No. 28
Die Anzeigen erscheinen wöchentlich zweimal.
Dienstags und Freitags

Schönberg, den 10. Juli
1857
siebenundzwanzigster Jahrgang
Preis vierteljährlich 20 Schilling (Mecklenburg) jährlich 1Mark (Lübeck) 32Schilling (Mecklenburg).
Jahrgang
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[ => Original lesen: 1857 Nr. 28 Seite 1]- Der Aufstand in Ostindien ist ein militairischer. Die Regimenter, in denen er ausbrach, bestehen aus eingebornen Soldaten, im Dienste der ostindischen Compagnie, und welche von englischen Officieren commandirt werden. Daher hat diese Revolution viele Familien in England in Angst und Schrecken gesetzt. Die englische Regierung hat die energischten Maaßregeln zur Unterdrückung der Revolution getroffen. Es sind alle irgend verfügbaren Truppen aus England, Selbst die auf dem Wege nach China befindlichen nach Indien beordert. Der Aufstand ist dadurch in Mirut entstanden, daß sich von 901 Soldaten 85 weigerten, mit den neu eingeführten Patrioten zu feuern, weil sie glaubten, es sei etwas darin enthalten, was gegen ihre religiösen Grundsätze sei. Diese 85 Mann wurden vor ein Kriegsgericht gestellt, zu 5-10jährigem Gefängniß verurtheilt und bei einer Parade Angesichts der übrigen Truppen in Fesseln geschlagen und ins Gefängniß abgeführt. Wenige Stunden darauf machte sich der geheime Groll ihrer indischen Kameraden Luft, man erstürmte die Gefängnisse, befreite die Gefangenen und schoß die Officiere, welche die Ruhe wiederherstellen wollten, ohne Erbarmen nieder.
- In Afrika, wo die Franzosen wieder einen Feldzug gegen die Kabylen begonnen, sind die ersteren überall Sieger in den Gefechten. Marschall Randon telegraphirte kürzlich nach Frankreich: Wir sind die Herren des Landes. Man hat Hoffnung, daß der Friede bald wieder hergestellt werde.
- Die Darmstädter boten Alles auf, um den russischen Majestäten ihren Aufenthalt zu verschönern. Die ganze Stadt prangte bei deren Ankunft im Festschmuck. Die Kaiserin, welche 6 Jahre ihre Vaterstadt nicht gesehen hat, soll hocherfreut gewesen sein. Der Kaiser reist unter dem Namen eines Grafen Borodinsky. Am 2. Juli sind dieselben in Wildbad eingetroffen, wo auch die Kaiserin=Wittwe von Rußland sich aufhält, und am 7. in Kissingen. Während der Abwesenheit des Kaisers aus Petersburg führt der Großfürst Constantin die Regierung. Ueberhaupt sind gegenwärtig die meisten vornehmen und reichen Russen in Deutschland anwesend.
- In Paris hat die Politik jetzt, nachdem der Kaiser ins Bad gereist, Hundstagsferien. Alle Diplomaten eilen davon, um von des Jahres Lasten auszuruhen. Die vornehmen Franzosen sind schon längst über alle Berge und die aristokratischen Straßen noch viel stiller als gewöhnlich; die geschlossenen Jalousieen an den meisten Hotels verrathen die Abwesenheit ihrer Bewohner. - Napoleon soll den Gedanken, sich vom Papst in Paris krönen zu lassen, nun ganz