiner Zeit", dann sage dem Mann, er sei ein - -.


Vorladung.

Antragsmäßig soll über die Halbhüfnerstelle c. p. des Halbhüfners Heinrich Mustin in Schlagsdorf ein Hypothekenbuch niedergelegt werden, und werden daher alle Diejenigen, welche Realrechte an diesem Grundstücke zu haben vermeinen und deren Eintragung in das anzulegende Hypothekenbuch verlangen, zu deren Anmeldung auf Freitag den 27. März d. J., Morgens 11 Uhr, peremtorisch und unter dem Nachtheil hiermit aufgefordert, daß alle nicht angemeldeten und von der Anmeldungspflicht nicht ausgenommenen Realrechte an dem proclamirten Grundstücke sowohl gegen den jetzigen als zukünftigen Besitzer desselben erloschen sein sollen.
Ausgenommen von der Anmeldungspflicht sind jedoch diejenigen Gläubiger, welche ihre Forderungen auf einem, mit dem Siegel des Gerichts versehenen, vor dem Liquidationstermin ihnen vorzulegenden und von ihnen zu unterzeichnenden Postenzettel richtig und vollständig aufgeführt gefunden haben.
Schönberg, den 8. Januar 1863.
Großherzogl. Justizamt der Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
C. L. v. Oertzen.
(L.S.) Reinhardt.


[ => Original lesen: 1863 Nr. 5 Seite 3]

Verkaufsanzeigen.


Bekanntmachung.
Wenn der Hufner Johann Heinrich Franz Rehbein in Grönau gewilligt ist, seine zu Grönau belegene Vollhüfnerstelle quoad Allodium mit den darauf stehenden Gebäuden, jedoch ohne Inventar gerichtlich und meistbietend verkaufen zu lassen, so wird dazu einziger Termin auf Donnerstag den 19. Februar d. J., Morgens 10 Uhr, angesetzt. Dem Gewese, mit welchem bisher der Bauervogtsdienst und die Krugnahrung erblich verbunden sind, sind nach Inhalt des Vermeßregisters an Ländereien 160 Morgen 109 1/3 []Ruthen incl. der Dienstländereien zugelegt.
Die Gebäude bestehen aus einem neuen massiven Wohnhause, desgl. neuer massiver Scheune, einem Altentheils= und Wohnkathen von Fachwerk, für Einwohner. Die Bedingungen werden im Termine vorgelesen und können 14 Tage vor dem Termine bei dem Besitzer, sowie bei den Amtsvögten in Ratzeburg und Mölln eingesehen werden. Wegen Besichtigung des Gehöfts haben Kaufliebhaber sich an den Besitzer Hufner Rehbein zu wenden.
Ratzeburg den 9. Januar 1863.
Königliches Amt.
(L. S.) J. D. v. Cossel. v. Levetzow.


Holzverkauf.
Am Donnerstag den 5. Februar sollen unter den bekannten Bedingungen in den Hohenmeiler Tannen

80 Faden tannen Kluft= und Knüppelholz
gegen baare Zahlung meistbietend verkauft werden und wollen sich Kaufliebhaber Morgens 9 1/2 Uhr beim Forstgehöft Hohemeile einfinden.
Schönberg den 29. Januar 1863.
Danckwarth.


Vermischte Anzeigen.

Vom 3. Februar c. an werden die Großherzoglichen Landbeschäler
Oberhauptmann, schwbr. Hengst v. Hettmann a. e. Mecklenb. Stute.
Artus, Sch. Hgst. v. Quinze M. v. Zany.
Morock, br. Hgst. v. Quinze a. d. Wagn (engl. Halbblut Stute).
auf der Station Schönberg zur Benutzung des pferdezüchtenden Publicums aufgestellt sein.
Neustrelitz, d. 12. Januar 1863.
Großherzogliches Marstall=Amt.
v. Bernstorff.


Wir zeigen unsern Acker besitzenden Mitbürgern hiermit an, daß die sogenannte Wasserkuhle vor dem Sabowerthore an den Hrn. Zimmermeister Westphahl für 190 Th. pr. Ct. verkauft und der desfallsige Contract darüber die hohe Bestätigung gefunden hat. Von der sofort ausbezahlten ganzen Kaufsumme sind 100 Th. zinsbar belegt und der Rest zur Tilgung der laufenden Rechnungen benutzt worden.
Schönberg den 27. Januar 1863.
Die städtische Wege=Commission.