aufgegeben haben, da sich so viele Schwierigkeiten entgegenstellen, indem der Papst, als Stellvertreter Christi und als unabhängiger Souverain, nur von seinem ganzen Hofstaate und dem heiligem Collegium begleitet, zu einer Krönungsfeier, welche in der französischen Hauptstadt vorgenommen werden sollte, erscheinen kann. Wenn einerseits der Stand der römischen Finanzen die damit verbundenen Auslagen nicht zuläßt, verwehrt es andererseits die Würde des heiligen Stuhles, daß ein fremder Staat jene Kosten bestreite. Die früheren Kaiser haben sich wohl, gerade um diese Schwierigkeiten zu heben, jedesmal nach Rom begeben, um sich dort vom Papste selbst krönen zu lassen. Damit stand jedoch in Verbindung die Anerkennung der päpstlichen Herrschaft über die weltlichen Fürsten. Da also heute weder der Papst nach Frankreich kommen kann, um die Salbung Louis Napoleons zu vollziehen, noch der Kaiser der Franzosen zufolge der herrschenden Ideen unserer Tage füglich nach Rom sich begeben dürfte, um dort gekrönt zu werden, jede andere Art der Krönung ihre Wirkung und ihren Zweck verfehlen würde, blieb keine andere Wahl übrig, als dem Krönungsprojecte definitiv zu entsagen. - Der Kaiser und die Kaiserin werden in Kurzem der Königin von England einen Besuch abstatten.
- Die Policeidirection in Paris hat es für nothwendig gehalten, den Kaiser während dessen Aufenthalts in Plombieres noch viel sorgfältiger bewachen zu lassen, als es in der Regel der Fall ist. Die Vorsichtsmaßregeln finden ihre Rechtfertigung in dem italienischen Complott, welches vor Kurzem entdeckt wurde und von ungewöhnlicher Wichtigkeit zu sein scheint. Die Verhafteten sind bekanntlich Römer und waren von London herüber gekommen. Es ist das eine ganz abgeschlossene Bande, die aus etwa 50 Personen besteht. Mit Unrecht wird behauptet, sie ständen in Verbindung mit den revolutionairen Ausschüssen in London; die Wahrheit ist, daß Mazzim selber diese Leute fürchtet, in deren Augen er ein Reactionair ist. Diese in London hausende Bande, welche von Zeit zu Zeit einen oder einige der Ihrigen zur Ausfüllung einer Frevelthat ausschickt, sind Flüchtlinge und gehören einem italienischen Geheimbunde an, wahre Banditen, und überdem von der fixen Idee beherrscht, Rache zu üben an Louis Napoleon wegen der Expedition nach Rom. Ihr Haß gegen den Kaiser ist noch vermehrt worden durch die Hinrichtung des Pianori, der ebenfalls einer der Ihrigen war Die Zahl dieser vor Kurzem in Paris verhafteten Römer belief sich auf neun.
- Auf mehreren Punkten Italiens, in Piemont, Toskana und Neapel, haben in den Tagen am 29 und 30. Juni Aufstandsversuche durch Trupps ausländischer Flüchtlinge stattgefunden, die aber alle durch die Wachsamkeit der Regierungen unterdrückt wurden. In Livorno ging es sehr ernsthaft her während 36 Stunden. Die Aufständischen, etwa 200 an Zahl, hatten es auf die Hauptwache der

[ => Original lesen: 1857 Nr. 28 Seite 2]

Stadt abgesehen, mußten aber nach hartnäckigem Kampfe von ihrer Tollheit abstehen, wobei der größte Theil gefangen wurde. In Genua wurde ein ähnlicher Putsch beabsichtigt, aber auch hier durch das Militair verhindert.
- Nach der N. P. Z. lautet die dänische Antwort auf die letzten preuß. und östreichischen Noten folgendermaßen: Zuvörderst gereicht die preußische Aufforderung an das dänische Cabinet, sich über seinen Standpunkt, den Herzogthümern gegenüber des Weiteren auszusprechen, zu nicht geringem Befremden des letzteren, indem dieser Standpunkt ja bereits in der Denkschrift vom 23. Febr. d. J. klar genug bezeichnet sei. Auch die Stände zusammen zu berufen, dazu vermöchte das dänische Cabinet keine Verpflichtung zu erkennen, indessen habe es hierin nachgegeben, um Zeugniß von dem Bestreben nach gütlicher Beilegung abzulegen. Ueber die Vorlagen, welche den Ständen Holsteins vorgelegt werden sollten, vermöchte das dänische Cabinet jetzt noch nicht sich auszusprechen, nur so viel könne es sagen, daß die Stände sich ungehindert werden aussprechen können über Alles, was innerhalb der Competenz ihrer Entscheidung liegt, daß es ihnen auch unbenommen sein soll, sich über das Gesammtstaatsverhältniß auszusprechen, so weit dies nämlich in Verbindung steht mit ihren ständischen Rechten. Was endlich Lauenburg anbetrifft, so sei allerdings das thatsächliche Verhältniß ein anderes, indessen sei auch hier das dänische Cabinet gern bereit, diesem dieselben Rechte einzuräumen wie Holstein.
- Im Jahre 1862 wird das tausendjährige Bestehendes russischen Reiches gefeiert werden. Der Kaiser wünscht, daß dieses Ereigniß durch ein Volksdenkmal in Nowgorod, wo der erste russische Fürst, Rurik, regiert hat, verewigt werde. Zu diesem Zwecke soll eine allgemeine Subscription auf freiwillige Geldbeiträge im ganzen Reiche eröffnet werden.
- In diesem Jahr ist die Krim, das gelobte Land der Russen, mit Gästen, besonders mit Engländern und Amerikanern, überfüllt. Die Gerüchte von dem Wiederaufbau Sebastopols, welche sich allgemein verbreitet hatten, veranlaßte eine bedeutende Anzahl Bauhandwerker dorthin zu gehen, in der Hoffnung einen lohnenden Verdienst daselbst zu finden; da bislang von der Regierung keine Bestimmung darüber getroffen ist, so mußten die Arbeiter, in ihren Erwartungen getäuscht, aus Mangel an Beschäftigung zurückkehren. Schaarenweise durchzogen diese armen Leute die Straßen Sympheropels und baten um Unterstützung zur Rückreise in die Heimath.
- In China ist eine Hungersnoth ausgebrochen und das Elend soll groß sein. Die Kaiserlichen haben mit den Rebellen einen Waffenstillstand abgeschlossen. Alles flüchtet sich nach Canton, weil dort noch Vorrath von Lebensmitteln zu finden ist, die man um schweres Geld den Engländern abkauft. Die Chinesen wollen bei den Engländern eine Geldanleihe machen; sie versprechen 3 Procent Zinsen monatlich und geben als Unterpfand die Zolleinkünfte von fünf der ersten Häfen des Reichs. Es hat den Anschein, als gehe das große chinesische Reich seiner letzten Stunde entgegen. Im Norden drängen die Russen, im Süden die Engländer und im Innern wüthet der Bürgerkrieg. Die ältesten Leute wissen sich einer ähnlichen Hungersnoth von solchem Umfange nicht zu erinnern. Die chinesische Regierung hatte früher die Pflicht, Reismagazine anzulegen und gefüllt zu erhalten, um in Zeiten der Noth aushelfen zu können; aber der erschöpfte Staatsschatz hat es gegenwärtig unmöglich gemacht, diese Maaßregel zur Ausführung zu bringen. Reistheurung in China ist ungleich schlimmer, als eine große Kartoffeltheuerung bei uns.
- Der Komet ist im Morgenlande sichtbar. Die Leute in Konstantinopel betrachten ihn jeden Abend und fürchten seine Zuchtruthe.