Kaufleute und Krüger, die ihren Bedarf an Branntwein (in eigenen Gefäßen gegen gleich baare Zahlung) von Stove holen, erhalten denselben, vom 1. Februar an bis auf Weiteres, die Kanne für 5 Schillinge, und doppelten Kümmel für 10 Schilinge die Kanne.
Stove, 29. Januar 1863.
Kaiser.


Club im Hause des Herrn Aug. Spehr, am Mittwoch den 7. Januar 1863.


Versammlung des Imker=Vereins am Sonntag den 1. Februar 1863, Nachmittags 1 Uhr, im Hause der Frau Wittwe Boye in Schönberg.
Cantor D. Hempel.


Kunst-Seidenfärberei und Druckerei.
Bänder, Tücher, Shwal's und Kleiderstoffe aller Art werden auf's Schönste gefärbt und appretirt bei Brunnenberg & Sohn.
Ratzeburg.


Personen, welche geneigt sind, gegen angemessenes Honorar Waaren für mich in Empfang zu nehmen und zu befördern, bitte ich, mir ihre Adresse franco einzusenden, um nähere Rücksprache mit ihnen zu nehmen.
Brunnenberg & Sohn.
Ratzeburg.


Den über meine Koppel, der Twiekenkamp genannt, angelegte Schleichsteig verbiete ich hiermit, und werde die dennoch unbefugt darauf betroffenen dem Gerichte zur Bestrafung anzeigen.
Schlagsdorf 1863.
Bäcker Boye Wittwe.


300,000 Gulden Hauptgewinn der vom Staate garantirten neuen Prämien=Verloosung.
Ziehung am 1. Februar l. J.
Dieses von allen bestehenden Geldverloosungen mit den größten Treffern ausgestattete Unternehmen, bietet den Theilnehmern die äußerst günstige Aussicht dar, mit nur einer sehr geringen Einlage bedeutende Capitalien zu gewinnen.
Hauptgewinne: 114mal fl. 300,000, 114mal fl. 50,000, 114mal fl. 25,000, 228mal fl. 10,000, 1710mal fl. 5000, 3420mal fl. 1000. etc. etc. bis fl. 600 niedrigster Gewinn, den jedes Obligationsloos mindestens erhalten muß.
Ein Antheil=Schein für obige Ziehung gültig kostet Pr. Ct. Taler (Mecklenburg) 1. -
Sieben Antheil=Scheine für obige Ziehung gültig kosten Pr. Ct. Taler (Mecklenburg) 6. -
Gefällige Aufträge werden gegen Baarsendung oder Postnachnahme prompt und verschwiegen ausgeführt, und erfolgen die Gewinnlisten nach der Ziehung franko. Umfassende Verloosungs=Pläne werden auf frankirte Anfragen gratis übersandt.
Carl Hensler in Frankfurt a. M.
Staats=Effecten=Handlung.


Die gewinnreichste Speculation ist die Betheiligung bei der am 18. kommenden Monats beginnenden Staats-Gewinne-Verloosung in welcher nur Gewinne gezogen werden im gesammtbetrag von 2 Millionen 400,000 Mark, vertheilt auf 19700 Gewinne und zwar unter der Garantie der Hamburger Regierung.
Ganze Originalloose zu dieser ersten Ziehung kosten 2 Thlr., halbe 1 Thlr., 2 Viertel 1 Thlr. und ein Viertel nur 15 Sgr.
Dieselben sind durch Unterzeichnete direct gegen bar oder Postvorschuß zu beziehen.
Unter den 19700 Gewinnen befinden sich Haupttreffer von Mark 200,000, 100,000, 50,000, 30,000, 20,000, 15,000, 8mal 10,000, 2mal 8000, 2mal 6000, 4mal 5000, 8mal 4000, 18mal 3000, 50mal 2000, 6mal 1500, 6mal 1200, 106mal 1000, 106mal 500 etc.
Die Gewinne werden in baar durch unterzeichnetes Bankhaus, welches mit dem Verkauf der Loose beauftragt ist, in allen Städten Deutschlands ausbezahlt, welches überhaupt Ziehungslisten und Pläne gratis versendet. Man beliebe sich daher direct zu wenden an das
Central=Haupt=Depot bei Stirn & Greim Banquiers in Frankfurt a./M.
P.S. Um endlich alle Bedenken zu beseitigen, werden die Einlagegelder denjenigen, welchen das Unternehmen nicht entsprechen sollte, bei Retournirung der Loose bis 2 Tage vor Ziehungsbeginn sofort zurückvergütet, d. h. wenn solche direct von obigem Haupt=Depot bezogen wurden.