- Ein Kaufmann in Kiel hat auf seinem Speicher eine holländische Windmühle mit sechs Flügeln aufgestellt, welche statt Korn zu mahlen, Maschinen treiben soll, welche zum Bearbeiten und Reinigen des Korns benutzt und bei Windstille vermittelst einer bereits vorhandenen Dampfmaschine betrieben wird.
- Die europäische Modenzeitung veröffentlicht eine Liste von mehr als hundert Schuldnern, welche ihre Schneider=Rechnungen zu bezahlen haben. Darunter figuriren alle Stände, angehende Diplomaten, ein Missionair, Studenten, Officiere u. s. w.
- Die Berliner Schuhmacher, welche im vorigen Jahre in Gemeinschaft beschlossen, den Preis ihrer Fabrikate um ein Drittheil zu erhöhen, machen jetzt bekannt, daß sie in Folge der abermals enorm gestiegenen Lederpreise sich genöthigt sehen, eine abermalige Steigerung von ein Sechstheil, im Ganzen also die Hälfte der früheren Preise, eintreten zu lassen.
- Aus Eutin wird berichtet, daß das Winterkorn zu guter Erwartung berechtigt; von der Dürre hat auch hier am meisten gelitten das Sommerkorn, namentlich die Gerste. Durch den dürftigen Graswuchs und geringen Heuertrag wird mancher Landwirth genöthigt sein, eine Verminderung seines Viehstandes eintreten zu lassen. Zum Gedeihen der Kartoffeln kam der Regen noch eben zeitig genug, wenn die Krankheit ausbleibt.
- Am 29. Juni entlud sich über Boitzenburg und Umgegend ein Gewitter, verbunden mit Sturm und Hagel, das großen Schaden anrichtete. Ein großer Theil der Feldfrüchte ist verhagelt, zahlreiche Bäume entwurzelt. Das Getöse des heranbrausenden Sturmes, vermischt mit dem Hagelschlag, war förmlich betäubend. Am entsetzlichsten ist der an der Elbe liegende hannoversche Ort Barförde mitgenommen, wo auf 8 Hofstellen die Gebäude vom Sturm theils ganz niedergerissen, theils so beschädigt sind, daß sie von Grund auf neu erbaut werden müssen. Leider sind dabei auch zwei Menschen durch die einstürzenden Balken zu Tode gekommen. Der Schaden an den Gebäuden beläuft sich auf 15,000 Th. und sind die Betroffenen schlimmer daran, als wenn ihre Gebäude durch Feuer aufgegangen wären, wo ihnen dann die Assecuranzgelder zugefallen wären.
- Die Noth der Landwirthe um Arbeiter in einzelnen Theilen Sachsens ist bereits so groß geworden, daß ein Gutsbesitzer aus dem Voigtlande in Dresden darum gebeten haben soll: man möge ihm eine Anzahl Sträflinge mit einem tüchtigen Aufseher für seine Arbeit überlassen, da es ihm unmöglich sei, eingeborne Arbeiter für seine Wirthschaft zu bekommen. Agenten der Fabrikanten durchziehen das Land und suchen Arbeiter für jene gegen 40 Schilling Tagelohn und einige Thaler Handgeld anzuwerben. Die Zeitungen bringen häufig Berichte über massenhafte Arbeitseinstellungen aus allen Klassen des Gewerbes. Von mecklenburger Handwerkern hört man stets nur die Klage, daß es ihnen an Arbeitern fehle.
(Pachtpreis mecklenburgischer Landgüter.) Der im Januar d. J. für 6320 Thaler verpachtete, im großh. Domanialamte Sternberg belegene Hof Witzin ist, nachdem derselbe von dem Pächter zurückgegeben, in dem am 19. Juni abgehaltenen neuen Verpachtungstermin zu 5250 Thlr. verpachtet worden. Das Feld umfaßt ein Areal von 245,590 []Ruthen, die Wiesen geben circa 73 Fuder Heu. Die bisherige Pacht von 1843 bis 1857 betrug 3473 Th.
- Bei einem Streite, den ein Engländer mit einem Nordamerikaner über die Vorzüge ihrer Länder führte, bemerkte der Engländer, daß das britische Reich so groß sei, daß die Sonne darin gar nicht untergehe. Das ist richtig, erwiderte trocken der Amerikaner, aber eben so wahr ist es, daß in diesem großen Reiche der Steuereinnehmer nie zu Bette kommt.
- Auf sämmtlichen norddeutschen Getreidemärkten war der Handel in Folge des eingetretenen Regenwetters flau und Preise weichend, in Hamburg Weizen und Roggen mehrere Thaler niedriger. Oelsaaten wurden in Stettin mit 106 Th. pr. Wispel bezahlt, in Berlin für Raps 105 Th., Rübsen für 100 Th. Aus Mecklenburg wird geklagt, daß die Körner der Rübsen nur klein und winzig und in den Schoten häufig Maden sind.

[ => Original lesen: 1857 Nr. 28 Seite 3]

Schönberg, 9. Juli. Das am 6. über das hiesige Fürstenthum gezogene heftige Gewitter hat durch den damit verbundenen Hagelschlag zum Theil erheblichen Schaden an den Feldfrüchten gethan. Namentlich wurden die Pachthöfe Mechow, Schlagsdorf, Molzahn, Stove, so wie die Dorfschaften Mechow, Schlagsdorf, Schlagbrügge, Schlagresdorf, Rieps, Kronskamp, Neschow, Raddingsdorf, Boitinresdorf, Bechelsdorf, Törpt und Gr. Siemz betroffen.
Gestern in den Morgenstunden wüthete auch in Schlagsdorf eine Feuersbrunst, welche die Gehöfte der Hauswirthe Ollmann und Dehn in Asche legte. Leider kamen dabei zwei Kinder des Ollmann von 11 und 5 Jahren in den Flammen um. Demselben verbrannten ferner 6 Pferde, 2 Kühe und 10 Schaafe, und beiden die sämmtlichen Schweine.


Verpachtung.

        Zur öffentlich meistbietenden Verpachtung der Meierei Selmsdorf, welche Johannis 1858 aus der Pacht fällt, ist vor dem unterzeichneten Großherzoglichen Domainen=Amte Termin auf Sonnabend

den 25. Juli d. J., Morgens 11 Uhr,

anberahmt worden, wozu Pachtliebhaber eingeladen werden.
    Dem Hohen Kammer= und Forst=Collegio bleibt die Wahl unter den 3 annehmlich Meistbietenden vorbehalten und haben dieselben, falls sie nicht schon Kammerpächter sind, sofort eine Conventional=Pön von 1000 Th. Ct. zu bestellen und sich über ihre bisherige Führung und öconomische Tüchtigkeit, sowie über das zur Annahme des Pachtstücks erforderliche Vermögen auszuweisen.
  Die Contracts=Bedingungen können in der hiesigen Amts=Registratur eingesehen und das Pachtstück, nach zuvoriger Meldung auf dem Hofe, in Augenschein genommen werden.
  Schönberg, den 30. Juni 1857.

                                                    Großherzogl. Mecklenb. Domainen=Amt
                                                    F. Graf Eyben.


Vorladungen.

        Der Hauswirth Jochen Heinrich Lühr zu Wahrsow hat die Niederlegung eines Hypothekenbuches über seine daselbst belegene Vollhüfner=Stelle mit Zubehör beantragt. - Es werden daher alle Diejenigen, welche Realrechte an dieses Grundstück zu haben vermeinen, und deren Eintragung in das anzulegende Hypothekenbuch verlangen, zu deren Anmeldung hiermit peremtorisch, und unter dem Nachtheil, daß ein nicht angemeldetes, und von der Anmeldungspflicht nicht ausgenommenes Realrecht an der Lühr'schen Stelle, sowohl gegen den jetzigen, als künftigen Besitzer derselben, erloschen sein soll, zum

Mittwoch, den 15. Julius d. J.

Morgens 10 Uhr, vor hiesige Hypotheken=Behörde geladen.
    Schönberg, den 30. April 1857.

                          Großherzogliche Hypothekenbehörde des Fürstenthums Ratzeburg.
                          C. L. v. Oertzen.
                     (L. S.)                                          Reinhardt.


        Auf Antrag des Hauswirths Peter Heinrich Schleuß zu Lockwisch werden hiermit alle Diejenigen, welche Realrechte an seine zu Lockwisch belegene Vollhufnerstelle c. p. zu haben vermeinen, und deren Eintragung in das über dieses Grundstück niederzulegende Hypothekenbuch verlangen, zu deren Anmeldung, soweit sie davon gesetzlich nicht ausgenommen sind, in dem deshalb auf

Sonnabend den 18. Juli d. J.
Morgens 11 Uhr,

anberaumten Termine peremtorisch, und unter dem Nachtheil: daß ein nicht angemeldetes und von der Anmeldungspflicht nicht ausgenommenes Realrecht an dem proclamirten Grundstücke sowohl gegen den jetzigen, als künftigen Besitzer desselben, erloschen sein soll, aufgefordert.
    Schönberg den 1. Mai 1857.

                          Großherzogliche Hypothekenbehörde des Fürstenthums Ratzeburg.
                          C. L. v. Oertzen.
                     (L. S.)                                              Reinhardt.


Verkaufsanzeigen.

Am Freitag den 24. d. M.

Morgens 9 Uhr, sollen im Hause des Hufenpächters Weber zu Thandorf

2 Kühe, 2 Starken, 1 Kalb, 1 Füllen, 1 alter Stuhlwagen, 1 Schlitten, 2 alte Sielen, Wagen und Kuhketten, Haken, eiserne Eggen, 1 Walze, Bettstellen, Tische, Koffer, Kleider= und Küchenschränke, 1 Hobelbank nebst Geräthe, 1 große Schneidelade, Stubenuhren, zwei große Kessel, Grapen, Küben, irdene Töpfe u. Schüsseln und mehr dergl. Sachen
öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zahlung verkauft werden.
    Schlagsdorf den 7. Juli 1857.

                                                    H. Speck, Landreiter.


Am Sonnabend den 18. dieses Monats

sollen mehrere Sachen, welche dem Herrn Mühlenpächter Wieschendorf, früher zu Stove, gehören, als Mobiliar, Haus= und Küchengeräthe und was sich sonst vorfindet, im Kruge zu Carlow in öffentlicher Auction gegen gleich baare Bezahlung versteigert werden.
    Die Auction beginnt Morgens 9 Uhr.
    Carlow, den 9. Juli 1857.