[ => Original lesen: 1863 Nr. 5 Seite 4]

Logo Viehversicherungs-Verein
Uebersicht der Einnahme und Ausgabe beim Viehversicherungs-Verein im Fürstenthum Ratzeburg.

[Tabelle siehe im Abbild der Originalseite]

Wir bemerken schließlich noch, daß statutenmäßig und auch zur Vermeidung unnöthiger Druckkosten jedem Versicherten sowohl, als auch jedem für unseren Verein sich interessirenden Viehbesitzer zu jeder Zeit die Einsicht der Rechnungen, Lagerbücher u. s. w. beim Sekretair des Vereins, Wilh. Heincke hieselbst, gestattet ist.
Schönberg, den 28. Januar 1863.

Direction der Vieh=Versicherungs=Vereins im Fürstenthum Ratzeburg.
Ackerbürger J. Burmeister in Schönberg. Pferdehändler Lorenz Vock in Schönberg.
Hauswirth Hr. Lenschow in Grieben. Viceschulze J. Kröger in Lockwisch.
Hauswirth H. Hecht in Schlag=Resdorf. Hauswirth Krüger Freitag in Gr. Rünz.
Hauswirth Hr. Lühr in Kl. Mist.


Kirchliche Nachrichten.
Schönberger Gemeinde.
In der Woche vom 23. bis 29. Jan.

Geboren: D. 22. dem Arbtsm. Stricker in Torriesdorf ein S. - D. 24. dem Arbm. Sterly in Retelsdorf ein S. -D. 26. eine unehel. Tochter in Schönberg.

Gestorben: D. 26. Dietrich P. Greiff, Tischlerältermann vor Schönberg, 59 J. 7 M. a. - D. 27. J. H. C. A. Wienk, Zimmergesellensohn vor Schönberg, 11 M. a. - D. 28. Hans Joach. Ch. Brüggmann, Wittwer u. Weberältermann hieselbst; 85 J. alt. - Luise S. E. Tretow, Zieglerstochter zu Lockwisch, 8 M. alt.

Copulirt: D. 23. Joach. Friedr. Wilh. Flügge, Arbm. hies., und Katharina Maria Krohn in Zarnewenz.

Anzeige.
Am Sonntag d. 1. Febr. keine Nachmittagspredigt.


Getreide= und Markt=Preise in Lübeck
Weitzen1Taler (Mecklenburg)20 - 24Schilling (Mecklenburg)
Roggen1Taler (Mecklenburg)2 - 7Schilling (Mecklenburg)
Gerste-Taler (Mecklenburg)36 - 42Schilling (Mecklenburg)
Hafer-Taler (Mecklenburg)28 - 32Schilling (Mecklenburg)
Erbsen1Taler (Mecklenburg)2 - 4Schilling (Mecklenburg)
Wicken1Taler (Mecklenburg)2 - 10Schilling (Mecklenburg)
Buchweizen-Taler (Mecklenburg)36 - 40Schilling (Mecklenburg)
Winter=Rapssaat-Taler (Mecklenburg)29 30Mark (Lübeck)
Rübsen-Taler (Mecklenburg)28 29Mark (Lübeck)
Schlagleinsaat-Taler (Mecklenburg)20 - 21
Butter11Schilling (Mecklenburg)pr.Pfund
Kartoffeln pr. Faß4 - 5Schilling (Mecklenburg).


Redaction, Druck und Verlag von L. Bicker.


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