                                                    Labann.


       Der Gadebusch=Rehnaer Missionsverein wird sein diesjähriges Missionsfest am Mittewoch den 15. Juli in Rehna feiern. Die Predigt hat Herr Hofprediger Jahn aus Schwerin übernommen, den Bericht der Hr. Pastor Walter aus Roggendorf. Für den Nachmittag hat Hr. Pastor Köhler aus Grambow eine Missionsmittheilung verheißen. Der Gottesdienst beginnt vor 10 Uhr.


Vermischte Anzeigen.

          Indem wir hiermit anzeigen, daß unser

Königschuß

am 15., das Schießen nach Silbergewinnen am 16. Juli stattfindet, laden wir zu recht zahlreichem Besuch aufs freundlichste ein.
      Schönberg, im Juli 1857.

                                                    Capitain und Aelteste
                                                    der Schützenzunft.


     Die heute Nachmittag erfolgte glückliche Entbindung meiner Frau, gebornen Westphal, von einem gesunden Töchterchen beehre ich mich, statt besonderer Meldung, hiedurch anzuzeigen.
    Neustrelitz, den 5. Juli 1857.

                                                    Regierungscanzlist Prange.


        Heute Vormittag 9 1/2 Uhr wurde meine liebe Frau, Johanne geb. Greiff von einer gesunden Tochter rasch und glücklich entbunden, welches ich theilnehmenden Verwandten und Freunden statt besonderer Meldung hierdurch ergebenst anzeige.
    Schönberg den 8. Juli 1857.

                                                    C. L. Creutzfeldt.


        Ein kräftiger Knabe vom Lande wird entweder sogleich oder zu Michaelis als Laufbursche gesucht vom

                                                    Apotheker Saß in Schönberg.


[ => Original lesen: 1857 Nr. 28 Seite 4]

Aachener und Münchener Feuer=Versicherungs=Gesellschaft.
-------------------------------
Rechnungs=Abschluß von 1856.

Grundkapital Thlr. 3,000,000. --
Prämien= und Zinsen=Einnahme für 1856 (excl. der Prämien für spätere Jahre) Thlr. 1,647,852. 12
Prämien=Reserven Thlr. 2,509,657. 13
----------------------------
Versicherungen in Kraft während d. J. 1856 Thlr. 817,587,870. --

            Schönberg, den 9. Juli 1857.

                                                    Die Agentur Schönberg.
                                                    Johann Peter Heinrich Spehr,
                                                    Lichterfabrikant.


Eine große Landstelle,

belegen im südlichen Holstein in der Nähe von Itzehoe, mit einem Areale von 34.000 []Ruthen guten Roggen= und Weizenboden, meist arrondirt und in hoher Cultur (darunter 4000 []R. treffliche Wiesen, 600 []R. schöne Holzung, 25,000 []R. regulär bestellte Ackerkoppeln u. s. w.), mit neuen Wohn= und den erforderlichen Oeconomie=Gebäuden, schönem Garten, werthvollen und reichlichen Vorräthen aller Art, mit completen guten Inventarien, mit 4 guten Pferden, 22 Stück schönem Hornvieh (meist jungen Milchkühen), 4 Schweinen, Geflügel etc., soll rasch und preisbillig zu 12,800 Thlr. pr. Cour. mit ein Drittel Auszahlung verkauft werden. Das Gehöft hat eine sehr freundliche Lage und nur 36 Thlr. Abgaben. Nähere Auskunft ertheilt Madame Louise Seyfarth, geb. Schröder in Hamburg (Schauenburgerstraße Nr. 16.)


Zum                                                    
Rehnaer Schützenfest
am 20. u. 21. d. M.
laden freundlichst und ergebenst ein                                                    
                                                    die Aelterleute der Schützenzunft
                                                    Chr. Lau.           J. Hirsch.


In meiner Collecte wurden                                                    
in Hamburger 233. Lotterie
2. Cl. den 3. Juni Ct. Mark (Lübeck) 1000 auf No. 22257.
3. Cl. den 2. Juli Ct. Mark (Lübeck) 6000. auf No. 22259.
gezogen.
Lübeck, den 2. Juli 1857.                                                        
                                                    F. A. Gusmann.


        Auf der Fischerei zu Lankow, hier im Fürstenthum, stehen noch

3000 Rohrschöwe

zum Verkauf.


      Das

Möbel=, Spiegel= u. Polsterwaaren=Magazin
von
Joh. Wencker in Lübeck, neuerdings: obere Glockengießerstraße No. 247,

empfiehlt sich mit einer reichen Auswahl aller in dies Fach schlagenden Gegenstände zu billigen, festen Preisen, bei höchst solider und geschmackvoller Arbeit.
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von vorzüglicher Güte empfiehlt bestens                                                    
                                                    A. Wigger.


        Da meine Färberei etwas abgelegen von der Stadt liegt, so zeige ich meinen geehrten Kunden hierdurch an, daß die Waaren, welche gewalkt, gefärbt oder gedruckt werden sollen, nicht allein bei mir, sondern auch beim Kaufmann Heinrich Rohde am Markt zu jeder Zeit abgegeben und auch wieder abgeholt werden können. Für hübsche ächte Farben und schnelle Bedienung wird stets gesorgt werden.

                                                    Carl Schott, Färbermeister,
                                                    in Rehna.


        Zu dem amMontag den 20., und Dienstag den 21. Juli bei mir stattfindenden

Scheibenschießen

um Uhren und Silbergewinne, welches an beiden Tagen um 8 Uhr seinen Anfang nimmt, ladet recht zahlreiche Theilnehmer ergebenst ein

                                                    E. Möhler.

    Bäk, im Juli 1857.


Backtafel für die Stadt Schönberg
vom 1. bis 15. Juli.

Weizen=Milch=Brod. Pfd. Loth.   Pfd.   Loth.
Ein 2 Schillings=Kreuz= oder Franz=Brod, mit dem Aufbrod auf einen Schilling eine Dreilings=Semmel, soll wägen - 15
Ein Schillings=Kreuz= oder Franz=Brod desgleichen -   7 1/2
Ferner:
fünf große Milch=Semmel oder für 2 Schillinge - 15
fünf kleine Milch=Semmel oder für 1 Schilling -   7 1/2
Roggen=Brod von gebeuteltem Mehl, mit dem Aufbrod auf einen Schilling eines halben Dreilings werth, soll wägen:
ein 8 Schillings=Brod 4   5
ein 4 Schillings=Brod 2   2 1/2
ein 2 Schillings=Brod 1   1 1/4
Grob Hausbacken=Brod ohne Aufbrod:
ein 8 Schillings=Brod 6 16
ein 4 Schillings=Brod 3   8
ein 2 Schillings=Brod 1 20

Schönberg, den 4. Juli 1857.                          
                                                    Bürgermeister und Rath.


Kirchliche Nachrichten.

Schönberger Gemeinde.
Vom 3. bis 9. Juli

Geboren: Den 4. dem Arbm. Wienck zu Lockwisch eine T., den 6. eine unehel. Tochter zu Lockwisch, den 7. dem Bäckermeister Pöhls in Schönberg ein S., den 8. dem Kfm. Creutzfeldt in Schönberg eine T., den 9. dem Arbm. Groth in Schönberg eine T.

Gemeinde Demern.
Vom 1.-30. Juni

Geboren = 0.
Gestorben = 0.
Copulirt den 12. Joachim Heinrich Robrahn, Arbeitsmann in Gr. Rünz, mit Catharina Elsabe Meyborg das.


Getraide und Markt=Preise in Lübeck

Weizen 1 Taler (Mecklenburg) 28-36 Schilling (Mecklenburg),     Wicken - Taler (Mecklenburg) 42-44 Schilling (Mecklenburg),
Roggen 1- Taler (Mecklenburg)   6-10 Schilling (Mecklenburg),     Buchweizen - Taler (Mecklenburg) 48-50 Schilling (Mecklenburg),
Gerste - Taler (Mecklenburg) 48-52 Schilling (Mecklenburg),     Winter=Rapsaat 27-28 Mark (Lübeck)
Hafer - Taler (Mecklenburg) 48-50 Schilling (Mecklenburg),     Sommer=Rapsaat 26-27 Mark (Lübeck)
Erbsen - Taler (Mecklenburg) 52-56 Schilling (Mecklenburg),     Schlagleinsaat 19-20 Mark (Lübeck)
Butter 12 Schilling (Mecklenburg) pr. Pfund.      Kartoffeln, 6 Schilling (Mecklenburg).


Redaction, Druck und Verlag von L. Bicker.


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